Skagit und AFTMA 3?!?

Forum für Fragen und Erfahrungen zu Gerät - Zubehör - Bekleidung - Literatur & Film etc. Gibt es besonders empfehlenswertes Tackle? Was benötigt der Fliegenfischer wirklich ?

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Skagit und AFTMA 3?!?

Beitragvon SOSchneider » 22.12.2016, 14:22

Hallo, Kollegen!

Ich erwäge mir im Frühjahr aufgrund der zum Teil sehr bewachsen Uferregionen meines Heimatgewässers (ca. 6m breit, max 70cm tief) und oft wenig Rückraum eine #3-Rute mit entweder 7' oder 7'6" zuzulegen. Welche Länge wäre besser?
Die Fische sind sehr misstrauisch und unterliegen einem hohen Befischungsdruck, daher das feine Geschirr. Mit der #5 und 8'6" habe ich oft Platzprobleme.
Ich bin in der letzten Fisch&Fliege über einen Artikel bzgl Skagit-Schussköpfe (die mir bisher völlig unbekannt waren) gestolpert; macht es Sinn, einen 150grain Schusskopf für Einhandruten mit #3 zu verwenden? Brauche ich überhaupt ein Backing bei einer 80m Runningline von OPST? Das benötigte Vorfach ist mir klar, aber das Backing?

Über eine Antwort von euch würde ich mich sehr freuen und wünsche euch besinnliche Weihnachten!
Beste Grüße,
Sebastian
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Re: Skagit und AFTMA 3?!?

Beitragvon Peter Pan » 22.12.2016, 15:02

Hallo Sebastian,

ich habe schon diverse OPST-Schussköpfe geworfen. Die sind wirklich klasse und werfen sich toll aber sie sind nichts für zart besaitete Fische. Skagit Köpfe sind insgesamt sehr robust und werfen sich auch so und die sehr kurzen OPST-Köpfe machen das noch schwieriger. Das sanfte Landen der Köpfe machen die Pros in den Videos zwar aber mir ist so etwas noch nicht gelungen. Wenn die Schnur landet, merkt man das auch.
Hoffe Dir geholfen zu haben und würde mich auch über eine Vorstellung Deinerseits im entsprechenden Fred freuen.
Tight lines.
Peter
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Re: Skagit und AFTMA 3?!?

Beitragvon Hawk » 22.12.2016, 15:19

Zur Rutenlänge: möchtest du Watfischen oder vom Ufer aus?
Was meinst du mit starker Vegetaion, viele überhängende Äste oder eher Büsche am Ufer aber über dem Wasser ist Luft?
Watfischen und überhängende Äste würde ich zur 7' oder noch kürzer greifen. Wenn du beim Watfischen über dir Luft hast dann die 7'6".
Vom Ufer aus würde ich auf keinen Fall kürzer als 7'6" nehmen eher deutlich länger und dann wenn Überkopf nicht geht Bow and Arrow Casts.

Bezüglich der Schussköpfe, die OPST Teile hatte ich noch nicht in der Hand, ich hab aber die letzte Saison am Bach ein wenig mit ähnlich, selbst zugeschnittenen Schussköpfen zwischen 3 und 5m länge experimentiert.

Die Dinger machen Sinn wenn du mit recht leichtem Gerät schwere oder voluminöse Fliegen mit Wasserwürfen befördern willst. unauffälliges Trockenfliegenfischen o.ä. kannst du damit vergessen. Ich würde dir eine kurzkeulige Vollschnur mit fein auslaufender Spitze empfehlen
Barrio Smallstream benutze ich sehr gerne oder etwas kürzer und ruppiger die Loop Opti Creek.
letztere benutze ich in #2 auf einer #3er Rute.
Gruß
Sven
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Re: Skagit und AFTMA 3?!?

Beitragvon Thomas E. » 22.12.2016, 15:28

Hallo Sebastian,

welche Rutenlänge besser ist.... dafür kenne ich die Bedingungen an Deinem Heimatgewässer nicht.
Beschreibe sie doch mal genauer.

