Welche Fliegenschnur ?

Fliegenwerfen - wie geht das eigentlich? Wie kann ich meine Leine effektiver ausbringen und Fehler ausmerzen? Was hat es mit den AFTMA-Klassen auf sich? Was sind Spezial- und Trickwürfe? Fragen über Fragen! Hier könnt Ihr Euch gegenseitig helfen.

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Re: Welche Fliegenschnur ?

Beitragvon Thomas E. » 06.10.2016, 22:38

Gammarus roeseli hat geschrieben:Hallo miteinander,
den Film vom
Thomas E. hat geschrieben: "Dry Fly Spey" ...
Eine Ausführung :
https://www.youtube.com/watch?v=P39ixYMXhSg

Dabei ist mir erst aufgefallen, dass in dem Film für einen kurzen Moment von min 0:23 bis min 0:25 genau der Wurf gezeigt wird, den ich als Alternative für den Dry Fly Spey beschrieben habe.
Arbeitsaufwand und Nutzen beider Wurfabläufe mit Richtungswechsel lassen sich somit sehr schön vergleichen...

Beginnt sich beim Switch- Cast auf Distanz das Schnur-D zu einem Schnur-V zu formen, ist dies ein eindeutiges Zeichen dafür, dass die gewählte Keule zu lang ist.


Hallo Christian,

das was man im Film von min 0:23 bis min 0:25 sieht, ist weiter nichts als ein Snake Roll.
Hier zur Richtungsänderung von rechts nach links.
Von links nach rechts wird es dann meist Jelly Roll genannt.

Warum sollte denn aus dem D kein V werden dürfen ???
Wenn genug Platz vorhanden ist und gr. Wurfweiten erforderlich sind, ist halt eine längere Keule erforderlich, selbst wenn man tiefer im Wasser steht.
Er macht es recht schön, wenn man mal anhält, ist deutlich ein V zu sehen.
https://vimeo.com/61156597
Gruß
Thomas Ellerbrock
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Re: Welche Fliegenschnur ?

Beitragvon Gammarus roeseli » 07.10.2016, 21:21

orkdaling hat geschrieben:Die Aussage das WF Leinen mit langer Keule geeignet sind fuer grøssere Entfernungen im knietiefem Wasser sehe ich etwas anders.
Richtig ist das lange Keulen sehr gut fuer Rollwuerfe und groessere Entfernungen geeignet sind, aber was hat das mit knietiefem Wasser zu tun.

Um es noch einmal auf den Punkt zu bringen lieber Hendrik
Gammarus roeseli hat geschrieben:WF- Leinen mit langer Keule sind genauso wie DT- Leinen gemacht für Rollwürfe auf Distanz, geeignet für breitere Flüsse mit bis zu knietiefen Wasser und dem Fischen mit längeren bis langen (progressiven) Ruten…

heißt erst einmal nichts anderes als, umso tiefer man im nassen Element steht, umso schwieriger und kraftaufwändiger werden die Würfe auf Distanz mit einer langen WF- Keule oder einer DT- Leine. Man tut sich mit einer kürzeren Keule eben deutlich leichter, wenn man tiefer bis tief in Wasser steht...

Thomas E. hat geschrieben:Warum sollte denn aus dem D kein V werden dürfen ???
Wenn genug Platz vorhanden ist und gr. Wurfweiten erforderlich sind, ist halt eine längere Keule erforderlich, selbst wenn man tiefer im Wasser steht.
Er macht es recht schön, wenn man mal anhält, ist deutlich ein V zu sehen.
https://vimeo.com/61156597


Hallo Thomas,

ich sehe aber auch, den benötigten Kraftaufwand beim Werfen…

Gruß Christian
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Re: Welche Fliegenschnur ?

Beitragvon orkdaling » 07.10.2016, 23:16

Lieber Christian,
wenn man bis uebern A.. am waten ist wird man selten mit einer WF Langkeule losziehen, wenn man aber am Fluss entlang oder gar von Sandbænken (egal ob ueber oder unter Wasser) weiter entfernte Rinnen ,Kanten ,Luecken anwerfen will dann ist diese Leine super.
Ich fische gern mit kurzen Keulen wo es angebracht ist, die lange Keule hat aber ausserdem noch den Vorteil das ich diese unauffælliger ohne "Plums" ausbringen kann. Um es an einem Beispiel zu zeigen, bei der diesjæhrigen Lachssaison mit wenig und glasklarem Wasser waren meist die Schneider die an den kurzen schweren Keulen/Køpfen fest hielten. Mir hat dieses Jahr eine #8 Rute mir 13mKopf und 15" Vorfach die meisten Fische unter diesen Bedingungen gebracht.
Watend von Sandbank zu Sandbank und von der Innenkurve rueber in die Rinne der Aussenkurve rollen lassen bis etwa 2m vor den Einstænden bzw kurz daneben. Und das bei Wassertiefen von 50 cm bis 2m, also mit reinen Floatern und Spitzen mit S1/S3.
Wenn ich an so einem Fluss wie Bild 1 unterwegs bin reicht mir eine #6 mit kurzem Kopf (8m) um die Løcher neben/hinter Steinen zu treffen.
Ich geb dir natuerlich recht das der Kraftaufwand høher ist wenn man richtig tief steht und die Hænde nicht auf Brusthøhe haben kann.
Aber das ist auch so wenn ich mit der EH und Switch tief in der Ostsee oder Fjord stehe.
Gruss Hendrik
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Re: Welche Fliegenschnur ?

Beitragvon Gammarus roeseli » 08.10.2016, 21:29

orkdaling hat geschrieben:... ..., wenn man aber am Fluss entlang oder gar von Sandbænken (egal ob ueber oder unter Wasser) weiter entfernte Rinnen ,Kanten ,Luecken anwerfen will dann ist diese Leine super.


Hallo lieber Hendrik,

nein, in dem Punkt stimmen wir nicht überein! (Ich habe lange genug mit DT und mit längeren Keulen gefischt…)

LG Christian

P.S.: Dein Wissen und Deine Erfahrungen aus N. finde ich sehr interessant und hilfreich!
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Re: Welche Fliegenschnur ?

Beitragvon orkdaling » 08.10.2016, 21:58

Hallo nochmal, so hat jeder seine Erfahrungen.
Vielleicht schreibst du mal von deinen Erfahrungen und was dich an langen Køpfen/Keulen størt.
Ach ja, ich rede nicht von EH an schmalen Fluessen.
Gruss hendrik
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Re: Welche Fliegenschnur ?

Beitragvon Thomas E. » 09.10.2016, 09:04

Moin,

was sind denn für Euch Langkeulen- Schnüre ?


Ich halte z.B. die TT mit gut 12m, oder die GL High Water mit 13,5m Keulenlänge noch für gemäßigt, die recht universell sind und mit denen man auch gut "switchen" kann.

Schnüre mit sehr langer Keule/ Kopf fangen bei 18m plus an und sind mir für den D- Cast zu lang !
Diese Leinen sind etwas für sehr weite Überkopfwürfe bei Idealbedingungen, oder für den "Wettkampf."

Sonderformen sind wie z.B. die Barrio GT90, mit einem extrem langen Reartaper.
Die kann man früher abschiessen, aber auch gr. Länge noch sauber "halten."

Natürlich sollte man bei der Wahl neben dem Einsatzgebiet immer die Rutenlänge und Schnurklasse miteinbeziehen.
Gruß
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Re: Welche Fliegenschnur ?

Beitragvon orkdaling » 09.10.2016, 10:44

Moin moin Thomas,
ja es gibt super lange Keulen aber wir reden hier vom Fischen am Bach und Fluss also unter normalen Bedingungen.
Und da du als Beispiel Guideline anfuehrst - Bullet 8,5 m
- Coastal 10,5m
- Experience 14,1m
+/- ein paar cm in den verschiedenen Klassen.
Das wære fuer mich dann kurz , mittel ,lang oder anders gesagt die Bullet gegen Wind um wie im Bild 1 meine Tuben in die Løcher zu beførdern und die Experience ist was fuer Rollwuerfe schræg uebern 10m Bach ohne das da was klatscht. (Trockne und Streamer)
Und natuerlich hab ich die Bullet in # 6/7 auf einer 9" Rute und die lange Keule auf 10ft bzw Switch.
So æhnlich ist es auch bei den Køpfen de DH Ruten. GL PowerTaper 8,5 zu schiessen (und machmal noch ein Poly dran) aber ich fische auch 13 -15m lange Køpfe (F/H/I und F/S1) zum Rollen und das besonders bei flachem klarem Wasser.
Da du im Fluss auf Lachs und Mefo meist flussab fischt musst du bei klarem Flachwasser (bis ca 1,5m) mindestens 15m Abstand haben. Gehsts du 5m vor, schwimmen die auch 5m weiter besonders die Mefo, Lachs versteckt sich hinter Steinen dicht am Grund.
Fuer diese Fischerei eignen sich diese Montagen super. So sehe ich das jedenfalls unter den Bedingungen. Nicht zu vergleichen mit Nympenfischen an der Bode oder auch Lachs an der Skjern Å, der fuer mich ein Wiesenbach ist (vom Typ her)
Gruss Hendrik
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Re: Welche Fliegenschnur ?

