Unsicher bei der richtigen Schnurklasse

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Unsicher bei der richtigen Schnurklasse

Beitragvon Bandito » 24.11.2018, 13:59

Hallo,

ich fürchte ich komme hier mit einer typischen Anfängerfrage - der Frage nach der richtigen Schnurklasse... Ich habe hier im Forum viel dazu gefunden, aber vielleicht ist das auch zu individuell um daraus eine konkrete Empfehlung ableiten zu können und ich erlaube mir mal, das Thema erneut aufzugreifen...

Die Ausgangssituation ist die, das ich absoluter Anfänger bin. Zielgewässer ist die Lenne in der Höhe von Werdohl, ich schätze mal die Flussbreite dürfte im Mittel so bei 15-20m liegen... An welchen Stellen ich dort waten kann und welche Hinderniss dort auftauchen, kann ich noch nicht abschätzen. Zielfisch soll die Bachforelle sein.

Auch das werdet Ihr schon oft gehört haben: Ich will zu Beginn nicht gleich mit HighEnd Material starten, sondern ich brauche erstmal was günstiges, solides um einfach mal erste Erfahrungen zu sammeln. Und ich glaube ich da was günstiges, aber brauchbares gefunden.

Rute: Shakespeare Agility 2 - 8'6"
Rolle: Greys GTS500
Schnur: TRAUN RIVER Easy Cast (WF)

Nur bei der Schnurklasse bin ich mir etwas unsicher... Es wird ja gerade Anfängern gern empfohlen ruhig eine Schnurklasse höher zu gehen - die Shakespeare Agility 2 ist ja auch hier schon mal im Gerätetest beschrieben worden, dort war man auch der Meinung das die Rute "eine halbe Klasse mehr" vertragen würde... Also würde ich die Rute in 5 und die Schnur in 6 nehmen.
Allerdings würde ich mich zu Beginn an Nymphe und Streamer wagen wollen und ich weiß nicht, ob dann gerade bei größeren Streamern mit höherem Schnurgewicht die Rute überladen wäre...
Oder gehe ich bei allem gleich besser auf Schnurklasse 6...?

So, und nun würde mich mal Eure Meinung interessieren: Was haltet Ihr von meinem Setup zum Einstieg und was würdet Ihr mir in welcher Schnurklasse raten...?

Sorry das ich einen so langen Text für eine eigentlich einfache Frage geschrieben habe, aber für einen kürzeren hatte ich keine Zeit :lol:

Ciao und allen ein schönes WE,
Micha
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Re: Unsicher bei der richtigen Schnurklasse

Beitragvon Pelsi » 24.11.2018, 14:29

Moin,

also, zu allererst einmal kann ich dir sagen, das die Shakis für den Preis eine unfassbar gute Performance abliefern, also hier eine klare Kaufempfehlung!

Die Rolle kenne ich nicht, ist aber eh nicht so wichtig... würde darauf achten, dass die nicht zu leicht ist, so 150 Gramm wäre passend, damit du die Rute austarieren kannst...die Shaki ist nicht soo leicht...

Also, wenn du mit Forellenstreamern anfangen möchtest, dann würde definitiv die 5er genügen, schließlich fällt die schon eher kräftiger aus. Dann aber mindestens Länge 9, universell aber lang genug um vernünftig zu führen bzw. zu menden...

Bei der Schnüre würde ich dir die 3M Scientific Anglers Magnum in Klasse WF 5 F nahe legen, etwas übergewichtet, tolle Schusseigenschaften und trotzdem bezahlbar, hier solltest du lieber ein paar Euro mehr in die Hand nehmen.

Als Vorfach solltest du an der Spitze definitiv nicht unter 0,22 oder 0,25 gehen, fein genug aber trotzdem Fehler verzeihend und widerstandsfähig, die Gesamtlänge sollte hierbei nicht unter deiner Rutenlänge liegen, (falls du es schon geworfen bekommst...)

Du kannst das gleiche SetUp natürlich auch eine Klasse höher wählen, würdest da definitiv auch nichts verkehrt machen...
aber wärest wahrscheinlich overguned...

