Schlaufenbild im Rückwurf, mein Problem

Fliegenwerfen - wie geht das eigentlich? Wie kann ich meine Leine effektiver ausbringen und Fehler ausmerzen? Was hat es mit den AFTMA-Klassen auf sich? Was sind Spezial- und Trickwürfe? Fragen über Fragen! Hier könnt Ihr Euch gegenseitig helfen.

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Schlaufenbild im Rückwurf, mein Problem

Beitragvon Streamer1 » 04.11.2011, 11:47

Hallo liebe Fliegenwerfer,

kann man anhand dieser Skizze grob sagen, warum sich die Schlaufe im Rückwurf in dieser schlüssellochähnlichen Form zeigt? Dies ist ein wenig überzogen dargestellt, doch zeigt in etwa, wie das seitlich betrachtet aussieht. Diese Schlaufe trägt sich bis zum Ende durch und rollt auch so aus, lenkt dabei seitlich etwas aus (von oben betrachtet), aber das tut der Vorwurf bei mir auch. Klar zu merken ist allerdings der nachteilige Effekt dieser Schlaufe im Rückwurf. Obwohl sie sich nicht überkreuzt, hat die Schnur spürbar weniger Power als die Schlaufe im Vorwurf. Generell versuche ich, das Tracking zu verbessern und auch die Kraftverteilung im Wurf. Dadurch ist es etwas besser geworden.
Vielleicht hat noch jemand einen Tipp?
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Re: Schlaufenbild im Rückwurf, mein Problem

Beitragvon jakefly » 04.11.2011, 16:59

Das sieht ein bißchen nach einem beginnenden tailing loop aus. Möglicherweise hast du beim Rückwurf eine nicht konstante Beschleunigung, anders gesagt einen "Ruck" in der Bewegung un damit einen kurzzeitigen Anstieg in der Beschleunigung, bei dem die Rutenspitze dann unter die ideale gerade Bahn abtaucht, da sich die Rute kurzzeitig stärker durchbiegt und dann wieder entspannt (die Rutenspitze geht wieder nach oben während des Rückschwunges), da die Beschleunigung nach dem Ruck von dir dann wieder verringert wird. Ich hoffe, man kann es so verstehen.
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Re: Schlaufenbild im Rückwurf, mein Problem

Beitragvon Royal Coachman » 04.11.2011, 18:22

Hallo Streamer!

Das ist ein ganz typisches Schlaufenbild für einen schlechten Rückschwung.
Es entsteht durch einen viel zu starken und noch dazu nicht durchgehenden Zug im Rückschwung. (Wiesentanz! :mrgreen: )
Wenn Du nun noch dazu ausdrehst, verlierst Du jede Menge an Energie, dies geht soweit, daß die Schlaufe horizontal liegt.

Um dies weg zu bringen solltest Du versuchen, die Schnurhand im Rückschwung vor dem Körper ruhen zu lassen, es entsteht dadurch ein automatischer Zug, der völlig ausreicht um über 15 m vor Wasser ab zu heben. In der Streckphase nach hinten mußt Du dann die gezogene Schnur einschießen (wenn das nicht gelingt, ist die Schnur um mindestens eine Klasse zu leicht!)Weiters empfehle ich Dir eine gerade Körperhaltung: Füße parallell und das Gewicht auf dem rechten Fuß (Rechtshänder). Dadurch entsteht ein automatischer Stopp um 13 Uhr und eine gleichmäßige Schlaufe mit ordentlicher Höhe.

Durch die verminderte Geschwindigkeit hast Du außerdem bis zum Vorschwung jede Menge Zeit um Richtung oder Geschwindigkeit (Wind) zu verändern.

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Re: Schlaufenbild im Rückwurf, mein Problem

Beitragvon strikemike » 05.11.2011, 11:49

Perfekt beschrieben! Sehe ich genau so. =D>

Royal Coachman hat geschrieben:Hallo Streamer!

