Wat-/Outdoorjacke

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Wat-/Outdoorjacke

Beitragvon Johannes Krämer » 13.01.2020, 12:34

Hallo zusammen,

so langsam steht bei mir die Anschaffung einer neuen Regenjacke an. Und da Hardshelljacken ja mitunter recht teuer sind, will ich mit dieser eigentlich viele Bereiche abdecken.
Die Jacke soll geeignet sein, um damit auch längere Wanderungen mit Rucksack durchzuführen, aber auch, um sie mit einer Isolationsjacke (Loft / Daune) zu kombinieren.
Ideal wäre es natürlich, wenn ich diese auch beim Fischen anziehen könnte und genau da kommen mir die ersten Fragezeichen auf.

Generell sind Watjacken ja relativ kurz geschnitten, sodass ggf. der Rücken freiliegen würde. Auch weiß ich nicht, ob das Material für "schwerere" Rucksäcke geeignet ist. Meiner Erfahrung nach, sollte jedoch so eine drei oder vierlagige Jacke belastbar sein, ohne dass sie Schaden nimmt.

Daher meine Fragen an euch. Habt ihr ggf. eine Watjacke im Gebrauch, die ihr auch im Outdoorbereich verwendet, bzw. auch im Winter als letzte Schicht? Natürlich würde mich auch der umgekehrte Fall interessieren (Outdoorjacke beim Fischen).

Freue mich schon auf eure Erfahrungen.

Beste Grüße

Johannes
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Re: Wat-/Outdoorjacke

Beitragvon Hans. » 13.01.2020, 13:11

Hallo Johannes,

das Ziel wasserdicht und atmungsaktiv wird auf zwei Wegen erreicht:

Der erste Weg: In der Jacke ist eine entsprechende Membrane, welche wasserdicht und atmungsaktiv ist. Außen drüber ist ein mehr oder weniger starker, je nach Anforderung auch mehrlagiger Stoff. Außen ist er immer imprägniert, aber nur damit er sich bei Regen nicht vollsaugt. Die Aufgabe wasserdicht und atmungsaktiv übernimmt die Membrane (Goretex & Co.). Bis hierher gilt alles auch für Wathosen. Bei Jacken kommt ein Futter dazu, wenn man will auch mit Isolierung. Jacken mit innenliegender Membrane sind für das Tragen von Rücksäcken geeignet, weil die Membrane das Gewicht gut aushalten kann (Sympatexmembranen ausdrücklich ausgenommen!!!).

Der zweite Weg: Die Jacke hat keine Membrane, sonder der Außenstoff ist so beschichtet, dass er allein die Aufgabe wasserdicht und atmungsaktiv übernimmt. Diese Jacken sind grundsätzlich empfindlich gegen Rücksäcke, weil beim Tragen die Beschichtung strapaziert wird. Dafür ist sie nicht gedacht. Natürlich spielt Gewicht und Häufigkeit des Rucksacktragens eine Rolle dabei, das gilt übrigens auch für Fliegenwesten, die über einer beschichteten Jacke getragen werden. Und es gibt unterschiedlich Qualitäten bei der Beschichtung. In einem Outdoorladen wird Dir aber niemand zu so einer Jacke raten, wenn ständig Rücksäcke getragen werden sollen, ich auch nicht.

Jacken mit Membrane sind immer teurer als beschichtete Jacken, halten aber auch länger mehr aus.

Gruß
Hans

P.S.: Beim Fischen habe ich beste Erfahrungen gemacht mit den preisgünstigen Jacken von Geoff Anderson > Außenbeschichtung. Ich trage außer der Fliegenweste aber auch nix drüber. Außerhalb des Fischens nutze ich die üblichen Verdächtigen, alle mit Außenbeschichtung, für den Winter schön isoliert. Weil ich keine schweren Rücksäche mehr trage, brauche ich auch keine Membranjacken mehr. Ich trenne die Nutzung, weil ich beim Fischen auf den kurzen Schnitt nicht verzichten kann.
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Re: Wat-/Outdoorjacke

Beitragvon Norman506 » 13.01.2020, 13:50

Hallo,


schau die Geoff anderson mal an die haben/hatten ein Modell in einer etwas längeren Variante. Ansonsten trage ich die Watjacke über der hohen Wathose und bin froh, dass sie eben so kurz ist und nicht ständig im Wasser hängt....


Tl

Norman
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Re: Wat-/Outdoorjacke

Beitragvon Johannes Krämer » 13.01.2020, 14:02

Hallo zusammen,

Danke für die Antworten. Das geht so in die Richtung, die ich befürchtet habe.
Wahrscheinlich ist es nicht sinnig eine Jacke für beides zu benutzen. Dann ggf. doch lieber auf eine zweite Jacke sparen...

