Fliegenschnurpreise - gestern und heute

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Fliegenschnurpreise - gestern und heute

Beitragvon Trockenfliege » 05.04.2018, 16:01

Da hier gerne über die (hohen) Preise von Fliegenschnüren disskutiert wird und Fjorden gerade im Nachbarthread über die gute, alte und günstige Aircel Supreme geschrieben hat, möchte ich das Thema mal in einem Extrathread ansprechen, um nicht wieder einen anderen zu kapern :mrgreen:

Die Aircel Supreme war/ ist eine super Schnur - aber günstig war die nie.
So kostete sie vor 36 Jahren (1982) 89,- DM, ein Jahr später, als dann die Aircel Ultra auf den Markt kam für 99,-DM wurde die Supreme dann 10,-DM günstiger. (Katalog von Balzer)
Die Cortland 333 und 444 lagen damals in der gleichen Preisklasse.

Die 1. Triangle Taper kostete 1985 125,-DM, Orvisschnüre lagen 1986 bei 100,- - 129,-DM. ( Fachhändlerpreise)

Mir gefallen die zT. inzwischen 3stelligen Fliegenschnurpreise heute auch nicht, aber sind die wirklich so viel teurer als damals?

Was man zu der damaligen Qualität aber sagen kann: die alten 3M Schnüre Standart, Supreme und Ultra, von denen ich sehr viele habe aber nur wenige hatte :biggrin: , waren/sind sehr robust und langlebig.
Bei einer WF 10 (Supeme o. Ultra) habe ich inzwischen die runningline hinter der Keule um ein paar Meter kürzen müssen, da sie in dem Bereich total fertig war.
Ich habe einige andere durchaus vielgefischte Schnüre, die 30 Jahre alt sind! Ok, nicht mehr knackfrisch und riefenfrei, aber noch gut fischbar.
Bei mir verteilt sich die Fischerei auf viele Schnüre, Rollen und Ruten, daher wird jedes Teil nicht extrem beansprucht, aber trotzdem - diese Dauerhaftigkeit müssen meine neuen Schnüre a` la Rio Gold zb. erst beweisen.

Ich hatte auch günstigere Schnüre, die nicht sehr lang gehalten haben, eine von 3M waren nie darunter, selbst die Standart sind sehr langlebig. ( die findet man übrigens noch ab und an im Abverkauf, denn sie wurde sehr lange fabriziert, sie heisst einfach nur Aircel und ist hellgrün)

Wenn man also mal die Teuerungsraten anderer Dinge in den letzten 3 Jahrzehnten betrachtet, relativieren sich vielleicht die "hohen" Preise heutiger Fliegenschnüre.

Gruß
Reinhard
Zuletzt geändert von Trockenfliege am 06.04.2018, 18:07, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Fliegenschnurpreise - gestern und heute

Beitragvon DerRhöner » 05.04.2018, 16:26

Servus beinander

Also ich kann leider nicht über Preise der Vergangenheit mitreden. Als noch in DM gezahlt wurde, war ich noch nicht im FliFi-Geschäft... :D

Ich möchte aber aus (schlechter) Erfahrung mit Rio den Eindruck weitergeben, dass die Qualität nachlässt. Ich hatte im vergangenen Jahr mit 3 (!) Rio-Schnüren und Schussköpfen die Erfahrung gemacht, dass das Coating abgeht. Ich hab das bei den drei unterchiedlichen Händlern reklamiert und die stellten alle fest, das komme neuerdings häufiger vor.

Ich habe den Eindruck - aber die Haudegen im Forum mögen mich bitte ergänzen - dass die Vielfalt der Schnüre inzwischen ins Absurde geht. Ihr habt doch auch früher mir 3-4 Macharten gefischt, oder? Ich kann die Erklärungen der Hersteller inzwischen nicht mehr wirklich nachvollziehen und oft genug nicht verstehen, was div. Schnurtypen unterscheidet. Erst recht, wenn jedes Jahr neue Typen auf den Markt geworfen werden, die besser sein sollten als die alten und auch da wieder nicht nachvollziehbar ist, was nun anders wurde. Es wirkt auf mich schon so, als würden hier Argumentationslinien aufgebaut, um einen nach oben "angepassten" Preis zu rechtfertigen. Ausserdem entsteht damit das gefühlte Bedürfnis, für jede Situation eine "spezielle" Schnur zu kaufen. Ich gestehe, den Fehler hab ich hier und da auch schon gemacht...

