von Bernd Ziesche » 11.08.2011, 13:12
Hi Laverda,
das entspricht nicht meiner Erfahrung und Einschätzung.
Aus der Erfahrung:
Wenn ich mich drauf konzentriere, den Zug vergleichsweise sehr rechtzeitig zu beenden und sofort mit der Schnurhand folge, also die Schnur freigebe, so wird die Schlaufe unmittelbar SEHR eng.
Zur Einschätzung dieser Beobachtung:
Kurz vor dem Moment, indem die Rutenspitze die Nullposition (gerader Blank) zu ersten Mal erreicht, hat sie die höchste Geschwindigkeit. Das ist der Moment, indem sich die Schlufe anfängt, zu bilden. Wir haben also unmittelbar später die Unterschnur, die Oberschnur und die Schlaufenfront.
Die Unterschnur wird von der Oberschnur (deutlich mehr Momentum) ganz am Anfang noch mitgezogen. Wenn Du gegen diese Kraft weiterhin ziehst (Schnur durch die Ringe) lädst Du damit die Rute. Allerdings in die falsche Richtung, nämlich dem Counterflex (Überschwingen) verstärkend.
Den Effekt, dass Du an der (gerade entstehenden und noch sehr kurzen) Unterschnur einen Gegenimpuls setzt, verstehe ich so wie Du auch.
Es ist möglicherweise ein weiterer Grund, warum man mit "early release" erstaunliche Wurfergebnisse erreicht (worin sich denn alle Experten mittlerweile nahezu einig sind).
Es gibt aber aich denn Effekt, dass ein Ziehen an der Unterschnur die Oberschnur beschleunigt.
Ich glaube, ob das jeweils gut oder schlecht ist, hängt stark von dem Verhältnis der Energie in der Oberschnur zu der Energie in der Unterschnur ab.
Ich glaube nicht, dass es hier eine pauschale Antwort gibt.
Gruß
Bernd
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