Rolle und Schnur für Gespliesste

Forum für Fragen und Erfahrungen zu Gerät - Zubehör - Bekleidung - Literatur & Film etc. Gibt es besonders empfehlenswertes Tackle? Was benötigt der Fliegenfischer wirklich ?

Moderatoren: Maggov, webwood, Forstie, Matthias M., Michael., Olaf Kurth, Kurt Zumbrunn

Re: Rolle und Schnur für Gespliesste

Beitragvon Harald aus LEV » 15.08.2012, 17:52

AndreasKR hat geschrieben:Daagestiet Detlef,

nun stellt dich nicht so an , hol die Kohle aus den Kopfkissen und kauf dir eine Hardy-Rolle. Die paar Mark werden dir ja wohl nix ausmachen. Nicht die Frau fragen, einfach bestellen. :mrgreen:


Genau! Was sind schon ein paar bedruckte Papierschnipsel gegen die Erfüllung eines Traumes.

Gruß
Harald
RFFS-
Rheinischer Fliegenfischer Stammtisch

***Open mind for a different view ***
***Forever trust in who you are ***
(Metallica)
Benutzeravatar
Harald aus LEV
 
Beiträge: 2847
Registriert: 28.09.2006, 11:08
Wohnort: Leverkusen
"Danke" gegeben: 5 mal
"Danke" bekommen: 199 mal

Re: Rolle und Schnur für Gespliesste

Beitragvon Werner H. » 17.01.2020, 20:26

Guten Abend zusammen,

habe mal ein altes Thema aus der Versenkung geholt. Der Grund ist: ich habe die Rute von der Fliegenforum-Spendenaktion ersteigert.
Herzlichen Dank an dieser Stelle an Michael und Kurt Zumbrunn, der dieses wunderschöne Stück angefertigt hat. Dies ist meine erste Gespließte und habe natürlich keine Erfahrung damit. Deshalb habe ich mich der Suchfunktion beholfen und einiges gefunden an Pflegetips usw..
Als ich die Rute ausgepackt und in der Hand hatte, schätzte ich, daß diese in Richtung #3 gehört. Also die 15°Powermessung durchgeführt und das passte; #3, Aktion: slow. Eine richtige Bachrute auf kurze bis mittlere Distanzen. Mit Kurt hatte ich schon kurzen Kontakt und werde, wenn's irgendwie paßt, eine Woche in der Reichenbachlodge verbringen und die Rute dort einweihen.
Also, um was geht`s mir: ich brauche hierfür eine Schnur #3. Der Markt bietet hierfür jede Menge an, Seidenschnüre, WF und DT mit allen möglichen Tapern. Ich muß allerdings vorrausschicken, daß ich an meinem Heimatgewässer zu 98% meine #5 9ft. benutze. Sehr selten und nur im Herbst auf Äschen nehme ich meine #4 8,6ft. Deshalb würde ich vorerst von einer Seidenschnur absehen. Und, ich mag eher schnellere Ruten und muß mich der Gespließten wohl ganz vorsichtig anpassen. Hat jemand z. B. Erfahrung mit der Cortland 444 Silk? Die gibt's ja als WF und DT. Auch von SA gäb es es eine Longbelly mit 19,8m, die Amplitude Smooth Trout.

Im Voraus bedanke ich mich schon für eure Tips und wünsche euch allen einen schönen Feierabend.

Herzliche Grüße
Werner
Viele Grüße
Werner
Werner H.
 
Beiträge: 37
Registriert: 02.01.2009, 14:30
Wohnort: Markdorf
"Danke" gegeben: 12 mal
"Danke" bekommen: 4 mal

Re: Rolle und Schnur für Gespliesste

Beitragvon AlexX!! » 19.01.2020, 20:50

hi Werner,

erst mal Glückwunsch zur neuen Rute :-)

Grundsätzlich kannst du mit der Gespliessten die gleichen Schnüre Fischen wir mit den Plastik Ruten,
musst aber halt schauen was am besten zu deinen Randbedingungen passt.

zu weichen Bambus Rütchen passen DT sehr gut, wenn du einen gefühlvollen Wurfarm hast
geht eine WF aber genauso.
Die Stärke der Bambusruten ist die sanfte Präsentation und die Präzision beim anwerfen auf mittlere Distanz.
Es hat mich selbst überrascht wie exakt man mit der Bambusrute zwischen die Büsche ablegen kann.
Daher würde ich dir bei so einem leichtem Rütchen zu einer 3er DT raten, ich kenne die Cortland
nicht, hab aber schon gutes von ihr gehört.