Viel Freude mit dem schönsten Hobby der Welt, bitte gehe immer sorgfältig mit den Fischen und der Natur um...

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Re: Unsicher bei der richtigen Schnurklasse

Beitragvon Uwe_K » 24.11.2018, 18:17

Hallo Micha,

meine Meinung:
Die richtige Schnurklasse für Dich/Dein Können und das in Verbindung mit Deiner Rute bekommst Du nur optimal raus, wenn Du die Schnur (am besten in verschiedenen Klassen) mit Deiner Rute wirfst. Und nur mit einer richtig harmonierenden 3´er Kombination (Du/Schnur(klasse)/Rute) macht Fliegenfischen Spaß. Ich stand am vergangenen WE auch vor genau dieser Wahl, Rute neu und mit #4 ausgeschrieben, probiert wurde eine #4 und #5. Die 4´er war schon gut zu werfen, das Optimum war aber die 5´er. Es gibt heute noch Händler, bei denen man eine Schnur Probewerfen kann :-) . Empfehlen kann ich aber: such Dir Fliegenfischer in Deiner Umgebung, die das Hobby Fliegenfischen ggf. schon länger betreiben. Diese "alten" Hasen können Dir idR helfen und auch mal ne Schnur Probe halber leihen, Das vermeidet Fehlkäufe (und da weis ich wovon ich rede :-( ).

Grüße Uwe
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Re: Unsicher bei der richtigen Schnurklasse

Beitragvon Harald aus LEV » 25.11.2018, 10:40

Hallo Micha,
für eine Flussbreite von 15-20 Metern mit entsprechenden Gumpen, schnellen Strecken, Strömungen dürftest Du bei der von Dir anvisierten Rute und Rolle richtig liegen.
Die Shakespeare-Ruten bringen eine gute Performance zum günstigen Preis.
Ein paar Überlegungen Ob 8'6 oder 9 Füße:
Ist der von Dir befischte Teil eher zugewachsen mit Büschen, Bäumen, kann eine 8'6er besser zu händeln sein. Hast Du Platz ist eine 9er eher angeraten, da Du damit einen besseren Winkel zum Fisch im Drill hast und Du die Schnur in der Drift besser händeln kannst. Auch bei Roll- oder Unterhandwürfen können die zusätzlichen 15 cm nützlich sein, um ein größeres "D" zu formen. Wenn Du zusätzlich an einem größeren Gewässer oder Stillgewässer fischen willst, können ebenfalls 9 Füße günstiger sein.
Aber jetzt hier eine Diskussion über 8'6 oder 9'0 Fuß loszutreten, ist sinnlos. Der Unterschied ist nun wirklich nicht so riesig.
Was viel wichtiger ist:
Versuche die Rute im Vorfeld zu werfen, nicht nur im Laden etwas hin-und-her-schwippen, sondern richtig zu werfen. Ist am Anfang natürlich nicht so leicht, aber irgendwie muss Du ja anfangen. Wenn es mehrere Ruten zur Auswahl gibt, nimm die, die mit der Du in Deiner anvisierten Preislage am Besten zurecht kommst, bzw. welche Dir am ehesten liegt. Achte dabei weniger auf den Namen und das Finish, sondern ausschließlich auf das Gefühl beim Werfen.

Die Greys GTS500 ist eine gute Rolle.
Die wird Dir gute Dienste leisten. Jedoch zählt sie mit über 200 Gramm Gewicht nicht zu den Leichtgewichten. Ich persönlich fische gerne solche etwas schwerere Rollen, um die Rute besser auszubalancieren. Und in dieser Verbindung würde ich Dir zur 9'0 Fuß Rute raten.

