Doppelzug

Fliegenwerfen - wie geht das eigentlich? Wie kann ich meine Leine effektiver ausbringen und Fehler ausmerzen? Was hat es mit den AFTMA-Klassen auf sich? Was sind Spezial- und Trickwürfe? Fragen über Fragen! Hier könnt Ihr Euch gegenseitig helfen.

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Re: Doppelzug

Beitragvon Thomas E. » 23.10.2011, 09:52

Hallo @all !

Nochmal zum Begriff "Slide Loading" !

Hier ein weiteres Movie eines guten Distanz- Werfers :
http://vimeo.com/4292888
Deutlich ist Vorfach und Schnur in Bodennähe zu sehen.

Wie ja bereits hier :
http://vimeo.com/26512805
Hier wurde die (neue ?) Technik ja wohl schon eingesetzt.

Trotz angewandtem "Slide Loading" kein Gewinn ?!
Denn meiner Meinung nach ist das Berühren des Bodens mit Vorfach/Schnurspitze ab einer gewissen Schnurlänge in der Luft, auch so kaum vermeidbar. Die "echten" Caster stört es übrigens überhaupt nicht ! :wink:
Gruß
Thomas Ellerbrock
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Re: Doppelzug

Beitragvon laverda » 24.10.2011, 11:45

Thomas E. hat geschrieben:Hallo @all !

.....................

Trotz angewandtem "Slide Loading" kein Gewinn ?!
Denn meiner Meinung nach ist das Berühren des Bodens mit Vorfach/Schnurspitze ab einer gewissen Schnurlänge in der Luft, auch so kaum vermeidbar. Die "echten" Caster stört es übrigens überhaupt nicht ! :wink:


........den echten Fliegenfischer am Wasser dafür um so mehr. :mrgreen: :mrgreen:

Gruß vom platten Niederrhein
Ruten werfen Masse.........nicht Klasse
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Re: Doppelzug

Beitragvon Bernd Ziesche » 24.10.2011, 23:17

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Zuletzt geändert von Bernd Ziesche am 30.07.2013, 09:56, insgesamt 1-mal geändert.
Bernd Ziesche
 

Re: Doppelzug

Beitragvon gespliesste » 24.10.2011, 23:43

Hallo Bernd,

ich meine das von dir beschriebenen Szenario funktioniert nur in der dem Werfer individuellen "comfort zone", also nicht beim extremen Distanzwurf.

Direkt an der Leistungsgrenze beim letzten Vorschwung wird die "Stahlfliege" nach meiner Erfahrung in den meisten Fällen zum "Bleianker". Das merkt man doch schon auf der Wiese im etwas höheren Gras ... und am Fluss noch deutlicher. Man kann wohl mal Glück haben, das eine kleine Trockenfliege respektive unbeschwerte Nymphe nur sehr leicht touchiert und damit evtl. sogar noch ein wenig Switch-Cast feeling aufbringt - aber das halte ich bei extremen Distanzen wie gesagt für Zufall.

Die Kraftreserven zwischen ungewollten Switch-Cast und totalem Zusammenbruch liegen da extrem eng beieinander. Im absoluten Idealfall, sollte man ja die Rutenaktion mit dem letzten Vorwurf voll ausschöpfen. Eine unangemeldete zusätzliche Hemmung durch das Aufsetzen beim letzten Rückwurf machen den Vorschwung eher zur Gymnastikkür mit unkontollierte Schleifchen.

Das müsste mir dann jemand mehrmals hintereinender erfolgreich zeigen, damit ich es als gewollte Technick einstufen würde.

Wenn du eigentlich an die 30m werfen kannst, kannst du auch bei einem 22m Wurf hinten aufsetzen, aber wenn du maximal kanpp über 20m kommst dann wird da nach meiner Erafhrung ein ungewolltes aufsetzen auch problematisch.

LG,

Olaf
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Re: Doppelzug

Beitragvon Bernd Ziesche » 25.10.2011, 03:02

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Zuletzt geändert von Bernd Ziesche am 30.07.2013, 09:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Doppelzug

Beitragvon Sixgunner » 25.10.2011, 13:55

gespliesste hat geschrieben:s. Jetlag...


.. für den ich dich wegen deiner Steelhead-Beauties beneide!!!

Gruss,

Sixgunner
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Re: Doppelzug

Beitragvon gespliesste » 25.10.2011, 17:27

Hallo Bernd,

Bernd Ziesche hat geschrieben:Insgesamt sehe ich die Abhängigkeit nicht primär im extremen Distanzwurf als viel mehr in der Keulenlänge bzw. in der Schnurmenge, die wir in der Luft halten. Wenn wir mit einer mittleren Keulenlänge (im Wasser stehend) einen Distanzwurf anpeilen, ist der "Bleianker" eher nicht das Problem. Im Falle einer sehr langen Keule bin ich ganz Deiner Meinung. Dies gilt aber auch für den Rasen (insbesondere, wenn er nicht frisch geschnitten ist).


