Wozu eigentlich eine Rutendrift?

Fliegenwerfen - wie geht das eigentlich? Wie kann ich meine Leine effektiver ausbringen und Fehler ausmerzen? Was hat es mit den AFTMA-Klassen auf sich? Was sind Spezial- und Trickwürfe? Fragen über Fragen! Hier könnt Ihr Euch gegenseitig helfen.

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Re: Wozu eigentlich eine Rutendrift?

Beitragvon fliegenfeger » 20.12.2018, 16:17

Hallo Reinhard, Thomas und Lars,

deshalb wäre ein Video hilfreich, um zu erkennen welcher Fall 1,2 oder 3 vorliegt. :idea:

Viele Grüße
Armin
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Re: Wozu eigentlich eine Rutendrift?

Beitragvon Lars_L » 20.12.2018, 18:06

fliegenfeger hat geschrieben:wie hast du deine Wurfausführung kontrolliert? Video? Eigenes Empfinden und das was auf Videoaufnahmen zu sehen ist, kann zu großem Erstaunen führen. :-k


Hi Armin, mein Kumpel hat mich mit seinem Quadrocopter gefilmt ;-) Der Film ist zwar vom September aber ich denke, den Stop werde ich jetzt nicht viel schlechter machen.

Gruß
Lars
Gruß
Lars Linden
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Re: Wozu eigentlich eine Rutendrift?

Beitragvon Lars_L » 20.12.2018, 18:08

Trockenfliege hat geschrieben:
Lars_L hat geschrieben: Ich habe heute mal wieder am Wasser geübt und für mich keinen Vorteil feststellen können, ob ich mit der Rute nachdrifte oder nicht. Wenn ich die Rute absichtlich etwas zurückziehe, was ja als Fehler beschrieben wurde, bricht allerdings die Schlaufe zusammen, was mir auch logisch erscheint.


Da hast du etwas missverstanden: Nicht das nach hinten Driften ist der Fehler, sondern wenn man die Rute - noch bevor sich die Schnur nach hinten ganz entfaltet hat- leicht nach vorne sozusagen vorspannen will. Das ist das sogenannte creaping. Das ist eine winzige Bewegung mit der Rutenspitze von wenigen Grad nach vorne, die dann aber erstmal wieder gestoppt wird, bevor der eigentliche Vorwurf beginnt.

Wenn dein Wurf/ deine Schlaufe nach hinten durch ein Driften nach hinten zusammenbricht, dann driftetst du zu früh und/oder zu weit.

LG
Reinhard


Hi Reinhard,

das hatte ich auch so geschrieben :P

Gruß
Lars

PS: Hier das Video vom September. Hier nutze ich aber noch recht viel Kraft, das hat sich seitdem reduziert, auch die Schnuraufnahme vom Wasser ist nicht mehr so rabbiat ;-) https://www.youtube.com/watch?v=5J-ZS6kIcEU
Zuletzt geändert von Lars_L am 20.12.2018, 20:15, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß
Lars Linden
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Re: Wozu eigentlich eine Rutendrift?

Beitragvon Trockenfliege » 20.12.2018, 19:04

Lars_L hat geschrieben: Wenn ich die Rute absichtlich etwas zurückziehe,
:?: :?:
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Re: Wozu eigentlich eine Rutendrift?

Beitragvon Lars_L » 20.12.2018, 19:21

Trockenfliege hat geschrieben:
Lars_L hat geschrieben: Wenn ich die Rute absichtlich etwas zurückziehe,
:?: :?:


Also zu mir hin... ;-)
Gruß
Lars Linden
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Re: Wozu eigentlich eine Rutendrift?

Beitragvon fly fish one » 20.12.2018, 19:32

Hallo Lars,

ich kann nicht viel sehen, aber der Doppelzug sieht komisch aus und ich finde das Du unterm Werfen den Unterarm immer mehr in die Horizontale sinken läßt. Zumindest macht das auf mich den Eindruck. Damit verlierst Du Höhe zur Wasseroberfläche. Bei kurzen Würfen unter Hindernisse sicher ok, aber für weite Würfe bin zumindest ich dankbar um jeden Zentimter Luft. Sonst tuschiert meine Fliege hinter mir das Wasser. Vom Driften und irgend welchen Phasen (falls Du das zeigen wolltest) kann ich nichts erkennen - liegt aber vermutlich an mir.

Frank
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Re: Wozu eigentlich eine Rutendrift?

