Wie definiere ich die Schnurklasse einer Rute?

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Wie definiere ich die Schnurklasse einer Rute?

Beitragvon Trockenfliege » 21.01.2017, 13:04

Aus aktuellem Anlass möchte ich mal dieses Thema neu aufrollen ( es wurde bestimmt schon früher diskutiert).

Im aktuellen Fliegenfischen 1/17 schreibt Michael Werner (S. 16, Artikel über Skagit) in einem Nebensatz, dass eine 7/8er Rute nach klassischer Aftma- Klassifizierung ca. 13gr perfekt werfen müsste. ( Es geht um Skagitschnüre und da sind natürlich die Gewichte ganz andere, das schreibt er auch)

Wie kommt er darauf? Die Aftmaklasse 7 ist mit ca. 12gr und die Klasse 8 mit 14gr. definiert, jeweils für die ersten 9,14m, meist ohne die Verjüngung gemessen.
Er nimmt den Mittelwert für 7/8 - also 13gr.
Er ist also der Meinung, dass eine 7er Rute zB. mit 12gr perfekt geworfen werden kann.
Das stimmt nicht und hat noch nie gestimmt!
Ich fische seit 1980 mit der Fliege, habe als Jugendlicher auch mal Casting 8 -Kampf gemacht und bin ein sehr guter Werfer.

Ich bin der Meinung, und meine Erfahrung hat dies im Großen und Ganzen bestätigt, dass sich die Klassifizierung der Ruten eher an dem Gewicht von DT Schnüren orientiert.
D.h., ich möchte mit der Rute eine entsprechende DT gut händeln können, sprich bis Richtung Schnurende werfen können.
Dazu muss ich mindestens ca. 15 -17m dieser DT in der Luft halten können. Das ist bedeutend mehr Gewicht, als es eine Standart WF auf die Waage bringt, selbst wenn die eine dickere Runningline hat, die man auch noch bequem verlängern kann.

Für das Beispiel oben mit der 7er Rute heisst das: Die Rute muss ( und kann) ca. 12gr x 1,7 = ca. 20 gr. in der Luft halten.
Möchte man mit der Rute dann komfortabel eine WF Schnur werfen, d.h. die Rute auch gut aufladen können, ihr Potential nutzen, muss man zur entsrechend schwereren WF greifen, je nach Keulenlänge und Runninglinedurchmesser ( = Runninglinegewicht!)
Für diese 7er wäre dann zB. eine Rio Gold, Keule ca. 14,5m, in klasse 8 passend oder eine 9er mit 11m Keule.

Meine lange Erfahrung mit verschiedensten Rutentypen, Sage LL, RPL, RPL+, SP, SP+, XI3, Rplxi, Looomis IMX, Hardys, Orvis Graphite, HLS Winston BII, und noch so einige andere, hat immer gezeigt, dass die Rute eine DT der Klasse gut verträgt, nur wenige waren bei sehr großen Längen überlastet.

Daraus lässt sich umgekehrt schliessen ( und erfahren), dass diese Ruten mit einem entsrechenden Gewicht ihrer Klasse ( WF 7 = 12gr.) deutlich unterlastet sind.

Wie hoch das wirkliche Potential einer Rute ist, lernt man sehr gut, wenn man einen passenden Schusskopf sucht. Diese werden heute, im Gegensatz zu früher, nur noch nach Gewicht verkauft. Meistens sind sie um die 9m lang, also ziemlich genau der AFTMAklassifizierung entsprechend.

Und wenn ich dann für eine 6er Rute einen 18gr Kopf der Länge 9m verwende - was für eine Schnurklasse hat der dann?? Genau!!!

Und für diese Rute soll dann zB. eine klassische 6er WF mit 11m Keule genauso gut passen?

Die Schnurhersteller haben inzwischen auch reagiert und bauen passende WF Schnüre. Diese sind dann allerdings z.T. nicht " leicht" übergewichtig, wie es die Hersteller/Verkäufer schreiben, sondern deutlich schwerer: So hat meine Airflow 40+ Expert in Klasse "7" auf den ersten 9,14m 14,5gr ( Klasse 8/9!!) und die ca. 14,5m lange Keule hat 21,5gr!!

Das heisst: Dies ist keine WF 7 im klassischen Sinn, sondern die optimale Schnur für eine kräftige 7er Rute!

Und da sind wir wieder bei meinem Beispiel mit der DT Schnur: Wie schwer sind den 15 - 17m 7er DT Schnur?!!

Es wundert mich immer, dass Yellowstone eher klassische Schnüre ( meinem Eindruck nach, ich kenne die Schnüre nicht) für ihr shootout verwenden.
Damit kann das Potential der Ruten nicht optimal genutzt werden, es sei den, man hat einen extrem schnellen Zug, der die Rute auch mit dem geringen Gewicht gut auflädt oder die Schnüre dicke Runninglines haben, die das Gewicht bringen beim Verlängern der Schnur bringen.