Bitte mehr Infos für eine genauere Antwort :
Wie weit mußt Du werfen mit welchen Würfen ?
Welche Fliegen willst Du wie servieren ?

Skagit SK sind mehr "Plumps"- Schnüre, nichts für scheue Fische und delikate Präsentation.
Sie werden überwiegend mit "sustained anchor", also per Snap/ Circle- Cast und Double Spey- Cast (zur Richtungsänderung) ausgebracht.
Besser bis gut für schwere Sink- Tips, wenig Platz für ein großes D bei den D- Casts und "mächtige Fliegen:"
Gruß
Thomas Ellerbrock
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Re: Skagit und AFTMA 3?!?

Beitragvon SOSchneider » 23.12.2016, 02:42

Hallo, Kollegen!

Vielen Dank für eure schnellen und differenzierten Antworten. Ich bin total erstaunt, dass mir überhaupt geantwortet wurde. Klasse...

@PeterPan
ich werde mich demnächst noch im Fred vorstellen. Und ich habe mir schon gedacht, dass Skagit zu schwer ist. Danke Dir!

@Hawk
ich muss überwiegend Waten, da die Agger in unserer Region relativ flach und schnellfließend ist. Sie ist an beidne Ufern mit großen Baumbeständen gesegnet, die gerne weit überhängen. In der Mitte des Flusses ist aber immer ein Korridor mit Himmel über einem. Manchmal aber nur wenige Meter breit. Dementsprechend doch die 7´6"?? Das Ufer ist daher fast überall tabu und weist meist sehr dichte und hohe Büsche auf. Selten hat man Platz für ausufernde Armbewegungen zur Seite. Vielen Dank Dir für den Tipp mit der Schnur.

@Thomas
Mein Heimatgewässer habe ich oben umrissen. Es ist zudem sehr(!) klar mit. Sie wird nach einer Strecke von etwa 1km breit und tiefer (ca 10-15m breit und gerne mal rinnenartig 1-2m tief; im Auslauf zum Staubereich hin trifft sie einen wieteren Fluß und sie bilden einen Stau, der 5-6m tief und ca 2-3 Fußballfelder groß ist). Die Forellen (Bach + Regenbogen) sehen sehr gut/weit und werden bereits sehr früh mit dibversen Ködern bombadiert, sodass sie sehr schnell echte Überlebensprofis oder gegessen werden. Im Grunde sind sie sehr scheu und schwer zu überlisten. Ferner haben wir auch in den breiteren Abschnitten auch Hechte, sodass die Forellen perse sehr vorsichtig sind.
Ich gehe zumeist in die oberen Abschnitte mit max 6m breit und flachem Wasser, wo ich etwa 5-10m weit werfen muss, um nicht zu früh Scheuwirkung zu entfalten. Da ich erst Anfänger bin und seit ca. 1 Jahr das Hobby betreibe, nutze ich eigentlich nur den klassischen Überkopfwurf und zeitweise Rollwürfe, wenn ich versuche unter Bäume zu kommen (kenne die meisten Würfe nur aus einschlägiger Literatur und habe vor 2,5 Jahren mal einen Anfängerkurs bei Jean-Pierre Vollrath von der Fliegenfischerschule Oberbayern gemacht -> entsprechend rudimentär sind meine Wurfkünste, aber ich bin zäh!!!). Leider habe ich niemanden Vernünftigen, der mir was beibringen könnte, da alles ein Staatsgeheimnis ist und man ja dann dem anderen die Fische wegfangen könnte... daher mache ich es alleine und übe, übe, übe....Ich habe mich bzgl. meiner Trockenfliegen bisher im Bereich der 12er+14er aufgehalten. die Farben gem. dessen, was ich unter den Steinen finde und die Jahreszeit hergibt. Ferner habe ich ein Starter-Set gebastelt bzw gekauft, welches in einschlägigen Zeitschriften (Fisch&Fliege o.ä.) empfohlen wurde. An schwere Nymphen oder Streamer habe ich mich noch nicht rangetraut, sondern bei bei Trockenfliegen und Emergenr, weil ich die zur Not auch noch sehen kann :?
Diese Fische brauchen aber 16+18er Fliegen, daher muss ich umschulen auf feines Geschirr oder ich versuche sie mit Skagit zu erschlagen..... :wink:
Auch Dir danke ich für Deinen Rat.

