Hallo Bernd !
Roman Moser erklärt das auf jeder seiner Vorführungen ganz genau, wie man aus dem Handteil wirft und mit einer Gespließten kann man überhaupt nur so werfen, nur falls Du meinen Worten keinen Glauben schenken willst.
Das Problem liegt meiner Meinung darin, daß fast niemand mehr im Vorschwung "durch die Rute durch wirft", sondern es wird einfach wie verrückt mit der Schnurhand gezogen um eine Aufladung zu erreichen, dazu wird die Rute einfach hin und her gerissen und zwar im Rückschwung und im Vorschwung auf einer runden Bahn. So entstehen Torsionen in der Rute, die in weiterer Folge Wellen in der Schnur bedeuten.
Die immer entstehenden Wellen durch das Zurückschwingen der Rutenspitze werden bei einem sauberen senkrecht ausgerichteten Wurf aus der Schnur gerade gezogen, bei einer seitlichen Ausrichtung ist das aber nicht der Fall
Die modernen Ruten haben soviel Kraft, daß kaum einmal die Reserve "Handteil" benötigt wird außer man will einmal wirklich über 25 m werfen.
Hallo Thotty!
Mathias kenne ich seit Jahren, schätze ihn als exzellenten Könnner und bin ihm freundschaftlich verbunden.
Was nun die Goldköpfe betrifft, so verstärkt der Goldkopf den Wurffehler der horizontale liegenden Schlaufe sowie des dadurch bedingten Kraftverlustes und läßt den Goldkopf gefährlich absinken. Auch ich ziehe mir den Hut tief in den Nacken,

denn niemand ist vor Fehlern oder einer Windboe gefeit.
Aber Thotty,

Hans hat immer gesagt "seitwärts vorbei und oben drüber" damit hat er im Vorschwung gemeint "durch die Rute durchwerfen", das Problem liegt im Rückschwung, daß die Leute mit der Wurfhand zu hoch anfangen. Wenn ich mit der Wurfhand am Ende des Wurfes mit nach oben ausgestrecktem Arm dastehe, wie soll denn da noch ein vernünftiger Vorwurf zustande kommen? Der Gebetsroither beginnt mit der Wurfhand in Gürtelhöhe und endet in Ohrhöhe alles andere bringt Probleme, das "Fliegenfischengefuchtelsen" wo beide Hände über dem Kopf agieren ist einfach lächerlich an zusehen und außerdem vollkommen praxisfremd. Ein weiterer Punkt ist der übermäßige Einsatz der Schnurhand im Rückschwung, hier kommt eine zusätzliche meist unkoordinierte Kraft zum Einsatz, die der Leine zusätzliche Geschwindigkeit verleiht, man könnte meinen das ist doch prima?
Was jetzt kommt ist meine persönliche Meinung aus Erfahrung, die muß sich niemand zu eigen machen, mir fehlt nämlich jegliches Sendungsbewußtsein

:
Die extrem schnelle Schnur zerrt an der Rute länger als die Drift und lädt zu einem Teil die Rute schon für den Vorschwung zusätzlich auf, bevor dieser überhaupt angesetzt wird. Es tritt der gleiche Effekt auf, wie mit einer zu schweren Schnur an der Rute.
Das geht bis zu einer Länge von 12-15m noch gut, dann ist es aber gnadenlos aus und vorbei, kann jeder gerne probieren, werft mal auf einer 4er eine 6er oder gar 7er Schnur.
Warum werfen die großen Künstler so fließend wunderbar? Weil sie im Stande sind den Krafteinsatz genau auf die geforderte Weite ab zu stimmen.
Hilfe dazu:
Rückschwung: Schnurhand ruht vor der Körpermitte und bewegt sich nicht!!!
Der Wurf beginnt in "Grüß Gott Stellung", Wurfhand vor dem Körper wie beim Handschlag, Gewicht ist auf dem rechten (Wurfhand) Bein. Die Wurfhand wird nun ansteigend bis zum Ohr gezogen, der Ellbogen geht in keinem Falle nach oben; da der Körper frontal zum Ziel steht entsteht ein automatischer Stopp. Bei dieser Ausführung des Rückschwunges entsteht ein automatischer Zug, der nicht von der Schnurhand, sondern von der Wurfhand intiiert wird, dadurch entsteht ein hoher und extrem gleichmäßiger Rückschwung, der Werfer muß nur noch die automatisch gezogene Schnur wieder einbringen (Schnurhand bewegt sich zur Wurfhand beim Ohr) und der Vorschwung kann beginnen.
Vorteil 1: man hat überall Reserven, um einen Fehler oder ein plötzlich auftretendes Problem (Windboe) ausgleichen zu können.
Vorteil 2: durch die etwas langsamere Schnur hat man Variationsmöglichkeiten und kann sich im Vorschwung auf die Präsentation konzentrieren oder wenn nötig umdisponieren
Vorteil 3: die ganze Sache ist bewegungsarm und stört dadurch am wenigsten die Fische, da beide Hände innerhalb der Silhoette bleiben, der Wurf kann auch im Sitzen, auf den Knien oder sogar in Seitlage ausgeführt werden.
tight lines
Gebhard