Beitragvon Lars_L » 20.12.2018, 19:41

fly fish one hat geschrieben:Hallo Lars,

ich kann nicht viel sehen, aber der Doppelzug sieht komisch aus und ich finde das Du unterm Werfen den Unterarm immer mehr in die Horizontale sinken läßt. Zumindest macht das auf mich den Eindruck. Damit verlierst Du Höhe zur Wasseroberfläche. Bei kurzen Würfen unter Hindernisse sicher ok, aber für weite Würfe bin zumindest ich dankbar um jeden Zentimter Luft. Sonst tuschiert meine Fliege hinter mir das Wasser. Vom Driften und irgend welchen Phasen (falls Du das zeigen wolltest) kann ich nichts erkennen - liegt aber vermutlich an mir.

Frank


Hi Frank,

von meinen Driftversuchen habe ich kein Video. Dieses ist etwa drei Monate alt, hier ging es darum zu schauen, ob ich den Stop setze und danach die Rute in die falsche Richtung bewege.
Beim Doppelzug hatte ich damals versucht den Trainingstip von Lefty Kreh zu befolgen und ihn so kurz wie möglich zu gestalten um das Timing zu üben.
Das mit dem Absenken des Unterarms muß ich mal versuchen zu erkennen, so richtig verstehe ich aber noch nicht was damit gemeint ist.

Gruß und Danke
Lars
Gruß
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Re: Wozu eigentlich eine Rutendrift?

Beitragvon fly fish one » 20.12.2018, 21:21

Hallo Lars,

für mich sieht das so aus, als wenn Du die gesamte Rute seitlich in die Horizentale kippen läßt, also praktisch mit einer seitwärts gerichteten Rotation aus dem Schultergelenk kippen läßt. Ich kenne das nur, wenn man versucht unter Hindernisse zu werfen. Man fängt in normalen eher vertikalen Lagen an und senkt die gesamte Wurfebene in die Horizentale.

Die Intensität und Länge des Doppelzuges sind immer ein Thema, Timing natürlich auch. Das macht es so anspruchsvoll. Es gibt auf Sexy Loops schöne Videos , Ansichten und Erklärungen vom Christopher Rownes (mit der Einhand ist das für mich einer der beeindruckendsten Werfer) dazu, wie man das sinnvoll selbst bei kürzester Leine einsetzen kann, wenn die ganze Welt bei so einer Länge normal keine Doppelzüge macht. Wie gesagt, das Video läßt nicht viel erkennen, ich bin kein Experte und nur unwesentlich weiter als Du! Ich würde mir an Deiner Stelle mal um das Driften zunächst keinen Kopp machen, an der Führung und ganz einfach am Doppelzug arbeiten. Mal sehen was die Experten so meinen. Insgesamt sehr mutig Dich so zu präsentieren, dass muss man echt anerkennen!! Sieht auch lässig und unverkrampft aus. Das wird ganz sicher was!

Frank
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Re: Wozu eigentlich eine Rutendrift?

Beitragvon Lars_L » 20.12.2018, 21:44

fly fish one hat geschrieben:...für mich sieht das so aus, als wenn Du die gesamte Rute seitlich in die Horizentale kippen läßt, also praktisch mit einer seitwärts gerichteten Rotation aus dem Schultergelenk kippen läßt.

Ich hab das gerade nochmal zu Hause im Wohnzimmer versucht :badgrin: ... Ich glaube, ich weiß jetzt was Du meinst und werde in Zukunft häufiger drauf achten.
Danke! Das wäre mir so nie aufgefallen ;-)

Die Intensität und Länge des Doppelzuges sind immer ein Thema, Timing natürlich auch. Das macht es so anspruchsvoll. Es gibt auf Sexy Loops schöne Videos , Ansichten und Erklärungen vom Christopher Rownes (mit der Einhand ist das für mich einer der beeindruckendsten Werfer) dazu, wie man das sinnvoll selbst bei kürzester Leine einsetzen kann, wenn die ganze Welt bei so einer Länge normal keine Doppelzüge macht.

Die schaue ich mir gleich mal an!

Wie gesagt, das Video läßt nicht viel erkennen, ich bin kein Experte und nur unwesentlich weiter als Du!

Ja, am Video kann ich leider nicht viel machen, vielleicht besorge ich mir mal eine farbige Schnur für weitere Aufnahmen. Ich wollte immer mal wieder ein paar Aufnahmen machen um zu sehen, wo es noch hapert.

Insgesamt sehr mutig Dich so zu präsentieren, dass muss man echt anerkennen!!

Daß gerade hier im Forum die Meisten besser werfen, als ich als "Neuling" ist mir klar. Aber auch die Cracks haben ja mal so angefangen. Mutig wärs, wenn ich 'ne Fliegenfischerschule gründen würde :badgrin:

Gruß
Lars
Gruß
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Re: Wozu eigentlich eine Rutendrift?