LGruß
Reinhard
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Re: Wie definiere ich die Schnurklasse einer Rute?

Beitragvon dr-d » 21.01.2017, 13:36

Hallo Reinhard,


Bernd Ziesche hat auf seiner Hp zum Thema AFTMA/AFFTA einiges m.E. Hilfreiches dargestellt. :idea:


Grüsse


Thomas
dr-d
 
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Re: Wie definiere ich die Schnurklasse einer Rute?

Beitragvon Heußerer » 21.01.2017, 14:12

Hallo Reinhard,

die Zugunterstützung dezimiert die Rutenladung! Also das Gegenteil ist der Fall.

LG Wolfgang
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Re: Wie definiere ich die Schnurklasse einer Rute?

Beitragvon Nixon » 21.01.2017, 16:41

Die Yellowstone nehmen fast ausschließlich eine SA GPX die am immer eine halbe Klasse schwerer ist...
Steht so auch in den Tests...

LG
Beste Grüße und Danke für deine/eure Hilfe!
Nixon
 
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Re: Wie definiere ich die Schnurklasse einer Rute?

Beitragvon orkdaling » 21.01.2017, 18:03

moin moin,
ich denke das ist bei Ziesche gut beschrieben
http://r.search.yahoo.com/_ylt=A9mSs3c_ ... akGSYL9fY-
Aber wie du selber siehst muss man auch Profil, Schnurtyp, Wurfstil beachten.
Darum finde ich es besser wenn heute das WG der Rute angegeben wird und bei den DH stehen sogar die verschiedenen WG je nach Stil auf der Rute (Scandi/Skagit)
Nicht anders ist es bei der EH, da steht 8# /13,6g drauf aber kaufst du einen Shooter dann 18 - 20gr oder eben 247grain
Die 13,6 sind da alte AFTMA Gewicht fuer die damaligen 9,14m wogegen die 18-20g das optimale Schussgewicht angibt
Und wie du selber schreibst, ist das mit Aftma/Affta eigentlich Quatsch weil du eine 8m oder eben 13m Keule hast und da ja viel mehr Leine in der Luft hæltst.
Noch verrueckter wird es bei den Switch wo der eine Hersteller nach EH und der andere nach DH klassifiziert.
Gruss Hendrik
orkdaling
 
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Re: Wie definiere ich die Schnurklasse einer Rute?

Beitragvon gespliesste » 21.01.2017, 18:31

Hallo Reinhard,

was du schreibst ist im Prinzip alles richtig. Als Hebeisen damals die AFTMA Klassifizierung erdacht hat, war das Ziel Käufern eine gewissen Orientierung bei der Wahl der passenden Schnur zu einer jeweiligen Rute zu geben. Davor wurden Schnüre mit Buchstabenkombinationen bezeichnet, welche die Zusammensetzung und die Dicke des Tapers angaben (z.B. HDH war eine DT). Damals war der Schnurmarkt noch recht übersichtlich. Heute sieht das ganz anders aus und die von Dir beschriebenen Probleme kommen immer mehr zu Tage. AFFTA sagt halt nur, wie schwer die Schnur in der jeweiligen Klasse auf den ersten 9,13m sein sollte - Punkt. Das reicht heute natürlich bei weitem nicht aus eine Schnur in ihrem ganzen Aktionsbereich wirklich zu klassifizieren. Das Problem ist, wie du schon beschreibst, dass es heute tausende unterschiedliche Schnurprofile gibt, teilweise erreichen die Keulen ja nicht mal die 9,13m.

Ich denke es ist nach wie vor wichtig zu wissen, welchen Taperverlauf eine Schnur hat und wie das Gewicht über die Länge verteilt ist. Nur so kann ich zumindest grundlegend bewerten, ob eine Schnur zu mir und meinem Wurfstil passt oder nicht. Alles andere ist letzendlich try & error.

Ich gebe aber zu bedenken, dass es dazu sehr unterschiedliche Vorlieben für die Auslastung der Rutenaktion je nach Wurfstil und Fischereimethode gibt. Ich fische z.B. gerne untergewichtete Schnüre, da man im Nahbereich schnelle und enge Schlaufe werfen kann (ein wenig wie TLT-Wurfstil) und auch auf Distanz oder starkem Seitenwind die Rute nicht überlastet. Andere wollen gerne das die Rute möglichst schon bei kurzer Schnur "lädt". Des Menschen Wille ist sein Himmelreich :wink:

LG,

Olaf
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Re: Wie definiere ich die Schnurklasse einer Rute?

