To tape or not to tape?

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To tape or not to tape?

Beitragvon Dietmar0671 » 01.07.2017, 19:10

Ich bin ein Fan davon meine Zweihand an den Joints zu tapen.

Bis vor wenigen Monaten habe ich mir darüber weiter keine Gedanken gemacht. Fürs tapen nahm ich 3M Elektrotape.

So auch dieses Jahr im Februar am Rio Grande auf Feuerland, Argentinien.

Angekommen und gleichmal meine Meiser Highlander S 1397-5 und meine T&T DNA 1409-5 "aufgerüstet" und die Steckverbindungen mit besagtem Tape versehen für den nächsten Tag. Soweit so gut.

Es folgten 3-4 tolle Tage, geprägt von Spaß, Spannung und der fanatastischen Landschaft und Natur am Rio Grande und Feuerland. Danke den Guides und der Staff der Aurelia Lodge! Sie lasen uns jeden Wunsch von den Augen ab...und den begleitenden Kameraden, die Harmonie und dem Spaß den wir hatten.

Am 4 Tag, es war in Beat 1, stand ich ungefähr bis zur Hüfte im Wasser, ich mochte diesen Pool eh nicht. Warum? Weiß nicht.

Ich hatte die T&T dabei. Die Meiser war auf dem Auto geblieben. Der Wind blies mal wieder heftig wie üblich...aber wie sagte mein Mentor Paddy McDonnel: "Dietmar, wind is only a head thing!" Damals wußte ich noch nicht wie Recht er hatte.

Auf der Rute befand sich ein #9 Patriot Skagit von Gaelforce und ein T14. Keinesfalls zu schwer für die T&T, die zwar mit #9 angegeben ist aber wie bei Amiruten bekannt eher zu #10 hin tendiert.

Nun, ich stand nun da und fischte mit der Dead Drift. Die Schnur war gefischt und ich peilte mein nächstes Ziel an und hob die Rute für den nächsten Wurf...ungefähr auf halber Höhe hörte ich ein "Knack" und spürte eine schlaffe Schnur. Ich schaute dann auf meine Rute...und hab geschaut als wenn mich ein Bus gestriffen hat.

Glatter Bruch im dritten Teil der "weiblich" Steckung direkt über dem Tape, keine 5 mm drüber. Konnte ich mir nicht erklären. Habe ziemlich ungläubig geschaut. Konnte es mir nicht erklären.

Mal eine Fliege dagegen "geknallt". Konnte mich jedoch nicht erinnern. Ganz sauberer Bruch.

Nun gut, raus aus dem Wasser und die Meiser geholt und weiter gefischt.

Nachdem ich wieder daheim war den Verkäufern der Möhne angerufen und Rute eingeschickt...das war vor 14 Wochen. Bisher noch nix wieder zurück. :cry:

Ich machte mir weiter keine Gedanken darüber bis ich im SFF dieses las:

http://www.salmonfishingforum.com/forums/thread146747.html

Ist jemanden ähnliches passiert? Solche Brüche wie meine Rute erlitt scheinen keine Seltenheit zu sein.

Seitdem benutze ich zum Tapen nur noch tesa PROFESSIONAL Xtreme Conditions.

Viele Grüße

Dietmar
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Re: To tape or not to tape?

Beitragvon Magellan » 01.07.2017, 19:49

Hi Dietmar,

prima!

Hier der relevante text auf den du verlinkt hast:

“…fortune on designing and developing their product to meet strict criteria of curvature etc etc such that clogging each joint with a none elastic material will only have an adverse effect on the performan-ce of their rod and potentially create several hard spots during use”.

Das Ruten, Zweihänder/ Switch (jüngst von mir hier im Forum geschildert) und auch Einhand direkt im Überschubbereich (heißt das so?) brechen, habe ich auch schon erlebt.

Ich Tape generell alle meine Zweihänder ab, allerdings nicht das erste (Spitzensegment) und letzte (zum Handteil) weil ich dort bei keiner der Ruten eine signifikante Lockerung feststellen konnte.

Mit Elektriker-Tape, aber in den meisten Fällen mit duct- tape, und max. 10mm überlappend. Könnte es andere ursachen gehabt haben das deine Rute brach? Ich persönlich kann mir, die Aktionskurve betrachtend nicht vorstellen das diese Tape arten den Hülsenbereich derart versteifen das sie brechen.

Aber ich bin kein Spezialist dieser Materie. Vielleicht kann ja Reinhard etwas dazu beitragen!?

Gruss
Heiko
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Re: To tape or not to tape?

Beitragvon orkdaling » 01.07.2017, 21:32

moin moin,
meine Erfahrungen mit einigen Ruten - GL Lxi (6teilig), Zpey, Redington, Eikre - noch nie getapt.
Ich steckt die aber am 1.6. zusammen und nehme sie am 31.8. auseinander, sonsy sind sie auf`n Autodach oder an der Garagenwand.
Nur mit einer hab ich das Problem das sich die erste Vebindung verdreht - Scott. Hab schwarzes "Panzerband" (keine Ahnung wie das heisst) benutzt und dann war Ruhe.
Gruss Hendrik
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Re: To tape or not to tape?

Beitragvon Dietmar0671 » 02.07.2017, 02:02

Hallo Heiko,

ich tape meine Ruten auch nur sehr gering, nicht übermäßig. Ich will ja nur verhindern das sich ein Teil löst und keine Strukturverstärkung.

Dennoch habe ich keine fundierte Erklärung für den Bruch. Aber es scheint mir im Moment die Plausibelste.

Viele Grüße (und ich freue mich 2019 wieder im herrlichen Argentinien, und auch in der Aurelia Lodge, zu sein...und Buenos Aires, das ich einige Tage geniessen durfte, ist eine tolle Stadt mit tollen Menschen!)

Dietmar
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Re: To tape or not to tape?

Beitragvon Thomas E. » 02.07.2017, 06:02

Dietmar0671 hat geschrieben:Der Wind blies mal wieder heftig wie üblich...aber wie sagte mein Mentor Paddy McDonnel: "Dietmar, wind is only a head thing!" Damals wußte ich noch nicht wie Recht er hatte.


Moin,

also erstmal zum Wind... :lol:
Natürlich hat er Unrecht..wenn es ernst gemeint war !
Wie auch der H.M. aus DK : " Wind ist nur ein mentales Problem", einfach mal einen coolen Spruch raushaut. =D>

Wind ist "alles" beim Fliegenwerfen, das weiß besonders jeder Castingsportler und stellt sich genau darauf ein.
Man sieht es ja an den Resultaten ganz genau, was selbst leichter Wind schon ausmacht. :wink:

Das heißt aber nicht, das man bei recht flotten Wind auf das Fischen verzichten muß und der gute Techniker ist sehr im Vorteil.


Ich habe über Jahrzehnte noch keine Rute abgeklebt und sehe auch keine Notwendigkeit.
Max. alle zwei Stunden einmal kontrollieren reicht auch bei vielen D- Casts völlig aus und wenn sich eine Rute an den Verbindungen ständig lockert, ist sie schlecht eingepasst und wird umgetauscht.
Oder es kann ein Top Rutenbauer wie der Stefan hier in HH ggf. helfen.
Gruß
Thomas Ellerbrock
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Re: To tape or not to tape?

Beitragvon AlexWo » 02.07.2017, 06:39

Hallo Ihr Lieben,

ich tape auch nicht, meine Loop-Ruten lockern sich einfach nicht, sechs Tage, jeden Tag 12h gefischt, nach dem Fischen auf's Auto und fertig, Zum Urlaubsende hab ich dann die Ruten mit nem Tuch vom Graftolin befreit, gereinigt und es war gut. Es hat sich bei meinen Ruten, beim Fischen noch nie etwas gelockert.

LG

Alex
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Re: To tape or not to tape?

