Sinnvolles Kürzen eines Schußkopfes

Fliegenwerfen - wie geht das eigentlich? Wie kann ich meine Leine effektiver ausbringen und Fehler ausmerzen? Was hat es mit den AFTMA-Klassen auf sich? Was sind Spezial- und Trickwürfe? Fragen über Fragen! Hier könnt Ihr Euch gegenseitig helfen.

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Sinnvolles Kürzen eines Schußkopfes

Beitragvon Ralph Hertling » 30.08.2011, 11:07

Moin zusammen ...
... an die Schußkopfschmeisser hier im Forum:

Ich habe einen ClearIntermediate-Schußkopf von gut 7,9 Metern Länge und einem Gewicht von knapp über 20 Gramm, den ich mir zum Hechtfischen hernehmen möchte.
Diesen will ich mit einer 8er Rute werfen, welche aber eher an der unteren Grenze einer 8er kratzt.

Das System habe ich gestern mit "normalem" Vorfach Probe geworfen.

Ich würde es aktuell als ein wenig zu schwer um gut kontrollierbar zu sein befinden. Vor allem vor dem Hintergrund dass ja noch Stahl UND eine vergleichsweise schwere Hechtfliege dazu kommen würde ich lieber gut zwei Gramm weniger im Schußkopf haben.

Nun hat es sich ja für mich aus früheren Diskussionen über KopfLängen ergeben, dass je länger die Leine ist, die man wirft, sie gerne etwas schwerer sein darf, im Verhältnis zum kurzen Kopf ... UND andersherum!!

Ich habe den fachlich (Danke, Martin!!) nicht ganz ungetrübten Rat bekommen, den Kopf vielleicht ein wenig zu kürzen um das Gewicht zu reduzieren.

Und nun meine Fragen:
1. Wie kurz würdet ihr einen Schußkopf auf Hecht kürzestens fischen?
2. Ist es von der Leinenkontrolle her nicht vielleicht ein Schuß ins Knie, denn er wird zwar leichter, aber eben auch kürzer, der Kopf. Möglicherweise kürze ich also fast zwei Gramm weg, bin dann aber vielleicht bei nur noch 7 Metern und die Kontrolle ist nicht besser geworden.

Bevor ich den Kopf unnötig kürze wollte ich halt mal in die Runde fragen.

Besten Dank für Eure Hilfe vorab ...
... und TL natürlich
Ralph
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Re: Sinnvolles Kürzen eines Schußkopfes

Beitragvon Olaf.Musebach » 30.08.2011, 16:02

Hallo Ralph,

interessant wäre zu erfahren was für eine 8er Rute das ist wenn wie Du sagst die Rute schon mit 20 Gramm in Schwierigkeiten gerät.

Tendenziell würde ich sagen das selbst 7,90 Meter schon wirklich sehr kurz sind (auch fürs Hechtfischen).
Wenn Du also den Schusskopf um 2 Gramm einkürzen willst wird er ungefähr weitere 20cm an Länge verlieren.

Was zur Folge hätte dass der Kopf wahrscheinlich noch unruhiger wird. Ich würde davon abraten und würde mir einen passenden Schusskopf für genau die Rute kaufen.

Gruß

Olaf :D
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Re: Sinnvolles Kürzen eines Schußkopfes

Beitragvon Ralph Hertling » 30.08.2011, 16:47

Hallo Olaf!

Rein rechnerisch sind das beim betreffenden Kopf ca. 2,5 Gramm pro Meter, wobei das dickere Ende (beim HechtKopf vorne) sicher etwas mehr Gewicht pro Meter hat als das hintere, dünnere Ende. Um ihn möglichst lang zu halten wäre es wohl am besten den Kopf vorne zu kürzen, wo es dann schätzungsweise 3 Gramm/Meter hat. Rund gerechnet also 1 Gramm alle 33,3cm Der Kopf würde also um gute (wiederum gerundet) 65cm kürzer werden, also mit 2 Gramm weniger ca. 7,25 Meter lang sein.

Ich bin mir sicher mal gehört zu haben dass ein Hechtkopf mit 7 Metern Länge noch gut fischbar sein soll, habe es aber selbst noch nie ausprobiert.