Beitragvon CPE » 21.01.2017, 18:53

gespliesste hat geschrieben:Als Hebeisen damals die AFTMA Klassifizierung erdacht hat,


Hallo Olaf,

Das heißt, dass das Klassifizierungssystem der American Fishing Tackle Manufacturers Association von einem nativen Schweizer (natürlich Hebeisen, wer sonst?) stammt? Nicht Leon Chandler von Cortland und ein paar anderen Amerikanern? Was für ein Held.

Cheers, Norbert
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Re: Wie definiere ich die Schnurklasse einer Rute?

Beitragvon fjorden » 21.01.2017, 22:41

Hallo,
was Michael Werner schreibt ist Blödsinn. Auch die Ruten vor 25 Jahren, als ich mit dem Fliegenfischen angefangen habe, haben in den Klassen 7 oder 8 mehr geworfen. Orientierung war immer die AFTMA Klassifizierung, die um eine Vergleichbarkeit herzustellen, sich auf die 9,14 m bezog. Viele der damaligen Schnüre, extrem kurzkeulige WF Schnüre gab es kaum, hatten auf dieser Länge in der Regel das Gewicht. Eine Loop Long Distance in #8 wog bei einer Keulenlänge von 11,8 m 18 gr., eine #7 16 gr, eine #6 14 gr und so weiter in 2 gr. Abstufungen. Schwierig wurde es dann mit den Kurzkeulen, eine Loop Distance 75 in WF 8 brachte auf den 7,3 Metern Keule genau das 8er Keulengewicht von 12,8 gr. Natürlich für 7er und 8er Ruten viel zu leicht. Trotzdem habe ich die Schnur lange an der Küste mit einer 7er Rute gefischt. Wäre mir nicht aufgefallen, wenn ich nicht irgendwann gewogen hätte. Also mein Plädoyer wäre gerade heute wo 6er Ruten häufig 8er sind sich von AFTMA zu verabschieden und wie bei Spinnruten das Gewicht hinzuschreiben, #7 Wurfgewicht 15 - 18 gr, #8 Wurfgewicht 17 - 20 gr. etc. Und auf den Schnüren müßte das ähnlich stehen, wie auf den Teeny T Schnüren beispielsweise, T 200 läßt sich mit Ruten der Klasse 6 - 8 werfen, etc.
Gruß
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Re: Wie definiere ich die Schnurklasse einer Rute?

Beitragvon CPE » 21.01.2017, 22:55

Heußerer hat geschrieben:die Zugunterstützung dezimiert die Rutenladung


Hallo Wolfgang,

Wenn ich an einer Feder ziehe, übertrage ich immer Energie in die Feder, das nennt man in unserem Zusammenhang Rutenladung.

TL, Norbert
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Re: Wie definiere ich die Schnurklasse einer Rute?

Beitragvon dr-d » 22.01.2017, 08:47

Hallo,


in letzter Konsequenz hilft m.E. nur das Testen - z.B.:


Hardy Zenith 9f #3 händelt sowohl eine barrio smallstream #3 als auch einen opst mikroskagit 200gr...

Die neuen Materialien (z.B. "Sintrix") scheinen das "grain-window" zusätzlich zu vergrössern und
damit neue Anforderungen an die Abstimmung zustellen m.M.


Viel Spass.


Thomas
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Re: Wie definiere ich die Schnurklasse einer Rute?

Beitragvon troutcontrol » 22.01.2017, 08:53

CPE hat geschrieben:
Heußerer hat geschrieben:die Zugunterstützung dezimiert die Rutenladung


Hallo Wolfgang,
Wenn ich an einer Feder ziehe, übertrage ich immer Energie in die Feder, das nennt man in unserem Zusammenhang Rutenladung.
TL, Norbert


Moin,
das "an-der-Feder-Ziehen" ist mir jetzt schon wieder zu hoch ... :mrgreen:

Aber auch ich hätte gedacht, dass ich (als Rechtshänder) durch den passenden "Kraft"-Einsatz mit der linken Hand (sei es bei der 2Hand durch den Zug am Knubbel oder bei der 1Hand durch den Zug an der Schnur) eine "Beschleunigung" der Schnur erreiche, die dann auch (mittelbar) zu einer stärkeren Biegung / Ladung der Rute führt.

Aber vielleicht stimmt es ja nicht. 8)

Grüsse
Martin
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Re: Wie definiere ich die Schnurklasse einer Rute?

Beitragvon CPE » 22.01.2017, 10:39

Moin Martin,

Licht und Scheffel stehen bei Dir sehr nahe beieinander, scheint mir. Unsere Feder ist doch die gebogene Rute. Je stärker die Biegung, umso höher die dort gespeicherte Federenergie.

