Fehleranalyse (schwingende Rutenspitze)

Fliegenwerfen - wie geht das eigentlich? Wie kann ich meine Leine effektiver ausbringen und Fehler ausmerzen? Was hat es mit den AFTMA-Klassen auf sich? Was sind Spezial- und Trickwürfe? Fragen über Fragen! Hier könnt Ihr Euch gegenseitig helfen.

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Fehleranalyse (schwingende Rutenspitze)

Beitragvon edoA » 02.06.2011, 23:07

Hallo,

bei meinen Wurfübungen auf der Wiese, habe ich unter anderem folgendes festgestellt, ich weiß aber nicht was der Ursprung dieses Fehlers ist.

Beim vorderen Stopp schwingt meine Rutenspitze nach, somit schlägt die Leine ein Welle von der Rutenspitze ab und verliert dabei Energie.
Daraus folgt, dass ich meinen Arbeitswinkel beim Rückwurf erhöhe, eine zu große Schleife ist die Folge und der Wurf ist im Eimer.

Also zwei Fragen.
1.) Wieso schwingt die Rutenspitze beim vorderen Stopp nach (Leine schlägt Welle) ?
2.) Versucht ihr einen Wurffehler zu korrigieren, oder bricht ihr den Wurf ab und fängt von vorne an ?

Tight lines / Bistro,
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Beitragvon Bernd Ziesche » 02.06.2011, 23:26

.
Zuletzt geändert von Bernd Ziesche am 29.07.2013, 08:04, insgesamt 1-mal geändert.
Bernd Ziesche
 

Beitragvon jakefly » 03.06.2011, 09:23

Die Wurfhand nach dem Stop sofort entspannen. Damit kannst du die Schwingungen der Rutenspitze nahezu komplett rausdämpfen. Dies ist nur eine Frage der Übung i.e. des richtigen Timings im Wurfablauf.
Bernd hats schon angemerkt.
J.
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Beitragvon edoA » 03.06.2011, 13:17

Danke, ich werde dem Hinweis mit der Entspannung der Hand nach dem Stopp einmal nachgehen :)
Ich denke das wir mir auch meine Hand danken :)
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Beitragvon Jogi42 » 05.06.2011, 09:22

Hallo,
evtl. passt dein Schnurgewicht auch nicht optimal zur Rute. Das würde das Ganze noch unterstützen.
Liebe Grüße
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Beitragvon edoA » 05.06.2011, 20:43

Hallo,
ich war heute am Wasser. Da konnte ich meinen Wurf aber nicht analysieren, da war ich mit dem Fischesuchen zu sehr beschäftigt :)

Dass das Schnurgewicht zur Rute nicht passt, das ist nicht auzuschließen. Ich hatte das ganze gebraucht als Komi erworben.
Bis zum Neuerwerb wird aber noch etwas Zeit ins Land gehen.

Ich sehe schon, üben, üben, üben.

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Beitragvon Jogi42 » 05.06.2011, 22:06

Hallo Edin,
auf jeden Fall langsam agieren. Dann kommt das Schwingen nicht so stark.
Liebe Grüße
Jörg
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Re: Fehleranalyse (schwingende Rutenspitze)

Beitragvon edoA » 18.03.2012, 20:19

Ich nehm hier noch mal meine alten thread zur Analyse her, auch wenn es nicht mehr um schwingende Rutenspitze geht.

Ich habe heute auf der Wiese den Aspekt der konstanten Beschleunigung mal bewußt eingebaut. Sehr interessant wie ich damit den "tendenziell" punktgenauen Stopp herbeirufen kann -> engeres Schlaufenbild.

Jetzt habe ich noch folgenden 'alten' Tipp vom Bernd gelesen:
"Das Beste ist es von vorne herein die Biegung während der Beschleunigung möglichst klein zu halten. Hierzu hilft ein sehr guter Zug per Schnurhand und ein entsprechend sanfteres Beschleunigen der Rute per Rutenhand. "
Das scheint sich mal sehr gut anzuhören. Aber wie soll man das bewerkstelligen ?
Muss dabei die Rutenhand langsam geführt werden, oder ...?