Interessant sind sicher auch die neuen "microthin" Flylines, die es ja inzwischen von
verschiedenen Herstellern gibt. Ich habe aber selbst noch keine getestet.

beste Grüße
"Besatz mit fangreifen Forellen ist wie eine Droge.
Es macht die Angler doof, und süchtig ... sie wollen immer mehr" (by Steini/GWForum)
Benutzeravatar
AlexX!!
 
Beiträge: 587
Registriert: 24.08.2010, 14:46
Wohnort: NOK
"Danke" gegeben: 239 mal
"Danke" bekommen: 134 mal

Re: Rolle und Schnur für Gespliesste

Beitragvon Werner H. » 20.01.2020, 07:12

Guten Morgen Alex,

vielen Dank für die Antwort. Ja, das mit dem gefühlvollen Wurfarm, das wird eine neue Erfahrung für mich. Das Taper der Cortland 444 SL ist ja relativ einfach und wird auch für Gespließte empfohlen. Ich möchte für dieses feine Rütchen auch keine übergewichtigen Keulen draufhaben. Bin für weitere Tips wirklich dankbar.

Viele Grüße
Werner
Viele Grüße
Werner
Werner H.
 
Beiträge: 37
Registriert: 02.01.2009, 14:30
Wohnort: Markdorf
"Danke" gegeben: 12 mal
"Danke" bekommen: 4 mal

Re: Rolle und Schnur für Gespliesste

Beitragvon FlyandHunt » 20.01.2020, 08:57

Hallo Werner,

ich selber fische auch ab und an mal meine Gespliesstte (Pezon et Michel 7ft #4). Bisher hatte ich immer eine Cortland 444 DT (nicht die Silk) und muss sagen ich war damit sehr zufrieden.
Da ich aber noch eine "normale" Rute hatte, wechselte ich auf eine WF. Da muss ich klar sagen die DT ist deutlich angenehmer und entspannter an der Gespliessten zu werfen als die WF.

Zudem kannst du bei der DT die Schnur nach einem Jahr "drehen" und du hast ne neue Schnur.

Grüße
„There is no greater fan of fly fishing than the worm. “ Patrick F. McManus
FlyandHunt
 
Beiträge: 152
Registriert: 17.01.2019, 10:36
"Danke" gegeben: 12 mal
"Danke" bekommen: 87 mal

Re: Rolle und Schnur für Gespliesste

Beitragvon Trockenfliege » 20.01.2020, 11:31

Hallo Werner, einen "weiteren" Tip kann ich dir nicht geben, sondern mich nur meinen Vorredner anschliessen.
Ich würde auch eine DT und alles mit kürzerer und fetter Keule vermeiden.
Prinzipiell gilt aber, was auch Alex schreibt: Nicht das Material der Fliegenrute (Glas, Kohle, Bambus) sondern, wenn überhaupt, die Aktion bedingt die Fliegenschnur.

Auch aus Bambus kann man jegliche Aktion bauen, eine Gebetsroither Privat ist aktionsmäßig zB. das krasse Gegenteil zu deiner lieblichen 3er, aber auch eine Gespliesste. Das gleiche gilt für Glasruten. Auch die gibt es sehr schnell bis langsam.
Einzig die Eigendynamik ist häufig bei unterschiedlichen Materialien unterschiedlich. So laden sich die Bambusruten schon durch das Schwingen ohne Schnurgewicht mehr auf und werfen sich dadurch anders als zb. eine Sage Methode.
OK, abgesehen von der Gebetsroither Privat, das ist eine Methode :biggrin:

LG
Reinhard
Zuletzt geändert von Trockenfliege am 20.01.2020, 22:27, insgesamt 1-mal geändert.
Trockenfliege
 
Beiträge: 865
Registriert: 25.01.2015, 18:03
"Danke" gegeben: 121 mal
"Danke" bekommen: 209 mal

Re: Rolle und Schnur für Gespliesste

Beitragvon Werner H. » 20.01.2020, 16:59

Hallo zusammen,

vielen Dank für die Antworten. Werde hierzu wohl ein paar Sachen testen müssen. Ich habe ja einige Schnüre mit 6,5gr./100 grain gefunden. Interessant ist für mich noch die Länge des Front Tapers, bei 2,10 m Rutenlänge. Die Cortland Peach DT liegt hier bei 8 ft., die Silk schon bei 10,6 ft.
Werde hier wohl noch suchen und vergleichen.

Schönen Abend noch.
Viele Grüße
Werner
Viele Grüße
Werner
Werner H.
 
