Jetzt muss ich auch mal eine Frage stellen... Bogenwurf

Fliegenwerfen - wie geht das eigentlich? Wie kann ich meine Leine effektiver ausbringen und Fehler ausmerzen? Was hat es mit den AFTMA-Klassen auf sich? Was sind Spezial- und Trickwürfe? Fragen über Fragen! Hier könnt Ihr Euch gegenseitig helfen.

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Jetzt muss ich auch mal eine Frage stellen... Bogenwurf

Beitragvon strongbow » 02.09.2011, 16:17

Wenn ich so gemütlich vor mich hinfische, stelle ich oft fest, das ich das Vorfach nicht gerade ablege, sondern es - ich werfe mit rechts - am Ende einen mehr oder wenig deutlichen Bogen nach links beschreitet, teilweise geradezu einen rechten Haken (oder für die, wo et gang genau wissen wollen: es geht in Richtung eines auf dem Kopf stehenden "L", wobei die Fliege am kurzen Schenken hängt) . Das mache ich nicht absichtlich, es passiert einfach so.

Da damit keine sonstigen unerwünschten "Nebenwirkungen" verbunden sind (wie Windknoten, Tailing-Loop-Tüdeleien), habe ich mich darüber nie wirklich geärgert. Beim Trockenfischen stromauf oder beim Nymphen stromauf ist das sogar ein sehr angenehmer "Wurffehler", da man gerade stromauf präsentieren kann, ohne das der Fisch das Vorfach sieht. Beim Meerforellenfischen möchte man dagegen gern eine gerade Leine ablegen, da stört es etwas.

Nun möchte ich von Euch wissen: Woran liegt es? Und wie kann ich es abstellen bzw. bewußt nutzen?

Danke für Eure nimmer erlahmend wollende Auskunftsfreude..

Strongelchen
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Re: Jetzt muss ich auch mal eine Frage stellen... Bogenwurf

Beitragvon Olaf.Musebach » 02.09.2011, 17:43

Schwierig so etwas per Ferndiagnose zu korrigieren. Aber als Faustregel kann man sagen das die Fliege genau dahin geht wohin auch die Rutenspitze zeigt. Dies bedeutet dass Du mit der Rutenspitze eine Linksbewegung beschreibst.

Komisch ist auch dass Du einen Bogen in der Schnur hast, genau solche Bogenwürfe trainiere ich gerade, daher weiss ich genau wie schwierig es ist so etwas zu reproduzieren.

Wirfst Du mit oder ohne Doppelzug?
Bei ungefähr welcher Schnurlänge passiert dir das?
Ist dein Handgelenk aktiv oder inaktiv?

Werde heute oder morgen versuchen das auf der Wiese nachzuvollziehen.

Gruß

Olaf
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Re: Jetzt muss ich auch mal eine Frage stellen... Bogenwurf

Beitragvon tea stick » 02.09.2011, 17:52

Siehste, Strongelchen, so spielt das Leben:
Statt daß Du dankbar bist, ein Naturtalent zu sein, machst Du Dir Gedanken, warum Du eins bist.
Du kommst mir vor wie der kleine Tausendfüßler, der gefragt wurde, mit welchem Bein er zu laufen beginnt. Daraufhin kommt er ins Grübeln und kann keinen Schritt mehr tun...
Noch naturtalenter wäre es, wenn Du Dein "L" willkürlich nach links oder nach rechts legen kannst.
Wenn Du's 'raus hast, gib mir bitte Bescheid!

LG

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Re: Jetzt muss ich auch mal eine Frage stellen... Bogenwurf

Beitragvon Salomon » 02.09.2011, 21:00

Tippe du knickst dein Handgelenk nach innen ein. Ist streng genommen schon ein bekannter Wurf "Alter Stil" quasi.
Achte darauf dass dein Zeigefinger wirklich dort hin zeigst wo du hin möchtest und noch wichtiger dass das Handgelenk nicht einknickt.

LG
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Re: Jetzt muss ich auch mal eine Frage stellen... Bogenwurf

Beitragvon gespliesste » 02.09.2011, 21:42

Hallo Strongelchen,

eins ist klar, dass du deinen Wurf in irgendeiner Phase seitlich auslenkst, sonst schafft man es nicht einen Bogen zu werfen. Es kann eine Reihe von Gründen haben, oft passiert das wenn man mit sehr offenen Beinstellung und sehr seitlich wirft. Oder sonst wie die gerade Linie zwischen den beiden Stops verlässt (Handgelenk o.ä.).

