von laverda » 19.03.2012, 11:39
Hi Edin,
manchmal erleichtert es, wenn man sich die beiden Effekte der Zugunterstützung an der Schnur genau verdeutlicht:
Einerseits, die Erhöhung der Schnurbeschleunigung durch die Zughand, andererseit die Verlängerung des Beschleunigungsweges durch Verkürzen der Schnur außerhalb des Spitzenringes.
Durch das Ziehen verkürzt man die Länge der Wurfschnur und somit verlängert man den Beschleunigungsweg des Wurfgewichtes, der Schnurkeule/Schusskopfes außerhalb des Spitzenrings.
Der Energiebetrag den man auf die Schnur/Keule überträgt, ergibt sich aus dem physikalischen Zusammenhang: E=F X S
Der Energiebetrag entspricht Kraft mal Weg. Insofern erzeugt man bereits durch einen mäßigen Zug eine deutliche Energieerhöhung verglichen mit einem "zuglosen" Schwung. Es ist also nicht nur die Erhöhung der Schnurbeschleunigung durch die zusätzlich überlagerte Zugbeschleunigung Ausschlag gebend, die man ebenso (theoretisch) durch schnellere Rutenbewegung erreichen könnte sondern insbesondere die Zuglänge d.h. Verlängerung des Beschleunigungsweges der Keule/Schusskopf außerhalb des Spitzenringes. Aus diesem Grund ist auch die Rutenbiegung bei identischen Würfen gleicher Weite mit Zugunterstützung geringer, weil eben der gleiche Energiebetrag bei größerem Weg weniger Kraft und damit weniger Rutenbiegung benötigt.
Dass ein Zug erst ab etwa senkrechter Rutenposition (Handteil) besonders effektiv ist, liegt daran, dass zu diesem Zeitpunkt die Rutenbiegung, sprich die Beschleunigungskraft, die auf die Keule/Schusskopf wirkt wird am größten ist.
Vom Gefühl her ist mir ein vergleichsweise früh einsetzender langer und gleichmäßig beschleunigter Zug wesentlich angenehmer, als kurzes vehementes Ziehen, das ggf. ziemliche Unruhe in die Schnur bringen kann und mir für stundenlanges Fischen mit dem Streamer zu anstrengend ist. Dies ist jedoch ein rein persönliches Empfinden.
Gruß vom platten Niederrhein
Ruten werfen Masse.........nicht Klasse