Hallo Olaf,
Dein Beispiel mit dem hohen Gras ist sehr gut. Genau dort bin ich vor Jahren das erste Mal darüber gestolpert, dass ich keine längere Schnur in der Luft halten kann, ohne konstant vorne und hinten zu touchieren. Entsprechend sinkt die Schnurmenge, welche ich im hohen Gras in der Luft halten kann. Denn das Gras wird hier fast immer zum "Bleianker", wie Du schreibst.
Ich hatte dies in der Folge im Sexyloops-Forum diskutiert und stand ziemlich alleine mit meiner Einschätzung dar, dass wir alle dies Problem haben würden. Nun war ich kürzlich bei Paul Arden zu Besuch, und wir haben viel zusammen geworfen. Eines unser Themen war das Touchieren des Bodens bei langer Schnur in der Luft. Paul war überzeugt, er würde nicht touchieren. Nach unserem Treffen schrieb er auf Sexyloops, dass ich seine Einschätzung hier um 180 Grad gewendet hätte.
Wir haben auch getestet, wie hoch ein Podest sein müßte, damit man bei maximaler Schnurmenge nicht mehr touchieren würde.
Kurzum es hätte höher sein müssen, als wir beide annahmen.
Wenn man nun statt auf einem Podest knietief im Wasser steht, dürfte die Erdanziehung immernoch die gleiche Wirkung auf unsere Schnur haben. Nur, dass der Abstand zur Oberfläche des Touchierens noch kleiner ist...
Dennoch werfe ich auch knietief im Wasser stehend die ganze Fliegenschnur (wie auf der kurz geschnittenen Wiese) zum Ende.
Das funktioniert, weil ein Touchieren auf dem Wasser (wie auf dem Rasen) den Wurf nicht zwangsweise zusammenbrechen lässt. Insbesondere, wenn man in einer Strömung im Fluss oder in Wellen an der Küste steht, hört man solch Touchieren gar nicht. Es geht im "Grundrauschen" unter.
Ab einer gewissen (Höchst)Schnurmenge in der Luft ist natürlich das Ende erreicht, und man touchiert zu stark. Dies gilt für jede Oberfläche.
Im Vergleich erreicht man diesen Punkt im Wasser etwas früher als auf dem sehr kurz geschnittenen Rasen. Ist der Rasen nicht ganz kurz geschnitten, erreicht man diesen Punkt meiner Einschätzung nach noch eher auf dem Rasen. Am besten ist es, wenn man auf einem Hallenboden in der Sporthalle wirft. Dort schlittert die halbe Schnur über den Boden, und der Wurf bricht immernoch nicht zusammen.
Das Gewicht der Fliege spielt (wie von Dir gut beschrieben) ebenfalls eine Rolle.
Insgesamt sehe ich die Abhängigkeit nicht primär im extremen Distanzwurf als viel mehr in der Keulenlänge bzw. in der Schnurmenge, die wir in der Luft halten. Wenn wir mit einer mittleren Keulenlänge (im Wasser stehend) einen Distanzwurf anpeilen, ist der "Bleianker" eher nicht das Problem. Im Falle einer sehr langen Keule bin ich ganz Deiner Meinung. Dies gilt aber auch für den Rasen (insbesondere, wenn er nicht frisch geschnitten ist).
Lieben Gruß
Bernd
p.s. Jetlag...
