Schnur für Zweihand

Forum für Fragen und Erfahrungen zu Gerät - Zubehör - Bekleidung - Literatur & Film etc. Gibt es besonders empfehlenswertes Tackle? Was benötigt der Fliegenfischer wirklich ?

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Schnur für Zweihand

Beitragvon synthoras1984 » 06.02.2017, 21:34

Hallo zusammen,

ich habe eher unverhofft eine Ron Thomson - 2 Hand - Axellerator - 12´6´´ - # 8-9 erstanden.
Ich hatte bisher nur Einhand-Ruten und überhaupt keine Erfahrung mit der Zweihand.
Jetzt stellt sich mir die Frage, was für eine Schnur ich mir zum Ausprobieren zulegen sollte?
Gibt es wesentliche Unterschiede zu einer "normalen"?
Eine Schnur in kl 9 hätte ich von der Einhand da.
Wenn eine neue, eher Vollschnur oder eher Schusskopf?

Anwendungsgebiet ist noch unklar, bisher Fische ich eher auf Forellen mir kl 5/6...

Ihr seht Fragen über Fragen, weil ich einfach mal eine Zweihand ausprobieren möchte. (Wobei man relativ wenig gute Videos zu dem Thema findet...)

Ich bin für alle Tipps und Vorschläge dankbar!

Liebe Grüße
Max
Greetz
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Re: Schnur für Zweihand

Beitragvon Thomas E. » 06.02.2017, 22:30

Hallo Max,

eine Einhand- Schnur Kl. 9 ist sicher zu leicht.

Obwohl ich Deine Rute nicht kenne, würde ich bei der angegebenen Klasse ein Wurfgewicht von ca. 28- 31 Gramm vermuten.
So schwer etwa sollte die gesamte Keule einer WF oder der SK sein.

Der Schnurtyp ist zu Beginn ohne konkretes Anwendungsgebiet nicht so entscheidend, Du kannst auch eine passende Spey line nehmen.

Ich lehre Beginnern immer zuerst den Überkopfwurf, damit würde ich Dir auch raten zu starten.
Erst wenn der sauber gelingt, folgt das Üben der so nützlichen Wasserwürfe (D- Casts etc.).
Zuletzt geändert von Thomas E. am 07.02.2017, 08:27, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß
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Re: Schnur für Zweihand

Beitragvon synthoras1984 » 07.02.2017, 07:44

Hallo Thomas,

danke für deinen Rat,
Ich wohne in Bayern Nähe München, hast du eine Empfehlung wie ich die Rute am besten mal ausprobieren könnte? Nach dem üben natürlich!
Evtl auf Hecht?

Liebe Grüße
Max
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Re: Schnur für Zweihand

Beitragvon CPE » 07.02.2017, 09:19

Hallo Max,

Für Thomas' Tip "Overhead Cast" brauchst Du viel Platz (nach hinten), das funktioniert eher am großen See oder gleich am Meer. Und zum Üben natürlich auf jeder Wiese.

Mein Hauptanwendungsgebiet für Zweihand sind aber größere Flüsse, auch mit weniger Rückraum. Flüsse fließen, sagt einem der Name. Und für fließende Wasser sind die normalen Zweihand-Casts gemacht, denn sie beantworten in der Regel die Frage, wie man eine stromab liegende, "ausgefischte" Schnur wieder mit mehr oder weniger großem Richtungswechsel in Richtung Fisch bekommt.

Und da würde ich folgendes trainieren: Linkes Ufer mit Linkshand-Double-Spey (supereinfach!) und rechtes Ufer mit Rechtshand-Double-Spey. Erst danach am linken Ufer Rechtshand-Single-Spey (hier lernst Du allerdings bereits sehr viele Fehlerquellen kennen), respektive Linkshand-Single-Spey am rechten Ufer. Ich rate Dir, beidhändig zu üben. Irgendwann klappt das, trotz Schokoladenseite, schon. Du hast einfach mehr Möglichkeiten (denn ein wesentlicher Grund für die Wahl der Hand und des Wurfes ist die Windrichtung: linkes Ufer mit Downstream-Wind und Rechtshand-Single-Spey ist einfach gefährlich, mal es Dir mal auf oder teste es ohne Fliege...). Für diese Würfe brauchst Du in der Regel Wasser als "Kleber".

https://youtu.be/84p6UHhXcIQ

Sweepa-D-Go!

