Übungsproblem

Fliegenwerfen - wie geht das eigentlich? Wie kann ich meine Leine effektiver ausbringen und Fehler ausmerzen? Was hat es mit den AFTMA-Klassen auf sich? Was sind Spezial- und Trickwürfe? Fragen über Fragen! Hier könnt Ihr Euch gegenseitig helfen.

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Übungsproblem

Beitragvon hubi » 01.11.2015, 18:04

Hei, ich steh grad fast täglich auf der Wiese und üb mit der neuerworbenen #5. Dabei fiel mir auf, daß ich beim Rückschwung fast immer das Gras mit der Vorfachspitze harke. Ich achte dabei aber peinlich genau darauf, daß ich den Rückschwungstop bei 1 Uhr einhalte. Bei Versuchen am Wasser war das weit nicht so ausgeprägt. Spielt hier die Aerodynamik der Fliege eine Rolle (die ist auf der Wiese nicht dran, zum Glück, hab gerade die Vorfachspitze ins Auge gekriegt) oder hängt es eher damit zusammen, daß durch die mangelnde Adhäsion des Wassers die Rute beim Rückschwung nicht so sehr aufgeladen wird?
Danke schon mal!
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Re: Übungsproblem

Beitragvon webwood » 01.11.2015, 18:42

Servus Hubert,

Knote einfach einen kurzen Wollfaden an dein Tippet. Der Faden immitiert die Aerodynamik einer Fliege, und dient als Sichthilfe. Es macht ja wohl wenig Sinn zu üben, wenn du nicht genau siehst, ob du das Vorfach gestreckt ablegen kannst, wo deine Fliege eigentlich genau landen würde oder beim Rückschwung gar hinten erdest.
UND!!! auch beim Üben auf der Wiese mit Wollfaden ist eine Brille als Augenschutz ganz bestimmt kein Fehler.

Viel Erfolg

Thomas
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Re: Übungsproblem

Beitragvon Thomas E. » 01.11.2015, 18:49

hubi hat geschrieben:Dabei fiel mir auf, daß ich beim Rückschwung fast immer das Gras mit der Vorfachspitze harke. Ich achte dabei aber peinlich genau darauf, daß ich den Rückschwungstop bei 1 Uhr einhalte. Bei Versuchen am Wasser war das weit nicht so ausgeprägt. Spielt hier die Aerodynamik der Fliege eine Rolle (die ist auf der Wiese nicht dran, zum Glück, hab gerade die Vorfachspitze ins Auge gekriegt) oder hängt es eher damit zusammen, daß durch die mangelnde Adhäsion des Wassers die Rute beim Rückschwung nicht so sehr aufgeladen wird?


Hallo hubi,

um es ganz genau zu sagen, müßte ich sehen, was Du so machst. :wink:

Die fehlende Adhäsion spielt keine Rolle, die fehlende Fliege auch nicht !

Hast Du auch ein verjüngtes rutenlanges Vorfach an der Schnur, das ist wichtig.
Auch kann die Schnur schon zu lang sein, bzw. allein zu geringe Geschwindigkeit der Schnur kann ein Absacken zur Folge haben.
Etwa 6- 8 m außerhalb der Rute sollten für Deine Versuche reichen.

Wenn Du die Vorfachspitze ins Gesicht bekommst, machst Du sowieso ein oder mehrere Fehler.

Ich denke, allein kommst Du nur schwer weiter, ich würde in gute Unterweisung investieren.

Kannst Du Dich ggf. selbst filmen und es veröffentlichen ?
Gruß
Thomas Ellerbrock
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Re: Übungsproblem

Beitragvon hubi » 01.11.2015, 19:36

Kann die Vorfachlänge hier ursächlich sein? Mein Vorfach war durch Knotereien auf nicht ganz 2 m verkürzt (Rute hat 9'). Hab jetzt mal verlängert und werds bei nächster Gelegenheit mal ausprobieren.
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Re: Übungsproblem

Beitragvon orkdaling » 01.11.2015, 19:51

Hallo Hubi,
kann es sein das du mit dem Handgelenk abknickst?
Dann wickle mal Tape ums Gelenk.
Muessten wir natuerlich auch wissen ob du Zeigefinger, Daumen oder einfachen Zangengriff anwendest.
Sonst denke ich wie Thomas, sicher willst du weit werfen und willst viel Schnur draussen haben, vielleicht zu viel fuer deine 5er.

Gruss
Hendrik
Zuletzt geändert von orkdaling am 01.11.2015, 19:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Übungsproblem

Beitragvon CPE » 01.11.2015, 19:56

hubi hat geschrieben:Dabei fiel mir auf, daß ich beim Rückschwung fast immer das Gras mit der Vorfachspitze harke. Ich achte dabei aber peinlich genau darauf, daß ich den Rückschwungstop bei 1 Uhr einhalte.