Beiträge: 37
Registriert: 02.01.2009, 14:30
Wohnort: Markdorf
"Danke" gegeben: 12 mal
"Danke" bekommen: 4 mal

Re: Rolle und Schnur für Gespliesste

Beitragvon Harald aus LEV » 20.01.2020, 18:48

Hallo Werner,
ich schließe mich den Vorschreibern an. Die Cortland DT 444 und 444SL sind wunderbare Schnüre, gerade für Gespließte, die nicht so steif sind.
Das Richtige für geschmeidige Würfe und sanftes Ablegen.

Gruß
Harald
RFFS-
Rheinischer Fliegenfischer Stammtisch

***Open mind for a different view ***
***Forever trust in who you are ***
(Metallica)
Benutzeravatar
Harald aus LEV
 
Beiträge: 2847
Registriert: 28.09.2006, 11:08
Wohnort: Leverkusen
"Danke" gegeben: 5 mal
"Danke" bekommen: 199 mal

Re: Rolle und Schnur für Gespliesste

Beitragvon Olaf Kurth » 20.01.2020, 18:49

Trockenfliege hat geschrieben:
Auch aus Bambus kann man jegliche Aktion bauen, eine Gebetsroither Privat ist aktionsmäßig zB. das krasse Gegenteil zu deiner lieblichen 3er, aber auch eine Gespliesste.


Möchte mich Reinhards Worten anschließen, lieber Werner,

genau wie Du, fische ich auch lieber schnelle Fliegenruten. Mit härteren Ruten kann ich direkt Einfluss auf die Schnur nehmen und genau darum fische ich die Kombination aus schneller Gespließten mit Seidenschnur so gern. Ich käme niemals auf den Gedanken eine Plastikschnur an meinen Gespließten zu fischen. Die Seidenschnüre haben enorme Vorteile: Sie sind in der gleichen Klasse dünner als ihre Schwestern aus Plastik, sie kringeln nicht, auch nicht bei Tiefsttemperaturen, sie halten länger und last but not least, sie werfen sich einfach besser, schneller, aber auch gefühlvoller.

Hier findest Du die passende Seidenschnur von Phoenix für Deine Gespließte: https://finearts-flyfishing.de/collecti ... r-standard
Ich würde Dir ebenfalls zu einer 3er DT-Schnur raten. Axel Janousch wird Dir sicher weiterhelfen können, wenn Du z.B. die passenden Vorfächer (auch von Phoenix) montieren möchtest. Dann hast Du die Traum-Kombination und willst gar nichts anderes mehr fischen....... 8)

@Reinhard: Eine "Walter Brunner Spezial" als 4-5er Rute in 7,2 Fuß toppt das alles. Dieser Ferrari der Gespließten würde locker eine 6er Schnur vertragen.

Liebe Grüße,

Olaf
Und Gott sprach zu den Steinen im Fluss: "Wollt ihr Mitglieder der UNERSCHROCKENEN werden?" Und die Steine antworteten: "Nein Herr, dafür sind wir nicht hart genug."
Olaf Kurth
Moderator
 
Beiträge: 3513
Registriert: 28.09.2006, 12:32
Wohnort: Klein-Montana
"Danke" gegeben: 309 mal
"Danke" bekommen: 322 mal

Re: Rolle und Schnur für Gespliesste

Beitragvon Trockenfliege » 20.01.2020, 19:59

Ja, die hätte ich vor 2 Jahren kaufen können, als der Wathosen Beer noch seinen Stand bei der EWF hatte. Der hatte immer einige Gespliesste von Brunner dabei. Da war auch die Spezial dabei, allerdings für 1200,-. Das war mir dann doch zu viel.

Und Olaf, darf ich mal ketzerisch fragen 8) : Was ist denn der enorme Vorteil, wenn die Seidenschnüre dünner sind? Bei gleicher Schnurklasse/Gewicht?

LG
Reinhard
Trockenfliege
 
Beiträge: 865
Registriert: 25.01.2015, 18:03
"Danke" gegeben: 121 mal
"Danke" bekommen: 209 mal

Re: Rolle und Schnur für Gespliesste

Beitragvon Olaf Kurth » 20.01.2020, 21:41

Lieber Reinhard,

dann hast Du die sehr, sehr seltene "W.B. Spezial" günstig bekommen können. Soviel wie ich weiß, stand dieser Typ in keinem Katalog und wurde nur auf Anfrage vom Großmeister der Gespließtenbauer angefertigt. Vielleicht weiß Gebhard etwas mehr über die Entstehungsgeschichte dieses Rutentyps. Meine hängt seit Jahren an ihrem Platz und das handgefertigte, lederummantelte Alu-Rutenrohr daneben - viel zu schade, müsste sie mal fischen.....


