Position der Fliege beim Snap T

Fliegenwerfen - wie geht das eigentlich? Wie kann ich meine Leine effektiver ausbringen und Fehler ausmerzen? Was hat es mit den AFTMA-Klassen auf sich? Was sind Spezial- und Trickwürfe? Fragen über Fragen! Hier könnt Ihr Euch gegenseitig helfen.

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Position der Fliege beim Snap T

Beitragvon jo » 21.09.2011, 15:06

Hallo zusammen,

derzeit übe ich den Snap T, zu dem ich noch Fragen habe. Es geht um die Position der Fliege, bevor das Aufladen der Rute und anschließende Abfeuern der Schnur erfolgt. Im Kurs wurde mir vermittelt, die Rute anzuheben und dann die Linksbewegung (ich werfe mit rechten Hand) zu machen, um somit die Fliegenschnur heranzuziehen und senkrecht zu mir bzw. zur Wurfrichtung (ich möchte direkt nach vorne werfen) zu positionieren. Meine Frage: Wo ist die beste Position der Fliege?

Im Kurs wurde die besagte Bewegung zum Ausrichten der Fliegenschnur so durchgeführt, dass das letzte Stück der Fliegenschnur mitsamt Vorfach immer noch nach vorne bzw. in Wurfrichtung zeigt. Bei YouTube gibt es tolle Videos zum Snap T, allerdings wird dort (fast) immer so gearbeitet, dass die Schnur mitsamt Vorfach quer bzw. senkrecht zur angestrebten Wurfrichtung liegt. Was ist nun "richtig" bzw. die bessere Variante? Ich will im Prinzip einfach nur sauber nach vorne werfen. Wenn das Vorfach bereits nach vorne zeigt, gelingt das relativ gut. Wenn ich die Schnur komplett quer lege, pendelt die Fliege bei der Vorwärtsbewegung ziemlich stark nach links rein und schießt mir knapp am Kopf vorbei. Daher meine zweite Frage: Wie weit sollte die Fliege vom Werfer entfernt (nach vorne entfernt; und seitlich entfernt) liegen?

Ich hoffe, das Szenario einigermaßen verständlich erläutert zu haben, ansonsten muss ich wohl mal eine Skizze anfertigen und hier hoch laden. Falls Fragen zum Gerät bestehen: 6er Rute (9,6ft) mit einer 6er Loop OptiStream.

Für Ratschäge und Meinungen bin ich sehr dankbar,
viele Grüße
Jo
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Re: Position der Fliege beim Snap T

Beitragvon SvenOstermann » 21.09.2011, 22:46

Hallo Jo,

so, wie ich den Snap-T kenne liegt die Fliege samt Vorfach leicht rechts und hinter dem Werfer (Rechtshänder und auf der rechten Seite geworfen), mithin entgegengesetzt zur vorherigen Richtung. Man schleppt also die Schnur an und zwar so schnell, dass sie fast vollständig vom Wasser abhebt. Dann erfolgt die schnelle ruckartig ausgeführte Gegenbewegung, so dass die Schnur mit samt Vorfach und Fliege in die entegengesetzte Richtung fliegt und anschließend aufs Wasser aufsetzt. Die Rutenspitze zeigt also wieder nach vorne und die Schnur liegt in die entgegengesetzte Richtung. Dann vollführst Du einen seitlichen "Sweep" wie beim Speycast und kannst dir dann in gewissen Grenzen die Richtung aussuchen in die Du Werfen möchtest.

So wie Du das beschreibst kann ich mir keinen Reim auf senkrecht bzw. quer zur Wurfrichtung machen, dashalb die Bitte nach einer Skizze.

TLADS

Sven
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Re: Position der Fliege beim Snap T

Beitragvon Bernd Ziesche » 22.09.2011, 19:12

Hallo Jo,
wenn Dein Vorfach z.B. seitlich nach rechts raus liegt, während Dein D-Loop parallel zu Dir nach hinten raus positioniert ist, würde ich dies als "Bloody L" bezeichnen. Und das ist bei Spey Casting Experten aus gutem Grunde gehasst ;).
Grundsätzlich ist es optimal, wenn Du Fliege, Vorfach (den ganzen Anker), D-Loop und die Rute in einer Ebene mit dem Wurfziel hast, bevor Du den finalen Vorwurf ansetzt.
Das ist manchmal nicht einfach hinzubekommen.
Ist die Fliege nicht so schwer, und nutzt Du eine Schwimmschnur, funktioniert der Wurf schon auch noch, wenn Du mal ein kleines L erzeugt hast.

Ich war kürzlich in London und konnte zwei Tage mit Lee Cummings zusammen werfen. Er ist ein Meister des Spey castings. Er achtet extrem darauf, die Schnur schon im ersten Umlegen so zu positionieren, dass er das Vorfach danach mit gedreht bekommt. Die Fliege kann er schlicht so positionieren, dass sie genau dort liegt, wo er sie haben möchte. Dafür ist das erste Umlegen sehr entscheidend.
Einer der wichtigsten Tipps ist es aus seiner Sicht, die Rutenspitze im letzten Schritt immer nur nach oben zu bewegen. Niemals wieder absenken beim Formen des finalen D-Loops.
Solch ein Wurf ist natürlich echt schwer in bloßen Worten zu erklären. Ich hoffe dennoch, Dir etwas weitergeholfen zu haben.
Beste Grüße
Bernd
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Re: Position der Fliege beim Snap T

Beitragvon jo » 26.09.2011, 18:28

Hi Bernd,

du hast tatsächlich genau verstanden, was ich mit meiner Frage gemeint habe - vielen Dank für deine Antwort!

Jetzt frage ich mich, wie es aussehen soll/muss, damit alle Komponenten in einer Ebene liegen. Dann müsste das gesamte Vorfach mitsamt Ende der Fliegenschnur (und wenn es nur wenige Zentimeter sind) exakt in Wurfrichtung zeigen, richtig?

Viele Grüße
Jo
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Re: Position der Fliege beim Snap T

Beitragvon Bernd Ziesche » 26.09.2011, 20:22

Hallo Jo,
richtig. Das wäre optimal.
Ich habe heute gerade mit einem anderen Wurflehrer zusammen etwas Spey casting geübt und an Deine Frage gedacht.
Bei mir liegt das finale D-Layout sehr gerade in einer Linie mit dem Ziel. Auch bei waterborn Würfen wie z.B. Snap T oder Double Spey cast. Da steckt aber doch viel Üben dahinter...
In Worten ist es schwer und seeeehr aufwendig die Feinheiten für ein optimales Schnurlayout zu schildern.
Beste Grüße
Bernd
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