Beitragvon fly fish one » 02.07.2017, 09:22

Liebe Kollegen,

zunächst einmal tut mir das leid, dass die wunderbare Rute gebrochen ist.

In meiner kurzen hoffnungsfrohen Karriere habe ich auch noch nie Klebeband benützt. Ich nehme auf jeden Fall mal im nächsten Urlaub eines mit, dank Dietmars Erfahrungen. Ich möchte es nicht benützen, aber dabei haben.

Nun zum Lösen der Rutenteile. Ich habe es schon an den 1H und auch an der Winston manchmal ganz leicht gespürt. Ob ich jetzt nicht akurat war oder die Rute, kann ich nicht sagen. Es scheint so allgemein zumindest bei mir, dass frisch zusammengebaut, ein paar Würfe (und die WInston wurde nicht geschont, wie ihr gesehen habt) und dann die erste Kontrolle essentiell ist. Dort lassen sich einige Teile manchmal noch ein wenig fester zusammen schieben. Dann ist eigentlich den ganzen Tag Ruhe im Karton. Ich kontrolliere aber zwischendurch regelmäßig.

Zur Mechanik folgendes: Das die Ruten an diesen Stellen brechen, sehe ich nicht durch das Klebeband, sondern durch die Kostruktion. Es dürfte die Stelle der weiblichen Hülse sein, die genau vor dem Zapfen des männlichen Teiles liegt. Diese Stelle liegt hohl, ohne Zapfen unter ihr. Das geht leider nicht anders, dass ist vergleichbar mit den Über- und Unterfahrwegen der Fahrstühle in den Schächten. Die Rute ließe sich anders gar nicht feststecken. Von beiden Seiten wirken große Hebel/Kräfte auf die dünnsten Materialstärken im gesamten Rutenverlauf. Selbst wenn die Konstrukteure dafür extra Wicklungen vorsehen. Es bleibt eine Schwachstelle und überspitzt formuliert, sogar eine Sollbruchstelle!
Niemand würde eine freitragende UND steckbare Brücke bauen! Eine Rute ist in der Mechanik auch keine Brücke. Die an die Momente angepaßten Querschnitte verlaufen völlig anders. Trotzdem bleiben die Stellen der Überschübe an den Ruten neuralgische Punkte.

Was mir in dem verlinkten Faden aufgefallen ist, weil dort erwähnt und für mich verständlich, dass vielleicht manchmal die Überlappungen der Rutenteilewicklungen nicht alle identisch ausgerichtet sind. Sowas wäre ein weiterer Schwachpunkt.

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Re: To tape or not to tape?

Beitragvon Dietmar0671 » 02.07.2017, 10:30

Lieber Frank,

"Zur Mechanik folgendes: Das die Ruten an diesen Stellen brechen, sehe ich nicht durch das Klebeband, sondern durch die Kostruktion. Es dürfte die Stelle der weiblichen Hülse sein, die genau vor dem Zapfen des männlichen Teiles liegt. Diese Stelle liegt hohl, ohne Zapfen unter ihr"

Die Tatsachen widersprechen leider Deiner Analyse. Der Bruch erfolgte nicht vor dem Zapfen des "männliches" Einschubes, also im "Hohlen" sonder direkt über/auf dem Zapfen, wenige mm oberhalb des Tapes. Daher erklärt sich der Bruch nicht mit Deiner Analyse.

Leider habe ich versäumt ein Foto zu machen.

Ich werde weiterhin meine Ruten tapen, nur dann eben mit dem speziellen Tape. Warum? Weil ich mich kenne und sicher nicht am Wasser stehe und meine Würfe zählen werde um nach jedem 20. - 30. Wurf meine Steckungen zu überprüfen oder mir einen Wecker auf Weckzeit alle 2 Stunden zu stellen.

Ich habe schon Rutenteile, bei Zweihand, fliegen sehen und unrettbar verschwinden...möchte ich nicht erleben.