Mein heutiges Problem, der Doppelzug.
Wende ich den Doppelzug beim Rückschwung an, scheint es so weit ok zu sein. Wende ich allerdings den Doppeltzg beim Vorschwung an, habe ich irgendwie so etwas wie eine Blokade. Keine Ahnung wie ich das beschreiben soll.
Gibt es hierzu einfache Übungen, oder Tutorials ?

Ach ja und noch etwas. Es kam heute auch vor, dass ich beim Rückschwung meine Schnur voll gegen meine Rute gedonnert habe, Ich hab selbst meine Bewegungsmuster nicht ganz verstanden das dazu geführt hat. Woran könnte das liegen ?

Grüße,
Edin
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Re: Fehleranalyse (schwingende Rutenspitze)

Beitragvon henkiboy » 18.03.2012, 20:52

Hallo Edin,
bin zwar kein Wurfinstruktor, aber:
Mein heutiges Problem, der Doppelzug.
Wende ich den Doppelzug beim Rückschwung an, scheint es so weit ok zu sein. Wende ich allerdings den Doppeltzg beim Vorschwung an, habe ich irgendwie so etwas wie eine Blokade. Keine Ahnung wie ich das beschreiben soll.
Gibt es hierzu einfache Übungen, oder Tutorials ?

Meinem Verständnis nach geht der Doppelzug nur in Verbindung von Vor- und Rückschwung. 1.er Zug beim Rückschwung und 2.er beim Vorschwung. Die korrekte Auführung ist lediglich eine Kopfsache und eine Timing-Geschichte!

liebe Grüsse
Detlef
Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat sich selbst zu beherrschen !
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Re: Fehleranalyse (schwingende Rutenspitze)

Beitragvon edoA » 18.03.2012, 21:37

Hallo Detlef,
Ich gebe dir Recht, da habe ich das Wording falsch genutzt. Sorry.
Was ich meine ist die UpNDown-Bewegung, eben Vorne und Hinten.
Der Spruch, alles Kopfsache, ist auch einer meiner Lieblingssprüche :mrgreen:
Somit werde ich mich aufs üben konzentrieren.

Würde mich noch über weiteren Input freuen.
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Re: Fehleranalyse (schwingende Rutenspitze)

Beitragvon henkiboy » 18.03.2012, 21:56

Hallo Edin,
wenn Du sauber werfen willst, hilft nur eines: Übung, Übung, Übung!
Ich fische seit Anfang bis Mitte der 80er mit der Fliege. Für mich stand allerdings immer die Fischerei im Vordergrund. Resultat: Äußerst bescheidener Werfer, aber durchaus anständiger Fischer.
Ich kenne Leute, die 2011 nur einen Angeltag gefischt haben, aber hunderte Stunden auf dem Gras verbracht haben!
Die sind mir werferisch inzwischen weit überlegen. Aber ich sehe die Werferei nur als Mittel zum Zweck an. Was nützt mir der perfekt geworfene "Notenschlüssel", wenn ich den Fisch nicht sehe oder aufgrund mangelnder Kenntniss nicht überlisten kann?
Es gibt etwas was man nicht üben und auch nicht kaufen kann. Das ist der "Fischriecher" oder auch "Instinkt"!
Letztendlich gehört auch ein wenig Glück zum Erfolg bei der Ausübung unseres Hobbys!

liebe Grüsse
Detlef
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Re: Fehleranalyse (schwingende Rutenspitze)

Beitragvon Royal Coachman » 18.03.2012, 22:16

Hallo Edin!

Mir kommt das sehr bekannt vor.

Wahrscheinlich beginnst Du mit dem Zug im Vorschwung zu früh!

Der Zug im Vorschwung darf erst einsetzen, wenn die Rute die 12 Uhr Stellung erreicht hat. Ansonsten drückst Du die Schnur nach oben, es entsteht eine "Birne" und der Wurf endet in einem Tailing Loop oder noch schlimmer bricht überhaupt zusammen.

RC
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Re: Fehleranalyse (schwingende Rutenspitze)

Beitragvon edoA » 18.03.2012, 23:15

@Detlef
Prinzipiell gebe ich dir recht, dass man eher zum Fischen sollte als zu den Trockenübungen. Allerdings ist es in meiner aktuellen Situation einfacher eine Stunde für Werfübungen zu investieren als mehrere Stunden, um meine Sachen zu packen ans Wasser zu fahren um dann zu Fischen.

@Royal Coachmen
Danke, dem werde ich mal nachgehen.
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Re: Fehleranalyse (schwingende Rutenspitze)

Beitragvon laverda » 19.03.2012, 12:39

Hi Edin,
manchmal erleichtert es, wenn man sich die beiden Effekte der Zugunterstützung an der Schnur genau verdeutlicht:
Einerseits, die Erhöhung der Schnurbeschleunigung durch die Zughand, andererseit die Verlängerung des Beschleunigungsweges durch Verkürzen der Schnur außerhalb des Spitzenringes.
Durch das Ziehen verkürzt man die Länge der Wurfschnur und somit verlängert man den Beschleunigungsweg des Wurfgewichtes, der Schnurkeule/Schusskopfes außerhalb des Spitzenrings.
Der Energiebetrag den man auf die Schnur/Keule überträgt, ergibt sich aus dem physikalischen Zusammenhang: E=F X S
Der Energiebetrag entspricht Kraft mal Weg. Insofern erzeugt man bereits durch einen mäßigen Zug eine deutliche Energieerhöhung verglichen mit einem "zuglosen" Schwung. Es ist also nicht nur die Erhöhung der Schnurbeschleunigung durch die zusätzlich überlagerte Zugbeschleunigung Ausschlag gebend, die man ebenso (theoretisch) durch schnellere Rutenbewegung erreichen könnte sondern insbesondere die Zuglänge d.h. Verlängerung des Beschleunigungsweges der Keule/Schusskopf außerhalb des Spitzenringes. Aus diesem Grund ist auch die Rutenbiegung bei identischen Würfen gleicher Weite mit Zugunterstützung geringer, weil eben der gleiche Energiebetrag bei größerem Weg weniger Kraft und damit weniger Rutenbiegung benötigt.

Dass ein Zug erst ab etwa senkrechter Rutenposition (Handteil) besonders effektiv ist, liegt daran, dass zu diesem Zeitpunkt die Rutenbiegung, sprich die Beschleunigungskraft, die auf die Keule/Schusskopf wirkt wird am größten ist.

Vom Gefühl her ist mir ein vergleichsweise früh einsetzender langer und gleichmäßig beschleunigter Zug wesentlich angenehmer, als kurzes vehementes Ziehen, das ggf. ziemliche Unruhe in die Schnur bringen kann und mir für stundenlanges Fischen mit dem Streamer zu anstrengend ist. Dies ist jedoch ein rein persönliches Empfinden.

Gruß vom platten Niederrhein
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Re: Fehleranalyse (schwingende Rutenspitze)

Beitragvon flo staeuble » 19.03.2012, 13:03

Royal Coachman hat geschrieben:
Der Zug im Vorschwung darf erst einsetzen, wenn die Rute die 12 Uhr Stellung erreicht hat. Ansonsten drückst Du die Schnur nach oben, es entsteht eine "Birne" und der Wurf endet in einem Tailing Loop oder noch schlimmer bricht überhaupt zusammen.

RC

hallo gebhard,
genau den punkt hab ich nie genau verstanden. meine frage:
gilt das auch für den rückschwung? denn bei dem zieh ich letztendlich immer schon beim einleiten desselben an - mit für mich zufriedenstellenden ergebnissen. wenn auch das falsch ist, bitte ich um erklärung. wenns aber stimmt, dann lautet meine frage: warum ists beim vorschwung anders (später anziehen) als beim rückschwung.
dass das STIMMT, davon bin ich überzeugt. ich versteh nur ned, warum:-)
grüße vom flo
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