Viele Grüße

Johannes
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Re: Wat-/Outdoorjacke

Beitragvon Phoresis » 13.01.2020, 14:23

Hallo,
es gibt ja auch relativ lang geschnittene Watjacken. Dazu gehört z.B. die Patagonia River Salt*, die mir (1,95 m) in Größe XL so ungefähr bis "Höhe Ritze" geht. Meine NanoPuff in gleicher Größe ist nur unwesentlich länger. Da fällt dann, auch wegen der leer eng anliegenden Taschen, kaum auf, dass das keine normale Jacke ist. Dadurch hängt sie beim Fischen zwar ständig im Wasser, saugt selbiges aber kaum auf und ist dementsprechend praktisch genauso schnell wieder trocken wie die Wathose. Wie es um die Verträglichkeit mit Rucksäcken steht weiß ich allerdings nicht, da würde ich im Zweifelsfall einfach beim Hersteller nachfragen. So eine Jacke ist ja doch eine relativ große Investition...


*die gibt es gerade übriges im Abverkauf für mehr als 100€ unterhalb des Normalpreises.
Mit freundlichen Grüßen
Björn
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Re: Wat-/Outdoorjacke

Beitragvon chrmuck » 13.01.2020, 16:39

Hallo Johannes,

als Watjacke benutze ich zur Zeite eine GEOFF ANDERSON WS2, welche ich nach wie vor super Klasse finde! Zum Wandern habe ich eine Hardshell-2,5-Lagen Jacke, Rucksacktauglich u. s. w.

Allerdings würde ich mir aus dem gleichen, wie von Dir angeführten Grund, zukünftig nicht mehr unbedingt eine Watjacke anschaffen - am Ende hat man für jede Outdoor-Aktivität irgendeine Jacke mit spezifischen, aber im Großen und Ganzen gleichen oder sehr ähnlichen Eigenschaften. Meine Wanderjacke würde ich zukünftig auch beim Fischen benutzen, zumal ich ohnehin den ganzen Fliegen-Kram in einer externen Tasche transportiere und diesen dann nicht mehr in die Watjacke umpacken müsste. Aber auch diesbezüglich gibt´s ja viele verschiedenen Philosophien...

Herzlichen Gruß

Christian
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Re: Wat-/Outdoorjacke

Beitragvon Trockenfliege » 16.01.2020, 21:35

Ich bin jahrzehntelang auch ohne "echte" Watjacke ausgekommen.
Das lag zum einen daran, dass ich häufiger mit Watstiefeln unterwegs war, als mit der Wathose.
Ich hatte entweder eine leichte 2-Lagenjacke ohne Innenfutter, die zusammengerollt immer in der Rückentasche meiner Watweste schlummert.
Das waren immer günstige Modelle von Northface, bei denen aber nach einigen Jahren, unabhängig ihrer Nutzung, die Membrane anfing, zu bröseln.
Aber bei ca. 70-80,- war das ok.

Für die Wathose habe ich dann meine normale 3-Lagen Wanderjacke verwendet. Auch hier ohne Futter und leicht.
Die konnte auch Problemlos ins Wasser eintauchen, da bei diesen Jacken die 2 Außentaschen hoch angesetzt sind, wg. möglichem Rucksackhüftgurt.

Und selbst wenn die Taschen mal naß werden, trocknen sie auch schnell wieder.
Wichtig: immer Jacken ohne Innenfutter nehmen und wenn das Taschenmaterial aus Netzgewebe ist, noch besser wg. trocknen.

LG
Reinhard
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Re: Wat-/Outdoorjacke

Beitragvon Johannes Krämer » 17.01.2020, 12:30

Hallo,

das wird wahrscheinlich dann für mich auch weiterhin der Weg sein.
Die meisten Watjacken sind deutlich zu kurz. Obwohl die allerneusten Modelle von SIMMS etc wohl wieder länger werden. Das kann bzw. möchte ich mir allerdings nicht leisten ;).

Viele Grüße
Johannes Krämer
 
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Re: Wat-/Outdoorjacke

Beitragvon Mountain Angler » 17.01.2020, 19:59

Hallo Johannes,

ich bin ein Flussangler und hatte noch nie das Bedürfnis nach einer spezifischen Watjacke. Macht für mich keinen Sinn. Ich fische nun seit 10 Jahren mit einer sehr hochwertigen(teuren) Hardshell Jacke von North Face mit 3 lagigen Goretex Membrane. Diese Jacke brauche ich für alles. Biken, hiken, Skifahren etc. Der höhere Anschaffungspreis habe ich keine Minute bereut. Diese Jacke ist wirklich dicht und atmungsaktiv, da sie nich zu weit geschnitten ist.
Wenn die Jacke beim gelegentlichen Waten im unteren Bereich etwas nass wird, so what. Hat 2 Napoleontaschen und kann gelüftet werden. Ig habe fertig. =D>

Gruss,René
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Re: Wat-/Outdoorjacke

Beitragvon Johannes Krämer » 18.01.2020, 15:37

Hallo,

die Nässe am unteren Bereich der Jacke ist mir relativ egal. Eine gute Jacke für das Wandern mit bspw. Rucksack sollte "unten" sowieso keine Taschen haben.
Was für mich eine tolle Sache bei den Watjacken ist, dass man an den Ärmeln oft Bündchen haben. Das habe ich bisher noch nicht bei den Outdoorjacken gesehen.