Ich hoffe, eure Fragen beantwortet zu haben und würde mich über weitere Tipps sehr freuen!

Tight lines und beste Grüße,
Sebastian
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Re: Skagit und AFTMA 3?!?

Beitragvon troutcontrol » 23.12.2016, 07:09

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Re: Skagit und AFTMA 3?!?

Beitragvon Hawk » 23.12.2016, 09:31

Wichtig an solchen Gewässern ist möglichst viele Wurftechniken drauf zu haben.
Bei Youtube gibts da diverse Videos, einfach mal durchgucken und in der Praxis dann regelmäßig üben dann klappt das auch ohne fremde Hilfe recht schnell.
Gruß
Sven
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Re: Skagit und AFTMA 3?!?

Beitragvon dr-d » 23.12.2016, 10:47

hallo Sebastian,


versuch es doch einmal mit dem "tension-cast" flussauf oder querüber - die leine wird flussabwärts auf dem wasser gestreckt gelagert
und dann zunehmend auf dein ziel beschleunigt.funktioniert bei den von die genannten Entfernung gut sowohl mit Nymphen
als auch trockenen/emergern.unter die zweige würde ich eher seitlich und ggf.zum abschluss leicht nach oben führen,damit sich das
Vorfach kontrolliert strecken kann.viel erfolg.

schöne weihnacht

thomas

p.s.:opst sind für deinen einsatzbereich m.e.eher wenig geeignet...zu "holprig".
dr-d
 
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Re: Skagit und AFTMA 3?!?

Beitragvon Trockenfliege » 23.12.2016, 12:57

Hallo Sebastian

Für Gewässerstrukturen wie diese nehme ich eine kurze Rute bis max. 2m und eine normale Schwimmschnur, DT oder WF, vom Gewicht her eher etwas schwerer, damit die Rute auch mit kurzer Schnur schon etwas geladen wird.
Viel wichtiger ist die Technik! Du solltest konsequent stromauf ( Trockenfliege, Nymphe) fischen, damit kommst du sehr nahe an die Fische dran und brauchst entsprechend nur kurze Würfe.

Meine Standart Bachrute ist 1,8m lang, ich habe sogar eine von 1,45m, die fische ich aber sehr selten.

LGruß
Reinhard
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Re: Skagit und AFTMA 3?!?

Beitragvon motane » 28.02.2017, 22:49

hallo Sebastian,

Vielleicht bringt dir das auch noch etwas weiter,
Es gibt von der firma Rio ein Singel handed Spey line, da kannst du gut mit überkopf werfen aber auch Trick wurfen machen geht super.
was Rute betrift soll ich auch kurz nehmen, und eher weichere aktion, oder selbst ein Galsrute...?

Es gibt viele Micro Skagit videos mitterweile...

zB. https://www.youtube.com/watch?v=DgbNR_ZIeBQ

viel erfolg

Milo
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Re: Skagit und AFTMA 3?!?

Beitragvon orkdaling » 28.02.2017, 23:15

moin moin,
hallo Milo, in dem von dir eingestelltem Video sieht man sehr schøn die Verhæltnisse. Kleiner Bach, klar, kurze Wuerfe aber eine Schnur wie ein Ankertau.
Ich glaube da wuerde ich nur eine blinde Forelle aus meinen Bæchlein fangen oder vielleicht halbwuechsige die sich nach dem Winter auf alles stuerzen.
Ich rede natuerlich von Wildfisch und nicht von besetzten gefuetterten Fischen.
Gruss Hendrik
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