Wathose oder Hüftstiefel?

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Re: Wathose oder Hüftstiefel?

Beitragvon Fusselkopp » 13.10.2017, 05:22

Hallo,

Ich bin auch noch relativ am Anfang der Watkleidungs-Evolution und kann dir meine Erfahrungen zusammenfassen:
Angefangen hab ich mit ner PVC-Hose für 50€. Lass die Finger von sowas, die sind ok wenn man nen Gartenteich reinigen will oder solche Tätigkeiten verrichtet. Länger hält man es darin nicht aus, man schwitzt wie blöd.
Dann hab ich mir Hüftstiefel gekauft, Dunlops, 70€, wie schon von anderen gesagt sind die bis knietief super, außerdem gibts keinen Ufr-Striptease wenn man mal muss.

Jetzt hab ich seit Frühjahr die Greys Strata Wathose und Stiefel, sind günstig und sehr bequem.
Hab allerdings nur 25 Fischtage gebraucht, bis ich die Stiefel verschlissen hatte, bei einem ist die Sohle abgefallen. Gab neue Stiefel auf Garantie. Fünf Tage später war die Hose undicht, aber ordentlich. Die ist jetzt auch beim Händler, gibt wahrscheinlich ebenfalls Ersatz auf Garantie.
Mein Fazit wäre, eventuell wenn möglich bisschen mehr ausgeben, z.B. Vision, Simms, und dann hat man für ein paar Jahre Ruhe. Wenn das finanziell nicht drin ist und das Gewässer es zulässt, erstmal Hüftstiefel und auf ne ordentliche Hose sparen.

Mfg Leo
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Re: Wathose oder Hüftstiefel?

Beitragvon fjorden » 13.10.2017, 08:09

Hallo,
ich oute mich jetzt mal Old Style. An den Bächen, wo ich gefischt habe, die äußerst zugewachsen sind, ist eine Wathose völlig unpraktisch. Man kann meistens sowieso nicht waten. Ich würde hier immer Gummistiefel oder Watstiefel vorziehen. In den Watstiefeln schwitzt man auch nicht mehr als in Gummistiefeln. Im Zuge des Hypes der atmungsaktiven geraten die jedoch immer mehr in Vergessenheit. In der Regel reichen die, wenn man mal waten möchte, absolut aus. Denkt auch an Flüsse wie Wiesent, etc. oder in DK, da ist nichts mit waten. Und Watstiefel sind ganz im Gegensatz zu atmungsaktiven Wathosen Jahrzehnte haltbar. Also erst schauen, wie ist mein Hausgewässer beschaffen.
Gruß
Fjorden
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Re: Wathose oder Hüftstiefel?

Beitragvon fly fish one » 13.10.2017, 08:47

Liebe Kollegen,

wir wollen noch einmal auf die Anzahl der Fischtage/Jahr zurück kommen. Ich behaupte, dass ab 20 - 30 Fischtagen im Jahr eine höhere Investition sinnvoll wird. Wenn ich mit nur 5 - 10 Tagen im Jahr auskommen muss (die Armen :p ), würde eine günstige Hose sicher einige Jahre durchhalten. Zusätzlich würde ich immer auch mein Fischwasser, das Gelände und die Wege zum Wasser in Betracht ziehen. Wer öfter längere Strecken läuft, von ca. knappen 10 Kilometern pro Fischtag, der setzt diesen Hosen schon durch das Walken der Stoffe einem erheblichen Streß aus. Zumindest ich schaffe nicht mehr Kilometer pro Tag, weil ich mich immer wieder an Stellen festbeiße. Das sind dann ca. 4 - 5 Km Fischstrecke und der Wanderweg zum Auto zurück. Manchmal muss ich auch für die Rückwege im Wasser bleiben.

Mein Rat ist also, wer wirklich häufiger fischt und mehr läuft: Nehmt ein wenig Geld in die Hand! Die Freude durch den Komfort ist nicht zu unterschätzen und die Haltbarkeit im Normalfall schon über Jahre.

Frank
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Re: Wathose oder Hüftstiefel?

Beitragvon Trockenfliege » 13.10.2017, 11:37

Vielen Dank für alle Tips.

Natürlich kommt die plötzlich aufgetretene Feuchtigkeit nicht vom Schwitzen. Dann hätte ja meine Ersatzhose die gleichen Ergebnisse bringen müssen;)). Die hielt aber trocken.

Allerdings was den Dampfdurchlass unter Wasser angeht: Unter Wasser ist der Außendruck viel zu groß, um Wasserdampf raus zu lassen.
Ich glaube nicht, dass da viel Dampf unter Wasser durch die Membran austreten kann.

Ich habe jahrelang im Outdoor Einzelhandel gearbeitet.
Daher weiss ich, wie wichtig zB. das Abperlvrhalten einer Jacke für ihre Atmungsaktivität bei Regen ist.
Wenn der Aussenstoff den Regen nicht mehr abperlen lässt, bildet sich eine dünne Wasserschicht, die den Dampf deutlich schlechter durchlässt.
Bei einer Wathose ist diese "Wasserschicht" unter Wasser noch bedeutent größer!

Die Wasserdampfdurchlässigkeit ist prinzipiell begrenzt, selbst beim Laufen zum Wasser kann man schnell mehr schwitzen, als die Membran durchlässt.
Nach längerem Fussmarsch zum Wasser lasse ich immer erst mal die Hose runter :biggrin: und dampfe kurz ab, bevor ich ins Wasser steige.