Versuch mal als Kontrastprogramm mit der Dauemnhaltung eine brutal vertikale Schlaufe über die Schulter zu werfen und abzulegen, dabei sollte die Schnur 100% gerade liegen, erst mal nur ein paar Meter. Einfach mal um ein Gefühl zu bekommen. Dann schau dir deinen Vor- und Rückschwung genau an. Irgendwo lenkst du aus. Leg mal deinen Rückschwung auf der Wiese hinter dir ab und schau ob dieser gerade ist, oder auch schon einen Bogen hat ...

Viel Glück, ich hoffe du findest die Ursache und merkst sie dir gut wenn du später mal einen perfekten Bogen stromauf legen willst :wink:

LG,

Olaf
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Re: Jetzt muss ich auch mal eine Frage stellen... Bogenwurf

Beitragvon Bernd Ziesche » 03.09.2011, 06:19

Hallo Strongbow,
letzter Rückwurf: Beschleunigen, Stopp und Schnurstreckung abwarten. Dabei führe die Rute permanent möglichst gut in einer Ebene.
Nun den finalen Vorwurf ausführen: Beschleunigen, Stopp (ca. 10 Uhr) und die Rute sanft absenken. Ebenfalls nicht die Ebene verlassen.
Als Ebene stelle Dir eine rot eingefärbte Mauer vor (ca. 10cm dick). Sie kann vertikal oder auch seitlich abgekippt stehen. Vor- und Rückwurf sollten hier in dieser Ebene bleiben. Insbesondere die Rutenspitze sollte diese Ebene nicht verlassen.
Hilfreich kann es beim Üben sein, wenn Du vor und hinter Dir etwas auf die Wiese legst. Sowhl mit dem Vor- als auch mit dem Rückwurf visierst Du diese Ziele nun an. Dazwischen stellst Du Dir eine gerade Linie vor, die Du möglichst nicht verlässt.
Meistens entsteht solch Problem (wie von Dir beschrieben) durch das Werfen einer Ellypse.
Beste Grüße
Bernd
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Re: Jetzt muss ich auch mal eine Frage stellen... Bogenwurf

Beitragvon Rolf Renell » 03.09.2011, 22:29

Hallo Strongelchen ,
du sprichst von einem Bogen nur im Vorfachbereich?richtig?
so lese ich es heraus - oder meinst du einen Bogen in der Flugschnur?
Wenn dein Bogen rein im Vorfachbereich und/oder weniger als Bogen in der Flugschnur entsteht, könnte auch deine Verbindung von Schnur zu Vorfach (welche ich nun nicht kenne) verantwortlich sein dafür, z.B. bei überdimensioniertem Loopconnector oder sonstiger grosser Masse dort(grosse Verklebung , Schlauch etc.) welche nach Streckung der Schnur im Wurf zu beschriebener Seite auslenkt , evtl. natürlich noch verstärkt mit einer radiellen Seitwärtsbewegung wie hier schon angedeutet von Kollegen ,
beste Grüsse,
Rolf
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Re: Jetzt muss ich auch mal eine Frage stellen... Bogenwurf

Beitragvon f.k. » 06.09.2011, 12:15

Hallo Strongelchen,

Auch wenn ich kein Wurfexperte bin, hoffe ich dir helfen zu können. Ich hatte das gleiche Phänomen bei meinen Würfen und konnte es neulich bei einem Wurfkurs mit den Proguides beheben. Laut der Analyse von Uwe Rieder lag mein Fehler, wie ja auch schon von anderen hier gesagt, an einer nicht ganz geraden Linie im Wurf. Die Lösung war eigentlich recht simpel: Uwe riet mir, die Bewegung der Rolle beim Wurf zu berücksichtigen. Konkret bedeutet dies, die Rolle beim Rückschwung zum Körper hin etwas "einzudrehen" und besonders beim Vorschwung die Rolle leicht vom Körper weg "auszudrehen". Dadurch wird eine gerade Linie unterstützt. Auch wenn das Drehen der Rolle anfangs etwas ungewohnt war, hat es doch meinen Wurf verbessert. Ich hoffe, dass ich das Ganze halbwegs verständlich formuliert habe und es dir weiterhilft.
Gruß,

