Wo bleibt die Schnur beim Drill

Fliegenwerfen - wie geht das eigentlich? Wie kann ich meine Leine effektiver ausbringen und Fehler ausmerzen? Was hat es mit den AFTMA-Klassen auf sich? Was sind Spezial- und Trickwürfe? Fragen über Fragen! Hier könnt Ihr Euch gegenseitig helfen.

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Wo bleibt die Schnur beim Drill

Beitragvon Blindfisch » 04.02.2012, 19:58

Ein Rookie hat mal ne Frage
Hab bis jetzt immer relativ kleine Fische gefangen und hab folgende Frage.
Wenn ich beim Streamerfischen z.B.auf Meerforelle einen Biß direkt unter der Rutenspitze habe,
wo lass ich dann die Schnur, die sich dann ja im Schnurkorb befindet?
Wenn ich in der Situation einen großen Fisch an der Rute habe, kann ich ja nicht anfangen, die Schnur einzurollen, oder? Und den Fisch mit der Schnur erstmal laufen zu lassen, erscheint auch nicht sinnvoll.
Kann auch sein, das ich einen totalen Denkfehler mache.
Wer kannmir das Problem erklären.
Vielen Dank im Voraus
Gruß Rainer
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Re: Wo bleibt die Schnur beim Drill

Beitragvon Hawk » 04.02.2012, 20:28

Naja wie du schon sagst hast du 2 Möglichkeiten. Endweder du drillst den Fisch über die Schnur, oder die versuchst möglichst schnell die lose Schnur einzukurbeln und drillst dann über die Rolle.
Hat imo beides seine Vor und Nachteile.

Ich Drille eigentlich lieber über die Schnur zumindest solange bis der Fisch soviel Schnur abgezogen hat das ich bequem auf Drill über die Rolle umsteigen kann, Ausnahmen sind höchstens Hindernisreiche Gewässerwo sich ggf. abtreibende Schnurschlaufen irgendwo verhaken könnten.
Beim Schnurkorb find ichs auch nciht einfach die Schnur "von unten" ohne vertüddeln aufzukurbeln, weiß nicht obs da n Trick gibt.

Gruß Sven
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Sven
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Re: Wo bleibt die Schnur beim Drill

Beitragvon dreampike » 05.02.2012, 09:31

Hallo Blindfisch,
ich kenne Dein Problem und grundsatzlich versuche ich einen großen Fisch so schnell wie möglich "auf die Rolle zu bekommen", ohne ihn dabei zu verlieren. Wenn Du über die Schnur drillst, lässt Du beim flüchtenden Fisch die Schnur zwischen den Fingern der Schnurhand (das ist bei einem kontinentaleuropäischen Rechtshänder meist linke Hand) durchgleiten und übst gefühlvoll Druck aus. Beim Einholen ziehst Du mit der Schnurhand einen Zug Schnur ein, hältst ihn mit 2-3 Fingern der Rutenhand fest und greifst wieder nach oben, um den nächsten Zug einzuholen. Wenn ein großer Fisch dran ist, versuche ich während dieses Manövers auch noch Schnur auf die Rolle zu wickeln. Von der Rolle aus ist das Risiko geringer, dass der Fisch verloren geht, weil ich den Bremsdruck besser regulieren kann und weil sich die Schnur nicht vertüdeln kann (was meist den Verlust des Fisches bedeuten würde). So, ich hoffe, ich habe es nicht noch komplizierter gemacht als es für Dich ohnehin schon ist...
Ich hätte gerne aktuell Dein Problem, statt bei minus 15 Grad die fröhlichen Schlittschuhläufer auf ihrem Weg zu den knackig zugefrorenen Weihern beobachten zu müssen...
Grüße aus Ismaning,
Wolfgang
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Re: Wo bleibt die Schnur beim Drill

