Coating der Fliegenschnur bricht im "Schussbereich"

Fliegenwerfen - wie geht das eigentlich? Wie kann ich meine Leine effektiver ausbringen und Fehler ausmerzen? Was hat es mit den AFTMA-Klassen auf sich? Was sind Spezial- und Trickwürfe? Fragen über Fragen! Hier könnt Ihr Euch gegenseitig helfen.

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Coating der Fliegenschnur bricht im "Schussbereich"

Beitragvon jul » 26.04.2016, 12:39

Hej liebe Wurffreunde,

hier erstmal mein grundsätzliches Problem beim Fischen an der Küse auf Meerforelle:

Ich habe nun schon häufig (Quer-)Risse des Coatings meiner Fliegenschnur, im Bereich des "Shooting Tapers", festgestellt.

Folgende Schnüre sind betroffen:

Guideline Coastal Slow Intermediate #8,
Scientific Anglers Streamer Express Mastery Series 200 grains,
Hardy Marksmann Intermediate #8,
RIO Outbound Coldwater #8,
RIO Outbound Short Coldwater #6

Teilweise sind diese Risse schon nach wenigen Fischtagen entstanden. Anfangs dachte ich sofort an Montagsmodelle der Wurfschnüre, danach an Kaputte Spitzenringe oder sonstige scharfe Kanten am Rutenblank. Alles Fehlanzeige wies aussieht. Nun ist dieses Problem schon so häufig aufgetaucht und betrifft mittlerweile auch verschiedene Schnüre und Ruten (mit teilweise erneuerten Originalspitzenringen des Herstellers). Mein Dealer konnte bis jetzt auch nichts Fehlerhaftes an der verwendeten Rute oder Rolle feststellen.

Langsam bin ich an dem Punkt zu glauben, es liegt an meinem Wurfstil. Ironischerweise habe ich erst kürzlich einen persönlichen Schlüsselmoment im Thema Werfen erlebt und werfe seit dem weiter und engere Schlaufen als jemals zuvor. Trotzdem habe ich gestern Abend die o.g. RIO Schnur in #6 nach einem unnormal "rauen" Lauf durch die Rutenringe kontrolliert und das Problem erneut festgestellt. Etliche Risse in dem Bereich, wo beim Wurf die meiste Kraft auf die Fliegenschnur wirkt.

So, bevor ich nun weiter in die Tiefe gehe, würde ich gerne wissen, ob jemand dieses Problem ebenfalls kennt oder von so etwas schonmal gehört hat. Wenn ja, bitte Bescheid geben! Für mich ist es ein ersthaftes Problem, dem ich schnellst möglich auf den Grund gehen möchte.


Liebe Grüße und TL
jul
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Re: Coating der Fliegenschnur bricht im "Schussbereich"

Beitragvon Hawk » 26.04.2016, 13:27

Grade bei der Outbound Short ist das ein bekanntes Problem, auch wenn es ansonsten eine Top Schnur ist, die Runningline überlebt wohl bei niemandem der regelmäßig fischt eine Saison an der Küste.
Die Nachhaltigste Lösung ist imo einfach das defekte Stück der Runningline abzuschneiden und dann neu zu verbinden (schweißen/spleißen oder was auch immer). Grade bei der Outbound mit Mono Kern ist das leider nciht ganz so einfach...

Alternativ kann man natürlich auch aus der Keule einen Schusskopf mit Schlaufen an beiden Enden machen.
Auf diese Weise konnte ich die defekte Outbound short nochmal für 2 weitere Jahre fischen, bzw. ist sie jetzt noch weiter eingekürzt als Kurzkeule im Süßwasser für das fischen mit schweren Streamern im Einsatz.
Gruß
Sven
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Re: Coating der Fliegenschnur bricht im "Schussbereich"

Beitragvon orkdaling » 26.04.2016, 13:55

Hallo Sven ,hallo Jul,
ok es soll ja einige anfællige Schnure geben mit `nen schwachen Uebergang.
Aber Risse bei 5 verschiedenen Schueren ! Da kann man auch Montagsproduktion ausschliessen.
Ich gehe mal davon aus das die Rute ok ist, wurde ja auch von Fachmann fetgestellt.
Da stellt sich mir die Frage wie alt sind diese Schnuere, wo und wie wurden sie gelagert bzw transportiert.
Genau wie beim Autoreifen verschwinden auch die "Weichmacher" aus dem Coating besonders wenn die Schnur lange der Sonne/Wærme ausgesetzt ist.
Querrisse deuten ja auf eine bruechige Schnur hin, længs dagegen auf verschlissene Ringe.
Gruss Hendrik
orkdaling
 