Hallo Hubi,

Schau im Netz mal nach "Straight Line Path". Das entscheidende ist nicht der (womöglich auch noch unsinnig brachiale) Stopp bei 1, 2, 3 oder sonstwas Uhr, sondern dass die Rutenspitze eine Gerade zeichnet. Das kann man sehen, d.h. auch Du kannst das sehen, wenn Du dieselbe, auch im Rückschwung, beobachtest. Dazu kannst Du auch die Schwungebene mal fast bis zur Horizontalen kippen. Kraft rausnehmen und 5-8 m in der Luft halten, warten bis vor und zurück alles gestreckt ist und bis alles sauber aussieht, dann Meter für Meter zugeben wäre mein Tipp für den Anfang...

Gruß, Norbert
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Re: Übungsproblem

Beitragvon hubi » 01.11.2015, 20:27

orkdaling hat geschrieben:Hallo Hubi,
kann es sein das du mit dem Handgelenk abknickst?
Dann wickle mal Tape ums Gelenk.
Muessten wir natuerlich auch wissen ob du Zeigefinger, Daumen oder einfachen Zangengriff anwendest.
Sonst denke ich wie Thomas, sicher willst du weit werfen und willst viel Schnur draussen haben, vielleicht zu viel fuer deine 5er.

Gruss
Hendrik

Ich versuch, die Nummer mit dem Zeigefinger zu üben, hier sehe ich die geringste Gefahr für ein abknickendes Handgelenk, wobei die selbstreflektorische Betrachtung bedingt durch die Fülle der zu überwachenden Parameter für den Neuling sicher eine Reizüberflutung darstellt und nur lückenhaft umgesetzt werden kann. Video, ja, Video sollte ich mal aufnehmen, dann seh ich etwas mehr. Und ja, ich will irgendwie krampfhaft viel Schnur rausbringen, typisch Mann halt :roll: Auf 15 fast sauber gestreckte Meter ab Rutenspitze ohne Vorfach bin ich ja heut schon ein paar Mal gekommen, aber die Länge entscheidet ja hier nicht so wie die Ausführung :badgrin:
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Re: Übungsproblem

Beitragvon jo » 04.11.2015, 21:20

Hallo Hubi,

ganz häufiges Problem: Der Anfänger meint zwar, er würde bei "1 Uhr" stoppen, macht es in Wirklichkeit aber nicht. Lass dich mal von jemandem beim Werfen filmen (Smartphone genügt ja) und sieh es dir an. Ich habe schon so viele Leute gesehen, die bei ein oder zwei Uhr stoppen, dann aber "nachfahren" und dabei die Rutenspitze extrem absenken (mit einem lehrbuchmäßigen Drift hat das nichts zu tun). Passiert auch ganz oft, wenn erfahrene Bachfischer erstmalig zu schwerem Gerät greifen - und sich dann wundern, weshalb sie den Hechtstreamer nicht weiter als 10 Meter weit rausbekommen.

Außerdem: Der Stopp genügt nicht, danach gilt es zu warten, bis sich die Schnur ausreichend gestreckt hat. Viele Neulinge warten nicht lange genug. Weil es ihnen dadurch nicht gelingt, die Schnur in der Luft zu halten, fuchteln sie immer schneller und verschlimmern es dadurch nur.

viele Grüße
Jo
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Re: Übungsproblem

Beitragvon Trockenfliege » 08.11.2015, 20:26

Solange wir nicht wissen, welchen Weg deine Fliegenschnur macht, ist eine Ferndiagnose schwer.
Wenn deine Fliegenschnur beim Rückschwung die Horizontale nicht unterschreitet, also nach hinten absinkt, sollte dein Vorfach eigentlich das Gras nicht berühren.
Versuche mal, deine Rutenspitze beim Rückschwung nach oben zu führen. Dadurch bewegt sich auch die Fliegenschnur nach oben, über die Horizontale.
Dies ist prinzipiell eine wichtige Variante des Rückschwungs um Hindernisse im Rücken zu überwerfen.

Dieser Wurf wurde schon im alten Ritz "Erlebtes Fliegenfischen" beschrieben. Das Buch ist auch heute noch eine empfehlenswerte Lecktüre.

Gruß
Reinhard
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Re: Übungsproblem

Beitragvon Thomas E. » 08.11.2015, 21:54

Trockenfliege hat geschrieben:Versuche mal, deine Rutenspitze beim Rückschwung nach oben zu führen. Dadurch bewegt sich auch die Fliegenschnur nach oben, über die Horizontale.
Dies ist prinzipiell eine wichtige Variante des Rückschwungs um Hindernisse im Rücken zu überwerfen.