Florian

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Re: Jetzt muss ich auch mal eine Frage stellen... Bogenwurf

Beitragvon Bäschwatz » 06.09.2011, 23:04

Bogenwurf abstellen
Wieso denn?
Hab mir für sowas ne extra Schnur zusammengebastelt.
Ergibt zwar eine Menge nicht gefangener Fische, aber erst mal sehen was da ist.
Gruß Thilo
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Re: Jetzt muss ich auch mal eine Frage stellen... Bogenwurf

Beitragvon Thomas E. » 06.09.2011, 23:22

Den Tipp, die Hand für den normalen Überkopfwurf im Wurf zu drehen, halte ich generell für nicht sinnvoll !
Da steht der Uwe mit seiner Empfehlung recht allein da...erfordert es doch noch mehr Konzentration, der Beginner ist da leicht überfordert. :wink:
"Schön an der Wand entlang" ist leichter zu lehren, mit entsprechenden Hinweisen und Korrektur.

Zum "L" :
Für den Rechtshänder, der die Rute gern etwas seitlich führt, gibt es leicht mal eine Abweichung von Schnur/Vorfach nach links, wenn vorn zuviel "Masse" vorhanden ist !
Das kann am einem zu kurzen und/oder nicht richtig verjüngten Vorfach liegen, einer beschwerten Fliege, an einer vorn sehr massigen Schnur.
Allein eine etwaige Abweichung der Rutenspitze von der "Bewegungswand" reicht für ein rechtwinkliges Herumschlagen nicht aus ! :wink:

Denn selbst für gute "Trickwerfer" ist ein Vorfach nach links auf 90° gebogen dann nicht leicht, wenn das Vorfach länger und die Fliege leicht und luftfängig ist, erfordert es (mit dieser Methode) hohe Geschwindigkeit im Schnur- Spitzenbereich, die ein hierin Ungeübter nicht erreicht.
Gruß
Thomas E.
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Re: Jetzt muss ich auch mal eine Frage stellen... Bogenwurf

Beitragvon strongbow » 07.09.2011, 15:29

Vielen Dank für die Ratschläge.

Habe nun einen längere Angelsession zur Selbstbeobachtung genutzt und es stimmt: ich lenke aus... Wahrscheinlich bin ich durch das MeFo-Fischen verdorben. Um "Selbsthakungen" bei ungünstigem Wind und mit beschwerten Fliegen zu vermeiden, führen ich die Rute vom Körper weg. Das führt am Ende des Vorschwungs zu einem kleinen Haken nach links.

Wenn ich nun bei Ententeichwetter am Fluß mit dem beschwerten Bugger fische, mache ich es genauso. Achte ich darauf, die Rutenhand an der imaginären Wand entlang zu führen, streckt sich das Vorfach wieder gerade.

Allerdings fischt die Vorsicht immer mit und meine Fliegenführung ist unbewußt darauf ausgerichtet, mir den Streamerhaken nicht durchs Ohr oder die Backe zu ziehen...

Wie macht ihr das bei beschwerten Fliegen, wenn ihr Körperkontakt vermeiden wollt?

Toby

PS: Bei der Rollenhaltung habe ich mich schon lange für eine seitliche entschieden. Nur so bewegt sich die Leine bei Schießenlassen frei durch die Ringe. Sonst "klebt" sie je nach Schnur mehr oder weniger stark am Blank, was in ein weniger schönes "Abschießen" der Leine mündet.
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Re: Jetzt muss ich auch mal eine Frage stellen... Bogenwurf

Beitragvon Maggov » 07.09.2011, 23:15

strongbow hat geschrieben:
Wie macht ihr das bei beschwerten Fliegen, wenn ihr Körperkontakt vermeiden wollt?

Toby


Hallo Toby,

Du könntest eine Schnurklasse höher gehen oder Du wirfst einen grösseren Loop. Je nachdem welche Distanz erforderlich ist.

LG

Markus
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A. A. Lucas in Fishing and Thinking, 1959
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