Viele Grüße

Dietmar
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Re: To tape or not to tape?

Beitragvon AlexWo » 02.07.2017, 12:04

Hallo Dietmar, zu Deinem letzten Satz, verwende einfach Drillinge, dann kann das nicht passieren! hahaha, Spass muss sein, schönen Sonntag Dir!

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Re: To tape or not to tape?

Beitragvon Harald aus LEV » 02.07.2017, 14:30

Hallo Dietmar,
ich tape meine 2-händer auch. Jedoch verwende ich kein Elektrotape mehr, da ich schon Beschädigungen am Rutenlack hatte.
Ich verwende seither "gutes" Kreppband. "Gutes" deshalb, weil es qualitative Unterschiede gibt.
Das Band tape ich sehr straff um den Blank und wechsle es täglich. Bisher bin ich gut damit gefahren.

Gruß
Harald
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Re: To tape or not to tape?

Beitragvon Magellan » 02.07.2017, 16:31

Thomas E. hat geschrieben:Max. alle zwei Stunden einmal kontrollieren reicht auch bei vielen D- Casts völlig aus und wenn sich eine Rute an den Verbindungen ständig lockert, ist sie schlecht eingepasst und wird umgetauscht.


Hallo Thomas

Ich bin abssolut bei dir, das ein regelmäßiges Kontrollieren der Verbindungen hilfreich ist...
Leider nicht immer sehr praktisch: mit zb. einer elend langen 15' im Wasser, das kontrolliert sich nicht "mal so". Da ist das abtapen eine angenehme Hilfe um sich auf die Fischerei zu konzentrieren.

Und ja, denke auch das letztendlich der Qualitätsfaktor ausschlaggebend ist ob sich die Segmente Lösen.

Andere bringen das Lösen/den Bruch, mit Wurfstil und daraus auftretender Torsionsbelastung in Verbindung der Rutenlänge in Verbindung... prima Sache wenn die Rute dann getapt ist!

Gruss
Heiko
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Re: To tape or not to tape?

Beitragvon fly fish one » 02.07.2017, 16:51

Dietmar0671 hat geschrieben:Lieber Frank,

...

Die Tatsachen widersprechen leider Deiner Analyse. Der Bruch erfolgte nicht vor dem Zapfen des "männliches" Einschubes, also im "Hohlen" sonder direkt über/auf dem Zapfen, wenige mm oberhalb des Tapes. Daher erklärt sich der Bruch nicht mit Deiner Analyse.

...

Viele Grüße

Dietmar


Lieber Dietmar,

so ist das eine andere Angelegenheit. Da gebe ich Dir recht. Kann tatsächlich am Tape liegen. [Theoretisch noch, nicht auf ganzer Länge der Verbindung gleichmäßig ausgearbeiteter Konus.] Insgesamt aber wirklich schwierig zu analysieren. Ich würde auch die einfachsten Parameter als erstes betrachten und das ist nunmal das Tape.

Heiko hat mit seiner Betrachtung des "Nachjustierens" im Wasser stehend nicht ganz unrecht. Mit 13 Fuß schaffe ich das mit Ach und Krach. Wenn das Rauswaten genauso schwierig wird, wie das Reinwaten, überlegt man sich das vielleicht und läßt die Überprüfung sausen - mit den entsprechenden möglichen Konsequenzen. Mir fehlt insgesamt einfach die Erfahrung im 2H Bereich, um einen validen echten Standpunkt zu beziehen.

Frank
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Re: To tape or not to tape?

Beitragvon Trockenfliege » 02.07.2017, 18:28

Hallo Dietmar, wenn ich deine Beschreibung des Bruches richtig deute, dann ist der weibliche Teil, während er fest auf dem "Männchen" saß, im Bereich der Überlappung gebrochen - glatter Bruch - und der männliche Teil hat überhaupt nichts abbekommen??

Das halte ich für ziemlich ausgeschlossen - außer, die Stelle des Bruchs war schon vor dem Zusammenstecken deutlich angeknackst.

