Snake roll Tip

Fliegenwerfen - wie geht das eigentlich? Wie kann ich meine Leine effektiver ausbringen und Fehler ausmerzen? Was hat es mit den AFTMA-Klassen auf sich? Was sind Spezial- und Trickwürfe? Fragen über Fragen! Hier könnt Ihr Euch gegenseitig helfen.

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Re: Snake roll Tip

Beitragvon Noellgen, H » 28.09.2017, 19:25

Hallo Frank,

ich habe mir das von Dir verlinkte Video jetzt einmal angesehen.
Der Snap ist der kleine Zucker in Phase 2, mit dem er die Rutenspitze
nach vorne holt, damit die Schur an ihm vorbei nach hinten gehen kann.
Im Gegensatz zu seinen Worten ist an dem Vorwurf gar nichts "airborn",
es ist ein normaler underhand cast.
Geht meines Erachtens auch nicht anders. Versuch es mal, ist gar nicht so schwer.

Gruß,

Heiner
Zuletzt geändert von Noellgen, H am 28.09.2017, 20:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Snake roll Tip

Beitragvon Thomas E. » 28.09.2017, 20:33

Noellgen, H hat geschrieben:Im Gegensatz zu seinen Worten ist an dem Vorwurf gar nichts "airborn",
es ist ein normaler underhand cast.


Hallo,

Underhand Cast, Forward Spey, Single Spey ist (nach Simon Gawesworth) airborne !

"Waterborne anchor" wäre dann beim Double Spey, Snap T, Perry poke... :wink:


Snap Z ist die Luftvariante vom Snap T.
Ich benutze den gern für Richtungsänderungen, nur das man die Schnur nach dem Snap nicht erstmal stromauf auf der Wasseroberfläche ablegt, sondern die Schnur hoch in der Luft stromauf fliegen lässt, während man sich in Abwurfrichtung dreht.
Man hat dann nur einen kurzen Wasserkontakt.

Vielleicht nehme ich das auf den Wurftagen mal auf.... Frank, wenn Du einmal in HH sein solltest, das ist eine Sache von 10 min. :D
Gruß
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Re: Snake roll Tip

Beitragvon CPE » 28.09.2017, 22:38

Hallo Leute,

Ein Unterschied im Bewegungsablauf des DH Snap-T und des SH Snap-T erschließt sich mir, abgesehen von der Anzahl der benutzten Hände, nicht.

Ist das, was Franks Video "demonstriert" (Michael Mauri? https://youtu.be/G6ebtvUrTzg) denn überhaupt ein Snap-T? Sooft ich es auch ansehe, es fehlt mir das Ablegen der Schnur im Wasser (zwingend erforderliches Merkmal des "waterborne anchor" bei Simon Gawesworth oder "sustained anchor" bei Eoin Fairgrieve). Hier mal die Sequenz-Momente eines "konventionellen" Werfers (Eoin Fairgrieve in https://youtu.be/h2IJzOqsTK4): Start bei 2:17 min., dann mit Cursor nach rechts jeweils 5s-Schritte, passt super.

In seinem Spey-Casting-Buch nennt Gawesworth das Gegenteil von "waterborne" übrigens (dieses Mal) nicht "airborne", sondern "splash and go", was ziemlich das trifft, was Michael Mauri bei 0:41 macht.

TL, Norbert
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Re: Snake roll Tip

Beitragvon orkdaling » 29.09.2017, 08:59

moin moin,
hallo Norbert, so eng sehe ich das nicht wie mancher dieser Wurfkuenstler, die auch noch ein passendes Geræt fuer eben "diese" Aufnahme in der Hand halten. Und da wird schon mal eine uebergewichtige Schwimmschnur und auf keinen Fall eine grosse Tube geworfen. Aber das nur nebenbei.
Ueber die Entstehung der Begriffe air- und water brauchen wir nicht diskutieren, man kønnte sie auch Luft oder Wasserkontaktwuerfe nennen.
Ich sehe das mal so, andere kønnen es vielleicht besser erklæren.
Bei der EH Variante reicht es aus wenn sich dein Schnurbogen in der Luft befindet und nur das Vorfach leichten Kontakt hat.
Bei der DH Variante legst du dir auch mit dem Snap die Schnur zurecht bzw verkuerzt, aber fur den eigentlichen Wurf ist immer das anschliessende D oder Schnurbogen oder Lopp ( sche...egal wie die Profis das nennen) erforderlich, letztendlich beschleunigt du die Masse diese Gebildes.
Nun spielt es dabei eine grosse Rolle ob du einen kurzen oder langen bzw schwimmenden oder sinkenden Kopf fischt. Dadurch , aber auch durch solche Faktoren wie Strømungsdruck, entscheidet sich wieviel Wasserkontakt deine Schnur haben muss, wie gross der Bogen sein muss oder wie stark du "durchziehen" musst.
Und da wær ich wieder beim Anfang bzw den schønen Videos. Ich seh die immer nur ganz locker werfen, eine Floating mit etwas Uebergewicht unterstelle ich mal, jedenfalls hab ich das selbst schon gesehen.Ich wuerde gern mal einen dieser Meister sehen mit einen S3 Kopf, beschwerter Fliege, bis zum A.. im Wasser stehend und dann einen Snap oder Snake praktisch wie aus dem Handgelenk zaubernd. Nee bevor ich Wurfkuenstler werde fange ich lieber meine Fische. Jeder hat "seinen" abgewandelten Stil der auch noch mit Anatomie und Geræt zu tun hat.
Gruss Hendrik
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Re: Snake roll Tip

