Hechtstreamer an der leichten Schnur

Fliegenwerfen - wie geht das eigentlich? Wie kann ich meine Leine effektiver ausbringen und Fehler ausmerzen? Was hat es mit den AFTMA-Klassen auf sich? Was sind Spezial- und Trickwürfe? Fragen über Fragen! Hier könnt Ihr Euch gegenseitig helfen.

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Hechtstreamer an der leichten Schnur

Beitragvon Trockenfliege » 25.02.2019, 17:17

Im Nachbarthread habe ich geschrieben, dass man Hechtstreamer von ca. 15 cm auch gut mit einer 4er Rute+ 4er Schnur werfen kann.

Da gab es wohl den ein oder anderen Schmunzler/Zweifler, deshalb habe ich gerade meine schon länger zurückliegenden Versuche aktuallisiert und die einzelnen Daten genauer vermessen.

Rute: ältere Winston Boron II, 8,6´ in Klasse 4. Dies ist eine mittelschnelle Rute und nicht der Weitenjäger.

Schnur: leider habe ich meine Bachrolle mit der uralten DT 4 ( Affta konform)von SA erwischt. Die ist auf den hinteren Metern extrem verschlissen, trocken und sägt entsprechend in den Ringen und schiesst schlecht.

Vorfach: 2 m 47er Mono

Fliegen: Einmal ein unbeschwerter Hechtstreamer, der in feuchtem Zustand ca. 2,8gr wiegt und dann einen zusätzlich mit Glasaugen beschwertem Streamer, der ca. 4 gr wog.

Geworfen habe ich auf der Wiese am Wasser, also mit trockener Schnur und viel Rückraum. Den Streamer habe ich vor dem Wurf immer naß gemacht, wobei zuviel Wasser bei den ersten Schwüngen rausgeschleudert wird, das merkt man richtig, wenn die Fliege nach 1-2 Schwüngen leichter wird.

Nachgemessene Weiten: mit dem leichten S. über 20m, mit dem schweren über 21m. Die größere Wurfweite des schweren Streamers liegt an dem Effekt, dass er, einmal beschleunigt, soviel Energie hat, dass er die ganze Schnur noch ein Stück hinter sich herzieht.
Die Weiten waren meine von meiner Fußspitzen bis zur Fliege gemessen. Es herrschte praktisch Windstille.

Die max. Weite wurde wohl einmal durch die Rute begrenzt. Mit meiner "4er" RPL+ ( eine rassenreine 5er) hätte ich wahrscheinlich noch etwas mehr Schnur in der Luft halten können und wäre noch weiter gekommen. Außerdem wäre eine neuere glattere Schnur besser geeignet.

Natürlich empfehle ich jetzt nicht die 4er als Hechtrute zu verwenden, :biggrin: es ging nur 1. um die Diskussion, was möglich ist und 2. möchte ich anregen, es doch mal selbst zu versuchen.
Voraussetzung ist eine sehr lange Keule oder eben eine DT. Nur damit lassen sich die nötigen Schnurlängen in der Luft halten, langes Schiessenlassen ist nicht möglich, da die leichte Schnur zu wenig Energie speichern kann, um einen voluminösen Streamer weit zu transportieren.

LG
Reinhard
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Re: Hechtstreamer an der leichten Schnur

Beitragvon Harald aus LEV » 26.02.2019, 12:40

Hallo Reinhard,

ich glaube, Dir gerne, dass das ohne Probleme geht, vor allem wenn genug Platz nach Hinten für Überkopf, oder Seitwürfe hat.
Schwieriger dürfte es bei Unterhandwürfen werden.
Einen wichtigen Punkt dabei hast Du selbst erwähnt.
Trockenfliege hat geschrieben: Es herrschte praktisch Windstille.

Bei 'ner steifen Brise sieht das höchstwahrscheinlich schon anders aus.
Gehen tut vieles, aber ob es unter diesen Bedingungen noch effektiv ist und/oder Spaß macht, steht auf einem anderen Blatt.
Wie gesagt bei Windstille und genügend Rückraum wird das sicher funktionieren.

Gruß
Harald
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