Nymphen, "belgische Methode" - kann mir DAS jemand

Fliegenwerfen - wie geht das eigentlich? Wie kann ich meine Leine effektiver ausbringen und Fehler ausmerzen? Was hat es mit den AFTMA-Klassen auf sich? Was sind Spezial- und Trickwürfe? Fragen über Fragen! Hier könnt Ihr Euch gegenseitig helfen.

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Nymphen, "belgische Methode" - kann mir DAS jemand

Beitragvon Obi » 10.06.2011, 17:05

Hallo zusammen,

ich war mit meinem Kumpel Ende Mai in Isny an der unteren Argen. Es war schon an anderer Stelle zu lesen, dass die Bedingungen dieses Jahr ziemlich schwierig sind:
Wegen des trockenen Frühjahrs niedriger Wasserstand, klares Wasser, extrem selektive Fische. Ich hatte praktisch nur mit einem einzigen Trockenfliegenmuster Erfolg. Wie dem auch sei - wir hatten unseren Spass. Ich habe aber was erlebt, was ich echt nicht verstehe - vielleicht hat jemand eine Erklärung dafür :?:

Folgendes - wir waren tagsüber an einem Pool unterwegs, an dem wir am Vorabend ein paar schöne Bisse hatten. High Noon, so gegen 13:00. Klarer Tag, schönes Wetter. Der Pool hatte eine interessannte Zusammensetzung, was den Fischbestand betraf: Bach- und Regenbogenforellen, Döbel, und sogar ein Hecht und ein Karpfen tieben sich da 'rum.

Einige Fische stiegen trotz der Tageszeit kontinuierlich - konstant wie ein Uhrwerk. Nur unsere Trockenfliegen, Nymphen und Streamer kamen nicht so richtig an. Speziell die Steiger hatten nicht die mindeste Lust, unsere Fliegen zu nehmen. Wir hatten schon den einen oder anderen Biss, ober es war richtig "harte Arbeit". Wir haben uns regelrecht "einen abgefischt". Ich hab' z.B. eine schöne 40-er Bachforelle mit einem Wooly Bugger verhaften können......

Und dann kam eine Gruppe von drei Belgiern an den Pool. Die haben uns dann gezeigt "wo der Dingsda den Bumsda herholt". Speziell einer aus der Gruppe hatte es extrem gut drauf. Wo wir den ganzen Tag mit mauem Erfolg gefischt haben, hat der Kerl in EINER Stunde :!: ca. 10 Forellen 'rausgezogen.

Was die anders gemacht haben :?: Die waren mit der Nymphe unterwegs, aber mit einer Technik die wenigstens ich noch nie gesehen habe. Wie haben das dann die "belgische Methode" getauft..... (Bevor jetzt jemand anfängt wie wild zu googeln - das ist nur unsere Bezeichnung, gell! :wink: )

Wie sieht die "belgische Methode" nun aus :?: Zunächst mal hatten die Jungs relativ leichte Ruten - ich würde schätzen, Klasse 3. Gefischt wurde mit Bissanzeiger - zu dem Vorfach kann ich nichts sagen, ich würde aber auf FC tippen.
Dann hatten die Nymphen in allen Regenbogenfarben, Goldkopf mit Goldwicklung. Ich hab mir die Box von dem Erfolgreichsten aus der Gruppe mal zeigen lassen: Pink, knall-gelb, grün, rot, blau, ...... Hakengröße zwischen 10 und 12. Dabei ist bekannt, dass an der Argen vor allem natürlich gefärbte Muster gehen, in grau, braun, schwarz....

Die Belgier haben die Nymphen sehr eigenartig präsentiert. Ich würde das als "Put & Take" beschreiben. Ein Rückschwung, ein schneller Vorschwung, die Nymphe genau im Sichtfenster des jeweiligen Fisches präsentiert, ein bischen an der Leine gezuppelt, wieder eingeholt. Ein Rückschwung, ein schneller Vorschwung (die Jungs konnten ziemlich gut werfen) und - BISS. Kaum zu glauben :!: Die haben sogar die "Uhrwerke" erwischt, die an unseren Mustern, und denen von einigen anderen Anglern NULL Interesse hatten.

