Fischen mit der Trockenfliege- wie behält man sie im Auge?

Fliegenwerfen - wie geht das eigentlich? Wie kann ich meine Leine effektiver ausbringen und Fehler ausmerzen? Was hat es mit den AFTMA-Klassen auf sich? Was sind Spezial- und Trickwürfe? Fragen über Fragen! Hier könnt Ihr Euch gegenseitig helfen.

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Fischen mit der Trockenfliege- wie behält man sie im Auge?

Beitragvon kuhnikuehnast » 18.05.2017, 18:23

Hi!
Ich habe ein Problem:
war letztens wieder unterwegs am kleinen Flüsschen, teils schnelles Wasser, teils "etwas" ruhiger. In einiger Entfernung habe ich steigende Fische beobachten können, also schnell ne Trockenfliege ans Band geknüpft und geworfen. Leider ohne Erfolg. Mir fiel es auch wahnsinnig schwer, gerade bei etwas schnellerem Wasser und "Treibgut" (Schaum, Blätter, ....) die Trockenfliege sicher verfolgen zu können. Gibt es da irgendwelche Tipps und Tricks, wie man das kleine Ding besser im Auge behält? Habe jetzt auch schon die ein oder andere Fliege mit "neon" Gefieder angeknüpft, aber spätestens nach ca. 10-15 m kann man die so gut wie gar nicht mehr erkennen...?

Wäre für Hilfe dankbar! .-)

lg Kuhni
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Re: Fischen mit der Trockenfliege- wie behält man sie im Aug

Beitragvon fly fish one » 18.05.2017, 18:33

Lieber Kuhni,

bin ja mal gespannt was unsere ganzen Trockenfliegen-Haudegen schreiben.

10 - 15 Meter sind mal grundsätzlich schon schwierig, dann noch unter Deinen Bedingungen. Ich lasse bei so etwas dann die Fliege nie aus meinem Augenfokus. Einmal nur den Blick leicht abgeschweift, schon ist das Ding futsch. Also bloß nie hübsche Frauen in der Nähe, dass geht gar nicht! :mrgreen: Ich geh also immer mitten in die Pampa, wo mich nur Natur und Fische umschließen, und zusätzlich lupfe ich die Fliege mal leicht an. So sehe ich sie dann sofort wieder und die Fische mögen das "Lupfen" meist auch sehr, weil sie nämlich so wie wir, erst dann der Fliege gewahr werden.

Dein Frank
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Re: Fischen mit der Trockenfliege- wie behält man sie im Aug

Beitragvon Mindelpeter » 18.05.2017, 22:58

Servus miteinander,

kann ich gut nachvollziehen. Geht mir auch nicht anders, gerade im schnellen Wasser bist du ohne eine gut sichtbare Trockenfliege aufgeschmissen. Entweder du fischst riesige Muster, jetzt im Moment zum Beispiel Steinfliegen, die man dank ihrer Größe gut sehen kann, oder Fliegen mit eingebundenen Sichthilfen. Die kann man, wenn man selbst bindet, jeder Fliege verpassen. Parachute mit bunten Wings gibt es jede Menge, auch viele andere Muster haben eine kleine bunte Fahne eingebunden. Such mal einfach nach "hi vis dry flies"...

LG
Peter
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Re: Fischen mit der Trockenfliege- wie behält man sie im Aug

Beitragvon CPE » 18.05.2017, 23:54

Hallo Kuhni,

Meine Überlegung: Wenn wir die Fliege in den Blasen oder im schnelleren Wasser schlecht verfolgen können, können das die Fische evtl. auch nur schlecht. Was bedeutet, dass ein wenig Auffälligkeit für beide Seiten nicht schlecht ist. Z.B. bei Maifliegenschlupf mittels einer White Wulff in #10 oder #12 - ein ziemlicher Brummer und gerade deshalb gut zu verfolgen.

Tim Cammisa: https://youtu.be/z1WcJZb3VjQ

TL, Norbert
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Re: Fischen mit der Trockenfliege- wie behält man sie im Aug

Beitragvon Thomas E. » 19.05.2017, 07:07

Moin,

zu den gut sichtbaren Fliegen durch Ihre Größe und/ oder Farbe versuche ich möglichst dicht an die Fische heranzukommen.

15 m beim Trockenfliegenfischen finde ich unter solchen Bedingungen schon viel, dabei fische ich in kleinen Gewässern auf Forellen möglichst stromauf !
Ich achte aber dann darauf, Schnur und Vorfach aus dem Sichtbereich der Fische zu halten, indem ich meist schräg stromauf und im Bogen präsentiere.
Gruß
Thomas Ellerbrock
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Re: Fischen mit der Trockenfliege- wie behält man sie im Aug

Beitragvon Obi » 19.05.2017, 08:37

Moin!

Wie Peter schon geschrieben hat - hi-vis Parachutes sind sicher mal ein "guter Wurf". Bei mir funktioniert am besten neon-pink, das kann man über relativ weite Entfernungen gut sehen.

Was ich kürzlich mal im Zusammenhang mit ganz kleinen Fliegen und dem New Zealand Strike Indicator System gelesen (aber noch nicht selbst probiert!) habe:
Einen klitzekleinen Bissanzeiger aus einem gut sichtbaren PP-Garn ans Vorfach machen wäre vielleicht auch noch eine Idee. Will ich kommenden Herbst mal beim Fischen auf Äschen versuchen. Eine Griffith Gnat in Hakengröße #20 ist ja schon auf geringere Distanz praktisch unsichtbar! (An die Trockenfliegen-Puristen: Net haue, gell :mrgreen: )

Beste Grüße,

der Obi
Die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber ..........
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Re: Fischen mit der Trockenfliege- wie behält man sie im Aug

Beitragvon Royal Coachman » 19.05.2017, 17:36

Hallo!

Vor diesem Problem stehen grundsätzlich alle, die sich mit der Trockenfliegen befassen.

Im schnellen Wasser bevorzuge ich Fliegen nach Lee Wulff, denn hier hat der Fisch keine Zeit sich die Fliegen genau an zu schauen.
Hier gilt zupacken oder hungern!

Kritisch wird es, wenn abends ein Schlupf von Winzlingen einsetzt, dann kann man meist, wenn es noch dazu schon dämmerig wird, die Fliege nur erahnen.

Wenn dann an der Stelle, wo ich meine Fliege vermute ein Wirbel oder auch nur eine kleine Welle erscheint, nehme ich Fühlung auf, kein Hakensetzen!
Stromauf hängt dann die Forelle oder Äsche im Maulwinkel.
Stromab hakt sich die Forelle meist beim Abdrehen selbst.

Schwierig ist es bei Äschen, wenn sie nur die Nase herausstrecken und die Fliege einschwimmen lassen.

Gefühl und Erfahrung kann man leider nicht lernen.

tight lines
RC
Der immer auf Seiten der Fische steht!
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Re: Fischen mit der Trockenfliege- wie behält man sie im Aug

Beitragvon Harald aus LEV » 21.05.2017, 15:05

Royal Coachman hat geschrieben:
Gefühl und Erfahrung kann man leider nicht lernen.

tight lines
RC


Hallo Gebhard,

ein wahrer Satz, kurz und prägnant auf den Punkt gebracht.

Gruß
Harald
RFFS-
Rheinischer Fliegenfischer Stammtisch

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