Frage zum Aufbau der Keulenschnur

Fliegenwerfen - wie geht das eigentlich? Wie kann ich meine Leine effektiver ausbringen und Fehler ausmerzen? Was hat es mit den AFTMA-Klassen auf sich? Was sind Spezial- und Trickwürfe? Fragen über Fragen! Hier könnt Ihr Euch gegenseitig helfen.

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Frage zum Aufbau der Keulenschnur

Beitragvon Suedehead » 25.08.2016, 12:35

Hallo zusammen,

Ich als Frischling stehe gerade vor einer Frage die sich mir stellt.

Wie im Vorstellungsthread angesprochen habe ich mir eine Kombo gekauft. Scierra Emerger WF7.

Ich dachte immer WF steht für weight Forward also Keulenschnur. Allerdings sehe ich bei meiner Schnur keine Keule (bis auf die zusammengeschweißt Schlaufe zum Vorfsch einschlaufen)
Kann es sein das ich eine komplett durchgängig gerade Schnur habe? Oder sieht man die Keule wirklich nicht mit blossem Auge und es ist nur das Gewicht welche die Keule ausmacht?

Grundsätzlich kann ich die Schnur auf gut 10-13m mal gut mal weniger gut in der Luft halten. Jedoch das Recht kraftraubend.

Zudem, wenn ich den schnurzug beim Rückschwung einsetze, rutscht die Schnur nicht wieder zurück. Mag allerdings auch an meiner Technik liegen :)

LG

Pascal


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Re: Frage zum Aufbau der Keulenschnur

Beitragvon piggy » 25.08.2016, 13:39

Hallo Pascal,

die Keule hat bei WF-Schnüren schon einen anderen Durchmesser als die running line und die unterschiedliche Dicke der Abschnitte kann man üblicherweise bei einer 7er WF-Schnur schon mit dem Auge (und den Fingern) erkennen. Die Keule setzt sich aus front taper, belly und rear taper zusammen. Die Länge dieser Abschnitte haben einen wesentlichen Einfluss auf die Wurfeigenschaften. Optisch muss sich die Keule nicht von der running line unterschieden. Bei einigen teureren Schnüren ist das aber der Fall, aber auch diese Schnüre sind "aus einem Guss", d. h. außer den unterschiedlichen Durchmessern erkennt man keinen Unterschied. Die "komplett durchgängige gerade Schnur" ist als DT-Schnur bekannt.

Grundsätzlich kann ich die Schnur auf gut 10-13m mal gut mal weniger gut in der Luft halten. Jedoch das Recht kraftraubend.

Zudem, wenn ich den schnurzug beim Rückschwung einsetze, rutscht die Schnur nicht wieder zurück. Mag allerdings auch an meiner Technik liegen :)


Für mich hört sich das eher nach Problemen bei der Technik an. Insbesondere erfordern Leerwürfe eigentlich nicht viel Kraft. Bzgl. Punkt 2 würde ich vermuten, dass Du mit dem Zug zeitlich falsch einsetzt bzw. aufhörst.

Beste Grüße
Christian
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Re: Frage zum Aufbau der Keulenschnur

Beitragvon Suedehead » 25.08.2016, 14:03

Besten Dank für die Antwort Chridtian.

Also werde ich dann demnach ziemlich sicher eine DT-Schnur haben. Gut, wollte mir eh eine neue leisten. Dann greife ich dort zu einer WF.
Hatte die Hardy Premium Flyline Floating WF7F im Auge. Taugt die was?


Ich denke auch eher das es meine Technik ist die mir da auf den Arm schlägt. Spass macht es dennoch. Werde ich definitiv am Ball bleiben


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Re: Frage zum Aufbau der Keulenschnur

Beitragvon piggy » 25.08.2016, 15:53

Hallo Pascal,

viele Instruktoren und Guides empfehlen zum Lernen/ Üben auf der Wiese eine Schnur mit langer Keule, insbesondere einem langen rear taper. Eine solche Schnur ist zum Beispiel die günstige GT 90 von Barrio. Diese Schnur gibt es nur online direkt bei Mike Barrio (UK). Ich habe dort schon oft bestellt und nie Probleme gehabt.