Das ist ein ganz typisches Schlaufenbild für einen schlechten Rückschwung.
Es entsteht durch einen viel zu starken und noch dazu nicht durchgehenden Zug im Rückschwung. (Wiesentanz! :mrgreen: )
Wenn Du nun noch dazu ausdrehst, verlierst Du jede Menge an Energie, dies geht soweit, daß die Schlaufe horizontal liegt.

Um dies weg zu bringen solltest Du versuchen, die Schnurhand im Rückschwung vor dem Körper ruhen zu lassen, es entsteht dadurch ein automatischer Zug, der völlig ausreicht um über 15 m vor Wasser ab zu heben. In der Streckphase nach hinten mußt Du dann die gezogene Schnur einschießen (wenn das nicht gelingt, ist die Schnur um mindestens eine Klasse zu leicht!)Weiters empfehle ich Dir eine gerade Körperhaltung: Füße parallell und das Gewicht auf dem rechten Fuß (Rechtshänder). Dadurch entsteht ein automatischer Stopp um 13 Uhr und eine gleichmäßige Schlaufe mit ordentlicher Höhe.

Durch die verminderte Geschwindigkeit hast Du außerdem bis zum Vorschwung jede Menge Zeit um Richtung oder Geschwindigkeit (Wind) zu verändern.

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Re: Schlaufenbild im Rückwurf, mein Problem

Beitragvon gespliesste » 07.11.2011, 00:12

Hallo Gebhard,

Royal Coachman hat geschrieben:Es entsteht durch einen viel zu starken und noch dazu nicht durchgehenden Zug im Rückschwung. (Wiesentanz! :mrgreen: )


Nennt man das so? "Wiesentanz" :shock:

Ich dachte, dass sind eher die Jungs auf dem Oktoberfest, die mit der Peitsche im Festzelt für Stimmung sorgen ...
Deren Wurftechnik ist ja unter aller Sau, total überpowerte Rückschwünge, da durchbricht bei jedem Rückschwung das Vorfach die Schallmauer. :wink:

LG,

Olaf
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Re: Schlaufenbild im Rückwurf, mein Problem

Beitragvon Hardy » 07.11.2011, 07:52

gespliesste hat geschrieben:Nennt man das so? "Wiesentanz" :shock:

Ich dachte, dass sind eher die Jungs auf dem Oktoberfest, die mit der Peitsche im Festzelt für Stimmung sorgen ...
Deren Wurftechnik ist ja unter aller Sau, total überpowerte Rückschwünge, da durchbricht bei jedem Rückschwung das Vorfach die Schallmauer. :wink:

LG,

Olaf


Wenn die es aber mal schaffen, diesen Rückschwung wieder sauber nach vorne zu bringen, dann geht's aber dahin. 60m sollten dann kein Problem sein... :mrgreen:

Groetjes
Hardy
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Hardy K., GMofATSHO, "Große Worte" 3.Ausg. 1893, Kap. 2, Seite 672
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Re: Schlaufenbild im Rückwurf, mein Problem

Beitragvon Streamer1 » 07.11.2011, 08:57

Hallo,

erstmal vielen Dank für die Tipps! Nach 'Wiesentanz' sieht's hoffentlich nicht ganz aus, egal was da passiert....beim Wiesentanz, meine ich! :D

Habe bisher einen seitlichen Stand bevorzugt und zumeist mit Doppelzug geworfen. Ich werde das mal so probieren, wie RC es empfohlen hat. Zumindest sollte dann das Ausdrehen etwas geringer ausfallen. Am Beschleunigungsweg arbeite ich bereits, vielleicht wird's demnächst etwas sauberer. :D
LG
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Re: Schlaufenbild im Rückwurf, mein Problem

Beitragvon Bernd Ziesche » 07.11.2011, 09:11

Hallo Anton,
ich schreibe zufällig gerade an einem Bericht über das Formen und analysieren von Schlaufen. Hier ein Bild aus jenem Bericht, welches zeigt, wie man (vereinfacht dargestellt) das Schlaufenbild lesen bzw. interpretieren kann:

Bild

In Deinem Fall sehe ich eine Welle in der Oberschnur des Rückwurfes. Diese Welle bezeichne ich als eine "Tendenz zum Tailing Loop". Anhand des reinen Bildes kann ich natürlich nicht sagen, ob sich im nächsten Moment die Welle in der Oberschnur mit der Untershnur kreuzen wird, was ein Tailing Loop bedeuten würde.
In beiden Fällen ist die oder sind die Ursache(n) die gleiche(n).