Meinetwegen darf die Industrie aber "hohe" Preise nehmen. Ich erwarte dann aber dass die Qualität stimmt (s.o.) sowie der Service und vor allem dass man schlüssig erklären kann, was die Schnur besonders macht. Ich glaube, wenn sie Letzteres beherzigen würden, wäre das Sortiment schlagartig halb so gross und keinem würd' was fehlen.

Gruss

Christian
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Re: Fliegenschnurpreise - gestern und heute

Beitragvon sepp73 » 05.04.2018, 17:18

DerRhöner hat geschrieben:...wäre das Sortiment schlagartig halb so gross und keinem würd' was fehlen


Außer den Aktionären natürlich...;-)
Bin vollkommen auf deiner Linie, warum braucht man schon 3 Schnüre für den selben Zweck, wenn man mit einer auch klar kommt. Wenn ich mit meiner Rio Gold z.B. problemlos zurecht komme, warum sollte ich mir dann extra für Wasser- oder Speywürfe eine Single-Handed-Spey zulegen, noch dazu für nen knappen Hunni? Naja, irgend einen Vorteil der neuen Schnüre müssen die Firmen ja finden, sonst fischt jeder nur noch mit einer Schnur und es wird halt nicht mehr so viel damit verdient... Denke mit der Qualität verhält es sich so, dass früher die Langlebigkeit eine große Rolle spielte und ein Haupt-Verkaufsargument war. Die Marketingstrategen haben aber zwischenzeitlich herausgefunden, dass jemand, der seine Schnur 10 Jahre zufrieden fischt eben diese 10 Jahre kein Geld mehr für ne neue ausgibt und das geht natürlich an den Umsatz des Unternehmens...
Nur so mal meine Ansicht wobei Schnüre natürlich länger halten, wenn man diese regelmäßig pflegt und von den meisten Firmen werden auch Schnurpflegemittel angeboten. Aus Bequemlichkeit -und da nehm ich mich freilich gar nicht aus- macht mans halt nur selten auch wenn man das Zeug daheim rumstehen hat bis es austrocknet...;-)
Gruss, Sepp
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Re: Fliegenschnurpreise - gestern und heute

Beitragvon Maggov » 05.04.2018, 17:26

Hallo Reinhard,

als 3M Fan kann ich Deinen Eindruck bzgl. Langlebigkeit bestätigen. Ich fische derzeit am meisten eine Ultra4 DT aus dem Jahr 2004... inzwischen einmal umgedreht (aber v.a. weil ich die Schnur auf eine andere Rolle übernommen habe und das bei der DT herzlich einfach so geht) sowie eine Quit Taper (Ok, nicht von 3M) von so ca. 2007 und eine Mastery Trout von 2006.

Andere Schnüre habe ich in ca. 2 Saisons aufgebraucht, eine Climax WF hat bei mir gerade mal ein Jahr durchgehalten dann löste sich das Coating am Rear Taper der Keule ab.

Rechnet ich die Kosten auf die Anzahl der Fischtage um, dann schneiden die 3M Schnüre bei mir besser ab als die günstigen Schnüre. Die ich zwischenzeitlich probiert habe.

Die Cortland 444 ist als erste Schnur bei einem Kumpel von mir auf der Rolle der zwar nicht so oft fischen geht aber die Schnur schon seit über 10 Jahren nutzt. Das Coating ist rauher geworden, die Schnur schwimmt aber gut und wirft sich 1a.

Trotzdem finde ich dass die Preisentwicklung auch bei 3M merkbar gegen die 100 EUR geht und ich muss gestehen dass ich bis dato noch keine Schnur über 70 EUR gekauft habe - dafür sind die Günstigen Schnüre gut genug ...

Vielleicht kommt das aber bei mir noch ;)

LG
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Re: Fliegenschnurpreise - gestern und heute

Beitragvon Trockenfliege » 05.04.2018, 21:28

Markus, von wem sind/waren denn die Sage Quiet Taper?
Die Orvis Schnüre sind inzwischen ja von 3M, soweit ich weiss.

Gruss
Reinhard
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Re: Fliegenschnurpreise - gestern und heute

Beitragvon Norman506 » 05.04.2018, 22:40

Sage sollte doch rio sein oder umgekehrt rio gehört sage...

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Re: Fliegenschnurpreise - gestern und heute

Beitragvon Maggov » 06.04.2018, 09:35

Hallo Reinhard,

die Schnur habe ich schon lange und die Packung ist seitdem weg. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung wer die Quiet Taper damals produziert hat (muss ja nicht der gleiche Hersteller wie heute sein).