Beitragvon mario.s » 05.02.2012, 20:00

Hallo Rainer,

wenn du deine Schnur im Korb zu liegen hast, dann hast du diese wenigstens schon in einer gewissen Ordnung bei dir. Bei kleineren Fischen ist das dann natürich kein Problem über die Hand zu drillen. Wirds größer oder liegt die Schnur irgendwo herum, auf dem Wasser oder im Bellyboot, spule ich sie lieber möglichst zügig, natürich der Situation angepasst, wieder auf. An der Küste hatte ich schon mal ein paar Hornis die sich wie ein Propeller um die lose Schnur gewickelt hatten. Das war ein heilloses durcheinander. Kein Schnurkorb dabei gehabt! Ich denke, dass von der Rolle drillen in den meisten Fällen schon besser bzw. sicherer ist. Bleibt nur noch das Problem: wie bekomme ich, wie Sven schon sagte, die Schnur von unten aus den Schnurkorb?

TL, Mario
Der liebe Gott schenkt dir die Nüsse, aber er knackt sie nicht.
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Re: Wo bleibt die Schnur beim Drill

Beitragvon Frank. » 05.02.2012, 20:13

Liebe Leute,

leider habe ich selten das Glück, einen Fisch an der Leine zu haben, den ich nicht über die Hand drillen kann.
Aber wenn sich mir das Problem mit zuviel Schnur im Korb stellt: Die Regulierung der "Drill-Schnur" funktioniert zwischen der Daumen- und Zeigefinger-Bremse der rechten Hand. Die "Korb-Schnur" liegt zwischen kleinem und Ringfinger der rechten Hand, während ich sie rasch aufspule. Der Drill über Rolle und Bremse beginnt erst dann, wenn der Korb leer ist. Ist geradezu erschreckend einfach ...

Aber, ganz ehrlich: Mir ist der Drill über die Hand - jedenfalls bei unseren einheimischen Fischen - entschieden lieber.

Große Lachse, Steelheads, Bonitos usw. stehen allerdings auf einem ganz anderen Blatt als Hechte oder Zander …

Euer FRank
Das sind Deine Beobachtungen, mein Lieber, andere haben andere Beobachtungen gemacht.
Franz Kafka
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Re: Wo bleibt die Schnur beim Drill

Beitragvon Bernd Ziesche » 07.02.2012, 12:53

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Zuletzt geändert von Bernd Ziesche am 31.07.2013, 09:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wo bleibt die Schnur beim Drill

Beitragvon fjorden » 07.02.2012, 21:22

Hallo Bernd,
so wie in 2. beschrieben habe ich das auch am Anfang gemacht, bis zu einer gut 3,5 kg MF .... diese schwamm natürlich in die Schnur und ich konnte sie nur mit viel Glück landen. Habe auch schon viele Fische, Hecht, Zander, MF verloren, weil meine Konzentration beim Einkurbeln war. Seitdem drille ich meistens von Hand, es sei denn ein Fisch ist so kräftig und nimmt Schnur, das ist selbst bei 4 kg MF selten.
Gruß
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Re: Wo bleibt die Schnur beim Drill

Beitragvon piscator » 08.02.2012, 10:02

Moin, ja, solche Situationen wie Bernd Sie beschreibt, mit der Schur, die aus dem Korb geschüttelt wird, solche gibts hier an der Küste immer wieder. Da kann man ganze Slapstick-Filme draus machen. Besonders witzig sind die, die eine Mono-Runningline fischen. Da tüddert sich dann die Schnur genüßlich um die schlanken Fesseln und beim nächsten Schritt vorwärts gibts dann den eingeschwungenen Küstenrittberger mit benetzter Halskrause. Da macht dann der beliebte Fly Only Aufkleber auf dem Schußkorb wieder Sinn. J.
ride the snake (JM)
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Re: Wo bleibt die Schnur beim Drill

Beitragvon laverda » 08.02.2012, 16:57

Hi miteinander,
wenn es ein richtig starker Fisch ist, lass ich den unter entsprechendem Gegendruck mit der Schnurhand die lose Schnur kontrolliert ab- und stramm ziehen und die Rolle kann zum Einsatz kommen. Alle Gräten, die das nicht schaffen, werden von Hand ausgedrillt. Leider sind das bei weitem die meisten.
Mit der Hand einen kämpfenden Fisch kontrollieren und dabei auch noch Schlappleine aus dem Körbchen schmeißen und unter Beachtung eventueller Tüddelsackbildung aufkurbeln ist mir viel zu viel Multitasking. Ich bin ein Vertreter der männlichen Fraktion und die können bekannterweise immer nur eins nach dem anderen. :mrgreen:

Gruß vom platten Niederrhein
Ruten werfen Masse.........nicht Klasse
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Re: Wo bleibt die Schnur beim Drill

Beitragvon Neubrandenburger » 09.02.2012, 00:18

Für uns als Fliegenfischer ist es doch eigentlich der Genuss, dass wir die Fische mit der "Hand"drillen dürfen und können :D So ist das ganze doch viel intensiver .......... man kann doch so auch viel besser auf jede Reaktion des Fisches im Drill reagieren ... auf diese Weise hat der Fisch doch gar keine Chance zu entkommen weil man alles kontrolliert.


Ausgenommen derer Fische die als Start erst mal lange Fluchten bieten da muss die Schnur natürlich frei liegen und die Bremse der Rolle einwandfrei funktionieren.

Ausnahmen gibt es immer. Mir ist es auch passiert das ich einen kleinen Döbel drillte und ein Hecht auf den "Köder" schoss .......... da war nix mehr mit Reaktion, Leine straff und peng war das Vorfach durch ...... na wenigstens wurde der Hecht satt.
Liebe Grüße,
Ben
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Re: Wo bleibt die Schnur beim Drill

Beitragvon Thotty » 26.02.2012, 22:47

hoi,

ich nehm den fisch so schnell es geht auf die rolle,
weil sich das einfach besser drillen lässt.
wofür hab ich denn sonst ne high end rolle mit bremse ?

wenn ich 25m leine im schnurkorb hab ist mit dem prozedere
natürlich essig..

grüßung
Thotty
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Re: Wo bleibt die Schnur beim Drill

Beitragvon tea stick » 26.02.2012, 23:27

Neubrandenburger hat geschrieben: ...... na wenigstens wurde der Hecht satt.


Muss aber 'ne "scharfe" Mahlzeit für den armen Kerl gewesen sein.

LG

vom Freimut
TL!
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Re: Wo bleibt die Schnur beim Drill

Beitragvon Neubrandenburger » 26.02.2012, 23:59

@ Freimut,

wer mit den Rückenstrahlen einer Barschflosse im Verdauungstrakt klar kommt, für den sollte eine klitzekleine Nymphe kein Problem darstellen. Bilde ich mir ein.

Und zum Döbel fischen werde ich mir kein Stahlvorfach anbinden, nein.

:wink:
Liebe Grüße,
Ben
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Re: Wo bleibt die Schnur beim Drill

Beitragvon Jan/OS » 27.02.2012, 10:43

Moin,
dieses "möglichst schnell auf die Rolle bekommen" seh ich öfters, versteh es allerdings nur begrenzt.
Zum einen ist es beim Fliegenfischen ja wie schon gesagt ein intensiver Punkt direkt über die Schnur Kontakt zu haben,
zum anderen seh ich nun mal keinen Sinn in dem dabei oft gemachten "den Fisch ersma schwimmen lassen".
Ne, nicht wirklich. Außer ich hab ne Teflonbremse und wenig Übung mit dem Schnur-Hand-Gefühl, was aber dann mehr
in Richtung Rollentest geht.
Ich persönlich lasse den Fisch, auch wenn er vor den Füßen beißt, nur ungern weiter weg, was auch meist gut geht.
Aufspulen tu ich eigentlich nur wenn ich lose Schnur vor mir habe die sich zu vertüddeln droht da ich entweder meinen Standplatz wechseln muss
oder viel Gestrüpp etc. im Umfeld liegt.
Jan
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Re: Wo bleibt die Schnur beim Drill

Beitragvon Bernd Ziesche » 27.02.2012, 18:07

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Zuletzt geändert von Bernd Ziesche am 31.07.2013, 09:16, insgesamt 1-mal geändert.
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