Häufig ist der Zug mit der Schnurhand zu früh fertig. Verzögere den Zug mit der Schnurhand etwas mehr. Je später, desto besser.
Oder Du hast während des Rückwurfes loose Schnur zwischen Schnurhand und unterstem Leitring. Diese gilt es zu vermeiden.
Oder Du wartest die Schnurstreckung im vorangegangenen Vorwurf nicht optimal ab.
Oder Deine Beschleunigung der Rutenhand ist nicht möglichst gleichmäßig, als viel mehr von einem "plötzlichen Druckpunkt" geprägt.
Sind Deine Stopps (Uhrzeiten) wirklich so schön symmetrisch zueinander? Falls nicht... hilft ein Angleichen sehr gut, um jenes Schlaufenbild zu optimieren.
Ist die Größe Deines Arbeitswinkels an die Schnurmenge angepasst? (Kommt relativ selten vor: Aber manchmal hat der eine oder andere Werfer einen zu engen Arbeitswinkel für die zu werfende Schnurmenge.)

In den meisten Fällen summieren sich mehrere dieser Ursachen, und im Resultat forcierst Du Deine Rutenspitze dadurch auf einem teil-konkaven (teils nach unten gewölbten) Beschleunigungsweg. Der Part "teil-konkav" passiert meistens im letzten Drittel des Beschleunigungsweges.
Im Optimalfall beschleunigst Du Deine Rutenspitze entlang einer leicht konvexen (nach außen gewölbten) Beschleunigungsbahn.
Die oft zitierte theoretisch ideale gerade Linie ist blanke Theorie.

Wenn nun alles nichts hilft und Du beim Fischen (doch mal wieder) aktute Probleme hast, kannst Du für eine kurzfristige Lösung den Arbeitswinkel deutlich öffnen, wodurch Du zumindest ein Tailing Loop weitgehend verhindern kannst.

Frohes Werfen,
Bernd
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Re: Schlaufenbild im Rückwurf, mein Problem

Beitragvon Streamer1 » 07.11.2011, 13:43

Danke Bernd!

Anhand des reinen Bildes kann ich natürlich nicht sagen, ob sich im nächsten Moment die Welle in der Oberschnur mit der Untershnur kreuzen wird, was ein Tailing Loop bedeuten würde.
In beiden Fällen ist die oder sind die Ursache(n) die gleiche(n).

Das ist schonmal gut zu wissen. Die Schlaufe kreuzt sich nicht, wenn doch aber die Ursachen gleich sind,ist das Einerlei und habe ich schon einmal einen Anhaltspunkt.
Auch werde ich den Doppelzug noch einmal beleuchten, da sich das Problem anscheinend kurz vor dem Rückstopp generiert und ich feelingmäßig mit der Rutenhand erstmal kein großes Problem sehe (im Vergleich zum Vorschwung schon ganz ok).
Bisher war mir das Problem noch nicht so aufgefallen, da ich meistens mit einem Küstengerät übe. Mit meiner neuen 4er Passport und einer 4er DT ist mir diese leichte Tendenz erst richtig aufgefallen. :!:
LG
Anton
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Re: Schlaufenbild im Rückwurf, mein Problem

Beitragvon Bernd Ziesche » 07.11.2011, 14:12

Bei leichtem Gerät mit nicht selten vergleichsweise weniger steifer Aktion als sie vielfach in den höheren Klassen entlang der Küste gefischt wird, ist es deutlich leichter die Rutenspitze durch kleine "Fehler" plötzlich auf ihrem Weg etwas zu stark nach unten zu forcieren. Deine Beobachtung macht Sinn, und zeigt genau das, was schon vielen von uns so passiert ist.
Mir auch. An der Küste lief alles super und beim ersten Mal mit der leichten Rute auf der Wiese festgestellt, dass andere dieses leichte Gerät um Lichtjahre besser werfen konnten :) . Motiviert zum Analysieren und üben...
Gruß
Bernd
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Re: Schlaufenbild im Rückwurf, mein Problem

Beitragvon Royal Coachman » 07.11.2011, 20:28

Hallo Streamer!

