Fliegenfischen nach Schlaganfall

Fliegenwerfen - wie geht das eigentlich? Wie kann ich meine Leine effektiver ausbringen und Fehler ausmerzen? Was hat es mit den AFTMA-Klassen auf sich? Was sind Spezial- und Trickwürfe? Fragen über Fragen! Hier könnt Ihr Euch gegenseitig helfen.

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Fliegenfischen nach Schlaganfall

Beitragvon niezeitzumfischen » 11.10.2014, 18:28

Hallo zusammen,

mein Vater hatte einen Schlaganfall und hat jetzt linksseitig starke Probleme mit dem Arm-Hand-Bein usw.....Er war und ist ein begeisteter Fliegenfischer und total frustriert weil nix mehr geht. Grundsätzlich werfen mit der rechten Hand geht sehr gut, motorisch ist die Körperhälfte noch fit. Problematisch ist die Schurführung. Klappt nicht weil die Finger sich nicht so bewegen wie gewünscht. Mit Automatikrollen usw. haben wir schon getestet, ging nach hinten los weil er jetzt noch frustrierter ist als vorher. Vielleicht hat einer, der das liest eine Idee oder schon ähnliche Erfahrungen gemacht.

Ich würde mich riesig freuen wenn da was kommt!!!Und mein Vater erst-der ist am Boden-Leute den baut echt nichts mehr auf. Für Ihn wäre es ein unfassbares Glück.

Grüße Marcus
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Re: Fliegenfischen nach Schlaganfall

Beitragvon Frank. » 11.10.2014, 18:40

Lieber Marcus,

vielleicht könnte so etwas wie hier helfen?

http://www.adaptiveoutdoorsman.com/anglersaid.html

Oder habe ich das Problem deines Vaters falsch verstanden? Geht es um den Umgang mit der Schnur beim Werfen oder danach?

Dein Frank
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Re: Fliegenfischen nach Schlaganfall

Beitragvon niezeitzumfischen » 11.10.2014, 18:59

Hallo Frank,

das Problem ist die Schnur während und nach dem werfen. Und natürlich, wenn im optimalsten Fall ein Fisch die Fliege genommen hat. Ich habe mal Bilder gemacht, wie das bei meinem Vater aussieht, leider finde ich die gerade nicht. Über so eine Art Schlinge usw. haben wir uns auch schon Gedanken gemacht, dann müsste er aber nach dem aktiven werfen die Rute "irgendwie" in den Mechanismus bekommen um dann mit der rechten Hand die Schurkontrolle zu haben. Beim Biß wirds dann schwierig weil die rechte Hand die Schur hält und nicht die Rute......es müsste etwas sein, was es ermöglicht die Schur zu kontrollieren, nachzufüttern und auch einzuholen ohne die Rute aus der funktionierenden Hand zu geben. Schwierig-schwierig......

Ich habe auch schon den "Handlanger" ( Schnur reinholen, drillen, Fisch lösen ) gemacht, sowas ist aber auch frustig-er hats gesteckt.

Danke für den Link-habs mir gleich angeschaut. Das funktioniert leider so nicht.....ich hab schon versucht meinem Vater wieder das "normale" Angeln nahe zu legen-will der nicht. FF oder nix-ist auch mal was!!!! Und das kann überall sein-bis aufs Forellenrotlichtviertel. Rotaugen und Lauben sind auch anspruchsvoll und da kann ich den unter Umständen sogar in einen Rolli setzen und das paßt.

Wenn ich mir das überlege wie viele Menschen solche Handicaps haben.....

Grüße und besten Dank!!Marcus
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Re: Fliegenfischen nach Schlaganfall

Beitragvon Frank. » 11.10.2014, 19:00

Und das hier ist dann wohl auch keine Hilfe. Schade!

https://www.kickstarter.com/projects/211442440/rexfly-casting-system-for-fly-fishing

Mehr fällt mir nicht ein, fürchte ich. Konsequent mit Nymphe oder Nassfliege in Dead Drift stromab fischen - das ist das einzige, was vielleicht (in Kombination mit einer Automatik-Rolle) funktionieren könnte.

Dein Ftank
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Re: Fliegenfischen nach Schlaganfall

Beitragvon Kurt Mack » 11.10.2014, 19:32

Hallo!