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Re: Coating der Fliegenschnur bricht im "Schussbereich"

Beitragvon Hawk » 26.04.2016, 14:31

Also ich habe diese Risse auch in allen meinen Küstenschnüren früher oder später und kenne es auch von anderen die regelmäßig an der Küste fischen so.
Ich Pflege die Schnüre allerdings auch nicht wirklich regelmäßig, daran könnte es natürlich auch liegen
Gruß
Sven
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Re: Coating der Fliegenschnur bricht im "Schussbereich"

Beitragvon orkdaling » 26.04.2016, 17:00

Also ich fische fast ausschliesslich Guideline Coastal (fast und slow interm) und verschiedene von SA mit længerer Keule , alle in 6 ,7, 8 und hier ist das Wasser etwas salziger.
Keine Probleme damit. Nun teste ich gerade die Baltic die ich von Achim habe, noch zu kurz fuer ein Urteil, wirft sich aber gut.
Probleme hatte ich frueher (und nicht nur ich wie man im Forum liest) mit gebrochenen Loops bei Cortlandschnueren, allerdings nur im kaltem Wasser 4 -8 Grad.
Super Rueckmeldungen hab ich von Kollegen die die Zalt von LTS fischen, auch eine perfekte Kuestenschnur.
Die alte Running von SA hatte ja das Problem das das Coating nach længerer Zeit weich wurde, seit ich auf SA Mastery Series USL umgestellt habe ist alles ok, auch im Salzwasser.
Aber wie schon geschrieben, Sonne und Rute auf`n Autodach oder bei 50 Grad im Kofferraum sind definitiv nicht gut fuer die Lebensdauer.
Ich benutze aber auch tæglich Schnurpflegemittel, das bringt eben nicht nur mehr Wurfweite.
Gruss Hendrik
orkdaling
 
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Re: Coating der Fliegenschnur bricht im "Schussbereich"

Beitragvon jul » 26.04.2016, 22:13

Hej Hawk und Hendrik,

danke für eure Antworten!
Alle Schnüre pflege ich ab und an mit Schnurpflegemittel. Nicht täglich aber immer wieder. Und ja, es bringt wirklich mehr Wurfweite ;)
Zwei der gebrochenen Schnüre habe ich völlig neu beim Händler gekauft und die Risse nach ca. 2 Wochen festgestellt, wobei ich in dieser Zeit wirklich täglich mehrere Stunden Fischen war. Natürlich kein Grund Verschleißerscheinungen zu zeigen...

Liebe Grüße
jul
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Re: Coating der Fliegenschnur bricht im "Schussbereich"

Beitragvon fjorden » 26.04.2016, 23:07

Hallo Jul,
das große Problem ist das nicht vorhandene Reartaper, gefolgt von dünnen Runninglines. Dann gibt es Risse häufig früher als später im am meisten beanspruchten Doppelzugbereich. Frühere Scientific Angler Schnüre wie z.B. die Loop Distance, etc. oder auch die alten Guideline Schnüre haben deutlich länger gehalten. Und ja, es kommt auch auf die Energie, die beim Werfen ausgeübt wird, an.
Gruß
Fjorden
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Re: Coating der Fliegenschnur bricht im "Schussbereich"