Die Schnur kenne ich persönlich nicht. Persönlich fische ich in den kleinen Klassen lieber DT-Schnüre als WF. Da brauchst Du Dir auch keinen Kopf über Taper zu machen, was am Anfang schnell in Frust umschlagen kann. Gerade am Anfang gilt: Keep it simple.
Deshalb würde ich Dir zu einer DT5F raten.
Häufig kommen in meinen Kursen Teilnehmer, die bereits Gerät besitzen. Bei manchen ist das Setup - insbesondere die Schnur - so unglücklich gewählt, dass sie kaum damit zurecht kommen. Gebe ich ihnen eine DT-Schnur von mir, klappt es plötzlich. Deshalb empfehle ich für den Anfang DT-Schnüre. Auf WF kann man später immer noch umsteigen, insbesondere wenn es auf spezielle Anforderungen ankommt.
Aber auch das ist eine gern diskutierte Glaubensfrage und da wirst Du hier sicher noch andere Meinungen zu hören
Letzten Endes musst Du selbst entscheiden, was Du Dir zulegst.

Ich hoffe, das war für den Anfang erst einmal nicht zu viel. :)

Gruß
Harald
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Re: Unsicher bei der richtigen Schnurklasse

Beitragvon Norman506 » 25.11.2018, 11:38

Hallo,

vieles wurde hier schon gesagt, deshalb nur noch kurz eine Geschichte. Die Rolle kann man in den kleinen Klassen fast vergessen(Gewicht spielt eine Rolle aber die Bremse ist unerheblich) die Schnur ist für den Wurf viel wichtiger, gib im Zweifel da lieber mehr aus (oder bestell dir einfach eine Bario Dt) .

Tl

Norman

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Re: Unsicher bei der richtigen Schnurklasse

Beitragvon Bandito » 25.11.2018, 15:58

Hallo,

erstmal herzlichen Dank das Ihr mir so schnell und vor allem so ausführlich und kompetent geantwortet habt!
Das sind Antworten mit denen ich wirklich was anfangen kann =D>
Mich hat all das schon mal ein gutes Stück weiter gebracht, denn nun weiß ich das ich mit Rute, Rolle und Schnurklasse schon mal richtig liege.
Ich bleibe dann also bei Schnurklasse 5 und der Greys-Rolle, die Rute werde ich mir dann in Länge 9 zulegen.
Bei der Schnur bin ich mir noch etwas unsicher - evtl. werde ich mir sogar eine DT und eine WF Schnur besorgen, dank der beiliegenden Wechselspulen der Greys-Rolle könnte ich schnell hin und her switchen und dann schauen was mir besser liegt...

Nochmals vielen Dank,
Micha
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Re: Unsicher bei der richtigen Schnurklasse

Beitragvon Mr. Wet Fly » 25.11.2018, 16:27

Moin Micha,


mit der Rute Shakespeare Agility 2 und Rolle Greys GTS 500 machst Du nichts falsch.

Ich fische auch eine Shakespeare Agility 2 in #4 3,00m und #6 3,30m
mit einer GTS 500 und einer GTS 700.

Ich liebe diese Casettenrollen da man nicht unbedingt teure Ersatzspulen braucht,
bei zwei zusätzlichen Ersatzspulen hat man viele Möglickeiten,
meine Ersatzspulen sind mit einer WF Long Belly, einer WF Kurzkeule
und einer Sinkschnur bespult.
Die Bremse ist auch gut einzustellen.

Wichtig ist eine gute Schnur.

Meine Meinung zum Gerät, es muß bezahlbar sein. (Jetzt bekomme ich bestimmt Haue :wink: )

Dem Fisch ist es letztendlich egal mit was für eine Rute er gefangen wird. :mrgreen:


Gruß Bernd
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Re: Unsicher bei der richtigen Schnurklasse

Beitragvon Harald aus LEV » 25.11.2018, 19:23

Hallo Micha,

eines habe ich noch vergessen. Ich befische ähnliche Flüsse wie die Lenne. Ich würde die Vorfachspitze niedriger nehmen, als 0,25.
Für den Anfang vielleicht 0,18 und später 0,16. Das sollte funktionieren. Ob und bei welchen Bedingungen Du später weiter runter gehst,
wirst Du anhand Deiner Erfahrungen dann schon selbst entscheiden können.


Gruß
Harald
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