Ob die Schnur auch am Wasser sinnvoll ist, hängt wohl wesentlich von den benutzten Fliegen ab. Zum Angeln auf Hecht mit großen Streamern würde ich diese Schnur beispielsweise nicht empfehlen. Als 5er benutze ich diese Schnur zum Angeln auf Forelle sehr gerne. Die Hardy Premium Flyline Floating habe ich als 8er, aber bisher sehr selten benutzt, da ich eher mit der 5er oder 6er ans Wasser gehe. Generell würde ich zum Üben erst einmal eine günstige Schnur kaufen, da der Rasen doch gewisse Spuren hinterlässt.

Beste Grüße und viel Spaß
Christian
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Re: Frage zum Aufbau der Keulenschnur

Beitragvon Thomas E. » 25.08.2016, 15:57

Hallo Pascal,

das es eine DT ist, die auf nur einer Seite eine geschweißte Schlaufe aufweist, kann ich mir kaum vorstellen.

Lege doch mal beide Enden der Schnur nebeneinander und vergleiche den Durchmesser auf den ersten Metern.
Bei einer WF solltest Du einen Unterschied im Durchmesser sehen können.

Ist eine Front- Verüngung an beiden Enden (ca.2m) und der Durchmesser läuft dann identisch dick weiter, ist es tatsächlich eine DT.

Die Schnur sollte nach hinten raus genauso schießen,wie nach vorn, sonst ist die Technik fehlerhaft.
Der Schnurtyp ist dabei egal.
Gruß
Thomas Ellerbrock
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Re: Frage zum Aufbau der Keulenschnur

Beitragvon Suedehead » 25.08.2016, 16:22

@Christian
Ich Schau Mal was ich am Samstag in HH für Schnur finde. Evtl haben die auch was günstigeres da zum üben.
Vorwiegend will ich halt an die Elbe auf Zander, Rapfen, Hecht und Barsch. Nächste Woche fahren wir allerdings in den Osten an einen Forellensee. Evtl ist meine Rute dort etwas überqualifiziert da der See auch eine kleine Bachstrecke hat an der ich Fischen wollte. Mal schauen.


@Thomas
Ich hatte sie Mal bis zum backing abgespult. Da wurde das backing einfach nur angeknotet, also weder backing noch Schnur haben eine Schlaufe.
Wie gesagt, hatte jetzt nur explizit nach keulenform geschaut. Das aber auch nur kurz. Werde sie mir heute Abend nochmal vornehmen

Gruss
Pascal


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Re: Frage zum Aufbau der Keulenschnur

Beitragvon Eckat » 25.08.2016, 18:35

Moin ersma.
Suedehead hat geschrieben:Kann es sein das ich eine komplett durchgängig gerade Schnur habe? Oder sieht man die Keule wirklich nicht mit blossem Auge und es ist nur das Gewicht welche die Keule ausmacht?


Hast du die Schnur selber aufgespult oder wurde das vom Verkäufer/Händler gemacht?
Ich hab mal bei Ebay ne gebrauchte Kombo gekauft, die wurde angeblich vom Händler fertig aufgetackelt und der Besitzer (absoluter Anfänger) hat's dann verkauft weil er damit nicht klar kam. Es war ne 8/9er Rute, ne (geschätzt) 6er WF, und dazu noch falschrum aufgespult. :shock:
Aber wenn du beide Schnurende nebeneinander hältst, solltest du das sehen können, zumindest bei 'ner Schwimmschnur. Bei 'ner Sinkschnur muß man schon genauer kucken, evtl. sogar die Schnurstärken messen.

Gruß, Eckat.
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Re: Frage zum Aufbau der Keulenschnur

Beitragvon Suedehead » 25.08.2016, 19:30

Eckat hat geschrieben:Moin ersma.
Suedehead hat geschrieben:Kann es sein das ich eine komplett durchgängig gerade Schnur habe? Oder sieht man die Keule wirklich nicht mit blossem Auge und es ist nur das Gewicht welche die Keule ausmacht?


Hast du die Schnur selber aufgespult oder wurde das vom Verkäufer/Händler gemacht?
Ich hab mal bei Ebay ne gebrauchte Kombo gekauft, die wurde angeblich vom Händler fertig aufgetackelt und der Besitzer (absoluter Anfänger) hat's dann verkauft weil er damit nicht klar kam. Es war ne 8/9er Rute, ne (geschätzt) 6er WF, und dazu noch falschrum aufgespult. :shock:
Aber wenn du beide Schnurende nebeneinander hältst, solltest du das sehen können, zumindest bei 'ner Schwimmschnur. Bei 'ner Sinkschnur muß man schon genauer kucken, evtl. sogar die Schnurstärken messen.