Die Rute ist, wie gesagt, eine 8er am unteren Ende der Toleranz.
Ich habe sie mir mal vor gut einem Jahr als MeerforellenEinhandrute in 8 Fuß aufbauen lassen, von einem Rutenbauer in England den ich sehr empfehlen kann:
Es ist eine - Zenith (jetzt AtomSix) FT 8'0" 8 wt - gebaut von SteveParkes.
18 Gramm Köpfe, die allerdings in 9,5-10 Meter Länge sind schmeißt das Ding tadellos.

Vielen Dank für Deinen Beitrag!
Ralph
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Re: Sinnvolles Kürzen eines Schußkopfes

Beitragvon derflow » 30.08.2011, 17:11

.....sorry für den unqualifizierten Beitrag bzw. bitte um Aufklärung: Wieso ist bei einem Hecht-SK das dicke Ende des Kopfes "vorne" (vermute mal einfach um das Fronttaper dick zu machen und die Fliege besser transportieren zu können....) ??? Schonmal ausprobiert wie sich die ganze Geschichte wirft wenn Du das "dünne Ende" nach vorne machst also den Schusskopf richtigrum wirfst? Vermute die ganze Angelegenheit wirft sich deutlich besser weil die Kraftübertragung in der Schnur beim "Abrollen" besser ankommt. Sollte das Fronttaper, daß Du jetzt hast nicht mehr genügend power haben um das Vorfach vernünftig abzurollen (geht sowie nicht mit nem Hechtstreamer - die werden in der Regel irgendwie ins Wasser geschleudert - es sei den man stoppt die ganze Geschichte in der Luft und legt sie aufs Wasser) würde ich den Kopf vlt. erstmal dort kürzen um mehr "wumms" zu kriegen....

- nur Gedankenanstösse - ignorieren wenns nicht gefällt.
Gruß

Florian

zwei Hände sind besser als eine :-)
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Re: Sinnvolles Kürzen eines Schußkopfes

Beitragvon Streamer1 » 30.08.2011, 17:58

Hi Ralph,

klar, das Fronttaper soll nach vorn zur Fliege hin.

Ich fürchte, du wirst dich in deinen Vermutungen bestätigt fühlen, wenn du den Kopf um 60 cm kürzt.
Wahrscheinlich wird sich das System immer noch überlastet anfühlen und der Kopf wird sich noch eckiger werfen.

Ich hatte jedenfalls das Problem mit einem clear intermediate 820 und etwas unter 25 gr für eine straffe 10er Einhand. Das System liess sich mit spärlichen 2/0 Clouser Minnows gemeingefährlich werfen, mit einer 6/0 Hechtflliege fing das ganze dann aber irgendwie an, zu ächzen.
Habe dann 60 cm (2 Gramm) auf 7,60m abgeschnitten und das Feeling hat sich nicht verbessert, es ist jedoch noch schwieriger, einen ruhigen Wurf hinzubekommen.
Bei deinem 8er hilft da vielleicht noch eine dicke Running Line, bei meinem System hilft das auch nicht mehr viel.

PS: Wie wär's wenn du den Schusskopf für richtige Sturmtage an der Küste/Meerforellenfischen behälst und moderate Fliegengrößen damit wirfst? Das könnte mit deiner Rute doch klappen und du hättest ein gutes System für solche Tage.
LG
Anton
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Re: Sinnvolles Kürzen eines Schußkopfes

Beitragvon troutcontrol » 30.08.2011, 19:05

Moin Ralph,
das dünnere Ende nach vorne - und schon liegt er ruhiger in der Luft ! :mrgreen:

Grüsse
Martin 8)
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Re: Sinnvolles Kürzen eines Schußkopfes

Beitragvon Olaf.Musebach » 30.08.2011, 20:10

Hi Ralph,
sorry für den rechnerischen Fehler Du hast natürlich recht. Trotzdem sollte der SK nicht von vorne sondern von hinten gekürzt werden wie die anderen Kollegen schon sagten. Rein rechnerisch solltest Du dann einige cm sparen.

Trotzdem bleibt zusagen das umso länger der SK desto ruhiger liegt er in der Luft, natürlich sind die gesammten Faktoren zu berücksichtigen, Fliegengröße, Runningline, Vorfach und und und...