Beitragvon orkdaling » 10.10.2016, 11:43

moin moin,
da hat sich cortland echt Muehe gemacht, ich denke eine super Uebersicht oder man kønnte auch sagen Entscheidungshilfe
https://supr.com/cortlandlines/news-vid ... enlaengen/
aber seht selbst.
Gruss Hendrik

Nachtrag:
aber auch das finde ich sehr interessant https://supr.com/cortlandlines/schnurfi ... ntiklachs/
und hier wuerde ich die ersten beiden Abschnitte (Wurfweite) sofort unterschreiben denn ich sehe immer wieder die Spitzensportler die 30m werfen wollen um mehr zu fangen https://supr.com/cortlandlines/schnurfi ... er-kueste/

Das soll nun keine Cortlandwerbung sein, ich fische eh GL oder die Baltic :badgrin: , aber ich finde das sehr gut erklært.
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Re: Welche Fliegenschnur ?

Beitragvon Gammarus roeseli » 06.11.2016, 21:47

Hallo,

um das Thema „Kurzkeulenschnur“ nochmal kurz aufzugreifen und klarzustellen… Eine Kurzkeulenschnur hat für mich eher eine Länge von nicht mehr als 6,5m und diese Keulenlänge empfinde ich auch als völlig ausreichend um KÜRZERE Ruten mit beispielsweise 7ft oder 7,4ft gut laden zu können. Außerdem habe ich nicht den Eindruck, dass eine Keulenlänge von 6,5m bei einer verwendeten Rutenlänge von 7ft- 7,4ft als kurz zu betrachten ist. Ich würde viel eher sagen, gut abgestimmt auf entsprechend kürzeres Gerät. (Ich nutze die Vision Vibe 65 diese Schnur hat eine hervorragend glatte Oberfläche durch die Verwendung von Teflon.)
Da ich mit Schonhaken fische, nutze ich weiche und gut puffernde Ruten. (Die Verwendung von Schonhaken verlangt regelrecht nach weicheren, gut puffernden Ruten…) Würde ich bei Rutenlängen von 7- 7,4 ft und dem Fischen auf kürzere Distanz eine längere WF oder eine DT verwenden, so müsste ich gut und gern eine bis anderthalb Schnurklassen höher verwenden, um die Rute(beim Fischen im Nahbereich) gut laden zu können und am besten noch eine schnellere Rute verwenden um ein gleichwertiges Wurfergebnis zu erzielen…

IMG_8779.JPG
IMG_8779.JPG (256.56 KiB) 1307-mal betrachtet


Wenn ich mir bei uns in D. die Gewässer mit Salmonidenbestand im Mittelgebirge, Hügelland bis ins Flachland anschaue (Lachs, Meerforelle und Huchen sind ja weitestgehend ausgerottet), sehe ich bis auf wenige Ausnahmen für mich keinerlei Notwendigkeit, beim Fischen mit Trockenfliege auf BF und RBF bis 50 cm, längere Ruten als 7,4 ft in den Schnurklassen 4 bis 4-5# zu verwenden.
Beim Fischen mit Streamer auf tiefer bis tief stehende Forellen, bevorzuge ich bei uns sinkende WF und nutze natürlich SCHNELLERE Ruten. Bevorzuge aber weiterhin Ruten in 7,4ft und einer Schnurklasse von 5-6# für die kleineren Flüsse. Für längere und schnellere (SH) Ruten in 7- 8# ist mein derzeitiger Favorit beim Flussfischen eine (SH) Vision BOTTOM EXPRESS in #8-9 mit 19,4g der schwere sinking body ist 7,3m lang, floating body und back taper fallen aus meiner Sicht nicht mehr spürbar ins Gewicht. Ich bin mir nicht sicher, ob die ganz Neuen der Neuen Vision BOTTOM EXPRESS ein front taper besitzen. Meine hat jedenfalls kein front taper und kann bei Bedarf problemlos eingekürzt werden. Nötig war bei meiner Schnur das Einkürzen nicht, da ein höheres Schnurgewicht in Form einer kürzeren Keule deutlich leichter in der Luft gehalten werden kann, als eine Schnur mit demselben Gewicht in Form einer längeren Keule… Vorteilhaft ist es halt auch, dass man aus genannten Gründen mit einer kürzeren (SH) WF deutlich weiter werfen kann als mit einer langen (SH) WF wenn es sich nicht um Rollwürfe handelt…

Gruß Christian
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