An einem kleineren Fließgewässer läßt sich einhändig auch gut mit einer Tenkara-Rute fischen, nur sollten Fische über 45cm nicht die Regel sein.
Tenkara ist kein Stippfischen, sondern man wirft mit der Schnur wie mit einer Fliegenrute. Mich begeistert die Feinfühligkeit dieser Fischerei, man spürt beim Nymphen/Nassfliegenfischen viel mehr Bisse.

Tschüß, Kurt
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Re: Fliegenfischen nach Schlaganfall

Beitragvon niezeitzumfischen » 11.10.2014, 20:25

Hallo Frank,

der Rollenhalter ist eine gute Idee!!!Ich muss mal überlegen wie der genutzt werden könnte..Danke!!!

Beste Grüße Marcus!!
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Re: Fliegenfischen nach Schlaganfall

Beitragvon niezeitzumfischen » 11.10.2014, 20:29

Hallo Kurt,

Tenkara wär was!!!Beim Hebeisen kann ich einen Flyer laden und ausdrucken, ich glaub das könnte meinem Vater gefallen. Muss ich nur noch die Fische vom Haken lösen;-))Danke!!

Muss mal den Rutenschrank durchgucken, so lange Stecken haben wir normalerweise nicht....vielleicht brauchts jetzt wieder so ein Schwabbelmonster aus Glas, vielleicht vertickt gerade jemand in der Bucht sowas....ich gucke.

Beste Grüße Marcus!!!
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Re: Fliegenfischen nach Schlaganfall

Beitragvon Harald aus LEV » 12.10.2014, 07:18

Hallo Marcus,

bzgl. Tenkara: Das sind eigens dafür hergestellte Ruten. Nimm mal Kontakt zu Erge hier im Forum auf. Der kennt sich gut mit Tenkara aus und kann Dich beraten.

Gruß
Harald
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Re: Fliegenfischen nach Schlaganfall

Beitragvon Olaf Kurth » 12.10.2014, 07:59

Moin Marcus,

wie Harald schon schrieb, Ronald (Erge) wäre auch mein erster Ansprechpartner für das Tenkarafischen. Ich habe mal mit ihm zusammen gefischt und kam aus dem Staunen nicht mehr raus. Eine gute Übersicht findest Du hier: viewtopic.php?f=26211&t=267087&hilit=tenkara

Liebe Grüße,

Olaf
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Re: Fliegenfischen nach Schlaganfall

Beitragvon dilldapp » 12.10.2014, 09:09

niezeitzumfischen hat geschrieben: anspruchsvoll und da kann ich den unter Umständen sogar in einen Rolli setzen und das paßt.

Wenn ich mir das überlege wie viele Menschen solche Handicaps haben.....

Grüße und besten Dank!!Marcus


Wie weit ist er mit der Reha?Ich hatte letztes Jahr einen Schlaganfall. Bin wieder Fußgänger und die Motorik der linken Hand geht auch wieder,Die rechte war gesund.Hilfreich ist Ergotherapie, die ich nach vor mache,als Training für mein Hirn.
mfG
peter
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Re: Fliegenfischen nach Schlaganfall

Beitragvon niezeitzumfischen » 12.10.2014, 09:51

Hallo Olaf, hallo Peter,

Tenkara würde klappen-allerdings nicht am Bach-zumindest nicht bei uns. Die Einschränkung ist so stark, dass es nicht geht in unwegsamen Gelände-und das ist es bei uns. Zu verwachsen und steil, überall Wurzeln usw....an der Nagold hab ich das schon mal probiert, da gibt es Stellen die gehen. Am besten wären Stege oder Brücken-jaja schon klar......mal sehen, vielleicht gibt es am Neckar ein paar zugängliche Stellen, wie gesagt es müssen nicht zwingend Salmoniden sein, die befischt werden. Ich guck mir mal die Infos von Ronald an-Danke!!!

