Moin,
auch ich bin durchaus dafür, immer eine Schwimmweste zu benutzen.
Dennoch muß man nicht immer wieder die gleichen modernen Mythen ausgraben: Wer vom Belly Boat ohne Schwimmweste ins Wasser fällt, wird keineswegs sofort in die Tiefe gezogen oder stirbt auf andere Art und Weise den sofortigen Ertrinkungstod. Mit Watbekleidung und Schwimmflossen an den Füßen schwimmt es sich relativ gut - es sei denn, man hat die Weste mit Tungstennymphen vollgepackt...
Die Geschichte vom kopfüber treiben, weil Luft in der Wathose ist, wurde in der Praxis schon tausendfach widerlegt. Man hat keine Luft in der Wathose, wenn der Wasserdruck von außen dagegen presst und man einen Watgürtel trägt.
In so einem Kenterfall zu versuchen, die Wathose auszuziehen, ist der größte Unsinn überhaupt: Man verliert die Flossen und eine wertvolle Isolierung gegen die Kälte, und man verbraucht unnötige Energie. Besser ist es, die Hose nur hüfthoch zu tragen und einen Gürtel zu benutzen. Dann schöpft man nicht so viel Wasser und kann sich leichter wieder aufs Bellyboat ziehen.
Die Temperaturgeschichte ist ähnlich: Es macht einen Riesenunterschied, ob ich nackt, mit normaler Kleidung oder mit einer eng anliegenden Neoprenwathose ins kalte Wasser falle. Eine Neoprenwathose und eine dicht geschlossene Watjacke bewirken durchaus eine gewisse Kälteisolierung.
Das soll aber keineswegs ein Aufruf zum Leichtsinn sein! Auch mit Watbekleidung und Schwimmweste ist das Bellyboatfischen bei kaltem Wasser ultragefährlich. Man braucht einfach viel zu lang, um aus dem kalten Wasser zu kommen, und man spielt schlicht und ergreifend mit dem Leben.
Viele Grüße!
Achim