Trockenfliege hat geschrieben:Und Olaf, darf ich mal ketzerisch fragen 8) : Was ist denn der enorme Vorteil, wenn die Seidenschnüre dünner sind? Bei gleicher Schnurklasse/Gewicht?


Meine Antwort ist nicht ketzerisch, sie ist schlicht: Seidenschnür schießen besser durch den Wind und können auf dem Wasser unauffälliger abgelegt und aufgehoben werden.

Das erlebst Du aber erst, wenn Du damit fischst. 8)

Liebe Grüße,

Olaf
Und Gott sprach zu den Steinen im Fluss: "Wollt ihr Mitglieder der UNERSCHROCKENEN werden?" Und die Steine antworteten: "Nein Herr, dafür sind wir nicht hart genug."
Olaf Kurth
Moderator
 
Beiträge: 3513
Registriert: 28.09.2006, 12:32
Wohnort: Klein-Montana
"Danke" gegeben: 309 mal
"Danke" bekommen: 322 mal

Re: Rolle und Schnur für Gespliesste

Beitragvon Trockenfliege » 20.01.2020, 22:21

Olaf Kurth hat geschrieben:

Trockenfliege hat geschrieben:Und Olaf, darf ich mal ketzerisch fragen 8) : Was ist denn der enorme Vorteil, wenn die Seidenschnüre dünner sind? Bei gleicher Schnurklasse/Gewicht?


Meine Antwort ist nicht ketzerisch, sie ist schlicht: Seidenschnür schießen besser durch den Wind und können auf dem Wasser unauffälliger abgelegt und aufgehoben werden.

Das erlebst Du aber erst, wenn Du damit fischst. 8)

Liebe Grüße,

Olaf


Weiß ich doch Olaf, aber in 2 Nachbarthreads wird ein werferischer Zusammenhang mit der Dichte der Fliegenschnur anders gesehen.
Wenn die dünne Seidenschnur bei gleichem Gewicht "besser den Wind schneidet" als eine gleichschwere normale Trockenschnur heißt das doch, dass ich entweder mit weniger Kraft werfen kann oder vielleicht etwas weiter komme oder mit einer anderen Schnurklasse arbeiten kann.

Ja, bei mir hängen leider auch viel zu viele Fliegenruten zu wenig genutzt :( am Haken, unter anderem auch 2 Brunner, 2 Pezon, 1 Schinn u.a. ( neben diversen Glas- und Kohleruten :roll: )

Ich bin zur Zeit vor allem auf dem Glastrip und baue einige sehr gute alte Glasruten auf modern um.

LG
Reinhard
Trockenfliege
 
Beiträge: 865
Registriert: 25.01.2015, 18:03
"Danke" gegeben: 121 mal
"Danke" bekommen: 209 mal

Re: Rolle und Schnur für Gespliesste

Beitragvon Trockenfliege » 20.01.2020, 23:07

Lieber Olaf,
eine Art "Ferrari" der Gespliessten habe ich übrigens, allerdings als 6+er.

Das ist eine Patridge, wahrscheinlich das "Europamodell", das von HRH verkauft wurde.
Eine 7´mit einem enormen Konus, die ich allenfalls zum schweren Streamern (Hecht) einsetzten würde. Ich gestehe, dass ich sie bisher nur geworfen, aber noch nie gefischt habe. Die habe ich "neu, aber ohne RH" beim Udo Hildebrand auf einer EWF gefunden. Ein richtiger Dampfhammer, mehr Mustang 6,0 als Ferrari.
Aber die 120,- war sie mir wert.
Sie bietet deutlich mehr Leistung als meine Brunner Gebestroither.

LG
Reinhard
Trockenfliege
 
Beiträge: 865
Registriert: 25.01.2015, 18:03
"Danke" gegeben: 121 mal
"Danke" bekommen: 209 mal

Re: Rolle und Schnur für Gespliesste

Beitragvon Werner H. » 21.01.2020, 07:29

Guten Morgen zusammen,

vielen Dank für eure Tips. Und lieber Olaf, ja, ich schaue mir die Seidenschnur an und suche mal alles zusammen, was die an Pflege braucht und ob sich der Aufwand für die paar mal fischen lohnt. Darum bin ich ja auf die Cortland Silk gekommen.
An meiner Strecke (Untere Argen oberhalb Wangen) werde ich die Rute wohl weniger einsetzen. Hier ist für mich die Hardy #5 9ft. HBX das optimalste, was ich bisher je gefischt habe.
Leider habe ich keinen Fachhändler in der Nähe, wo ich auf die Schnelle mal ein paar Schnüre testen kann. So wird's wohl darauf hinauslaufen, daß ich mal was kaufe und probiere. DT ist schon mal gesetzt, und Harald hat ja auch die Cortland empfohlen. Das ist schon mal was.