Peter, leider ist wirklich die linke Seite komplett futsch...Therapie macht er fast täglich, vor kurzem war er wieder 4 Wochen stationär zur Reha. Der macht ständig irgendwas, es wird aber leider nicht besser. Ich glaube ohne Ziel wird das auch nix mehr, deshalb auch die Aktion hier. Wenn das geht mit Tenkara dann kriegt mein Vater Rückenwind. Hast Du auch Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis???Langzeitgedächtnis ist dagegen unglaublich fit. Danke für die Tips!!

Mir fällt gerade ein, wir waren mal am Regen im Fischerstüberl-Äschen über Äschen-die sind im Schneetreiben gestiegen als gäbs kein Morgen....da gab es ein paar durchaus geeignete Stellen???Muss mich mal richtig Erinnern. Vielleicht hat auch jemand der das liest die Strecke im Kopf-über eine Info würd ich mich freuen!!!Oder sonst noch einen gescheiten Tip-Umkreis von 300 KM um Stuttgart muss reichen. Danke!!!!

Grüße Marcus
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Re: Fliegenfischen nach Schlaganfall

Beitragvon Mindelpeter » 12.10.2014, 11:28

Servus Marcus,

wahnsinnig toll wie du dich für deinen Dad einsetzt. =D>
Ich finde, daß muss unterstützt werden. An unserer Mindelstrecke gibt es Abschnitte, die für deinen Vater wohl machbar wären. Zwar erst wieder 2015, aber evt. geht es ihm ja da auch etwas besser. Schick mir bitte eine PN mit deiner Tel.Nr.

LG
Peter
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Re: Fliegenfischen nach Schlaganfall

Beitragvon Frank. » 12.10.2014, 11:32

Das finde ich GANZ TOLL, lieber Peter!

Frank
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Re: Fliegenfischen nach Schlaganfall

Beitragvon niezeitzumfischen » 12.10.2014, 12:12

Hallo Peter, mach ich gerne-vielen herzlichen Dank!!!

Was machen eigentlich die anderen mit den Vätern und Kumpels die beim älter werden krank werden??? Jeder dem es schon mal schlecht gegangen ist über längere Zeit, kennt doch auch das Gefühl, daß fehlt - das gute Gefühl draußen zu sein und zu fischen, Wind und Wasser zu spüren. Frei zu sein, raus aus dem Körperkäfig. Gibts da sonst noch welche die vielleicht eigene Erfahrungen haben mit Handicaps???

Freu mich was zu lesen-Danke!!

Grüße und schönen Sonntag
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Re: Fliegenfischen nach Schlaganfall

Beitragvon niezeitzumfischen » 12.10.2014, 13:11

Hallo,

eigentlich find ich das ganz normal das ich meinem Vater zu etwas verhelfen will das er eigentlich nicht mehr kann. Wenn ich mir überlege wie ich angefangen habe zum fischen dann hat mir da mein Vater unheimlich viel geholfen. Mir fällt da ein wie er mich immer über die Traun getragen hat, weil mir das Wasser sonst in die Stiefel gelaufen wäre und ich schiss vor der Strömung hatte wie ein Hase und ich wahrscheinlich mit hellblauer Glasrute und Grayling Killer Bug und Palaretta keinen Zipfel gefangen hätte und versoffen wäre....weil der uns jedes Jahr in den Sommerferien nicht ans Meer karrte sondern irgendwohin nach Österreich an schöne Gewässer. Er kaufte damals schon teuere Karten für seinen Steppke, obwohl ich die meisten Bisse gar nicht blickte....mit 9 Jahren waren wir am Donnersbach, dort hatten die Äschen Farben wie Kampffische, solche Fische hab ich nie mehr gesehen-auch nicht auf den vielen, vielen tollen Bildern hier-werd ich nie vergessen und damals hab ichs dann geblickt mit den Äschen;-))) Der hat mir aber auch den Frack verklopft weil ich mal aus der Murg 2 Forellen abgeschlagen habe mit knapp 30 cm, sowas vergess ich auch nicht und war auch gut so. Weil der mir mal die beste Rute der Welt aufgebaut hat und ich Idiot die kaputt gemacht hab. Hat er wieder repairiert und nie wieder was darüber gesprochen....sowas kann man doch gar nicht zurückzahlen!!Nie. Aber vielleicht kann ich wenigstens so was für Ihn tun. Das ist kein schlechtes Gewissen sondern Dankbarkeit!!!

Grüße
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