Beste Grüße

Johannes
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Re: Wat-/Outdoorjacke

Beitragvon Mountain Angler » 18.01.2020, 20:27

"en gutsch" Wasser beim lösen eines Fisches einzufangen, hat mich noch nie gestört und ich bin oft ende Herbst unterwegs, und ja, ich muss oft Fische lösen! :D Diese Jacke hat zum Glück fein gearbeitete Klettabschlüsse, welche nicht dick auftragen, sonst verheddert sich die Schnur(ein wichtiger Punkt!)Ein Bündchen zu haben, wäre aber nice to have.
Da ich relativ minimalistisch mit einem Chestbag von Fishpond unterwegs bin, brauche ich auch keine extra Taschen oder D-Ringe für z.B.den Kescher.
tl,René
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Re: Wat-/Outdoorjacke

Beitragvon Hawk » 21.01.2020, 10:47

Hans. hat geschrieben:Jacken mit innenliegender Membrane sind für das Tragen von Rücksäcken geeignet, weil die Membrane das Gewicht gut aushalten kann (Sympatexmembranen ausdrücklich ausgenommen!!!).


Ich behaupte das glatte Gegenteil.
Membranjacken sind sehr anfällig, für das tragen von schweren Rucksäcken (schwer heißt für mich 20kg+) sind nur sehr hochwertige Membranjacken (z.B. Goretex pro Shell) geeignet und selbst die halten das nicht ewig aus... Nen klassische Friesennerz juckt nen Rucksack dagegen eher weniger und wenn doch dann ist der finanzielle Verlust eher verkraftbar ;)

Eine richtige Watjacke macht bei rauhen Bedingungen z.B. an der Küste, bei viel Wind im Fjäll, im Winter im Fluss schon Sinn, da sie so konstruiert sind das Feuchtigkeit aus fast allen Richtungen draußen gehalten wird z.B. durch wasserdichte Bündchen an den Ärmeln, eng anliegendem Halsbereich (haben die wenigsten Outdoorjacken) keine Belüftungs Reißverschlüsse die potentiell schwachstellen sind usw.

Ich hab bei meinen Wandertouren im Norden schon beides probiert, Watjacke (Simms Guide) und Outdoorjacke (Tierra Roc Blanc).
Watjacke ist beim wandern halt zu kurz, lässt sich aber aushalten wenn man die Regenhose entsprechend höher zieht, nach dem aufsetzen des Rucksacks alles richtig hinzieht und dann mit dem Hüftgurt fixiert.
Outdoorjacke ist beim wandern angenehmer, wird aber halt beim tiefen waten im unteren bereich Nass, stört dann wenn man sie danach wieder ohne Wathose anzieht, außerdem fehlen halt extras wie Klett für Fly Patch, tiefe Taschen, Befestigungsösen für Knipser und Hakenlöser etc...
Ich tendiere mittlerweile für Mehrtagestouren eher zur Tierra, u.a. auch weil sie deutlich leichter ist und ein kleineres Packmaß hat.

Mountain Angler hat geschrieben:"en gutsch" Wasser beim lösen eines Fisches einzufangen, hat mich noch nie gestört und ich bin oft ende Herbst unterwegs, und ja, ich muss oft Fische lösen!


Wenn man sich danach zuhause aufwärmen und die Sachen trocknen kann ist das auch kein Ding, bei ner Mehrtagestour mit Zelt im nasskalten Skandinavischen Herbst ist das sehr unangenehm, da man die Sachen kaum wieder trocken bekommt. Ist daher die Frage was geplant ist...
Gruß
Sven
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Re: Wat-/Outdoorjacke

Beitragvon Johannes Krämer » 21.01.2020, 12:21

Hallo Sven,

ich bin kein Experte bzgl. Membran etc und kann mich daher nur auf die Beratung in Geschäften verlassen.
Mir wurde gesagt, dass eine rucksacktaugliche Jacke mind. 2,5 Lagen haben sollte und was stark kontraproduktiv wäre, sei ein innen vernähtes Netz, da dies die Schicht innen beschädigt.

Armbündchen finde ich auch sehr wichtig. Bei meiner aktuellen Jacke läuft mir der Regen regelmäßig besonders bei der Wurfhand rein. Für kurze Zeit ist das okay, aber irgendwann wird es unangenehm.

Ich bleibe weiter auf der Suche...
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Re: Wat-/Outdoorjacke

Beitragvon Hawk » 21.01.2020, 13:13

3-Lagige Hardshell Jacken gibts wie Sand am Meer und auch für wenig Geld.
Problem ist nur es komm nicht nur auf die Anzahl der Lagen an sondern auch auf das Material und wie dieses verabreitet wurde.

Das Rucksackgewicht spielt auch eine Entscheidende Rolle, bei mir können das schonmal 30 Kilo sein wenn ich länger als 2 Wochen irgendwo abseits der Zivilisation unterwegs bin. Einen 5 kg Tagesrucksack halten dagegen die meisten Jacken auch über einen längeren Zeitraum aus.
Gruß
Sven
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