Lege nun eine Fliegenrute waagerecht auf den Boden, 10 Meter Schnur senkrecht davon. Wenn Du (sehr schnell) an der Schnur ziehst, biegt sich zuerst die Rute, weil die Schnur (realiter unendliche) Trägheit hat. Diese Ladung wird dann an die Schnur abgegeben, d.h. letztere wird beschleunigt.

Man kommt mit dieser Technik schon einige Meter weit, wie berufenere Werfer ja regelmäßig zeigen. Diese Biegung wird immer stattfinden, solange die Schnur nicht in Längsrichtung der Rute liegt, demzufolge gibt der Doppelzug abgesehen von diesem Sonderfall immer Energie in die Rutenbiegung, d.h. die Federenergie.

TL, Norbert
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Re: Wie definiere ich die Schnurklasse einer Rute?

Beitragvon dr-d » 22.01.2017, 11:04

Hallo,


ich denke , der Wolfgang liegt am nächsten - Ziesche u.a.haben dies schon ausführlich diskutiert und dargelegt in der jüngeren Vergangenheit. :idea:


Grüsse


Thomas
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Re: Wie definiere ich die Schnurklasse einer Rute?

Beitragvon Trockenfliege » 22.01.2017, 11:18

Der thread driftet jetzt ja etwas in eine andere Richtung, ok.

Q Wolfgang ( Heußerer)
Doch, die Rute wird dank des Doppelzuges mehr aufgeladen, vielleicht nicht im Augenblick des eigentlichen Doppelzuges, aber durch die damit erreichte höhere Geschwindigkeit und damit größere Kraft der Schnur.
Beispiel: Ich setze einen Zug beim Rückschwung ein und gebe der Fliegenschnur damit zusätzliche Geschwindigkeit/Energie. Diese kann ich jetzt dazu nutzten entweder die Schnur nach hinten schiessen zu lassen, und zwar weiter, als es ohne Doppelzug möglich gewesen wäre oder/und die Rute stärker aufzuladen. Dank dieser höheren Vorspannung der Rute kann ich dann beim folgenden Vorschwung wiederum mehr Kraft auf die Schnur ausüben, da nicht so viel Weg/Kraft der Rutenhand in Rutenbiegung investiert werden muss.
Ich hoffe, ich habe mich halbwegs verständlich ausgedrückt.

Ein sehr bekannter Fliegenfischer aus dem Norden hat mal geschrieben ( in einem Bericht zu eienm Hamburger Werfertreffen), dass die Rute zu Beginn des Vorwurfs völlig entspannt ist - damit stimme ich weniger überein.
Das wollte ich nur loswerden, falls jemand dies als Gegenargument für meine Behauptung bringen möchte.

LG
Reinhard
Zuletzt geändert von Trockenfliege am 25.01.2017, 15:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wie definiere ich die Schnurklasse einer Rute?

Beitragvon troutcontrol » 22.01.2017, 11:20

CPE hat geschrieben:Moin Martin,

Licht und Scheffel stehen bei Dir sehr nahe beieinander, scheint mir. Unsere Feder ist doch die gebogene Rute. Je stärker die Biegung, umso höher die dort gespeicherte Federenergie.

Lege nun eine Fliegenrute waagerecht auf den Boden, 10 Meter Schnur senkrecht davon. Wenn Du (sehr schnell) an der Schnur ziehst, biegt sich zuerst die Rute, weil die Schnur (realiter unendliche) Trägheit hat. Diese Ladung wird dann an die Schnur abgegeben, d.h. letztere wird beschleunigt.


Moin Norbert,
hab Mitleid - ich bin doch Jurist und hab daher von Physik keinen Schimmer!!! :mrgreen:

Als Laie stell ich es mir so vor:

Vor mir auf der Erde liegen 10 m Schnur, ich ziehe mit der Hand und mit einer bestimmten "Kraft" die Schnur zu mir, überwinde deren Trägheit, sie fliegt auf mich zu, alles chic.
Vor mir auf der Erde liegen 10 m Schnur, im rechten Winkel dazu die Rute, ich ziehe in Höhe der Rolle mit der Hand und mit einer bestimmten "Kraft" die Schnur zu mir, die Rute biegt sich, ich überwinde die Trägheit von Rute und Schnur, die Schnur fliegt im rechten Winkel an mir vorbei, alles chic.

Im zweiten Beispiel ist die jetzt weswegen geflogen? Weil ich an der Feder gezogen habe? Wegen der Rutenladung ?? Oder weil ich an der Schnur gezogen habe?

Grüsse
Martin :shock:
Zuletzt geändert von troutcontrol am 07.02.2017, 18:10, insgesamt 2-mal geändert.
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