Ich selbst nutze meine Meerforellen Sk's auch für das Hechtfischen und passe das Vorfach dementsprechend an.

VG

Olaf :D
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Re: Sinnvolles Kürzen eines Schußkopfes

Beitragvon Ralph Hertling » 31.08.2011, 08:45

Moin!

Heute oder morgen werde ich nochmal die Gelegenheit haben weiter zu testen.
Ich werde erstmal, wie Einige hier dankenswerter Weise geraten haben, den Kopf anders herum werfen und schauen was passiert.

Woher habe ich das denn bloß?
Ich könnte schwören es schon oft irgendwo gelesen zu haben dass man bei Hechtköpfen das dicke Ende nach vorne dreht.
Mit dem Gedanken gespielt, meine MeerforellenKöpfe für diese Rute einfach umzudrehen hatte ich auch schon, aber kürzer ist zum Hechtfischen sicher praktischer.

Vielen Dank für Eure konstruktiven Beiträde so weit.
Ich werde Euch auf dem Laufenden halten ... vielleicht muss der Kopf andersherum geworfen nur noch sehr wenig leichter werden.

Bis später
Ralph
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Re: Sinnvolles Kürzen eines Schußkopfes

Beitragvon Thotty » 31.08.2011, 16:39

hey Ralle,

sinnvoll ist das kürzen von nem SK unter 8m eh nicht mehr wirklich,
wenn`s nicht grad nen SK für ne 6ft klasse 3 Bachrute wäre.
aber probier das ruhig aus.

das problem der hechtfischerei ist, dass du manchmal schmächtige
angel hair streamer oder eben dicke kaninchen teile fischst, die nass
mal gern 4-5 gramm wiegen.

die weisheit "köpfe andersherum zu fischen" kommt aus den zeiten,
in denen man alte DT`s zu schussköpfen verarbeitet hat.

ich mach das immer noch gerne, weil die DT`s nämlich nur 8,- im wühltisch
meines dealers kosten.

nen edel SK von guideline etc. für 50 euro aufwärts zu verschneiden
ist übel. den kannste dann fortschmeissen.

grüße
Thotty
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Re: Sinnvolles Kürzen eines Schußkopfes

Beitragvon Olaf.Musebach » 31.08.2011, 17:27

Mensch Thotty,

so moderat heute :D :D :D

Gruß Olaf
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Re: Sinnvolles Kürzen eines Schußkopfes

Beitragvon Bäschwatz » 31.08.2011, 22:33

Hi Ralph
Werfen Überkopf oder Wasserwürfe?
Ich selbst bin auch ein rumgdreht Experimentator.
Dickes Ende nach vorne, um als Booster für Schnur aus Resten von Speyline, zu funktionieren.
Und habe da einige ganz brauchbare Kombinationen kreiert.
Kommt zwar nicht im mindesten an das dran was ich ersetzen muß, da nicht mehr brauchbar, aber funktionöftelt erst mal ganz manierlich.
Gruß Thilo
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Re: Sinnvolles Kürzen eines Schußkopfes

Beitragvon Ralph Hertling » 01.09.2011, 13:56

Moin!

@Thotty
Danke auch Dir für Deinen Beitrag!

Ansonsten ist zu vermelden dass ich heute Mittag den Schußkopf mit dem dickeren Ende nach Hinten geworfen habe.
Es ist etwas besser, aber "schön" zu werfen ist das noch lange nicht.
Aber das kann es auch glaube ich nicht wirklich sein.
Immerhin ist auch das dünnere Ende noch ganz schön massiv.

Ich mache das jetzt mal so dass ich den Kopf lasse wie er ist und auf den RügenTrip im November mein Besteck für eine eventuelle Verkürzung mitnehme.
Zwei Gramm sind aber sicher nicht mehr nötig, zumal meine HechtStreamer wohl eher nicht SO schwer sind wie Thotty meint dass sie es grundsätzlich werden könnten. Ein Gramm weniger im Kopf, also 20-30cm weniger wären womöglich vielleicht noch sinnvoll.
Mal sehen.

Nochmals besten Dank an alle die Ihren Senf zu meinem Anliegen beigetragen haben!!!

TL
Ralph
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Re: Sinnvolles Kürzen eines Schußkopfes

Beitragvon Bernd Ziesche » 02.09.2011, 12:41

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