Zweihandrute zum Start?!? Skagit? Scandi?

Alles rund um Stärken & Schwächen, Marken, Klassen, Aktionen u.s.w. der für unser Hobby unverzichtbaren "Gerten" und "Schnuraufwickler".

Moderatoren: Maggov, webwood, Forstie, Matthias M., Michael., Olaf Kurth, Kurt Zumbrunn

Zweihandrute zum Start?!? Skagit? Scandi?

Beitragvon Schepp » 08.04.2019, 16:01

Moin!
Aus irgendwelchen Gründen bin ich spontan in einen Zweihandwurfkurs gerutscht :wink: , und damit ich was eigenes in der Hand habe, habe ich mir eine sehr günstige Shakespeare Oracle Skagit 13,9" '10 gekauft. Dazu benutze ich zur Zeit einen Schusskopf, ca.7,8 Meter und 35 Gramm. Davor einen Polyleader, dahinter eine Runningline.
Zum Üben komme ich damit klar. Ein Kumpel war etwas irritiert und meinte, der Knüppel wäre doch schon recht hart... Mir macht die Kombi auch einen etwas zusammengewürfelten Eindruck...
Grundsätzlich weiß ich noch nicht, wo für mich die Reise hingeht. Ich angele vorwiegend in der Ostsee (Einhand), werde mal in dänischen Flüssen anfangen (Einhand?) und werde im Spätsommer einer Einladung nach Norwegen an einen Lachsfluss folgen :D .

Nun... mir gefällt die Shakespearereihe, frage mich aber, ob ich mit einer Scandi oder einer Spey nicht deutlich besser beraten gewesen wäre. Vielleicht auch nur eine 13er in Klasse 8 oder 9? Oder eine Airflo?
Budget ist nicht übermässig vorhanden, aber doch ausreichend, um noch ein bisschen zu korrigieren ;-)
Was meint ihr? Ich bin für Tipps sehr, sehr dankbar!!!

Skagit - über dieses Thema findet man relativ wenig in der Literatur - scheint etwas spezieller zu sein, oder? Mein Wurflehrer ist da leider nicht der richtige Gesprächspartner...
Gruß
Jürgen
Schepp
 
Beiträge: 29
Registriert: 11.12.2016, 21:09
"Danke" gegeben: 0 mal
"Danke" bekommen: 0 mal

Re: Zweihandrute zum Start?!? Skagit? Scandi?

Beitragvon Magellan » 08.04.2019, 16:30

Schepp hat geschrieben:Moin!
Aus irgendwelchen Gründen bin ich spontan in einen Zweihandwurfkurs gerutscht


Schepp hat geschrieben:... Mir macht die Kombi auch einen etwas zusammengewürfelten Eindruck...


Schepp hat geschrieben:Grundsätzlich weiß ich noch nicht, wo für mich die Reise hingeht


Schepp hat geschrieben:Was meint ihr? Ich bin für Tipps sehr, sehr dankbar!!!



Hallo
Jetzt wirst du die persönlichen Tackle- Vorlieben und Gewässertipps der evtl. Antwortenden erhalten, aber wohl kaum eine Antwort auf deine Frage.

Als eine allgemeine Empfehlung von mir: Stelle dir ein Equipment zusammen was dem Gewässer, Zielfisch, und deinem Werferischen know how entgegenkommt

Gruss
Heiko
Patagonia, what else?
Benutzeravatar
Magellan
 
Beiträge: 115
Registriert: 20.01.2019, 15:43
Wohnort: Concordia Argentinien
"Danke" gegeben: 17 mal
"Danke" bekommen: 20 mal

Re: Zweihandrute zum Start?!? Skagit? Scandi?

Beitragvon Thomas E. » 08.04.2019, 16:56

Schepp hat geschrieben:Mein Wurflehrer ist da leider nicht der richtige Gesprächspartner...


Hallo,

das ist aber traurig. :roll:

Wer Zweihandwurfkurse gibt, sollte die einzelnen Möglichkeiten vorstellen und lehren können !
Scandi,
Skagit,
Spey, oder Mischarten und deren Vor- und Nachteile.
Dann können die Schüler entscheiden, was für Ihr Einsatzgebiet sinnvoll ist, sich beraten lassen.

ich habe hier einiges (auch) über Skagit schon geschrieben, benutze mal die Suchfunktion.
Literatur und Videos gibt es zu genüge, nur so lernst Du es nicht.

Du fängst die Sache falsch an.
Lerne doch erstmal die Unterschiede kennen...danach wird gekauft. :wink:
Gruß
Thomas Ellerbrock
Benutzeravatar
Thomas E.
 
Beiträge: 1046
Registriert: 16.12.2009, 21:26
Wohnort: Hamburg
"Danke" gegeben: 21 mal
"Danke" bekommen: 164 mal

Re: Zweihandrute zum Start?!? Skagit? Scandi?