Ja, stimmt die Keulenlänge ist der bessere Indikator. Im Bereich Trockenfliege oder unbeschwerte Nymphe, lässt man ja beim praktischen Fischen so oder so nicht so lange schiessen ... da heisst langer Wurf i.d.R. auch viel Schnur in der Luft.
Also bei mir ist so gut wie immer das Aufsetzen der Fliege (im Wasser oder dem Uferbewuchs :cry: ) hinter mir der limitierende Faktor für die maximnale Distanz die ich befischen kann. Wobei ich (mit Daumenhaltung und möglichst vertikaler Schlaufe) lange daran gearbeitet habe im Bedarfsfall meinen Rückwurf möglichst hoch auszuführen.
Man muss ja auch bedenken, dass man beim praktischen Fischen am Fluss eher selten 25 Meter freie Wasserfläche hinter sich hat und bei allen anderen Situationen macht der Haken beim aufsetzten seinem Namen alle Ehre. Also ist ein hoher Rückwurf so oder so wichtig.

Ich habe früher den Rückwurf sehr seitlich mit Zeigefinger geworfen, das hatte ich mir in frühen Jahren (mangels Gewässern) auf der Wiese beim Weitwurftraining angewöhnt. Da ich nicht der grösste bin, habe ich darüber meinen Arbeitswinkel verlängert. War im kurzen Grass ohne Fliege auch kein Problem. Am Wasser, war ich aber sehr oft in den Sträuchern hinter mir beim Hakenlösen anzutreffen, dazu habe ich mir bei jedem Vorschwung immer eine viertel Drehung in die Schnur geworfen, was nach kurzer Zeit ein Telefonkabel unter der Rolle produziert hat ... Dazu kann man mit den seitlichen Würfen nach meiner Erfahrung nicht so gut ziehlen, da das Vorfach am Ende gern seitlich umschlägt.

Die Bedeutung einer vertikalen Schlaufenführung kann man gar nicht hoch genug einschätzen, dazu (hat Tobias mir erklärt) das eine vertikale Schlaufe beim Abrollen der Schnur zusätzlichen Auftrieb verleiht.

Beim ganz normalen Fischen werfe ich aus Bequemlichkeit leicht seitlich, ist bei Wind nicht so anfällig das sich das Vorfach fängt oder man selbst die Fliege abbekommt. Aber wenn es in schwierigen Situationen drauf ankommt werfe ich die Schlaufe wirklich vertikal über die Rutenspitze. Beim Distanzwurf ist das nach meinem Verständnis so oder so enorm wichtig.

LG,

Olaf
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Re: Doppelzug

Beitragvon Thomas E. » 25.10.2011, 19:08

Hallo Olaf,

natürlich ist ein "oben rüber" im Vor- und auch Rückwurf am besten, wenn es um max. Länge in der Luft bzw. um Weite geht, da bin ich Deiner Meinung !

Häufig sehe ich bei Beginnern ein "Eindrehen" im Rückwurf, ( durch ein Entfernen von der so idealen Bewegungswand :wink: ) dann entwickelt sich die Schlaufe mehr flachliegend.

Bist Du Dir aber sicher, das die Schnurschlaufe wirklich vertikal ausrollt, d.h. Ober- und Unterschnur direkt übereinander liegen ?

So dachte ich früher auch mal, da ich die Rute sehr aufrecht führe, doch der Blick eines Freundes von vorn betrachtet seinerzeit,
sagte etwas anderes.
Die Schnurschlaufe hatte eine ca. 30°- 40° Abweichung von der Vertikalen !
Aus der eigenen Perspektive sah das immer so schön übereinander ausrollend aus.

Es gibt natürlich auch Leute, die mit einer fast flach liegenden Schlaufe, besonders auch im Rückwurf, gr. Längen in der Luft halten können, mir fällt da gerade U. Rieder ein.

Im Castingsport gilt : Rute und d.h. Schlaufe so aufrecht/vertikal wie möglich, sicher nicht ohne Grund ! :wink:
Gruß
Thomas Ellerbrock
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Re: Doppelzug

Beitragvon gespliesste » 25.10.2011, 21:54

Hallo Thomas,

das Eindrehen beim Rückwurf ist glaube ich, dass meist beobachtetet Problem überhaupt. Wer hatte damit in seiner "Karriere" nicht irgendwann mal zu kämpfen ... Der hebe den ersten Stein und werfe ihn vor mir in den Gumpen mit steigenden Äschen :wink:

Thomas E. hat geschrieben:Bist Du Dir aber sicher, das die Schnurschlaufe wirklich vertikal ausrollt, d.h. Ober- und Unterschnur direkt übereinander liegen ?