Wir haben dann mal versucht, es genauso zu machen. Und was soll ich sagen? Mein Kumpel hat mit der "belgischen Methode" noch zwei BaFos und einen Döbel gefangen, und ich immerhin eine BaFo.

Normalerweise liest man im Zusammenhang mit dem Nymphen-Fischen Dinge wie "dead drift", "hin-und-her-gemende", "Präsentation stromauf" usw. Nichts von alledem haben die Belgier gemacht - und hatten trotz schwieriger Bedingungen beachtlichen Erfolg damit........... :?:


Jetzt meine Frage: Kann mir BITTE mal jemand erklären, was DA gelaufen ist :?:



Vielen Dank und beste Grüße,

der Obi
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Beitragvon Hawk » 10.06.2011, 17:25

In einem anderen Forum in dem ich unterwegs schreibt ein recht erfolgreicher Hechtangler als wichtigste Regel in etwa folgendes :

"Guck dir an wo,wie,wann und womit alle anderen Fischen und dann mach das genaue Gegenteil davon"

Das ist auch meiner Erfahrung nach grade in stark befischten Gewässern eine sehr gute Methode um die schlauen Großfische ( egal ob nun Hechte, Forellen oder was auch immer) ans Band zu kriegen.
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Beitragvon Marco Reisen » 10.06.2011, 17:35

Befasse dich mal mit "Czech" und "French" Nymphing

Dazu findest du alles Wissenswertes was du dazu brauchst.
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Beitragvon Obi » 10.06.2011, 17:54

Tach auch!

Erst mal vielen Dank für Eure Antworten :wink:

Das war also "Czech Nymphing" was die Jungs da getrieben haben? An "Czech" ahb ich auch schon gedacht.

Ich hab natürlich schon gegoogelt und geyoutubed. Da hab ich bisher nichts gefunden was mit der "belgischen Methode" vergleichbar wäre........ :shock: Von "French Nymphing" habe ich zugegebenermassen noch nix gehört........ :idea:

Beste Grüße,

der Obi
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Beitragvon Marco Reisen » 10.06.2011, 19:21

Es muss sich nicht zwingend um "Czech" Nymphing handeln, aber laut deiner Beschreibung zumindest angehaucht. Viele Techniken basieren aus anderen, und wer weiß, vielleicht nutzen die ja eine eigene "Neue" Technik.
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Beitragvon gespliesste » 10.06.2011, 23:16

Hallo Obi,

Ich fische auch an der Argen etwas unterhalb von Isny als Vereinsgewässer.

Ich denke da ist gar nichts mystisches abgelaufen, das war ganz normales Nymphemnfischen auf (relativ) hohem Niveau.

Bissanzeiger würde ich weglassen und dazu braucht es auch die Neonbomber nicht (wie ich oft sehe, sind die bei Holländern und Belgiern sehr beliebt), die fangen zwar auch, aber nach meiner Erfahrung in letzter Konsequenz nicht ganz so gut wie vergleichbare imitatorische Nymphen.

Ganz abgesehen von der Fliege ist die Präsentation und Führung der Nymphe entscheidend. Immer wieder die alte Regel von Charles Ritz: 80% Präsentation, 20% Fliege

Lass dich nicht desillusionieren und den Rest deines Fliegenfischerdaseins damit vergeuden es den Belgiern nachzumachen und #10 oder #12 Neonbomber durch die Gumpen ziehen. Vieles ist halt Technik und Erfahrung und das muss man sich erarbeiten. Beim Nymphen braucht man eigentlich gar keine Leerwürfe machen, Rollwurf oder Switchcast sind hier sehr hilfreich.

Ich denke der entscheidende Unterschied war die Art der Präsentation bzw. Nymphenführung und nicht die neon-leuchtende Fliegenbox.

LG,

Olaf
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Beitragvon Bäschwatz » 10.06.2011, 23:40

Hawk erscheint mit seiner Antwort Recht zu haben.
Alles was immer da ist, interessiert nicht.
Und es muß sich anders bewegen.
Gruß Thilo
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