Das Märchen von der Wurffehler verzeihenden Fliegenrute

Fliegenwerfen - wie geht das eigentlich? Wie kann ich meine Leine effektiver ausbringen und Fehler ausmerzen? Was hat es mit den AFTMA-Klassen auf sich? Was sind Spezial- und Trickwürfe? Fragen über Fragen! Hier könnt Ihr Euch gegenseitig helfen.

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Re: Das Märchen von der Wurffehler verzeihenden Fliegenrute

Beitragvon orkdaling » 20.10.2015, 17:21

Hallo,
da will ich meinen Senf auch noch los werden. Bitte vernachlæssigt bei der Diskussion nicht das Gewicht und die Længe der zu werfenden Schnur.
@ Matthias, sicher wurden diese Ruten nicht entwickelt damit Deppen werfen kønnen sondern die Erweiterung des Einsatzgebietes.
Die meisten sind heute medium fast und das kannst du schnell mal die Schnur wechseln. Stichwort - Vollschnur, Kopf, Roll, Spey, Skagit, sink...
Also Vorteil gegenueber der weichen Rute. Mit einer super schnellen kannst du aber auch eine Ueberraschung erleben wenn du sie wie die medium gegen den wind knallst. Was ich damit sagen will, egal ob weiche, medium oder schnelle Rute unter Beruecksichtigung von Schnur, Gewicht und Wind - keine verzeiht Wurffehler!
Danke fuer das Thema, da kønnte man lange fachsimpeln.
Gruss
Hendrik
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Re: Das Märchen von der Wurffehler verzeihenden Fliegenrute

Beitragvon piscator » 20.10.2015, 19:27

Moin, ich glaube das ist anders: Ziel ist: die Schnur ohne Wellen in Richtung Ziel zu beschleunigen -- das ist was Norbert als Straight Line Path (so würde das wohl der Ingenieur :wink: nennen) bezeichnet. Wenn man nicht verhindern kann, dass die Rute stark durch den Abschusspunkt durchschwingt, dann muss man eben genau an diesem Zeitpunkt die Schnur freigeben und das schafft Thomas eben ziemlich gut und die Welle auf der Schnur bleibt trotz immenser Beschleunigung klein -- und die Wurfweiten waren locker vergleichbar mit denen der 13-15ft Nachbarruten :mrgreen: --
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Re: Das Märchen von der Wurffehler verzeihenden Fliegenrute

Beitragvon Martin 1960 » 21.10.2015, 07:43

Hallo einen guten Morgen wünsche ich Euch.

@Thomas,
Thomas E hat geschrieben: Hi Martin, kommst Du denn am Sonntag ins Kiwittsmoorbad, oder zum 2. Treffen, am 08.11.15 ?

Am kommenden Sonntag wohl eher nicht, da ich (gegen meinen Willen) verplant wurde,
etwaig aber am 2015-11-08.
Freundlicher Gruss, Martin

"jetzt kann ich es, ...." nur eine kurzer Moment!
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Re: Das Märchen von der Wurffehler verzeihenden Fliegenrute

Beitragvon matthias z. » 21.10.2015, 09:01

orkdaling hat geschrieben:@ Matthias, sicher wurden diese Ruten nicht entwickelt damit Deppen werfen kønnen sondern die Erweiterung des Einsatzgebietes.


Hallo Hendrik,

das ist natürlich richtig. Trotzdem machen es diese Entwicklungen für Deppen wie mich einfacher :mrgreen: Ich bin da ziemlich bei Olaf:

gespliesste hat geschrieben:Das ist sicher so. "Schiessen lassen" ist natürlich viel einfacher als "werfen". Bei einer Spinnrute lässt man mit einem einzigen Vorschwung die gesamte Schnur schiessen, das kann so gut wie jeder nach kurzer Zeit.


Im Sommer habe zum ersten mal ein Skagit Set Up geworfen und das kommt m.E. dem Bewegungsablauf des Spinnfischens schon sehr nah.

Viele Grüße

Matthias
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Re: Das Märchen von der Wurffehler verzeihenden Fliegenrute

Beitragvon hshl » 21.10.2015, 10:36

Hallo Zusammen,

schönes Intro von Hans – ich warte gespannt auf die nächste Rutengeneration, die nicht nur Wurffehler reduziert, sondern diese gleich abschafft :lol: .

Meine (eignen) Erfahrungen stimmem mit denen jener gut überein, welche das Werfen von Fliegenruten mit langsamer, „weicher“ Aktion für anspruchsvoller halten. Langsamere Ruten sind träger als schnellere, der Werfer hat keine andere Möglichkeit als ihnen die Zeit zu geben, die sie für das kontinuierliche Auf- und Abbau ihrer Biegung - und damit einhergehend die kontinuierlichen Zu- und Abnahme der Geschwindigkeit ihrer Rutenspitze - benötigen. Hinzu kommt, dass weichere Fliegenruten in aller Regel stärker und länger nachschwingen als schnellere. Werden langsamere bzw. „weichere“ Fliegenruten zu stark forciert, dann wird sich die Biegung nicht mehr kontinuierlich auf- und abbauen lassen, was zwangsläufig die Wurfleistung (Effizienz) erheblich mindern wird (starkes Nachschwingen, „Wellen“ in der Schnur usw.).

Vermutlich ähnlich anspruchsvoll ist das Werfen von nahezu unbiegsamen Fliegenruten. Auch diese Fliegenruten „zwingen“ dem Werfer eine bestimmte Bewegung auf, ohne deren strikte Einhaltung die Wurfleistung ebenfalls drastisch abnehmen wird.

Letztlich gibt es zwischen der sehr weichen und nahezu unbiegsamen Fliegenrute ein schönes Spektrum von Aktionen, aus denen sich jeder Werfer eine für seinen Bewegungsablauf „passende“ auswählen kann. Allerdings wird keine Fliegenrute – so gut sie auch zu einem Werfer persönlich passen mag - mit einem schlechten Bewegungsablauf effizient geworfen werden können. Da wird wenig bis gar nichts reduziert bzw. "verziehen".

Beste Grüße,

Tobias
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Re: Das Märchen von der Wurffehler verzeihenden Fliegenrute

Beitragvon orkdaling » 21.10.2015, 15:43

Hallo Matthias,
mit Deppen hab ich natuerlich nicht dich gemeint!
Nun hast du ja eigene Erfahrungen mit Skagit gemacht und findest es æhnlich dem Spinnangeln.
Kønnte man vergleichen, besonders mit dem ultrakurzen Køpfen wie neulich auch hier zu lesen war.
Darum bleibe ich auch bei Roll und Speywuerfen mit der Ein und Zweihand, schræg rausknallen und monotones einstrippen sind nicht mein Ding.
Ich fische auch keine superschnellen Ruten sondern die als medium fast bezeichneten, also mittelschnelle mit denen man meiner Meinung nach flexibler ist.
So kann man noch einen Einstand gezielt anwerfen und auch ablegen, je nach Rute und Schnur, und das mit der Ein und auch Zweihand.
Je nach Einsatzgebiet haben alle Ruten ihre Berechtigung, egal ob weich oder hart, das muss jeder fuer sich entscheiden.
Aber ich bleibe bei meiner Meinung, Ruten verzeihen nichts, man kann seine Fehler nur minimieren wenn Einsatzgebiet, Rute, Schnur harmonieren.
Und darum ziehe ich auch fast immer (ausser beim Watangeln ueber lange Strecken) mit 2 Ruten los. 5/6 plus 7 oder 8 am Fjord und Switch plus 13,6 oder 15 fuss wenns an die Orkla geht.
Gruss
Hendrik
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Re: Das Märchen von der Wurffehler verzeihenden Fliegenrute

Beitragvon gespliesste » 22.10.2015, 01:26

Hallo,

wer denkt, er kann sich durch eine "verzeihende" Rute die Mühe sparen das Werfen mit einer Fliegenrute zu erlernen ist nach meiner Meinung nicht gut beraten.
Lieber das Geld in einen Wurfkurs stecken bzw. selber auf der Wiese üben, als noch ne zusätzliche Rute kaufen. Ob weich oder hart ist doch nicht wirklich entscheidend.

Es gibt zwar Ruten die mir mehr oder weniger liegen, aber wenn ich am Wasser bin ist mir das mittlerweile ziemlich egal.
Ob die Schnurklasse ein oder zwei Klassen neben der ausgewiesenen Klasse der Rute liegt wird mir den Fischtag auch nicht versauen.

Ich nehme oft mal spontan die Rute von einem Kollegen, weil er sagt "die musst du unbedingt mal fischen" - und dann ist es toll am Abend über die Vorzüge oder Probleme der jeweiligen Zusammenstellung zu fachsimpeln. (bei der Rute von einem Kollegen werden natürlich nur die Vorzüge erwähnt).

Wie wohl jeder von euch hab ich natürlich auch mein bevorzugtes Setup bis in Detail optimiert, aber mit den Jahren merke ich für mich, dass man das vielleicht nicht zu wichtig nehmen sollte.

LG,

Olaf
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Re: Das Märchen von der Wurffehler verzeihenden Fliegenrute

Beitragvon Thomas E. » 12.05.2016, 22:39

hshl hat geschrieben:Meine (eignen) Erfahrungen stimmem mit denen jener gut überein, welche das Werfen von Fliegenruten mit langsamer, „weicher“ Aktion für anspruchsvoller halten. Langsamere Ruten sind träger als schnellere, der Werfer hat keine andere Möglichkeit als ihnen die Zeit zu geben, die sie für das kontinuierliche Auf- und Abbau ihrer Biegung - und damit einhergehend die kontinuierlichen Zu- und Abnahme der Geschwindigkeit ihrer Rutenspitze - benötigen. Hinzu kommt, dass weichere Fliegenruten in aller Regel stärker und länger nachschwingen als schnellere. Werden langsamere bzw. „weichere“ Fliegenruten zu stark forciert, dann wird sich die Biegung nicht mehr kontinuierlich auf- und abbauen lassen, was zwangsläufig die Wurfleistung (Effizienz) erheblich mindern wird (starkes Nachschwingen, „Wellen“ in der Schnur usw.).


Hi,

wenn aber der M. M. doch in der neuen F & F schreibt, das (weiche) Glasruten mehr Fehler verzeihen. :badgrin: =D>
Gruß
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Re: Das Märchen von der Wurffehler verzeihenden Fliegenrute

Beitragvon hshl » 13.05.2016, 15:01

... dann wird das Märchen fortgeschrieben ...
Energieübertragung Griff -> Spitze = Rotation ("Hebelbewegung") + Translation ("Parallelbewegung") + Zwischenspeicherung ("Rutenladung") + Umverteilung ("Drehimpuls/Massenträgheit")
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Re: Das Märchen von der Wurffehler verzeihenden Fliegenrute

Beitragvon piscator » 13.05.2016, 15:49

Was die nicht wissen ist, dass man mit Gespließten erst garkeine Fehler macht -- da braucht dann die Rute auch nix zu verzeihen 8)
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