Beitragvon fly fish one » 29.09.2017, 18:41

Liebe Kollegen,

super Kommentare!

Ehrlich gestanden, wenn ich die verschiedenen Begriffe so betrachte, bin ich Naivling von der Version ausgegangen:

Airborne:
Mit der EH sind das ja keine Schußköpfe (im Normalfall) im eigentlichen Sinne, bewege in der Regel deutlich weniger Leine vor dem Spitzenring (als bei der ZH), ein Wasserkontakt ist vorhanden, der sich aber auf das absolut vordere Ende, praktisch fast nur das Vorfach, bezieht. Ich "loope" wie bei den Waterborne Würfen. Das ganze ist extrem dynamisch und mit Speed, eben weil ich nicht viel trägen Wasserwiderstand überwinden muss. Ich würde in meiner Naivität, weiterhin betrachtet, auch einen Single Spey als Waterborn ansehen! Es sei denn, ich habe eine EH und nicht den langen SK und Eumel einer ZH am Wickel. Da liegt für mich, zuviel Leine im Wasser - was ja bei einem ordentlichen SK und nicht Skagit, gar nicht anders geht. Und Skagit blende ich jetzt einfach mal aus. (Skagit geht auch EH, ich weiß, auch ganz kurz.)

Ich fasse zusammen: Airborne ist kurze Leine (im Vergleich zu ZH Köpfen), kein Schußkopf und nur minimaler Wasserkontakt. Für mich eigentlich nur auf EH fixiert!

Frank
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Re: Snake roll Tip

Beitragvon fly fish one » 29.09.2017, 20:00

Thomas E. hat geschrieben:
Noellgen, H hat geschrieben:Im Gegensatz zu seinen Worten ist an dem Vorwurf gar nichts "airborn",
es ist ein normaler underhand cast.


Hallo,

Underhand Cast, Forward Spey, Single Spey ist (nach Simon Gawesworth) airborne !

"Waterborne anchor" wäre dann beim Double Spey, Snap T, Perry poke... :wink:


Snap Z ist die Luftvariante vom Snap T.
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Man hat dann nur einen kurzen Wasserkontakt.

Vielleicht nehme ich das auf den Wurftagen mal auf.... Frank, wenn Du einmal in HH sein solltest, das ist eine Sache von 10 min. :D


Hallo Thomas,

wenn Du das aufnehmen kannst, wäre das großartig. Finde Deine Videos immer gelungen und lehrreich. Sollte ich mich nach Hamburg verirren, mache ich vorher ein Date mit Dir klar! Mir ist schon klar, dass sowas, völlig verschiedene und längere Abfolgen von Bewegungssequenzen in der Theorie und Film nur schwer "rüberzubringen" sind! Das ist wirklich etwas für einen echtes Coaching. Hast Du mal das Video von Michael Mauris Vodoo Cast gesehen? Nicht das sowas unbedingt eine fischereiliche Notwendigkeit haben muss, aber allein im Ablauf besagter Sequenzen, ist sowas wie Geräteturnen. Sowas lernst Du nur mit echtem Trainer.

Dein Frank
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Re: Snake roll Tip

Beitragvon Thomas E. » 29.09.2017, 21:31

Hallo Frank,

kenne den M. M. und kann auch seinen Voodoo-Cast. :lol:
Ich gebrauche den nur nie.

Er hat mir erzählt, den hat er "erfunden", um die Fliege schnell zu trocken. :roll:

The show must go on. :wink:
Gruß
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Re: Snake roll Tip

Beitragvon Gammarus roeseli » 29.09.2017, 22:00

Hallo Frank,

ich meine, Du musst mit der Rutenspitze in etwa diesen Verlauf (Bild) in die Luft (vor Dir) schreiben. (Bild für Rechtshänder)
IMG_1072.JPG
IMG_1072.JPG (70.22 KiB) 217-mal betrachtet


Machst Du bei 3 (Bild) einen Stopp, legt sich die Schnur (ca. 2m) quer vor Dir auf dem Wasser ab. -> Das wollen wir aber nicht, daher machen wir bei 3 (im Bild) keinen Stopp und führen die Rutenspitze (von dieser ca. 2 Uhr Position aus) in die ca. 11 Uhr Position und legen die Leine in die Umkehrphase eines Switch-Cast.

Ich meine mal, das ist dieser sogenannte Snap-T den unser M.M. zeigt…..

LG Christian
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Re: Snake roll Tip

Beitragvon Gammarus roeseli » 30.09.2017, 10:46

Dieser Snap T -> bei 0:14 min ….
https://www.youtube.com/watch?v=Jb7HZ-c65gs

Man beachte(!), wie schön der Werfer die Rolle nach außen stellt ….. :smt003 Durch diese Stellung verhindert der Werfer beim Vor- und vor allem Rückwurf die entstehende Reibung, wenn die Schnur durch die Rinne schießt und am aufgeladenen Blank scheuert … (Diese Reibungskräfte merkt man besonders deutlich, wenn man weichere Ruten mit einer guten Pufferung fischt…)

LG Christian
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Re: Snake roll Tip

Beitragvon Kudu » 30.09.2017, 12:59

Den Film habe ich mir schon einige mal angesehen.
Immer wieder begeistert wie er das Ende ( Vorfach) fängt.

Eine weiche Rute hätte ich ja jetzt, aber ich trau es mir nicht zu!

Andreas
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Re: Snake roll Tip

Beitragvon Thomas E. » 30.09.2017, 13:18

Hallo Andreas,

das ist nicht schwer !

Man hebt die Rute zügig an und schlägt sie ohne Pause nach unten.
Dadurch entsteht eine Welle, die durchläuft und das Ende zurückkommen lässt.

Üben würde ich das zuerst auf der Wiese mit einem Wollpuschel am Vorfach.

Rute und Schnur ist dafür egal, ich benutze das besonders gern bei langen Zweihandruten im Wasser stehend, um einfacher an die Fliege zu kommen. :wink:

Macht man das mit mehr liegender Schnurschlaufe und schon im (!) Wurf, kann man eine 180^°Kurve erzeugen, nach links und rechts.
Gruß
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Re: Snake roll Tip

Beitragvon CPE » 30.09.2017, 13:59

Hey, Leute,

Sowohl Michael Mauri als auch dieser "Jedi Caster" machen das, was bei Simon Gawesworth sowohl in seinem Buch "Spey Casting" (Second Edition) als auch in seinem "Single Handed Spey Casting" niemals als Snap-T durchgeht. Bei ihm heißt die einfache, fischereilich sinnvolle (aber nicht so "cool" daherkommende "pointless trick") Variante Snake Roll. Snap-T/C/Z = Waterborne Anchor Group. Snake Roll = Splash & Go/Airborne Anchor Group. Riesenunterschied.

NB:
"A single-handed spey-casting rod differs little from the two-handed rod in technique, timing, and tackle."
zitiert nach Spey Casting, Kapitel Single-Handed Spey Casts, S. 196.

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Re: Snake roll Tip

Beitragvon Kudu » 30.09.2017, 15:06

Sind die Bücher empfehlenswert ?
Die Videos von Mauri habe ich, aber kann man mit den Büchern was lernen?
# Thomas: Ich habe deinen Tipp gerade mit so einer kurzen Übungsrute gemacht, geht 1A, aber mit echter Fliege ? Ich habe noch einen Integralhelm...... :D
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Re: Snake roll Tip

Beitragvon CPE » 30.09.2017, 15:13

Hallo Andreas,

Ich finde es sehr schwer, aus den ganz bestimmt toll und aufwändig bebilderten oder gut skizzierten Anleitungen wirklich werfen zu lernen. In 2D (dem Photo) und Text räumliches und zeitliches Verständnis zu lehren (4D), ist einfach ein wenig gestrig. Das geht mit der Kombination aus Wurflehrer/Guide und Youtube erheblich schneller. Wenn man aber einen gewissen Einblick in die Materie hat, finde ich es doch wieder äußert sinnvoll und nutzbringend, weil er viel über Anwendungsfelder, Tricks, Varianten, mögliche Fehlerquellen und deren Vermeidung sagt.

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Re: Snake roll Tip

Beitragvon Gammarus roeseli » 30.09.2017, 19:41

CPE hat geschrieben: Hier mal die Sequenz-Momente eines "konventionellen" Werfers (Eoin Fairgrieve in https://youtu.be/h2IJzOqsTK4): Start bei 2:17 min., dann mit Cursor nach rechts jeweils 5s-Schritte, passt super.



Hallo Norbert,

erinnert mich an den sogenannten Circle Cast -> https://www.youtube.com/watch?v=3uoeoHtU850

oder da. ->
https://www.youtube.com/watch?v=N0852RjkYNY

:-k

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