Flugschnur reparabel ???

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Flugschnur reparabel ???

Beitragvon Michael Pohl » 16.12.2003, 22:15

Tach zusammen,

gestern ist bei meiner Flugschnur die Ummantelung aufgeplatzt.
Die Sehne liegt nun 3cm frei, ist aber noch tadellos in Schuss, wie eigentlich
die gesamte Schnur. Auf der einen Seite liegt das Coating kerzengerade,
auf der anderen Seite wie ein Schweineschwänzchen gekrüsselt.
Besteht nun die Möglichkeit einer Reparatur, selbst wenn man zwei linke
Hände hat ? Oder hat es einfach keinen Sinn....

Vielleicht gibt es ja auch ne Zeichnung.....zuviel verlangt..?

Bild
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Beitragvon Ingo Dege » 16.12.2003, 23:12

Hallo Michael,

ich würde sagen, das wars! Das Coating hat sich sauber von der Seele gelöst! Da wird wohl eine neue Leine fällig! Reperatur würde ich nicht empfehlen. Liegt die Stelle an der Shootigline ( sieht auf dem Bild nicht so aus )., kannst Du evtl. kürzen. Ansonsten.......
Gruß aus Bremen
Ingo
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Beitragvon Michael Pohl » 16.12.2003, 23:42

Hallo Ingo,

erstmal danke für die schnelle Antwort, auch wenn ich auf eine Positive
gehofft habe.
Leider ist der Riss ca. 10 Meter im Inland, somit ist Kürzen indiskutabel.

Falls nicht jemand doch noch ´ne Möglichkeit zur Rettung sieht, habe
ich wenigstens etwas für die Wunschliste zu Weihnachten.
Ärgert mich aber trotzdem....
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Beitragvon Templedog » 17.12.2003, 00:02

Hallo Michael wie hast das denn hingekriegt ?:rolleyes:

Sieht nach brutaler Überstreckung aus :eek: ?

Versuch : Gekringeltes ende mittig von den 3cm abschneiden ab in die Badewanne bei 50 Grad baden , versuchen zu strecken :suprise: !
Wenn möglich beide Teile spleißen !

Schade um die Guide Line :cool: , sieht so aus !

Gruß Td:sofa:
Templedog
 
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Beitragvon dreampike » 17.12.2003, 00:49

Hallo Michael,

ich würde einen Reparaturversuch starten: Das Gekringelte wegschneiden, die Seelen jeweils 2 cm freilegen, übereinanderlegen und mit Bindeseide hoher Tragkraft zusammennähen (feine Nähnadel, Stiche recht eng beieinander, einmal von links nach rechts, dann wieder zurück zum Ausgangspunkt). Das Ganze mit Bindeseide umspinnen und mit 2-3 Lagen Zeltnahtdichter (Softex ist zu weich und ribbelt sich zu schnell wieder runter!)fixieren. Meine Schlaufen in den Flugschnüren produziere ich immer so und eine davon hat dieses Jahr immerhin einen Tarpon von 80 Pfd. aushalten müssen.
Wolfgang
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Beitragvon Michael Pohl » 17.12.2003, 09:51

Moin Kay, moin Wolfgang,

es könnte tatsächlich an einer Überstreckung gelegen haben.
Es herschten teilweise wilde Windböhen. Wenn dann beim Rückschwung
die Schnur nicht gegen den Wind ankommt und sozusagen in der Schwebe
hängt und dann der Vorschwung schön durchgezogen wird, weil man nicht
weiß wohin mit seiner Kraft, dann ist man mit seiner Schnur dort, wo ich
jetzt bin......am :as:

Diese Art von Reperaturversuch habe ich befürchtet. Wobei mir eigentlich
klar war, daß es in diese Richtung gehen muss, denn es muss ja auch
erstens einiges aushalten und zweitens haltbar bleiben.

Nun gut, obwohl ich noch nie soetwas gemacht habe, werde ich mir heute
die benötigten Sachen besorgen und loslegen. Bin selbst gespannt....

Nochmals vielen Dank....
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Beitragvon Gerry » 17.12.2003, 21:46

Hallo Michael,

ich weiß zwar nicht wie alt die Schnur ist, aber du solltest evtl. daran denken, dass du noch Garantie haben könntest.

Gruß Gerry
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Beitragvon Michael Pohl » 18.12.2003, 02:32

Hallo Gerry,

leider habe ich die Schnur neu gekauft und seinerzeit ca. 1 Jahr zurückgelegt.
Nun ist sie etwa ein halbes Jahr drauf, eigentlich immer noch Top in Schuss,
aber mit Sicherheit aus der Garantie.