Gruß, Eckat.



Moin Eckat,

ich kann dir gar nicht sagen wer die Schnur aufgespult hat. Habe die Kombo auch gebraucht erstanden. Derjenige kam damit nicht zurecht und hat sie wieder verkauft. Ähnlich wie bei dir.
Die Schnurfarbe passt jedenfalls zu dem damaligen angebotenen Kombo-Paket. Nämlich gelb-orange. Und schwimmen tut sie auch, daher nehme ich an das sie auch eine Schwimmschnur ist :D
Habe sie leider momentan auch nicht griffbereit, ansonsten hätte ich glatt mal ein Foto reingestellt.


Gruss
Pascal
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Re: Frage zum Aufbau der Keulenschnur

Beitragvon piggy » 25.08.2016, 19:52

Hallo Pascal,

Du hast dann wahrscheinlich diese Kombo. Wenn die Spitze der Fliegenschnur gelb ist, dann sollte die Fliegenschnur richtig aufgespult sein. (Auf dem Foto sieht das zunächst nicht so aus, da das Backing auch gelb ist. Steht aber in der Beschreibung.) Ob die Klasse der Schnur zur Klasse der Rute passt ist aus der Ferne schwer zu beantworten, aber in der Mehrzahl der Fälle solte das bei einer gekauften Kombo schon passen.

Beste Grüße
Christian
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Re: Frage zum Aufbau der Keulenschnur

Beitragvon Suedehead » 25.08.2016, 20:12

Hallo Christian,

genau die ist es. Als #7 in 9'.

Ich werde mir morgen die Schnur nochmal genauer anschauen. Auch mal mit der Schiebelehre zu Werke gehen und einfach mal nachmessen.
Nichts desto trotz werde ich mir dann am Samstag einfach mal noch eine holen, einfach um mal einen Vergleich zwischen alt und neu zu haben.

Schnur kann man eh nicht genügend auf Lager haben, oder? ;)


Gruss
Pascal
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Re: Frage zum Aufbau der Keulenschnur

Beitragvon Thomas E. » 25.08.2016, 20:14

Hi Pascal,

Wenn die Schnur zweifarbig ist, hast Du sicher eine WF.
http://www.gerlinger.de/scierra-einhand ... -emerger-1

Wenn sie zur Rute passt, würde ich erstmal keine neue Schnur kaufen, sondern lieber in Unterricht investieren. :wink:
Gruß
Thomas Ellerbrock
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Re: Frage zum Aufbau der Keulenschnur

Beitragvon fjorden » 25.08.2016, 22:47

Hallo Pascal,
wenn du auf Raubfisch an der Elbe fischen willst solltest du dir auf alle Fälle eine Schnur mit kurzer Keule holen und sinkend wäre auch nicht schlecht. Für den Anfang würde ich dir jedoch zu einfacheren Gewässern raten.Wenn du mit dem Werfen einigermaßen klar kommst kannst du dich dann an das schwierigere Fischen ranwagen.
Gruß
Fjorden
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Re: Frage zum Aufbau der Keulenschnur

Beitragvon Suedehead » 26.08.2016, 17:30

Hallo nochmal,

Habe gerade Mal meine Schnur abgespult. Es scheint wirklich eine DT zu sein. Habe vorne und hinten jeweils 1mm und in der Mitte 1,5mm im Durchmesser. Sind das gängige Durchmesser?


Gruss
Pascal


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Re: Frage zum Aufbau der Keulenschnur

Beitragvon piggy » 26.08.2016, 20:58

Hallo Pascal,

die Durchmesser "passen schon irgendwie"---das kann ich so genau nicht sagen. Miss doch bitte mal 6 Meter von der Spitze und 6 Meter vom Ende. Bei einer WF sollten sich die Durchmesser unterscheiden.

Beste Grüße
Christian
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Frage zum Aufbau der Keulenschnur

Beitragvon Suedehead » 29.08.2016, 14:55

Ich wollte mich nochmal zu Wort melden...

Habe mir jetzt eine Grey's WF7F geholt für schmales und noch eine zweite Rolle, Grey's GX300. Was soll ich sagen....damit klappt es um Längen besser mit dem Werfen. Auch die Haptik ist komplett anders, ich denke die alte Schnur ist einfach zu "trocken", da gleitet nichts mehr. Mal schauen ob ich sie für s üben noch retten kann. Ist auch definitiv keine WF.

LG
Pascal


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