Vor einiger Zeit hatte ich mal mit bekommen dass es nur wenige echte Schnurproduzenten gibt und viele Marken Ihre jeweiligen Taper und Farben de facto in der gleichen Fabrik produzieren lassen. 3M war damals einer der Produzenten und nachdem diese im Bereich Kunststoffe auch in anderen Bereichen eine Referenz waren dachte ich mir dass es eine gute Wahl sei. Nachdem ich mit den Schnüren (v.a. Ultra4 in DT und WF sowie Mastery Trout) sehr zufrieden war habe ich dann nicht weiter recherchiert oder darüber intensiv nachgedacht. Die Schnüre habe ich alle so für um die 50 EUR bekommen - aber teilweise auch lange auf entsprechende Angebote gewartet oder bei Abverkäufen auf Vorrat gekauft.

Soweit ich weiß stimmt es dass Orvis jetzt auch 3M Schnüre vertreibt. Ich habe auch einige Orvisschnüre (Hydros Trout und Clearwater) die ich nutze aber die sind noch nicht so lange in Nutzung dass ich diese mit den alten Schnüren oben vergleichen will. Bin aber bis dato mit denen auch zufrieden.

LG
Markus
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Re: Fliegenschnurpreise - gestern und heute

Beitragvon derflow » 06.04.2018, 11:02

Moin,

fand vor 20 Jahren schon 89,- DM für eine Fliegenschnur verdammt viel Geld und habe sie mir als Schüler mühsam zusammengespart :D .
Ich finde überflüssig über Schnurpreise zu diskutieren - Produktionskosten spielen hier wohl eher eine untergeordnete Rolle sondern vielmehr der Weg bis in den Handel. (Oder wie kann man sich erklären, dass ein bekannter Skagitkopf mit 4m Länge 60,-€ kostet - das sind immerhin 15€ pro Meter :lol: )
Gruß

Florian

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Re: Fliegenschnurpreise - gestern und heute

Beitragvon fjorden » 06.04.2018, 23:13

Hallo,
die Supreme 2 war günstig, da es sie noch zu € Zeiten gab und die Langlebigkeit hat das Preis Leistungsverhältnis weiter steigen lassen. Ja, wenn ich mich zurück erinnere waren die Fliegenfischer*innenprodukte auch zu DM Zeiten schon happig und auch die Schnüre kosteten ihr Geld. Auch die Loop Distance Schnüre wurden von 3 M produziert und halten und halten. Die Sage Quit Taper ist m.E. auch von 3 M.
Gruß
Fjorden
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Re: Fliegenschnurpreise - gestern und heute

Beitragvon Thomas E. » 07.04.2018, 09:08

derflow hat geschrieben: (Oder wie kann man sich erklären, dass ein bekannter Skagitkopf mit 4m Länge 60,-€ kostet - das sind immerhin 15€ pro Meter :lol: )


Der soll ja wohl so gut fliegen, das muß man dann eben mitbezahlen. :lol:
4m Länge ist für mich Spinnfischen. =D>

Ich hatte schon vor über 30 Jahren Orvis Schnüre, die wurden m.E. immer bei 3M gefertigt.

Kaufen tue ich eine neue Schnur sowieso erst, wenn ich sie ausprobiert habe und die Qualität einschätzen kann.
Das Glück hat nicht jeder, so ist es schwer geworden, bei der Überfrachtung von FF- Gerät.

Die Orvis Clearwater Fly Line z.B. macht einen guten Eindruck, hatte einige Beginner damit und ist nicht so teuer.
Gruß
Thomas Ellerbrock
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Re: Fliegenschnurpreise - gestern und heute

Beitragvon Vogtlandsalmon63 » 07.04.2018, 16:24

Hallo!
Leider gibt es auch noch gute Einsteigerschnüre wie die Control von Guideline zu tollerierbaren Preis. Die konkuriert aber mit der Presentation, deren Preis aber leider gesalzener ist. Welche wird sich da der Händler in die Verkaufswand hängen um die Margen hochzutreiben??? Ich habe diese Schnur in den letzten Jahren bei keinem Dealer mehr im Laden gesehen. Nach Nachfrage kamen meistens die Antworten: An der kann ich nichts verdienen oder, wenns die noch gibt, muß ich bestellen und das Porto ist dann höher als mein Gewinn.
Somit kann man auch eine noch bezahlbare gute Schnur vom Markt verdrängen.
Wartet ers mal nächste Woche die EWF ab, da knacken wir die 100 Euro locker für einige "Superschnüre". Fehlen nur noch die Superfische, welche aber leider immer weniger werden.
Wie gut, daß es noch Bario gibt.
mfG.
Robby Vogtlandsalmon63.
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