Sehr zugewachsenes Gewässer

Fliegenwerfen - wie geht das eigentlich? Wie kann ich meine Leine effektiver ausbringen und Fehler ausmerzen? Was hat es mit den AFTMA-Klassen auf sich? Was sind Spezial- und Trickwürfe? Fragen über Fragen! Hier könnt Ihr Euch gegenseitig helfen.

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Sehr zugewachsenes Gewässer

Beitragvon derPaul » 18.04.2016, 08:30

Hallo Freunde des Witschens und Wedelns,
Gestern habe ich mit zwei Freunden endlich nach langer Zeit des Füßescharrens endlich unsere persönliche Fliegensaison im berliner Umland eingeleitet.
Zurückgekommen bin ich zwar ohne Fisch aber mit sehr guter Laune und wunderschönen neuen eindrücken.
Ein Gewässer hat uns besonders beeindruckt, vorallem wegen seiner Schönheit, ein sehr kleiner Waldbach, ungefär 2m breit und rundherum so zugewachsen und von Sumpf umgeben, dass alleine das Erlaufen schon ein Abenteuer ist.
Bilder habe ich leider keine gemacht(Kamera im auto :roll: )
Beim nächstem mal werde ich sicher welche schießen und bei Interesse nachreichen.
Fische konnten wir keine entdecken und Oberflächenaktivität war auch keine.

Und genau da liegt auch mein Problem.
Da ich noch Blutiger Anfänger bin habe ich keinerlei Ahnung, wie ich ein solches Gewässer angehen sollte, gerade jetzt im Frühjahr.
Ausrüstung bis jetzt ist mein selbstgebastelter Bambusstecken #4 in 7ft und eine WF4F.
Tiefe des gewässers ist geschätzt zwischen 60cm und knapp über 1m.
Überall überhängende Bäume/Büsche, kein rückraum.
Zielfisch sind Bafo und Refo.

Für Tips zu Taktik und Technik wäre ich sehr dankbar.

Grüße,
Paul
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Re: Sehr zugewachsenes Gewässer

Beitragvon greypanther » 18.04.2016, 21:31

Hi Paul,
derPaul hat geschrieben:Tiefe des gewässers ist geschätzt zwischen 60cm und knapp über 1m.
Überall überhängende Bäume/Büsche, kein rückraum.

Diese Situation ist mir sehr gut vertraut, denn ich befische oft auch solche kleinen Liliput-Fließgewässer.
Aus meiner Erfahrung mit diesen Kleingewässern ist es wichtig für erfolgreiches und entspanntes Fischen, auf eine möglichst kurze (6' oder 6'3") Rute zurück zu greifen. In solchen Gewässern ist Waten oft unerlässlich und Stromauffischen die angesagte Taktik.
Die Beherrschung des Rollwurfes in seinen unterschiedlichen Varianten ist absolut unverzichtbar, damit die Fliege gut präsentiert werden kann. Ideal für diese Art der Fischerei sind m. E. beschwerte und unbeschwerte Nymphen mit und ohne Goldkopf sowie Nassfliegen. Ich persönlich schwöre auf schwimmende DT-Leinen, aber da gibt es sicher auch andere Meinungen zu diesem Thema.
Das Vorfach sollte dabei wegen der Hängergefahr im Bewuchs so kurz wie möglich gehalten werden. Ich benutze eine gedrehtes Vorfach von ca. 1,5 m Länge mit einer Monofilspitze von ca. 30 - 50 cm. Diese Montage befördert selbst größere Nymphen in ausreichende Entfernung und ist fein genug, die Fische nicht misstrauisch zu machen. Die Rute sollte eher von der robusten Art sein, damit auch auf kurze (Roll)Wurfdistanzen und relativ leichtem Leinengewicht genug Power zur Verfügung steht.
Last but not least ist natürlich für diese Art der Fischerei eine erstklassige Watausrüstung von Nöten. Nichts ist mehr störend als wenn man beim Waten in hüfttiefem Wasser plötzlich feststellen muss, dass es "untenrum" ziemlich kühl und nass wird.
Soweit die allgemeinen Tipps, die ich Dir geben kann.
Gruß
Klaus


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Re: Sehr zugewachsenes Gewässer

Beitragvon fjorden » 19.04.2016, 00:17

Hallo,
das klingt aber eher nach einem Gewässer, das nicht zu bewaten ist. In diesem Fall eher 8,6 ft - 9 ft Rute, kurze Würfe oder einfach mal Tippfischerei betreiben.
Gruß
Fjorden
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Re: Sehr zugewachsenes Gewässer

Beitragvon Thomas aus Hamm » 19.04.2016, 06:27

Die Lösung nennt sich STIHL......und hat ein 60er Schwert :mrgreen:

TaH
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Re: Sehr zugewachsenes Gewässer

Beitragvon Peter S. » 19.04.2016, 08:29

Lass Dich nicht erwischen!
Sei auf der Hut bei schönen Frauen und allem was Chinesen bauen. ;-)
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Re: Sehr zugewachsenes Gewässer