Sicher nicht, aber ich denke wenn ich mich darauf konzentriere, bin ich nah dran. Ich werd das aber mal auf deine Anregung hin überprüfen.
Ein Indiz für mich ist auch, dass ich die Schnur öfter mal hinten und vorne "unerwartet" ablege und sie dann bis zum letzten Zentimeter des Vorfachs schnurgrade liegen sollte, auch bei überpowerten Würfen. Wenn man irgendwie ausdreht, lässt sich das nach meinen Erfahrungen meist auch die Auslenkung am abgelegten Schurbild ablesen.

Thomas E. hat geschrieben:Es gibt natürlich auch Leute, die mit einer fast flach liegenden Schlaufe, besonders auch im Rückwurf, gr. Längen in der Luft halten können, mir fällt da gerade U. Rieder ein.


Ich will jetzt u. Rieder nicht in Frage stellen, der ist in meinen Augen ein super Werfer und vor allem auch Fischer, aber auf der Wiese kann ich auch recht weite Würfe mit der seitlichen Schlaufe werfen, aber bei den letzten 10% Weite und in der Praxis am Fluss versagt die Technik, ich finde damit ist man auf Dauer nicht gut beraten. Neben den Nachteilen bei der Präzision.

Auch wenn es bekloppt klingen mag, aber die alte Übung der Engländer mit dem Buch unter dem Arm, finde ich gar nicht so abwegig (zumindest wenn man die Daumenhaltung verwendet) ... Und wenn es nur dafür ist, mal kurzzeitig ein Gefühl für eine konsequent gerade Rutenführung über Kopf zu bekommen. Also ganz brutal, wie ein Roboter eine absolut vertikale Schlaufe über die Schulter werfen. Oder sich alternativ bei der Zeigefingerhaltung mal direkt neben eine Wand stellen.
Auch wenn man dann ein Stück weit wieder zu seiner alten Technik zurückkehrt , so hat man mal ein Gefühl für das theoretische extrem. Ich galube kaum jemand fischt dauerhaft mit 100% vertikaler Schlaufe, Trotzdem ist es wichtig zu wissen wie es geht und wie es sich anfühlt.

Bernd hat ja auch mal geschrieben (und das sehe ich an mir selbst genauso), dass die meisten einen Wurf bzw. einen Technik leichter lernen, wenn sie den Ablauf auch theoretisch verinnerlicht, also verstanden haben worum es im Prinzip geht.

LG,

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Re: Doppelzug

Beitragvon Bernd Ziesche » 26.10.2011, 05:24

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Re: Doppelzug

Beitragvon Streamer1 » 27.10.2011, 14:49

ich erkläre die Ursache für jene alte Trainingsmethode (Buch unterm Arm) in nahezu jedem Kurs.
Wenn man versteht, wieso bei den meisten Werfern die Schlaufe hinten STÄRKER seitlich ausrollt, während sie vorne (optisch etwas täuschend) komplett vertikal ausrollt, so ist das ein optimaler Grundstein, dies von vorne herein zu verhindern bzw. hinten UND vorne nahezu identisch zu werfen. Natürlich unterrichte ich auch die entsprechende Technik dazu, um das Abrollen der Schlaufe hinten gut kontrollieren zu können...


Hi Bernd, ist das so, dass du das wirklich mit dem Buch so anwendest oder hast du eine andere Methode, um dies zu trainieren?
LG
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Re: Doppelzug

Beitragvon Bernd Ziesche » 27.10.2011, 15:07

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Re: Doppelzug

Beitragvon Thomas E. » 27.10.2011, 17:46

Habe mir gerade nochmal alte Aufnahmen von Göran Andersson erneut angesehen, seinerzeit auf veschiedenen Messen mitgeschnitten und auch mal schön von vorn gefilmt !

Beim Ihm läüft die Schnurschlaufe auch nicht absolut vertikal bei seinem Grundwurf, so geschätzt um die 30° Abweichung. Das fand ich jetzt interessant. :wink:
Auch bei der Zweihandrute überkopf, da er ja die Rute sehr aufrecht führt, wer seinen Stil kennt...

Natürlich kann er die Schnurbucht in jede gewünschte Ebene legen, mit vertikaler Rutenführung, um bestimmte Trickwürfe auszuführen,
wie jeder Routinier es ja kann. :wink:
Gruß
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Re: Doppelzug

Beitragvon Bernd Ziesche » 27.10.2011, 18:52

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Re: Doppelzug

Beitragvon Streamer1 » 04.11.2011, 12:50

Kleine Geschichte, große Wirkung.


Danke Bernd, werde versuchen, mal darauf zu achten!
LG
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