Richtige Rute für Streamer erkennen

Fliegenwerfen - wie geht das eigentlich? Wie kann ich meine Leine effektiver ausbringen und Fehler ausmerzen? Was hat es mit den AFTMA-Klassen auf sich? Was sind Spezial- und Trickwürfe? Fragen über Fragen! Hier könnt Ihr Euch gegenseitig helfen.

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Richtige Rute für Streamer erkennen

Beitragvon mucmo » 18.02.2019, 14:36

Servus Mitanand!

Woran bzw. wie erkenne ich, bestenfalls im voraus, ob mein Streamer zu schwer ist oder zu viel Luftwiederstand hat ist für meine #8er Rute. Beim Spinnangeln sind ja Wurfgewichte drauf, das macht es etwas einfacher, beim Fliegenfischen ist mir da soweit nichts bekannt und ich möchte nicht meine Rute brechen (falls das bei zu schweren Streamern vorkommt).

Habt ihr da Tipps für mich, woran ich erkennen kann dass mein Streamer zu schwer für die jeweilige Rute ist?
Vielen Dank im Voraus.
Gruß
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Re: Richtige Rute für Streamer erkennen

Beitragvon fly fish one » 18.02.2019, 15:25

Hallo mucmo,

das Thema ist eine Aneinanderreihung causaler bzw. technischer Zusammenhänge.
So rum: Rute (Klasse) -> Schnurgewicht -> "Streamergewicht" (Grösse)
Oder so rum: Streamer -> Schnur -> Rute

Meist sind die Streamer zu gross und fliegen (schlagen, trudeln) bescheiden, weil die Hauptschnur nicht schwer genug ist. Für eine entsprechende schwere Hautpschnur brauchst Du auch die jeweilige Rute.

So ganz grob ist eine #8 schon mal nicht schlecht. Wobei diese Klassenangaben mit Vorsicht zu genießen sind. Wenn Du jetzt mit Deiner Ruten- Schnurkombi ein komisches Verhalten hast, würde ich nicht über neue Ruten nachdenken, sondern die Streamer etwas zarter erwählen und die Schnur mal genauer betrachten. So pauschal ist das aber vage. Um die ganzen Experten hier anszusprechen, solltest Du mal über konkrete Ruten und Fakten schreiben. In Details kenn ich mich in dem Genre nicht besonders gut aus, aber etliche andere Kollegen schon! (Alle die aus lauter Verzweifelung in der Forellendiaspora auf Hechte und so fischen MÜSSEN! :mrgreen: )

Frank
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Re: Richtige Rute für Streamer erkennen

Beitragvon Magellan » 18.02.2019, 15:28

mucmo hat geschrieben:
Woran bzw. wie erkenne ich, bestenfalls im voraus, ob mein Streamer zu schwer ist oder zu viel Luftwiederstand hat



mucmo hat geschrieben:Beim Spinnangeln sind ja Wurfgewichte drauf, das macht es etwas einfacher, beim Fliegenfischen ist mir da soweit nichts bekannt


Hallo MO

Entschuldigung das ich mit der Tür ins Haus falle, aber du wirst auf deine Frage hier wohl kaum eine für dich wirklich verwertbare Antwort bekommen! Ich empfehle dir einen Wurfkurs um dich mit dem grundlegenden des Fliegenwurfs und Fliegenruten vertraut zu machen.

Allerdings sollte deine Rute mit einigen nummern gelabelt sein, stell doch mal ein Foto hier rein!

Aber ich werfe mal einen Aspekt in den Raum; die Schnur wirft die Fliege...
damit dürfte die Tür weit geöffnet sein, um einen Chips und Bier Fred aus dem Thema zu machen!

Nichts für ungut

Gruss
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Re: Richtige Rute für Streamer erkennen

Beitragvon mucmo » 18.02.2019, 15:53

Danke schon mal für die schnellen Antworten!

Die Rute ist eine Redington Path II 9' in #8, die Schnur eine Vision Big Daddy WF8I.

Ein Guiding und einen Wurfkurs habe ich schon hinter mir, meine Wurfkünste sind nicht die Besten aber immerhin schaffe ich konstant über 10 Meter :D . Die nächsten Kurse sind auch schon geplant.
An sich habe ich kein Problem damit, den ein oder anderen Streamer raus zu befördern, mir gehts hauptsächlich sozusagen darum einen Wert (oder ein Gefühl dafür) zu haben, wann ich streamer xy gar nicht mitnehmen brauche wenn ich nur eine #8er Rute habe.

Ja, die Schnur wirft Streamer, aber ab einer gewissen Größe Streamer merkt man ja auch z.B. richtig gut wann sich die Schnur gestreckt hat. Es gibt da ja bestimmt einen Punkt an dem meine Rute einfach zu überlastet ist mit Schnurgewicht plus dem beschleunigten Streamer und bricht - kann ich eben dies vorher an einem gewissen Verhalten der Rute merken oder muss ich erst mal richtig wedeln und erkennen ob der Streamer ungeeignet ist für die Kombo.

