Ladung der Fliegenrute

Fliegenwerfen - wie geht das eigentlich? Wie kann ich meine Leine effektiver ausbringen und Fehler ausmerzen? Was hat es mit den AFTMA-Klassen auf sich? Was sind Spezial- und Trickwürfe? Fragen über Fragen! Hier könnt Ihr Euch gegenseitig helfen.

Moderatoren: Forstie, Maggov, webwood, Olaf Kurth, Matthias M., Michael., Kurt Zumbrunn

Re: Ladung der Fliegenrute

Beitragvon Maggov » 16.01.2017, 13:05

Hallo Fritz,

ich möchte noch einen youtube link beisteuern zum Thema Drift und allg. Fragen. Der ist absolut old-school und ich fürchte der Eine oder Andere wird der dort dargestellten Theorie widersprechen aber beinhaltet viele aus meiner Sicht gute Tips und Erklärungen zu Deinen Fragen. Das Schöne an diesem Link ist dass er mit einer Rute vorgeführt wird die heute sicherlich eher beim Schwabbelstock eingeordnet wird. V.a. wegen dem Alter weil die Fenwick Ruten damals durchaus unterschiedliche Aktionen hatten.

Das Thema Drift wird dort auch erklärt und gezeigt - hier in Form eines Abknicken des Handgelenks das heute vielleicht manch ein Instruktor als falsch bezeichnen würde. Das Timing ist aber das Gleiche, egal ob Du das Handgelenk abknickst oder der Rute mit dem Arm folgst oder das sonst wie machst.

link: https://www.youtube.com/watch?v=LVGHjL4zRy0

LG

Markus
Reflection is a broad deep and quiet pool into which the stream of an angler's thought opens out from time to time.
A. A. Lucas in Fishing and Thinking, 1959
Maggov
Moderator
 
Beiträge: 5005
Registriert: 28.09.2006, 13:21
Wohnort: München
"Danke" gegeben: 179 mal
"Danke" bekommen: 233 mal

Re: Ladung der Fliegenrute

Beitragvon CPE » 16.01.2017, 14:38

Hallo Markus,

Danke für den Link. Das sind genau die richtig guten Werfer die ich meine (obwohl Jim Green hier ja sogar weitestgehend sagt, was er tut). Z. B.:

https://youtu.be/LVGHjL4zRy0?t=5m34s "it looks like you're not stopping at all, but your are stopping your power here and opening the wrist".

https://www.youtube.com/watch?v=LVGHjL4 ... be&t=7m41s "it's all one smooth movement".

Wenn es so aussieht, als ob er keinen Stop macht, könnte es sein, dass er auch keinen macht. Eine Möglichkeit.

Über Drifting im Forward Cast redet er nicht so viel, allerdings sind seine False Casts wunderbar symmetrisch, d.h. er kippt nach dem Überschlagen der Spitze ganz sicher um die 20° weiter nach vorne und geht außerdem leicht mit (nach meinem kleinen Gefühl minimiert das die auf den Überschlag folgenden Wellen in der Schnur, warum also auch nicht, s. Grunde Lövolls Diagramm, genau dasselbe Bild): https://youtu.be/LVGHjL4zRy0?t=11m22s

TL, Norbert
La pêche on sèche est la pêche en nymphe, ce qu'est l'amour courtois est à la copulation.
CPE
 
Beiträge: 1270
Registriert: 10.02.2012, 05:01
"Danke" gegeben: 540 mal
"Danke" bekommen: 486 mal

Re: Ladung der Fliegenrute

Beitragvon Fliegenfan » 16.01.2017, 19:38

Guten Abend,
danke für die Links! Sehr schön zu sehen wie er der Rute nachfolgt. Es sieht wirklich aus wie eine flüssige Bewegung, da muss ich mal probieren wie ich am besten klarkomme. Auch erkennt man gut, wie sich diese Rute bis unten auflädt und eine schöne Schlaufe erzeugt.
Liebe Grüße,
Fritz
Fliegenfan
 
Beiträge: 44
Registriert: 01.07.2015, 20:19
"Danke" gegeben: 75 mal
"Danke" bekommen: 61 mal

Re: Ladung der Fliegenrute

Beitragvon hshl » 17.01.2017, 16:56

Fliegenfan hat geschrieben: Nur noch zu meinem persönlichen Verständnis der Antwort von hshsl: In der Rutenbiegung ist die aufgebaute Energie gespeichert. Diese wird ja über eine gewisse Zeit aufgebaut. Um also möglichst effektiv zu werfen(also schnelle Schnur) muss sich diese in einer möglichst kurzen Zeit entladen, daher der abrupte Stopp. Würde man die Rute langsam entschleunigen, würde die Schnur auch langsamer fliegen.


Hallo Fritz,

auf die Zeit der Entladung hast Du wenig Einfluss, sie hängt im Wesentlichen von der Rückstellgeschwindigkeit der Fliegenrute ab ("Aktion"). Du kannst die "Entladung" zwar etwas beeinflussen und damit z.B. die Gegenbiegung klein halten. "Der Stopp" ist jedoch eine komplexe Angelegenheit, nicht ohne Grund hat sich Dr. Lövoll so ausführlich damit beschäftigt. Der abrupte Stopp wird gerne gelehrt, damit der Werfer ganz am Ende des Wurfes die Rutenspitze noch etwas beschleunigt. Ich finde die Bezeichnung "speed up and stopp" sehr schön, um die Bedeutung dieser Endgeschwindigkeit hervorzuheben.

TL, Tobias
Energieübertragung Griff -> Spitze = Rotation ("Hebelbewegung") + Translation ("Parallelbewegung") + Zwischenspeicherung ("Rutenladung") + Umverteilung ("Drehimpuls/Massenträgheit")
Benutzeravatar
hshl
 
Beiträge: 135
Registriert: 06.05.2007, 12:11
Wohnort: Bei Potsdam (ehemals Berlin)
"Danke" gegeben: 7 mal
"Danke" bekommen: 9 mal

Re: Ladung der Fliegenrute

Beitragvon Fliegenfan » 22.01.2017, 15:05

Guten Tag,
erst mal Entschuldigung für die verspätete Antwort, es hat sich nicht früher ergeben.
Danke für die Erklärung bezüglich des Stopps. Ich schätze meine Fragen sind weitgehend beantwortet, wenn noch welche aufkommen, werde ich mich melden.
Vielen Dank und liebe Grüße,
Fritz
Fliegenfan
 
Beiträge: 44
Registriert: 01.07.2015, 20:19
"Danke" gegeben: 75 mal
"Danke" bekommen: 61 mal

Vorherige

Zurück zu Fliegenwerfen: Taktik und Technik

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste