Streamer/Nassfliege mit wenig Rückraum werfen

Fliegenwerfen - wie geht das eigentlich? Wie kann ich meine Leine effektiver ausbringen und Fehler ausmerzen? Was hat es mit den AFTMA-Klassen auf sich? Was sind Spezial- und Trickwürfe? Fragen über Fragen! Hier könnt Ihr Euch gegenseitig helfen.

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Streamer/Nassfliege mit wenig Rückraum werfen

Beitragvon jinzel » 20.12.2011, 12:09

Hallo!

Ich bin häufig an einem sehr schönen kleinen Teich der aber leider nahezu komplett von Bäumen umstellt ist. Es gibt 2 Stellen, an denen man ein paar Meter für den Rückschwung hat. Ansonsten sind viele Stellen des Teichs nicht erreichbar. Sicherlich sind Fliegenruten nicht unbedingt für solche Gewässer gemacht, dennoch möchte ich dort weiter mein Glück versuchen, gerne aber auch an anderen Stellen als diesen beiden. Aktuell geht es zwar halbwegs mit dem werfen, da keine Blätter da sind aber im Frühling wirds dann wieder mehr als kniffelig.

Nun habe ich schon viel versucht um irgendwie an andere Stellen zu kommen. Einen Rollwurf z.b. kann man ja aber mit leicht beschwerten Fliegen so gut wie vergessen - klappt nicht. Weiß jemand eine Technik, wie man Streamer etc. mit wenig Rückraum möglichst weit raus bekommt? Ich habe leider auch keine Zweihandrute, die das Ganze ggf. etwas vereinfachen würde, benutztes Gerät ist eine 7/8 (9 Fuß) mit WF-Schnur.

Über Tips, Ideen oder Anregungen wäre ich sehr erfreut, vielleicht hatte ja schonmal jemand ein ähnliches Problem und schon eine Lösung gefunden.
Viele Grüße,
Gunnar
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Re: Streamer/Nassfliege mit wenig Rückraum werfen

Beitragvon AlexX!! » 20.12.2011, 12:40

Hiho

da stell ich mich mal neben dich, und mach die Ohren weit auf :)

Grüße
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Streamer/Nassfliege mit wenig Rückraum werfen

Beitragvon Ralph Hertling » 20.12.2011, 13:12

Moin!
Ich würde versuchen den Skagit-Stil mit der Einhand zu adaptieren.
Dabei würde ein Rückraum schätzungweise in Rutenlänge ausreichen.
Natürlich müsste man sich dann einen passenden Kopf selbst zurecht schnitzen.
TL
Ralph
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Re: Streamer/Nassfliege mit wenig Rückraum werfen

Beitragvon Martin 1960 » 20.12.2011, 13:53

Hallo und guten Tag wünsche ich Euch.

Ohne Rückraum und mit einer Einhand-Rute sind
single Spey-Casts immer einen Versuch wert,
auch mit eingefügten Spiralen.

In der Regel werden gerade etwas schwerere Fliegen damit gut "transportiert"

effektive Technik zu ansehen
Freundlicher Gruss, Martin

"jetzt kann ich es, ...." nur eine kurzer Moment!
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Re: Streamer/Nassfliege mit wenig Rückraum werfen

Beitragvon piscator » 20.12.2011, 14:18

Moin, so ist es, alle Speytechniken sollte man auch Einhand draufhaben -- mit der entsprechenden Schnur auch sehr leicht zu erlernen (Z.B. eine Ambusch schleppt so manchen Streamer durch die Gegend). J.
ride the snake (JM)
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Re: Streamer/Nassfliege mit wenig Rückraum werfen

Beitragvon Waldläufer » 20.12.2011, 14:50

Hallo Gunnar!

Das mit dem Rollwurf sehe ich nicht ganz so.

Ich mache es folgendermaßen:

Ziehe Schnur von der Rolle und bring sie mit kurzen Rollwürfen in Position.
Danach machst Du einen Rollwurf, nicht um die Nymphe zu plazieren, sonder rein, um sie an die Oberfläche bzw. Oberflächennähe zu bekommen.
Unmittelbar danach vollziehst Du den eigentlichen Rollwurf (geringer Widerstand der Nymphe im Wasser), um diese zu präsentieren.

Funktioniert eigentlich sehr gut - sollte die Nymphe oder Streamer EXTREM schwer sein - dann mußt Du eben einen oder zwei weitere Rollwürfe vor dem Eigentlichen durchführen.

Ich hoffe, daß ich Dir damit helfen konnte.

Schöne Grüße
Thomas
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Indianisches Sprichwort
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Re: Streamer/Nassfliege mit wenig Rückraum werfen

Beitragvon Maqua » 20.12.2011, 16:06

piscator hat geschrieben:Moin, so ist es, alle Speytechniken sollte man auch Einhand draufhaben -- mit der entsprechenden Schnur auch sehr leicht zu erlernen (Z.B. eine Ambusch schleppt so manchen Streamer durch die Gegend). J.


Ich fische auch die Ambush TT und kann bestätigen, das die Schnur alle herkömmlichen Streamer transportiert, auch mit einfachem Rollwurf.
Für mich die ideale Schnur bei wenig Rückraum.

Gruss Manni
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Re: Streamer/Nassfliege mit wenig Rückraum werfen

Beitragvon steve » 20.12.2011, 16:26

Gunnar


Weiß jemand eine Technik, wie man Streamer etc. mit wenig Rückraum möglichst weit raus bekommt? Ich habe leider auch keine Zweihandrute, die das Ganze ggf. etwas vereinfachen würde, benutztes Gerät ist eine 7/8 (9 Fuß) mit WF-Schnur.



Aufgrund deiner Ausrüstung sollte deine 7/8 Rute über genügend Rückrat verfügen um einen Rollwurf anzuwenden. Wie meine Vorposter schon anmerkten Spey Techniken auf die Einhundrute zu übertragen sind eine wertvolle Hilfe. Nun ist es aber so, das eben diese Techniken für einen fortgeschrittenen Anfänger ( nicht übelnehmen :wink: ) ohne Zuhilfenahme eines Erfahrenen Werfers nicht so einfach zu erlernen sind.

Jetzt zu meinem Tipp: Ich weiss nicht welche Tippet Länge du benutzt, wenn du die " übliche " genutze Länge wie beim Nymphenfischen auf dein Streamerfischen adoptierst ( insbesondere wenn diese noch beschwert) führt diese generell zum zuammenbrechen deines Tippets, zumal dieses einen relativ geringe Schnurstäke aufweist, zb. 0,16- 0,18.

Versuche es mit einem sehr kurz gehaltenen und erhöhe gegebenenfalls die Stärke des Tipets selbst. Das fürt natürlich zu einer etwas unsauberen Presentation, aber es solte dir helfen ein wenig mehr Weite zu erreichen.

Arne
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Re: Streamer/Nassfliege mit wenig Rückraum werfen

Beitragvon laverda » 20.12.2011, 16:35

Hi Gunnar, Alex,
ich fische häufig unter diesen Bedingungen im Stillwasser und strippe den Streamer immer bis zum Sichtkontakt.
Wie Ralph bereits sagte: Einhand-Skagit. Dafür reichen 2m Rückraum.

Falls Interesse an mehr Info besteht, gerne per PN

Gruß vom platten Niederrhein
Ruten werfen Masse.........nicht Klasse
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Re: Streamer/Nassfliege mit wenig Rückraum werfen

Beitragvon jinzel » 20.12.2011, 18:32

Hi!

Und WOW! Was für eine Beteiligung nach so kurzer Zeit, viele Dank dafür! =D>

Danke für die zahlreichen Tips von euch allen! Doppel-Rollwurf wäre wirklich mal einen Versuch wert und in der Tat könnten die bisherigen Versuche am zu langen (oder dünnen) Vorfach gescheitert sein. Die Spey-Techniken werde ich mir wirklich mal zu Gemüte führen, denn außer den Vorteilen die sie bei wenig Rückraum bringen, sehen diese ja auch einfach mal Klasse aus :wink:

Als Anfänger ist es aber halt doch recht schwierig gleich solche Sachen zu versuchen, wo man sich doch schon freut wenn überhaupt alles so klappt wie man möchte und das manchmal schon beim Überkopfwurf. Aber da der jetzt ziemlich gut sitzt und es Zeit fürs rumprobieren wird stehen spey-casts ganz oben auf der Liste. Schussköpfe etc. möchte ich erstmal außen vor lassen - sicherlich gibt es für jeden noch so kleinen Unterschied am Gewässer Spezialgerät und Spezialtechniken, ich möchte aber nicht gleich wieder neues Material kaufen.

Daher werden es wohl erstmal Rollwürfe und spey-casts werden, wenn die sitzen kann ich mir immernoch Gedanken um wieder neues Gerät machen (was so oder so irgendwann kommen wird...).

Vielen Dank nochmal an alle! Gerne höre ich aber auch noch andere Tips,
Beste Grüße
Gunnar
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Re: Streamer/Nassfliege mit wenig Rückraum werfen

Beitragvon Mindelpeter » 20.12.2011, 23:06

Servus Gunnar und Alex

wie schauts an euren Teichen bzw. Gewässern aus? Besteht die Möglichkeit ein paar Meter einzuwaten?

Dann könntet ihr mit einem Switch Cast euer Glück versuchen...

Schaut mal wie der Michi Mauri da zu Werke geht: http://www.youtube.com/watch?v=6ijfU4cG ... re=related

Der Wurf geht auch mit "normalen" Gerät.

Mir hat dieser Wurf schon oft aus der Patsche geholfen :D

Viele Grüsse

Peter
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Re: Streamer/Nassfliege mit wenig Rückraum werfen

Beitragvon Bäschwatz » 21.12.2011, 01:13

Hi Gunnar
WulffTT ist keine verkehrte Empfehlung.
Gibt`s bis ebbes um 80 Fuß in allen brauchbaren Gewichtsklassen.
Vorwiegend in USA aber der eine oder andere Händler kann sie besorgen.
Merk Dir mal Short und Medium Head.
Und für sowas wie Rollwurf eher eine Klasse höher als Deine Rute gezeichnet ist.
Carron wäre da noch eine brauchbare Empfehlung.
Auch meine Schnurschlaufen nehmen Anlauf im Wald...
Gruß Thilo
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Re: Streamer/Nassfliege mit wenig Rückraum werfen

Beitragvon sebsonic » 18.01.2012, 21:57

Hi Gunnar,

Ich bin da ganz bei Dir :wink: Dem Problem versuche ich momentan auch Herr zu werden. Rückschwung aufgrund von Böschung / Bewuchs / Passanten in 90 % der Fälle unmöglich.

Fische/Übe derzeit auch fast ausschließlich vom Ufer, meist mit Steinpackung / Kaimauer unter meinen Füßen. Ich versuche mich auch an Roll- und Switchwürfen in allen Geschwindigkeiten - zu langsam, und der Streamer sinkt wieder ein, bzw. kommt nicht mehr raus, zu schnell und das Ding hebt ab und knallt in die Uferböschung / Kaimauer neben mir. :oops: Parallel zum Ufer klappt's mit dem Switchcast eigentlich schon ganz gut.

Irgendwie den Wurf so zügig durchzuführen, dass der Streamer wenig/keine Zeit hat abzusinken OHNE dass Vorfach & Fliege aus dem Wasser abheben und mir das Ding in die Büsche fliegt, ist eine ganz schöne Herausforderung für den Anfang, aber vielleicht auch eine ganz gute Übung zu Timing, Präzision & Dynamik.

Die Spey-Techniken sehen wirklich interessant aus - die Schnur in Bewegung und den Streamer an der Oberfläche halten, bis der Vorschwung erfolgt - da werd ich mich mal reinfuchsen. Solange man genug Schnur hinter die Rute bringt, sollte es doch auch funktionieren, wenn man den "Anker" (Schurspitze/Vorfach) schräg vor sich hat, oder nicht?

Wie weit dann die Schnur den Streamer tatsächlich nach vorne transportieren kann, steht für mich nochmal auf 'nem anderen Blatt. Den Tip mit der Wulff TT (Ambush) habe ich mal aufgegriffen, bin gespannt wie es funktioniert. An der Vorfachlänge wird auch noch gfeilt werden.

Bin auch für jeden Input und die bisherigen, guten Tips dankbar,
Gruß, Sebastian
Beste Grüße, Sebastian
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Re: Streamer/Nassfliege mit wenig Rückraum werfen

Beitragvon jinzel » 20.01.2012, 11:29

Hi!

Dann steh ich ja scheinbar nicht allein mit dem Problem da :D
Danke für eure tollen Tips, Switch-Cast sah letztes Wochenende trotz Eis in den Ringen schon ganz gut aus und man kommt gut weit damit raus! Ist allerdings wirklich nicht ganz einfach mit dem Timing, das stimmt Sebastian! Kürzere Vorfächer helfen da sehr!

Schnüre werde ich mir erstmal keine neuen holen, geht ja doch ganz schön ins Geld und als kleiner (aktuell) Praktikant sonst Student begnüge ich mich mit günstigen Alternativen. Später is ja immernoch Zeit für besseres Equipment, man will sich ja noch steigern können :wink:

Über weitere Tips wäre(n) ich (und scheinbar auch andere) dankbar, vielleicht gibts ja noch einen Trick, der noch nicht genannt wurde?
Beste Grüße,
Gunnar
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Re: Streamer/Nassfliege mit wenig Rückraum werfen

Beitragvon sebsonic » 24.01.2012, 18:25

Habe bei youtube nochmal ein bißchen recherchiert und dabei diese Serie gefunden, wo alle Bewegungsabläufe der Speycasts genau geschildert werden. Hat mir sehr geholfen, um den Wurfablauf besser zu verstehen. Wird zwar alles mit der Zweihand demonstriert, sollte sich aber ohne weiteres auch auf die Einhand übertragen lassen. Hier der Link (audio in englisch):

http://www.youtube.com/watch?v=Dvotaun-8BU&feature=BFa&list=ULRnlQrrmeFnk&lf=mfu_in_order

tl seb
Beste Grüße, Sebastian
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