Herzliche Grüße
Werner
Viele Grüße
Werner
Werner H.
 
Beiträge: 37
Registriert: 02.01.2009, 14:30
Wohnort: Markdorf
"Danke" gegeben: 12 mal
"Danke" bekommen: 4 mal

Re: Rolle und Schnur für Gespliesste

Beitragvon Olaf Kurth » 21.01.2020, 17:14

Glückwunsch zu Deiner Partridge, lieber Reinhard,

genau solche Ruten brauchen wir bei uns. Kurze, kräftige Gespließte mit genügend Rückrat um auch mal eine 70er Bachforelle aus ihrem Unterstand zu ziehen. Ich habe eine ähnliche "Lieblingsrute", die mir Ralf Stein vor vielen Jahren nach meinen Angaben gebaut hat. Sie ist im Laufe der Zeit ein wirklich treuer Begleiter am Wasser geworden. Mit ihr konnte ich z.B. vor vielen Jahren eine 68cm Bf. aus einem Nebenbach der oberen Lahn fangen (Hardy hat den Fisch gesehen!).


Werner H. hat geschrieben: Und lieber Olaf, ja, ich schaue mir die Seidenschnur an und suche mal alles zusammen, was die an Pflege braucht und ob sich der Aufwand für die paar mal fischen lohnt. Darum bin ich ja auf die Cortland Silk gekommen.


Ich möchte die Qualität der Cortland Silk gar nicht in Abrede stellen, lieber Werner,
und die Empfehlung von Harald selbstverständlich unterstützen..............................
.................................aber...............ähhhh, wie soll ich es sagen......................
........... eine richtige, geklöppelte Seidenschnur aus Naturmaterialien (ähnlich wie der Bambus der Rute) ist schon etwas anderes.

Ja, die Seide ist am Anfang etwas steif, ungelenk, sie muss bewegt werden, die einzelnen Seidenfäden müssen ihren Platz im Ensemble finden...... aber dann....... dann hast Du eine phantastisch geschmeidige Wurfschnur, die Du nach Deinen Vorlieben lenken kannst. Die Pflege ist kein Aufwand, im Gegenteil: Jedesmal wenn ich meine Seidenschnüre fette oder von Schmutz befreie, bin ich gedanklich am Wasser. Ich erinnere mich an außergewöhnliche Situationen oder ich freue mich auf zukünftige Zeiten am Wasser und überlege, ob der vordere Teil der Schnur samt Vorfach eher unauffällig im Oberflächenfilm einsinkt, oder ob ich mehr mit der Trockenfliege arbeiten will und alles eher oben schwimmen soll.
Solche Gedanken gehen mir eine Zeitlang durch den Kopf, während ich die Schnur behandel. Es sind routinierte Abläufe, die ich so schon oft ausgeführt habe - meine Hände machen alles fast automatisch und ich fühl mich gut. :D
Diese Art der bewussten Vorbereitung kennen auch Jäger, Fliegenbinder, Sportschützen, Motorradfahrer oder Leute, die ihren Oldtimer pflegen und fahren.

Btw, zu den hohen Kosten der Anschaffung: Ich kenne Leute, die fischen Seidenschnüre aus den 60er Jahren; diese Schnüre sind locker 50 Jahre alt und halten bei entsprechender Pflege.

Du wirst Deine Wahl treffen, bitte halte uns auf dem Laufenden.

Liebe Grüße,

Olaf
Und Gott sprach zu den Steinen im Fluss: "Wollt ihr Mitglieder der UNERSCHROCKENEN werden?" Und die Steine antworteten: "Nein Herr, dafür sind wir nicht hart genug."
Olaf Kurth
Moderator
 
Beiträge: 3513
Registriert: 28.09.2006, 12:32
Wohnort: Klein-Montana
"Danke" gegeben: 309 mal
"Danke" bekommen: 322 mal

VorherigeNächste

Zurück zu Gerät, Zubehör und Bekleidung (außer Ruten und Rollen)

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 6 Gäste