Hallo "Held"

Für dynamische "Wasserwürfe" - wie z.B. Switch cast, Snake roll, Snap Z, Single Spey usw. gebe ich folgende Tipps mit auf den Weg:
1. 180°Regel: Anker, Rutenspitze, D-Loop und Vorwurf sollten möglichst gut in einer Linie (primär in einer Ebene) mit dem Wurfziel liegen.
2. Zum Anker: Je kürzer er ist, und je flacher (möglichst parallel) zur Wasseroberfläche er aufsetzt, desto besser.
Er sollte im Optimalfall nur gerade so stark sein, dass er ein (der Wurfrichtung entgegen gerichtetes) Zurückschlittern mit sinkender Länge beim letzten Lösen des Ankerendes weitgehend verhindert.*
3. Zum D-Loop: Je größer, desto einfacher ist es, Distanz zu erreichen.
Beim Üben empfehle ich die Position des Ankers stets zu beobachten und sie zu variieren. Dies ist für die Praxis sehr hilfreich...
Mit zunehmeder Übung empfehle ich den Vorwurf etwas vor dem Aufwassern des Ankers zu starten.
Dies hat zur Folge, dass sich der Anker leichter wieder vom Wasser lösen lässt, und man außerdem eine sehr gute Spannung im D-Loop hält.
Um solche Tipps im Detail zu verstehen (oder auch aufstellen zu können), hilft solch Video.
Natürlich ist das kein "Einsteigerlevel" mehr und geht schon deutlich in die Details.

*Interessant zu verstehen ist, dass der Anker sich zwangsweise beim Abrollen (aus dem Wasser heraus) zunehmend verkleinert. Und dadurch sinkt auch zunehmend sein Widerstand. Wenn man nun Slowmotionaufnahmen anschaut, erkennt man, dass der Anker fast immer im letzten Moment anfängt, entgegen der Wurfrichtung zurück zu schlittern.
Dieser (zurück schlitternde) Teil der Schnur wird also erst nach hinten beschleunigt und muß nach der Umlenkung komplett entgegengesetzt beschleunigt werden.
Aus diesen Gedanken heraus entwickeln sich ggf. auch mal Würfe wie der Snap Z. Man überlegt, wie man den Anker noch etwas optimieren kann und probiert verschiedene Techniken aus.
Nochmal zu der alten Theorie: "Wir brauchen den Anker, um die Rute laden (biegen) zu können." Wenn das so wäre, würde man bei einem größeren Anker immer mehr Rutenladung erzielen können und sich dies zum Ziel setzen. Tatsächlich hilft der größere Anker ggf. eher das Risiko des Durchschießens zu reduzieren - also erlaubt eventuell etwas mehr Spielraum beim Timing.
Ich habe sehr konstant die Erfahrung gesammelt, dass unabhängig dessen, wieviel man das Werfen übt, man einen Wurf umso schneller gut "hinbekommt", je besser man den Wurfablauf in der Theorie versteht. In diesem Sinne wollte ich hier nur die Möglichkeit bieten, (natürlich ganz freiwillig) mal etwas tiefer in die Details zu schauen
Beste Grüße
Bernd