Außerdem habe ich sie bereits heute versucht zu "vernähen", was
überraschenderweise hervorragend geklappt hat. Ich habe sie danach
nochmals mit Garn umwickelt und als Überzug noch ein Netzstrumpf
verpasst.
Das Problem: An der Stelle ist die Schnur bereits jetzt schon doppelt so
dick als der Rest...und ich habe noch nicht den Zeltnahtdichter draufgeschmiert.

Meine Frau hält mich langsam für bekloppt....ich selbst bin mir auch nicht
mehr sicher...

Mit etwas Glück passt die Stelle noch durch den ersten Ring, hehe.

Aber ich gebe nicht auf....und werde berichten....
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Beitragvon Andreas aus B » 18.12.2003, 14:25

Nur mal so nebenbei als allgemeine Information:
Die Gewährleistungsfrist beträgt seit der Schuldrechtsreform grundsätzlich zwei Jahre. Dies gilt nur dann nicht, wenn sie vertraglich oder durch allgemeine Geschäftsbedinungen verlängert oder (wie oft) verkürzt wurde.
Mit 1 1/2 Jahren hättest du also noch Glück haben können, wenn du nicht bereits einen Reparaturversuch unternommen hättest.
Beim nächsten Mal dann vielleicht :-)
Andreas aus B
 

Beitragvon Michael Pohl » 18.12.2003, 20:09

Bei mir haben Flugschnüre noch nie mehr als 2 Jahre gehalten...muss aber
auch gestehen, daß ich nur am Anfang und am Ende der Saison der Schnur
Pflege zukommen lasse.

Egal, nun ist es sowieso zu spät...die Operation ist im vollem Gange...

Trotzdem Danke für den Hinweis.
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Beitragvon Michael Pohl » 20.12.2003, 00:05

Tach zusammen,

Operation beendet....Patient weiß ich noch nich....

Am Ende habe ich Abstand genommen vom Vernähen der Sehne, da
zum Schluss (und ich habe dreimal vernäht!) immer wieder das "Flickstück"
zu uneben und zu dick wurde.

Auf dem Foto wirkt es so, als ob auch hier alles zu uneben ist.
Das hält sich aber noch in Grenzen, es ist halt eine absolute Nahaufnahme.
Im Nachhinein hätte ich vielleicht das Garn fester knoten sollen. Ich hatte
ein wenig Sorge, daß es sich dann in die Schnur einschneidet.

Zum Vorgang: Als erstes habe ich einfach die geraden Endstücke der
Schnur mit dem Sekundenkleber dünn verklebt. Danach mit dem Netzgewebe
einer Loopverbindung überzogen und beide Enden mit Garn verknotet.
Nochmals etwas mehr Sekundenkleber auf die Endstücke. Trocknen lassen.
Zum Schluss komplett mit Aquasure überzogen, dadurch sicher geschützt
und dennoch flexibel.

In einer der letzten "Fliegenfischen" hat Dr.Begli so seine Sinktips mit der
Hauptschnur verbunden. Einfach und genial, falls es hält....

Bild

Der Trockentest auf der Wiese hat sicher gehalten. Bin mir aber noch nicht
sicher, ob im harten Drillgeschäft, bei Wind und Wetter und über einen
längeren Zeitraum die Verbindung auch noch hält. Abwarten....
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Beitragvon Matthias » 22.12.2003, 17:35

Hallo Michael,

die Geflechtschlauchlänge auf Deinem Foto ist für meinen Geschmack etwas kurz, ich hätte dazu kein Vetrauen :confused: Bei meiner Triangle-Taper BassLine war die Runnigline kurz hinter der Keule verschlissen. Ich habe das Stück herausgeschnitten, an jedem Ende die Seele auf ca. 3cm freigelegt und verspleißt. Die Enden habe ich mit einer kurzen Garnwicklung gesichert und die Reparatur-Stelle mit Aquasure versiegelt. Das trägt kaum auf, ist unwesentlich dicker als die Schnur selbst und flutscht ohne Probleme durch die Ringe.

Viele Grüße, Matthias
Matthias
 

Beitragvon Michael Pohl » 22.12.2003, 18:56

Hallo Matthias,

so 100%ig wohl ist mir bei der Sache auch nicht.
Wie gesagt, das Probewerfen verlief hervorragend, aber auf Dauer bin
ich mir auch nicht so sicher. Falls es jedoch hält, ist es eins der einfachsten
Methoden eine Schnur zu retten.

In einer Woche weiß ich mehr, da gehts wieder Richtung Oostvoorne.
Ersatzrolle mit neuer Schnur habe ich vorsichtshalber dann immer dabei.
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