Steckte das abgebrochene Teil des weiblichen Teils wirklich noch fest auf dem männlichen Teil?
Oder hat sich die Verbindung nicht doch vielleicht gelöst, ist etwas nach oben gerutscht, verkanntet und dann gebrochen?
Den Fall hatten wir schon paar mal im RBF.

Ich baue seit 37 Jahren Ruten, habe schon hunderte blanks geteilt und verzapft und auch schon viele Brüche gesehen und auch repariert, daher kommt mir deine Sache sehr merkwürdig vor.
Wenn das so gebrochen sein soll, dann müsste der männliche Teil an gleicher Stelle zumindest abgeknickt sein.

Übrigens ist im Allgemeinen die schwache Stelle einer over/underverbindung nicht der Bereich oberhalb des Zapfens, sondern direckt unterhalb.
Das liegt an den mehr oder weniger starken Durchmesserunterschieden.
Der männliche Teil ist ja deutlich kleiner im Durchmesser, als die nächsten 15-20cm des oberen Teils. Die muss durch entsprechende Wandstärke im unteren Teil ausgeglichen werden.
Dies ist nicht so einfach herzustellen, deshalb haben viele Ruten mit over/under Verbindung, vor allem günstigere, genau dort eine Schwachstelle, was man gut am Verlauf der Biegekurve erkennt- unterhalb der Verbindung biegt sie sich erstmal etwas mehr als oberhalb, erst wenn der Durchmesser des unteren Teils größer wird, passt es wieder.

Allerdings gibt es auch Außnahmen: Bei meiner Sage RPL 9´ 7er hatte ich mal einen blöden Hänger beim Rückschwung / Vorschwung, in einem so blöden Augenblick, dass ich nicht mehr abbremsen konnte. Da hat es die Rute auch glatt zerlegt und zwar ca. 2cm oberhalb des Zapfenendes.

Ich verlinke gleich mal ein paar Bilder aus dem RBF, um dies mit der Biegekurve zu verdeutlichen.

LGruß
Reinhard

Das Beispiel ist jetz nicht das Beste, aber zeigt auch, dass der Teil unterhalb der Verbindungsstelle schwächer ist als direkt oberhalb.
Das der blank sich im Handteil so stark biegt, liegt auch am taperverlauf - fast paraleller Konus. Aber es geht ja um das Prinzip der häufig vorkommenden Schwachstelle unterhalb der Verbindung.
http://rutenbauforum.de/rodbuilding/thr ... =0&page=10
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Re: To tape or not to tape?

Beitragvon Dietmar0671 » 02.07.2017, 19:31

Hallo Reinhard,

Du hast Recht mit der Stelle des Bruches...aber lies Dir mal (wenn nicht schon gemacht) den Post im englischen Forum durch.

Die Steckungen saßen fest. Wie das eben so ist wenn man eine Woche zum Fischen fährt; man baut die Ruten am ersten Tag zusammen und am letzten auseinander.

Ich habe mir angewöhnt sie abends nach dem Fischen oder morgens vor dem Fischen zu kontrollieren, Sitz der Stockungen, Rollenhalter fest etc.

Viele Grüße

Dietmar
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Re: To tape or not to tape?

Beitragvon Trockenfliege » 02.07.2017, 21:56

Ja, ich habe mir den thread größtenteils durchgelesen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass das tapen zu Brüchen führt, aber nicht, weil das tape den blank versteift ( das halte ich für ausgeschlossen ), sondern weil man nicht mehr kontrolliert, ob alles noch fest sitzt.
Wenn sich dann die Verbindung trotz tape etwas lockert kann sich das obere Teil unter Umständen etwas nach oben schieben. Dann kann es verkannten und Druck von der oberen Kante des Zapfens punktuell auf die blankwand drücken - dies kann dann zum Bruch führen.
Wäre nicht getapt worden, wäre das Teil einfach davongeflogen.

LGruß
Reinhard
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