Das ist dann die Arbeitswinkelverlagerung- vertikal, nach vorn !
(Oder einfach "Hinderniswurf")
Durch einen angepassten Doppelzug bekommt man noch mehr Höhe. :wink:

Eine Verlagerung nach hinten braucht man für den Fallschirmwurf.

Die Arbeitswinkelverlagerung- horizontal ist der Flachwurf, oder Rückhand- Flachwurf.
Gruß
Thomas Ellerbrock
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Re: Übungsproblem

Beitragvon orkdaling » 08.11.2015, 23:08

Gut erklært Thomas,
aber sein Problem ist doch nicht der Arbeitswinkel. Ich wundere mich immer das den Anfængern 1 Uhr eingeimpft wird.
Den verlagert man schliesslich wenn man tief einwatet, erhøht steht, Hindernisse hinten oder seitlich hat. Es ist also wurst ob man ihn nach vorn, hinten oder seitlich verlagert solange er stimmt und die Rute zum arbeiten kommt.
Sein Problem wird sein das er zu viel Schnur draussen hat ,falscher Schusspunkt, oder das die Schnur im Rueckschwung nicht gestreckt ist.
Ausserdem hat er mit der Zweihand/Schusskopf begonnen und nun wird es schwer seine Fehler selbst zu erkennen, denke ich mal.
Es gab doch Ratschlæge (Video/zweiter Mann), darauf wird es wohl nun hinaus laufen denn Wurfschule wird er dort nicht finden.
Gruss
'Hendrik
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Re: Übungsproblem

Beitragvon laverda » 09.11.2015, 09:41

Hi Hubi,
hier deine eigene Fehleranalyse, die m.E. ziemlich aussagekräftig ist:
hubi hat geschrieben:Und ja, ich will irgendwie krampfhaft viel Schnur rausbringen, typisch Mann halt :roll:


Mein Tipp: Übe das Werfen mit nur so viel Schnur in der Luft, wie du wirklich gemütlich sauber ohne hektischen Krafteinsatz führen kannst und vor jedem Schießen lassen/Ablegen einige Leerschwünge mehr als notwendig.
Zusätzlich wäre ein wurfkundiger Übungspartner natürlich sehr sehr hilfreich oder ein Kurs, Casting Clinic, Wurftreff.

Gruß vom platten Niederrhein
Ruten werfen Masse.........nicht Klasse
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Re: Übungsproblem

Beitragvon hubi » 09.11.2015, 17:54

Hei, danke erstmal! Tja, was soll ich sagen, ich back gerade wurfweitentechnisch kleinere Brötchen, und schon gelingts viel besser. Mir ist zwischenzeitlich auch noch ne #7 zugelaufen, damit klappts ganz hervorragend, selbst der Doppelzug mit anschliessendem Schuss geht recht gut und ich bekomm das Paket regelmäössig sauber gestreckt aufs Wasser. Bei der 5er hab ich irgendwie das Gefühl, daß die Schnur zu leicht für die Rute ist, was im Nachhinein durch den Test hier geradezu bestätigt wurde. Werds hier mal mit einer anderen Schnur versuchen. Üben ist gerade nur an den Wochenenden drin, weils hier inzwischen schon zeitig dunkel wird und da sWetter im Moment am besten mit einem Qualitätsdampfstrahler zu vergleichen ist. Mittlerweile durfte ich auch den Einfluss des Tapers am Vorfach erfahren: Bei meinen Wiesenübungen hab ich das mit der 5er schon recht gut gestreckt abgelegt, ohne Fliege und Wollfaden.Weils ein paar Windknoten gab, hab ich die abgeschnitten und dann mit Monofil 0,16 und 0,14 verlängert, das Reststück des alten Vorfachs hatte geschätzt 0,40. Am Sonntag morgen bin ich mit dem Kanu auf einen See hier gepaddelt und sah dort einen Fisch steigen. Trockenfliege angetüdelt und angeworfen. Die Richtung stimmte, die Wurfweite hätte auch gepasst, aber: Die Schnur streckte sich und das Vorfach fiel einfach wie ein Sack davor hin. Nix mit Strecken. Das Fischlein hat mir ne gepflegte lange Nase gedreht, wie ich vermute, weil es fröhlich weiter stieg....ich war chancenlos.
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Re: Übungsproblem

Beitragvon Vogtlandsalmon63 » 09.11.2015, 20:07

Hallo Hubi!
Was ist Deine 5 er für Marke?
Gruß Vogtlandsalmon 63.
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Re: Übungsproblem

Beitragvon hubi » 09.11.2015, 20:20

Ich hab mir da beim Baardsen ein Komplettkit gekauft, Guideline Kispiox #5.
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