Beitragvon Bachneunauge » 19.04.2016, 08:30

Hallo Paul,
zur Ausrüstung hat Klaus schon alles Wesentliche gesagt. Kurze, robuste Rute (ich fische 6,6' #5, DT, kurzes Vorfach, nicht zu dünn (Tippet ,018mm)... Ich trage allerdings wegen der Dornen, Stacheldrähte etc. keine teure Wathose sondern Hüftstiefel. Hängt natürlich vom Gewässer ab. Meines ist teilweise sehr zugewachsen. Ich fische jetzt im Frühjahr meist stromauf mit einer Bibio-Nassfliege oder einem Mini Bugger (Haken Kamasan B175 #10, Fluo-rote Kopfperle, Körper aus UV Chenile schwarz, kleiner Marabuschwanz). Beide Fliegen reizen die Forellen und man sieht mal, ob und welche Fische drin sind, auch wenn einige Attacken daneben gehen. An meinem Bach schießen sich die Fische ab Mai auf die vielen Libellen ein und eine entsprechende Fliege wird vehement attackiert. Auch andere Trockenfliegen und alle Sorten von Landinsekten (Käfer, Raupen, Grashüpfer, Tschernobyl-Ants ... ) finden ab Mai willige Abnehmer und die Fischerei ist sehr aufregend.
Ich kämpfe mich auch mit Roll und Flitzebogenwürfen durch. Ab und an nehme ich auch eine längere Rute mit und versuche Tippfischen mit der Trockenfliege.

Beste Grüße Dirk
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Re: Sehr zugewachsenes Gewässer

Beitragvon Chillipp » 19.04.2016, 10:24

Hallo Paul,

auch ich fische regelmäßig im grünen Tunnel und kann Klaus und Dirk nur voll und ganz zu stimmen, die beiden haben alles wesentliche gesagt. Wenn der Bach völlig zugewuchert ist, ist eine Fischerei vom Ufer aus meistens unmöglich, dann heißt es ab ins Wasser und Rollwürfe praktizieren. Auch den Tipp von Dirk wegen der Watstiefel kann ich Dir nur dringend ans Herz legen, ich habe im Dornengestrüpp mal eine Wathose geschrottet, das war sehr ärgerlich. Hängt natürlich vom Uferbewuchs ab.
Eine Sache kann ich noch hinzufügen: Rehhaar Sedges sind nach meiner Erfahrung an diesen kleine Bächen ein fängiges Allroundmuster, mit dem man ab ca. Mai auch nicht steigende Forellen wunderbar aus ihren Verstecken locken kann.

Viel Erfolg und Grüße,
Philipp
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Re: Sehr zugewachsenes Gewässer

Beitragvon Johannes » 19.04.2016, 22:31

Moin Paul&Co,

auf den Brandenburger Salmostrecken ist das Waten im Sinne der fischenden Vorwärtsbewegung verboten.

Nur zwecks Querung bei fehlenden Brücken etc., zum Hängerlösen oder Fischlanden darf man einwaten.

Die zugewachsenen Gewässer muss man entsprechend vom Ufer und dann z.B. mit einer längeren Rute angehen. Ja, das ist mitunter richtig zähe und bisweilen frustrierende Arbeit. Da eh keine großen Driften möglich sind, sind eher das Anpirschen und zielgenaues Präsentieren entscheidend. Jetzt im Frühjahr ist nicht unbedingt mit Oberflächenaktivität zu rechnen, dann eher auf Verdacht große Nassfliegen, Nymphen oder Streamer präsentieren.

Du kannst bei Bedarf auch gern eine PM schreiben, die konkreten Details für die LAVB-Kleingewässer müssen ja hier nicht komplett durchdiskutiert werden.

TL!

Johannes
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Re: Sehr zugewachsenes Gewässer

Beitragvon derPaul » 20.04.2016, 22:46

Hallo Leute,
erstmal danke für die vielen, hilfreichen Antworten.

Das mit dem Waten hat Johannes ja schon ausgeführt.
Kam mir beim lesen des Erlaubnisscheins auch erst ein wenig merkwürdig vor, aber nachdem ich die Gewässer gesehen habe kann ich die Regelung doch gut verstehen.
Wenn da mehrere Angler häufiger durchwaten würden, würde man von dem Gewässer wohl nicht mehr viel haben, zumal wir hier in Brandenburg nicht den Luxus von Süddeutschen Stein/Kiesuntergründen genießen dürfen, sondern eher im märkischen Sandkasten zuhause sind(mehr Schlamm als Sand...naja)

Morgen werde ich wohl wieder am Wasser sein und mal gucken, ob ich doch noch eine Trutta zu Gesicht bekommen(oder fangen kann? :o )
Beim letzten mal sah das Gewässer aus, wie sterilisiert.

Auf Dunst mit der Reizfliege unter Wurzeln hört sich gut an.
Die Sedges sind tatsächlich neben Mosquittos und Adams die größte Befölkerungsgruppe meiner nicht gerade bunt sortierten Schachtel.
Und das mit den Landinsekten hört sich auch sehr spannend an.

@Johannes: Danke für dein Angebot. Ich werde sicher darauf zurückkommen (men lieber Scholli,da haste dir wat einjebrockt :D )

Ich werde berichten.

Grüße
Paul
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