Beitragvon orkdaling » 27.04.2016, 08:13

moin moin,
ich hatte ja schon ueber Quer- und længsrisse geschrieben bzw Sonnen/Wærmeeinwirkung.
Was mich stutzig macht ist die Anzahl der verschiedenen Schnuere. 5 verschiedene Schnuere! selbst wenn ich 3 mal die Woche fische sind das 120 Tage und das durch 5 geteilt...
Das ist keine Montagsproduktion und bei rund 25 Einsætzen kann keine Schnur brechen. Und wenn die Rute wirklich ok ist muss es eine andere Ursache haben.
Wie sieht es mit der Technik aus, hast du eine eher medium Rute und beschleunigst heftig um nicht zu sagen brutal? Ich fische medium/fast oder fast, also etwas steifere Ruten da muss man nicht so rein hauen. Eine andere Møglichkeit wæren fuer mich Verunreinigung mit Sand und Salz. Warum ziehe ich die Schnur vor jedem Fischen durch Reinigungsmittel.
Wenn das salzige Wasser trocknet bleiben Kristalle auf der Schnur zurueck die zusætzlich noch Staub binden. Man stellt es an der Wurfweite fest, stumpfe Schnur.
Wenn ich die Ruten aufs Dach mache und nach hause fahre hab ich spætestens nach 1km weisse Spritzer auf der Scheibe, getrocknetes Salz. Ok ich fahre nur max 2 km aber wenn die Schnur nicht gereinigt wird dann wirkt der auf der Schnur verbleibende Rest wie Wasserschleifleinen. Nicht nur die Schnur auch die Schlangenringe werden ueber kurz oder lang beschædigt.
Gruss Hendrik
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Re: Coating der Fliegenschnur bricht im "Schussbereich"

Beitragvon Maggov » 27.04.2016, 08:41

Hallo,

ich fische nicht an der Küste von daher ist das eventuell nicht das Hauotproblem bei Euch, bei mir sind die Schnüre aber auch gerne an dieser Stelle sowie im Bereich der Spitze (v.a. bei angeschweißten Loops) als ersten brüchig. Ich hatte das v.a. auf die Belastung (Spitze wird am häufigsten über den Spitzenring geknickt, Übergang zur Running line liegt und "schlurft" am häufigsten über den Boden) meine Unachtsamkeit sowie einen mangelnden Kenntnisstand darüber wie lange die Schnur schon gelagert war geschoben.

Da meine Schnüre meist nach ca. 2-3 Saisons vollends durch sind (Pflege mit den Mitteln hat bei mir nur den Effekt gehabt dass man die Risse schöner sieht, ein Nasser Lappen hat mir deshalb zum Reinigen vollkommen gereicht) bin ich dazu übergegangen nicht mehr die teuersten Schnüre zu kaufen und lieber häufiger zu tauschen.

Einzige Ausnahme ist da eine uralte Cortland 444 DT die ich allerdings nur 1-2 Mal pro Jahr fische, diese will einfach nicht brüchig warden, rauh ist sie allerdings schon wie eine Shark Skin...

An der Küste kann ich mir vorstellen dass Sand und Salz den Prozess deutlich beschleunigen, aber vielleicht steht Ihr auch gerne mal auf der Schnur, hängt damit an Felsen in diesem Bereich oder Ähnliches?

LG

Markus
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Re: Coating der Fliegenschnur bricht im "Schussbereich"

Beitragvon orkdaling » 27.04.2016, 11:04

Hallo Markus,
ich denke mal da kommt alles zusammen.
Sand/Salz, kurze Køpfe und heftige Stopps/Beschleunigung beim Doppelzug,Lagerung/Wærme, Alter der Schnuere, Ringe und Rutenpflege.
Fuenf Schnuere finde ich aber heftig. Ich bin auf grund der Næhe und Møglichkeiten das ganze Jahr unterwegs aber die Schnuere halten nicht nur eine Saison.
Ich denke auch das das Problem bei Schnueren mit langem Belly nicht so gravierend ist wie bei Schnueren mit relativ kurzem oder sagen wir besser heftigem Uebergang.
Die Variante mit preiswert kaufen und jæhrlich wechseln hat mir nichts gebracht. Zb schlechtes Profil, dick und windanfællig, sprøde bei kaltem Wasser.
Und hast du kein Mitleid mit dem Hændler deines Vertauens, der will auch leben ?! Oder soll er Ladenhueter an deine Mitstreiter verkaufen? So geht das aber nicht! :badgrin:
Gruss Hendrik
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Re: Coating der Fliegenschnur bricht im "Schussbereich"

Beitragvon Uli667 » 28.04.2016, 20:31

:P Hendrik , wenn Du in den Laden kommst , da lacht das Herz Deines Händlers sicher häufiger
Finde ich auch gut
Uli667
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