Ist etwas schwer zu beschreiben bzw. sorry wenn ich mich da relativ dumm ausdrücke
Gruß
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Re: Richtige Rute für Streamer erkennen

Beitragvon Dominikk85 » 18.02.2019, 16:57

Brechen wird die rute nicht, aber irgendwann rollt die Schnur halt nicht mehr vernünftig ab.
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Re: Richtige Rute für Streamer erkennen

Beitragvon fly fish one » 18.02.2019, 17:05

Hallo Mo,

richtig wedeln auf jeden Fall, aber so leicht zerbröseln die grossen EH nun auch nicht. Eher schon wenn sie vom Streamer giutiniert werden! :p Zu Deiner Frage aber, ja, man kann das spüren, wenn es Dir gelingt die Rute immer weiter zu beschleunigen (sonst alles halbwegs richtig abläuft) und Du keinen Meter weiter wirfst! Dabei biegt sich die Rute immer weiter im Schwung, kann aber nicht weiter "aufgeladen" werden, um in diesem System aus Werfer und Rute die Leine stärker zu beschleunigen, um weiter zu werfen. Dann ist es Zeit nachzulassen! Ich habe eine #5 Hardy die auch #6 Schnüre und Streamer wirft (ich nutze das ganz bewußt), da merkt man das deutlich wenn sie am Anschlag ist. Am auffälligsten ist es bei großen Zweihändern die Überkopf geworfen werden, weil die Leinengewichte und Abstimmung für Wasserwürfe schwerer ist. Überkopf sind sie damit bei richtig kräftigen Würfen deutlich überfordert.

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Re: Richtige Rute für Streamer erkennen

Beitragvon Trockenfliege » 20.02.2019, 10:34

Mit deiner 8er Rute kannst du jeden Streamer werfen - wenn du es kannst 8)

Das Gewicht des Streamers ist nämlich in dem Fall vernachlässsigbar. Hast du denn mal deine Streamer gewogen in feuchtem - nicht naßem - Zustand?

Wenn du nicht gerade schwere Glas- oder Metallaugen dran hast, wiegt selbst ein 15cm Hechtstreamer nicht mehr als 3gr.
Deine Keule wiegt vielleicht 22gr. Was sollen da 3 gr mehr oder weniger ausmachen?
Diese Streamer werden noch gut von der Schnur geworfen, Heiko hat es angesprochen.

Schwieriger wird es mit stärker beschwerten Streamern, die vielleicht auch noch eher wenig Volumen haben.
Die können ein Eigenleben entwickeln und im Endeffekt am Ende des Wurfes sogar die Fliegenschnur hinter sich her ziehen aufgrung ihrer Geschwindigkeit, des Gewichtes bei gleichzeitig schmalem Profil. Durch dieses Eigenleben ist das timing anspruchsvoller, damit man nicht im falschen moment zu hart beschleunigt, das könnte dann die Fliegenrute killen.

Also, auf gut deutsch: Ein Streamer kann eigentlich nicht zu schwer für eine 8er Rute sein, allenfalls zu voluminös. Der Luftwiderstand ist dann das eigentliche Problem.

LG
Reinhard

P.S. Ich werfe meine 15cm Streamer ( ca. 3gr) auch mit der 4er Rute und einer DT auf 20m.
Zuletzt geändert von Trockenfliege am 25.02.2019, 18:02, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Richtige Rute für Streamer erkennen

Beitragvon mucmo » 20.02.2019, 13:13

Vielen Dank für die Antworten!

Reinhard, mit der Antwort kann ich richtig viel anfangen, dass klingt auch sehr logisch. habe dennoch Streamer, die über 5 Gramm trocken wiegen (30cm). Aber es ist sehr schwer, einen Streamer über 10 Gramm hinzukriegen (habe ich probiert, für meine Spinnrute), zumindest einen der nicht mit Bleiaugen überzogen ist.

Da ich meine #8er Rute nicht mit einer schwereren Schnur "überlade", müssten ja noch ein paar Gramm noch oben Luft sein oder sehe ich das falsch?
Habe auch Hollow-Bucktail Streamer auf light Stinger Haken welche so leicht sind, dass ich die mit meiner 5er werfen könnte... Theoretisch. Praktisch habe ich es nicht probiert, da ja immer von Luftwiederstand gesprochen wird.
Ergo ist das Problem eher, den Streamer weit raus zu bekommen als dass der Streamer zu schwer für die Rute ist?!