Beitragvon fliegenfeger » 21.12.2018, 01:38

Hallo Lars,

ich habe mir dein Video angeschaut. Dein Hauptproblem ist die Geschwindigkeit mit der du die Rute führst. Nach dem Stopp fängst du zu schnell an (Tendenz zu Tailing Loops) und hast keine Geschwindigkeitszunahme im weiteren Wurfverlauf.
Beginne den Wurf langsam und beschleunige die Rute so, dass du unmittelbar vor dem Stopp die höchste Geschwindigkeit erreichst. Verzichte auch erst mal auf die Schnurhand (Doppelzug), um dich besser auf die Rutenführung zu konzentrieren.
Ein weiter Punkt ist die Rutenspitze auf einer geraden Bahn zu führen. Dabei ist es egal ob die Rute mehr vertikal oder etwas abgekippt geführt wird.
Diese Basics trainieren auch sehr gute Werfer intensiv, da Distanzwürfe, Trickwürfe usw. darauf aufbauen.
Deine Loops, Rollen usw. für die Schnur vom Wasser abzuheben sehen zwar lustig aus und machen auch Spaß (Michi Mauri finde ich auch toll), aber versuch mal die Schnur sauber ohne Spritzer und Krawall vom Wasser abzuheben.

Viele Grüße
Armin
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Re: Wozu eigentlich eine Rutendrift?

Beitragvon Dominikk85 » 21.12.2018, 10:03

fly fish one hat geschrieben:Hallo Lars,

für mich sieht das so aus, als wenn Du die gesamte Rute seitlich in die Horizentale kippen läßt, also praktisch mit einer seitwärts gerichteten Rotation aus dem Schultergelenk kippen läßt. Ich kenne das nur, wenn man versucht unter Hindernisse zu werfen. Man fängt in normalen eher vertikalen Lagen an und senkt die gesamte Wurfebene in die Horizentale.

Die Intensität und Länge des Doppelzuges sind immer ein Thema, Timing natürlich auch. Das macht es so anspruchsvoll. Es gibt auf Sexy Loops schöne Videos , Ansichten und Erklärungen vom Christopher Rownes (mit der Einhand ist das für mich einer der beeindruckendsten Werfer) dazu, wie man das sinnvoll selbst bei kürzester Leine einsetzen kann, wenn die ganze Welt bei so einer Länge normal keine Doppelzüge macht. Wie gesagt, das Video läßt nicht viel erkennen, ich bin kein Experte und nur unwesentlich weiter als Du! Ich würde mir an Deiner Stelle mal um das Driften zunächst keinen Kopp machen, an der Führung und ganz einfach am Doppelzug arbeiten. Mal sehen was die Experten so meinen. Insgesamt sehr mutig Dich so zu präsentieren, dass muss man echt anerkennen!! Sieht auch lässig und unverkrampft aus. Das wird ganz sicher was!

Frank


Wobei die auf sexyloops auch einen anderen Stil propagieren.

Kreh ist ja für seinen "sidearm" Wurf bekannt, während die auf sexyloops mehr über Kopf werfen und die Hand auch mehr hoch und runter bewegen.

Sind halt andere Stile, keine Ahnung was besser ist.
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Re: Wozu eigentlich eine Rutendrift?

Beitragvon Thomas E. » 21.12.2018, 22:39

Dominikk85 hat geschrieben:Wobei die auf sexyloops auch einen anderen Stil propagieren.

Kreh ist ja für seinen "sidearm" Wurf bekannt, während die auf sexyloops mehr über Kopf werfen und die Hand auch mehr hoch und runter bewegen.

Sind halt andere Stile, keine Ahnung was besser ist.


Hi,

nö, dort wird kein bestimmter Stil verbreitet, es wird eigentlich über alles diskutiert auf recht hohem Niveau.

Es gibt sowieso nicht "den" Stil für Jeden, da wir alle unterschiedlich in Körperbau und Motorik sind. :wink:
Deshalb kann man z.B. die Rutendrift auch nicht generell empfehlen, oder davon nur abraten.


@Frank
Den DZ kann und wird der Routinier auf allen Schnurlängen meist einsetzen, da er den Wurfarm entlastet und weitere Vorteile liefert.
Nur ist er selbst für den weiten Wurf nicht zwingend erforderlich !
Gruß
Thomas Ellerbrock
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Re: Wozu eigentlich eine Rutendrift?

Beitragvon Thomas E. » 24.12.2018, 08:16

Moin,

durch Sl kam ich wieder auf Jim Green und da fiel mir der Film ein.
Was er hier vor über 40 Jahren bereits erklärte, inbegriffen die Drift und warum, Arbeit der Schnurhand etc. ist immer noch sehenswert.
https://www.youtube.com/watch?v=LVGHjL4zRy0
Gruß
Thomas Ellerbrock
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