Norbert
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Re: Schnur für Zweihand

Beitragvon archi69 » 07.02.2017, 11:16

@Max...das ist ja mal ein tolles Filmchen! 8)

Danke!
TL...Martin
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Re: Schnur für Zweihand

Beitragvon fly fish one » 07.02.2017, 11:31

Lieber Norbert,

finde ich sehr interessant, da ich auch 2H Novize bin und mir schon die ganze Zeit die Theorie dazu durch den Kopf geht.

1) Mit "Linkshand" oder "Rechtshand" meinst Du die Schnurhand, die den unteren Teil der Rute hält und die andere Hand jeweils am oberen Griffende ruht.
Das führt dazu, dass ich im Doppelspey in der abschließenden Wurfbewegung meine Schnur auf der Seite meiners Körpers ankere, in die ich von der Richtung werfe möchte und der Handrücken meiner Rutenhand (obere Hand) immer gegen die Strömungsrichtung zeigt. Sehe ich das so für beide Ufer und den Doppelspey richtig?

2) Der Single Spey dagegen hat zur Folge, mal auf das linke Ufer bezogen (Strom von rechts ), das meine Schnur auf meiner linken Körperseite ankert, ich aber an mir vorbei auf die rechte Seite werfen muss und das ist das Problem, oder? Warum ist dann aber eine Strömung und ein Wind in der Richtung gefährlich, wenn der doch die Schnur von Dir "weg-geströmt" und -gewindet" wird?? Oder ist das genau das Problem, weil Du damit in der Mitte Deines Wurfes diagonal zum anderen Ufer, stehst, Dir damit die Fliege sehr wahrscheinlich um die Ohren fliegt? Sehe ich das so richtig?

Vielen Dank schon mal im Voraus.

Dein Frank
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Re: Schnur für Zweihand

Beitragvon Thomas E. » 07.02.2017, 11:40

Ach Norbert :roll: ,

überfrachte mir den Max jetzt nicht !
Der muß ja nun erstmal die passende Schnur finden. :wink:

Meine Reihenfolge ist immer so und langsamer :
Erst der Überkopfwurf, gefolgt vom Static Roll Cast, darauf aufbauend der Forward Spey (Switch- Cast).

Das alles ist schon viel und schwer genug am Anfang und braucht seine Zeit. :)


PS
Den (alten) Double-Spey lehre ich eigentlich garnicht, dafür den (besseren) Snake Roll...aber das und mehr viiiel später. :wink:
Zuletzt geändert von Thomas E. am 07.02.2017, 12:13, insgesamt 2-mal geändert.
Gruß
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Re: Schnur für Zweihand

Beitragvon Thomas E. » 07.02.2017, 12:01

fly fish one hat geschrieben:finde ich sehr interessant, da ich auch 2H Novize bin und mir schon die ganze Zeit die Theorie dazu durch den Kopf geht.


Hallo Frank,

D- Casts mit Richtungsänderung gehen doch auch mit der Einhand, falls Du noch keine Zweihandrute hast. :wink:
Am Wasser super nützlich !
Gruß
Thomas Ellerbrock
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Re: Schnur für Zweihand

Beitragvon orkdaling » 07.02.2017, 12:19

Hallo Thomas,
den double spey nicht aber dafuer snake...
Ich sehe mich mit 15ft und sinkschnur am fluss und bin am gruebeln :badgrin:

Aber ohne diese Rute zu kennen,DH 8/9 mit 30-34 ist schon ein guter Mittelwert abgesehen von den Wurfstilen
Gruss Hendrik
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Re: Schnur für Zweihand

Beitragvon CPE » 07.02.2017, 12:25

Hallo Frank,

X-hand heißt X oben. Bei den Würfen bildet die Schnur einen Bogen schräg hinter Dir (mit der Rute wird das das "D"), das im wesentlich für die Ladung der Rute verantwortlich ist. Beim LH-Single Spey am linken Ufer liegt die Schnur schräg links hinter Dir. Da kommt dann bald das böse Ufer... Beim RH-Single Spey am linken Ufer liegt die Schnur schräg rechts hinter Dir. Da hast Du Platz. Böse ist aber, wenn der Wind aus derselbigen Richtung kommt, weil er das schöne "D" in Deinen Nacken bläst. Mit 4er Doppelhaken nicht unbedingt lustig.

Zu Thomas nochmal: Ich denke wirklich, dass der Double Spey (und dann vielleicht wie im Video sogar Snap-T vor Single-Spey) narrensicher zu werfen ist, weil er ziemlich sensible Geschwindigkeits-, Winkel- und Timing-Fragen außen vor läßt, aber sicher die Frage danach beantwortet, wie ich die 15 -20 m bis zur tiefen Rinne da vorne komme. Nachdem die Schnurfrage geklärt ist...