Beitragvon Harald aus LEV » 08.04.2019, 18:28

Hallo Jürgen,

irgendwie verstehe ich das Ganze nicht. Musstest Du mit eigenem Gerät zum Kurs kommen, oder warum hast Du Dir im Vorfeld Gerät gekauft?
Oder habe ich das falsch interpretiert?
I.d.R. ist es so, dass der Wurflehrer Gerät stellt und auch dazu berät.
Ich persönlich bin auch nicht der große Skagit-Fan, aber das ist meine persönliche Meinung.
Warum, will ich jetzt auch gar nicht zur Diskussion stellen, weil sonst der thread total ausufern würde.

Eine persönliche Erfahrung:
Eine meiner absoluten Lieblingsruten ist ein 13', #9.
Damit bin ich sehr universell aufgestellt, komme am kleineren Fluss zurecht und kann aber auch einen größeren Fluss abdecken.
Es kommt jedoch darauf an, wie Dein norwegischer Fluss aussehen wird.
Evtl., je nach Gewässergröße und Wasserstand, werden da 14' oder 15' Ruten nötig sein. Vielleicht vorher etwas üben, denn wenn Du erst einmal am Lachsfluss stehst, ist die Zeit fürs Üben zu schade. Da solltest Du mit dem Gerät umgehen können und Dich auf die wichtigen Dinge konzentrieren.

Gruß
Harald
RFFS-
Rheinischer Fliegenfischer Stammtisch

***Open mind for a different view ***
***Forever trust in who you are ***
(Metallica)
Benutzeravatar
Harald aus LEV
 
Beiträge: 2807
Registriert: 28.09.2006, 11:08
Wohnort: Leverkusen
"Danke" gegeben: 4 mal
"Danke" bekommen: 181 mal

Re: Zweihandrute zum Start?!? Skagit? Scandi?

Beitragvon lax0341 » 10.04.2019, 22:51

Das , was Harald schreibt, kann ich nur bestätigen ! Für den Anfang am besten eine 13, oder 14 Fuß - Rute Schnurklasse 9 in mittelschneller Aktion. Ich habe viele Jahre mit der 13 füßigen Loomis IMX gefischt, bevor dann andere Längen dazukamen.
Inzwischen ist eine 13 Füßerin von Hardy mein Favorit, nachdem ich die Loomis vor ein paar Jahren am Drowes unfreiwillig geschreddert habe.
An sehr breiten und viel Wasser führenden Flüssen würde ich allerdings eine 14ft , oder 15ft , Rute bevorzugen.
Auch bei der Sinkschnur-Fischerei hat eine längere Rute Vorteile. Das ist dann allerdings wieder ein anderes Kapitel.
lax0341
 
Beiträge: 46
Registriert: 25.07.2017, 20:29
Wohnort: Leipzig
"Danke" gegeben: 3 mal
"Danke" bekommen: 6 mal

Re: Zweihandrute zum Start?!? Skagit? Scandi?

Beitragvon ulven » 10.04.2019, 23:52

Hallo Jürgen,
Die Länge ist zum Üben schon in Ordnung. Zum Einstieg würde ich auch Längen um 14 Fuß empfehlen.
Ich kenne die Rute selbst nicht aber in einer Tabelle beim Händler stehen da empfohlene Wurfgewichte zwischen 40 (SK) und 47! (Speyline) Gramm also gerade als Anfänger solltest du nicht zu wenig Gewicht nehmen. Wenn du einen „echten“ Skagitkopf hast, könntest du einfach eine 4,5 m lange Spitze anknüpfen (gibt es verschiedene/ ich mag zB die von Rio) und dann hättest du schon mal mehr Gewicht und kommst sicher besser zurecht. Wenn du aber sowieso in den Genuss eines 2Hand wurfkurses kommst dann frag doch einfach den wurflehrer - sicher kannst du verschiedene Köpfe testen. Im übrigen sagen immer viele Sie mögen kein „ Skagit“... Tatsächlich kann man aber mit der oben beschriebenen Methode Skagit Köpfe schnell zu “Skandi“ Köpfen umbauen und sogar sehr delikat werfen und ist außerdem sehr variabel...
Gruß
Max
ulven
 
Beiträge: 62
Registriert: 26.11.2013, 14:14
"Danke" gegeben: 2 mal
"Danke" bekommen: 7 mal

Re: Zweihandrute zum Start?!? Skagit? Scandi?

Beitragvon Thomas E. » 11.04.2019, 07:47

ulven hat geschrieben:Tatsächlich kann man aber mit der oben beschriebenen Methode Skagit Köpfe schnell zu “Skandi“ Köpfen umbauen und sogar sehr delikat werfen und ist außerdem sehr variabel...


Moin,

kann man so nicht sagen...., weil die Profile der Köpfe sich unterscheiden.
Hier mal ein Beispiel :
http://oregonflyfishingblog.com/2016/03 ... fly-lines/
Ist auch mit einem Tip/ Leader nicht auszugleichen.

Dazu ist der Skagit- SK, richtig abgestimmt, viel schwerer und lässt sich darum nicht Überkopf werfen, Scandi schon.

Der Bewegungsablauf und die Geschwindigkeit im D- Cast unterscheidet sich zudem völlig bei diesen beiden Methoden.
Gruß
Thomas Ellerbrock
Benutzeravatar
Thomas E.
 