Du hast übersehen, daß Du nicht nur mit leichtem Gerät sondern auch mit einer DT wirfst!

Im Arbeitsbereich brauchst Du nur ca 60 % der Geschwindigkeit, die mit einer WF-Keule notwendig ist.

Die DT hat eine viel niedrigere Sinkrate als eine WF, dadurch wird nicht so viel Geschwindigkeit benötigt um die Schnur erfolgreich in der Luft zu halten.

Beim letzten Test mit den neuen Quiet Tapers, ist das ganz klar herausgekommen.
Es wird immer mehr Gewicht in die Keule gepackt um bessere "Schusswerte" zu erreichen, das erfordert höhere Schnurgeschwindigkeiten schon im Arbeitsbereich.

RC
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Re: Schlaufenbild im Rückwurf, mein Problem

Beitragvon Thotty » 08.11.2011, 07:43

huhu Gebhard,

wieso Sinkrate ?? :-k
ich dachter er fischt ne schwimmschnur... ??

und ja, keulengewicht: die haben ja alle einen kopfschuss,
ääh, ich meine natürlich schusskopf.
*spässken*

grüatzi auch an Börnie, meinen lieblingsschlingel...

Thorsten
zuletzt geändert von Thotty am 11.7.2011 um 21.13, insgesamt 153- mal geändert
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Re: Schlaufenbild im Rückwurf, mein Problem

Beitragvon Streamer1 » 08.11.2011, 09:30

Du hast übersehen, daß Du nicht nur mit leichtem Gerät sondern auch mit einer DT wirfst!


Hallo Gebhard,

übersehen habe ich das nicht, sondern habe mir die DT mit Absicht gekauft, um damit Erfahrungen beim Werfen und und auch Fischen zu machen. Ich beschäftige mich erst seit knapp 3 Jahren intensiver mit dem Fliegenwerfen und das leichte Gerät ist bei uns Nordlichtern nicht so häufig im Gebrauch wie andernorts. Die Diskussioner WF vs. DT habe ich bisher nur in der Theorie verfolgt, daher war es ein bewusster Kauf - ich hatte allerdings gehofft, dass man dieses Gerät etwas einfacher meistern könnte. Dennoch, es scheint gewisse Fehler aufzudecken und das kann ja nur hilfreich sein. :D

Motiviert zum Analysieren und üben...


So war das gedacht! :)
LG
Anton
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Re: Schlaufenbild im Rückwurf, mein Problem

Beitragvon Royal Coachman » 08.11.2011, 09:38

Hallo Anton!

Ich habe mich vielleicht etwas undeutlich ausgedrückt, die DT verhält sich etwas anders in der Luft als die WF, Du fühlst von der Schnur weniger Druck, dies könnte bedeuten, daß Du dadurch versucht mehr hineinzupowern.

Versuche auf der Wiese so langsam wie möglich zu werfen, die Schnur soll fliegen und nicht geschossen werden.
Wenn Du Dich nur als Impulsgeber betrachtest, dann solltest Du in kürzester Zeit mit kleinen Arbeitswinkeln ohne großen Kraftaufwand ein ordentliches Schlaufenbild erzeugen können.

tight lines
RC

PS: Gr :daumen atulation zur Entscheidung eine DT zu werfen!
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Re: Schlaufenbild im Rückwurf, mein Problem

Beitragvon Thotty » 08.11.2011, 17:47

huhu Gebhard,

ich fische auf meiner schnuffigen 3`er TXL
auch ne hauchzarte DT.. :smt063

ich bin da nämlich gar nicht so.. (wie auch immer) :smt068
das musste hier mal deutlich gesagt werden.
jawohlja.. :smt076

grüßung :smt039
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