TL, Norbert
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Re: Schnur für Zweihand

Beitragvon Thomas E. » 07.02.2017, 12:39

orkdaling hat geschrieben:Hallo Thomas,
den double spey nicht aber dafuer snake...
Ich sehe mich mit 15ft und sinkschnur am fluss und bin am gruebeln :badgrin:


Hallo Hendrik,

wo ist Dein Problem ? :wink:
Gruß
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Re: Schnur für Zweihand

Beitragvon fly fish one » 07.02.2017, 12:44

Hallo Norbert,
vielen Dank. Jetzt wird es deutlicher für mich. Ich mache mir noch einmal eine Skizze!

Hallo Thomas,

intuitive mache ich den Doppelspey mit der Einhand öfter, dass klappt auch gar nicht so schlecht. Nur in den Vorüberlegungen zur Zweihand, welche Hand nun wo ist, Strömungsrichtung, Windrichtung, Uferseite, Lage der Rutenachse vor dem Körper, Rotation und pipapo, da schlackern mir die Ohren! :oops:
Rute habe ich noch nicht, übrigens, aber ich arbeite daran! :D

Euer Frank
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Re: Schnur für Zweihand

Beitragvon orkdaling » 07.02.2017, 15:48

Hallo Thomas,
mit den Ruten und Schnueren? Wie lange soll ich das oder besser meine Gelenke aushalten? Da ziehe ich aber einen double spey vor um meinen 42gr Kopf mit der 15ft uebers Wasser zu schleudern.
Gruss Hendrik
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Re: Schnur für Zweihand

Beitragvon Thomas E. » 07.02.2017, 16:38

Hi Hendrik,

mit Sink- SK, die ich nicht zu lang mache :
Ggf. einen Rollwurf um die Schnur ganz an die Oberfläche zu bringen und ohne Pause den Snake Roll zur Richtungsänderung....geht spielerisch leicht. :D
Oder den Airalized Snap-T (Snap-Z), mag ich aber nicht so gern.
Möchte ja nicht ständig das Wasser pflügen. :lol:

Bin doch auch kein "Schwarzenegger."

Das machen die auf den Inseln mit Long line von 70 Gramm und mehr !
Gruß
Thomas Ellerbrock
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Re: Schnur für Zweihand

Beitragvon orkdaling » 07.02.2017, 18:06

Ja Thomas, im Prinziep kann man ja alles machen und bis zur Switch mach ich das auch mit.
Aber bei den"grøsseren" Ruten bzw am Lachsfluss wo du eigentlich wenig Richtungsænderung brauchst oder die manchmal so breit sind das dich der Wind voll erfasst, da ist doch der Spey bzw double Spey sehr effektiv.
Anders sieht es an den kleineren Fluessen aus, kein Rueckraum, waten nicht møglich usw. da sollte man schon mehrere Wuerfe drauf haben.
Und zur Fragestellung, da ja keine DH-Erfahrungen vorliegen. Erstmal klar werden das EH Schnuere und deren WG nicht zur DH passen bzw das Wasserwuerfe und Ueberkopf 2 Paar Schuhe sind. Zum vorliegendem Fall wo er meist 5/6 EH fischt wird die 8/9 DH wohl nicht passen.
Das heisst nicht das man nicht mit DH oder Switch an kleinen Fluessen fischen kann, nee gerade da wo wenig Rueckraum ist und ich nicht drin stehen kann, da eignen sich die "Grossen" sehr gut. Besonders wenn man vom Ufer aus mit einem Rollwurf auch Weiten erreichen will.
Darum wuerde ich auch mit dieser Wurftechnik beginnen und mich hocharbeiten. Das heisst das verschiedene Køpfe erst spæter gebraucht werden.
Ich glaube als ich angefangen habe hatte ich als erstes eine Vollschnur, keine Ahnung mehr was das damals war.
Heute hat man Køpfe die kuerzer als eine EH Keule , aber auch welche die fast so lang wie die gesamte EH Schnur sind.
Ich denke mal das wird zuviel am Anfang, erstmal Grundwissen und Technik aneignen bevor die Fehlkæufe richtig Geld kosten.
Ueben wuerde ich immer am Wasser, ausser ueberkopf, denn da lernt man gleich was Strømungsdruck, Kehrwasser, Sinkraten ausmachen.
Gruss Hendrik
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