Beiträge: 1046
Registriert: 16.12.2009, 21:26
Wohnort: Hamburg
"Danke" gegeben: 21 mal
"Danke" bekommen: 164 mal

Re: Zweihandrute zum Start?!? Skagit? Scandi?

Beitragvon ulven » 11.04.2019, 10:54

Guten Morgen,
Bei der Vielzahl der SkagitSchussköpfe die heutzutage am Markt sind kann man das so wohl nicht sagen, da hat Thomas schon recht. Ich meinte mit „echte SkagitSk“ diese kurzen, die kein spitz zulaufendes Front Taper haben und sog. Mow- Tips benötigen. Da reicht ein Polyleader einfach nicht und wenn man ein zu „leichtes“ Skagit Setup hat habe ich durchaus sehr gute Erfahrungen mit längeren Auswechselbaren Spitzen gemacht. Ja manche passer besser, andere schlechter und manche gar nicht.
Man kann auch durchaus diskutieren bzw. subjektiv anders empfinden was ein „richtiges“ Gewicht ist. Grundsätzlich geben diese Tabellen für einen Anfänger doch recht gute Ausgangswerte und das wollte ich Jürgen eigentlich vermitteln.
Im übrigen sehe ich das auch nicht so kritisch von wegen „völlig andere Bewegung“ bei Skandi oder Skagit. Die Übergänge sind da doch durchaus fließend.
Gruß
Max
ulven
 
Beiträge: 62
Registriert: 26.11.2013, 14:14
"Danke" gegeben: 2 mal
"Danke" bekommen: 7 mal

Re: Zweihandrute zum Start?!? Skagit? Scandi?

Beitragvon Thomas E. » 11.04.2019, 17:44

Der Skagit Cast "lebt" vom sustained anchor !

Das heißt, wenn ich das D aufbaue, muß der T- Tip bis zuletzt Wasserkontakt haben.
Viele, die vom Scandi kommen, sind hier anfangs zu schnell und der Wurf misslingt.
Zur Richtungsänderung wird überwiegend C- Spey und Double Spey verwendet..bei Scandi gibt es viele andere Möglichkeiten.

Skagit SK sind grundsätzlich massiger, das sie für level Tips und gr. "Fliegen" konstruiert wurden.
Meine (Rio) sind mit 7,5- 8m nicht so kurz, plus 3m Tip und Tippet.
Gruß
Thomas Ellerbrock
Benutzeravatar
Thomas E.
 
Beiträge: 1046
Registriert: 16.12.2009, 21:26
Wohnort: Hamburg
"Danke" gegeben: 21 mal
"Danke" bekommen: 164 mal

Re: Zweihandrute zum Start?!? Skagit? Scandi?

Beitragvon Schepp » 14.04.2019, 20:23

Moin in die Runde!
Zunächst vielen Dank für die Antworten und Beiträge.

Der Kurs ist hinsichtlich theoretischer Info eher bescheiden. Unterschiede zwischen Skandi / Skagit / usw. bleiben unbeantwortet. Und ja, Leihruten gab es nur für EInhand. Ich sehe aktuell den Kurs - mehrere Termine - als festen Termin, das Werfen zu üben. Vermittelt wird Überkopf- / Unterarm- / Spey- / Doppelspey-, vorwiegend auf der Wiese. Schaun mer mal, wenn der Funke übersrpingt, dann gönne ich mir mal einen Kurs der besseren Sorte.
Die Skagit war wirklich sehr billig und für die ersten Schwünge reicht es. Der Stock fühlt sich im Vergleich zu anderen Ruten recht fest an.

Mal sehn, wie ich mich in Zukunft damit anfreunden kann. Ich bin immer noch auf der Suche nach Standardwerken, Forum habe ich schon einige Stunden durchstöbert und Youtube liefert auch Infos.

Gruß
Jürgen
Schepp
 
Beiträge: 29
Registriert: 11.12.2016, 21:09
"Danke" gegeben: 0 mal
"Danke" bekommen: 0 mal

Re: Zweihandrute zum Start?!? Skagit? Scandi?

Beitragvon Thomas E. » 15.04.2019, 20:30

Schepp hat geschrieben:Unterschiede zwischen Skandi / Skagit / usw. bleiben unbeantwortet. Und ja, Leihruten gab es nur für EInhand. Vermittelt wird Überkopf- / Unterarm- / Spey- / Doppelspey-, vorwiegend auf der Wiese.


Hallo Jürgen,

zumindest wie Du es beschreibst... :roll: :-k

D- Casts, ohne und mit Richtungsänderungen, kann der Routinier ggf. auf der Wiese demonstrieren...der Schüler lernt sie richtig nur am/ im Wasser !
Gruß
Thomas Ellerbrock
Benutzeravatar
Thomas E.
 
Beiträge: 1046
Registriert: 16.12.2009, 21:26
Wohnort: Hamburg
"Danke" gegeben: 21 mal
"Danke" bekommen: 164 mal


Zurück zu Fliegenruten & Fliegenrollen

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 8 Gäste