So wie es scheint, habe ich einfach die Ruten unterschätzt. Wie gesagt beim Spinnfischen 35-40g auf ner 30er Rute durchzuschnalzen endet selten gut, dies möchte ich beim Fliegenfischen vermeiden. Die Faktoren mit nassen Fliegen sind mir bekannt - je nach Material, deswegen binde ich mitunter so gerne mit Synthetik - die sind direkt wieder Trocken, auch in der Box.
Gruß
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Re: Richtige Rute für Streamer erkennen

Beitragvon Achim Stahl » 20.02.2019, 14:00

Moin,

Trockenfliege hat geschrieben:P.S. Ich werfe meine 15cm Streamer ( ca. 2gr) auch mit der 4er Rute und einer DT auf 20m.


RESPEKT! :daumen

So groß sind meine Hechtstreamer etwa auch, und ich schaffe das definitiv nicht.


Viele Grüße!

Achim
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Re: Richtige Rute für Streamer erkennen

Beitragvon Svartdyrk » 20.02.2019, 15:04

Achim,

vielleicht fehlt da bei der Angabe der Wurfweite einfach nur ein Komma... :mrgreen: :wink: Oder besuchst halt doch mal einen Fliegenfischer Kurs. Es gibt da genügend Möglichkeiten (auch an der Küste) dir das wefen mit der Fliegenrute etwas näher zu bringen. Selbst ein Einsteigerkurs kann schon Wunder bewirken, wenn das mit den Streamern gar nicht klappen sollte. :wink: :mrgreen:

Sodenn, Black Dog :doubt:
Wishin' I wuz fishin', g <*))))><
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Re: Richtige Rute für Streamer erkennen

Beitragvon Trockenfliege » 20.02.2019, 19:32

Hallo mucmo,

im Nachbarthread wurde gerade die Problematik von 25-30cm Streamern und 8er Rute angesprochen, haste das noch nicht gelesen?
Beim Vergleich mit einer Spinnrute musst die die unterschiedliche Beschleunigung Spinnrute - Fliegenrute beachten.
Wenn du das Gewicht deiner 8er Keule von zb. 22gr. als Bleistück an deiner Fliegenrute wie bei einem Wurf mit der Spinnrute beschleunigen würdest, würde die sofort abknallen. Selbst ein Schusskopf an einer Monorunningline hat noch so viel mehr Luftwiderstand, dass man ihn nicht so schnell beschleunigen kann.
Was der Luftwiderstand ausmacht, merkst du, wenn du das gleiche Schnurgewicht einmal als Schwimmschnur und dann als Schnellsinker wirfst. Der Schnellsinker fühlt sich viel schwerer an, obwohl er es nicht ist - er hat aber weniger Volumen=Luftwiderstand.

Ich fische häufig meine Hechtstreamer an der Spinnrute. Dazu knipse ich einfach ein dickes Spaltblei direkt vor dem Streamer auf das Beissvorfach.
Die gibt es in diversen Größen von ca. 3 - 8gr. und sind auch wieder zu öffnen.

Dadurch lässt sich der Köder sehr schön waagerecht führen, zumindest bei meinen Streamern und den kleinen Bleigrößen.
Ein Streamer von 10gr aber ohne extra Gewicht wäre so voluminös und hätte so viel Luftwiderstand, dass er an der Spinnrute wahrscheinlich nur schlecht zu werfen wäre.

@ Achim: Ich glaube, dass schaffst du auch, hast du es den schon mal ausprobiert? Wichtig ist nur das richtige Vorfach. Man darf nicht sein Trockenfliegenvorfach verwenden, sondern 1,5m 45er Mono zB.
Außerdem sollte es eine Fliegenschnur mit möglichst langer Keule oder eben eine DT sein, denn man muss viel Schnur in der Luft halten, für einen weiten Schuss reicht die in der 4er Schnur gespeicherte Energie nicht aus.

LG
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Re: Richtige Rute für Streamer erkennen

Beitragvon fly fish one » 20.02.2019, 21:23

Ohaa, Jungs, dass taugt zu Chips und Bier und Fredfernsehen!

Aber interessant ist es trotzdem! Ich meine das ganz ernsthaft!

Frank
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Re: Richtige Rute für Streamer erkennen

Beitragvon mucmo » 21.02.2019, 12:52

Ne, den habe ich noch nicht gelesen, werd ich gleich mal machen.
Ich habe bisher nur den Unterschied zwischen einer kurzen Keule und einer "normalen" geworfen und natürlich gemerkt, vielleicht mache ich mich selbst da gerade ein bisschen verrückt ohne viel Erfahrung mit der Fliegenrute am Wasser zu haben.

An der Spinnrute fische ich meine Streamer je nachdem mit Spirolino (für Top-Water oder direkt unter der Wasseroberfläche) oder Cheburashka (Tungsten) davor - Flugeigenschaften der Streamer sind meist besser als Gummi und mit Chebu davor klatscht es auch nicht auf der Wasserobefläche. Zudem ist man ist immer flexibel wenn es mal paar Gramm mehr oder weniger sein soll.

Danke auf jeden Fall für deine Erklärungen
Gruß
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