Zur Behandlung der Hose: Beim Ausziehen erfahren meine Füsslinge keinen großen Zug, da sie für meine kleinen Füße eh immer etwas groß sind ( ich hatte aber deswegen noch nie Undichtigkeiten im Füßlingsbereich - Falten ect.).
Zum Trocknen drehe ich sie aber immer komplett von innen nach außen, was im Fußbereich immer mit Gezerre verbunden ist. Aber ich erwarte, dass das die Hose aushält - erwarte ich da zu viel??

LG
Reinhard
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Re: Wathose oder Hüftstiefel?

Beitragvon fly fish one » 13.10.2017, 11:44

Lieber Reinhard,

früher mit der papierdünnen Vision Hose habe ich das auch problemlos gemacht. Als die Simms kam wollte ich es das erste Mal auch so durchführen, aber die dicke Simms hat sich für mich zuviel gewehrt. Ich habe Angst bekommen sie damit zu beschädigen. Ich hänge sie einfach frei schwebend (mit offenem Reißverschluß :mrgreen: ) auf und hoffe das dies reicht. Manchmal überlege ich, ob ich nicht Papier in die Füßlinge stecke. Ich bin da nicht mit zufrieden, aber umdrehen mag ich sie auch nicht.

Dein Frank

Und ein Nachtrag noch zum Schwitzen: Wie wenig ich in der dicken G4 schwitze, dass kann sich von euch keiner vorstellen. Obwohl sie in Tests hier Punkte gelassen hat. Ich sage: Das könnt ihr getrost vergessen! Voraussetzung ist aber das entsprechende Beinkleid darunter. Ich habe dafür DREI verschiedene ebenfalls stark atmungsaktive Hosen und verschieden lange Socken. Je nach Jahreszeit und erwarteter Wattiefe und Verweildauer im tiefen Wasser, wähle ich aus. Für den Winter habe ich zusätzlich einen Fliesbody (sexy, mit Bauchansatz :badgrin: ). Ich schwöre :badgrin: , damit komme ich stets auf Komforttemperatur durch das gesamte Jahr!! Wenn ich lange Strecken auf Land wandern muss, dann wird mir zwar warm, aber das meine Hose innen schwitzt ist noch nie vorgekommen. Ich mache dann allerdings auch, na ratet, den Reißverschluß auf! :D :D

Bei 30 Grad im Schatten und wenig Wattiefe - Wet Wading, Oider! :mrgreen:
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Re: Wathose oder Hüftstiefel?

Beitragvon Achim Stahl » 13.10.2017, 12:42

Moin,

Trockenfliege hat geschrieben:Allerdings was den Dampfdurchlass unter Wasser angeht: Unter Wasser ist der Außendruck viel zu groß, um Wasserdampf raus zu lassen.
Ich glaube nicht, dass da viel Dampf unter Wasser durch die Membran austreten kann.


Das ist nicht eine Frage des Glaubens, das ist Physik. Eine oben offene Hose ist kein Unterdruckbehälter.

Es gibt sogar Testhandschuhe von Gore, mit denem man das ausprobieren kann - nasse Hand in den Handschuh, ab mit dem Handschuh ins Wasser und abwarten, wie die Hand trocknet. Ich glaub, ich hab noch irgendwo so einen Handschuh.


Viele Grüße!

Achim
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Re: Wathose oder Hüftstiefel?

Beitragvon AlexX!! » 13.10.2017, 12:44

Hallo Robert,

mein Hausgewässer ist ein Mittelgebirgsbach, da bin ich schon mal öfters in der
Woche unterwegs. Eine Wathose ist bei uns die bessere Wahl, weil es einige Stellen
gibt die nur damit befischbar sind. Ich hab mir vor Jahren eine Guidline Hose gekauft.

Das viele an und ausziehen macht die "günsitgen" Wathosen kaputt, die Nähte und
die Membran werden mürbe. Meine erste Guidline war nach einer Saison "durch"
habe sie jedoch auf Kulanz ersetzt bekommen und mir dann Aigle Stiefel dazu gekauft.
Mit gute Pflege kann das Leben verlängern, aber auch nur begrenzt. Die Jetzige
ist nun auch wieder am Ende ihrer Tage, nach längeren Einätzen im Tiefen Wasser
bricht reichlich Wasser ein, da hilft dann auch keine Imprägnierung mehr.

Mit den Stiefeln kann ich nicht alle Stellen befischen, sind aber gerade für Kurzeinsätze
viel schneller angezogen. Seit dem benutze ich die Wathose nur noch am Bach,
wenn ich wirklich gezielt an die speziellen Gumpen gehe.

Meine Empfehlung auch, je nach Wasser, erst mal mit Hose starten, da vielseitiger,
aber früher oder später Stiefel hinzu um die Hose zu schonen.

Wie sich da eine der teuren Hosen schlägt kann ich nicht sagen, da mir der
Vergleich fehlt.

Beste Grüße
Alex
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Es macht die Angler doof, und süchtig ... sie wollen immer mehr"
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Re: Wathose oder Hüftstiefel?

Beitragvon Jörg aus Duisburg » 14.10.2017, 06:51

Guten Morgen aus Duisburg,
ich bin in diesem Jahr von Stiefeln auf Wathose umgestiegen. Bei mir war ein Grund der bessere Halt in den Watschuhen. Mir taten nach drei/vier Stunden über Stock und Stein in Gummistiefel die Füße weh und der Rücken fing auch an. Jetzt mit Watschuhen kein Problem mehr. Ist natürlich eher eine individuelle Sache, wurde glaube ich aber hier noch nicht ins Feld geführt.
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Re: Wathose oder Hüftstiefel?

Beitragvon lax0341 » 24.10.2017, 17:34

Hallo in die Runde,

es kommt meiner Meinung nach nicht unwesentlich auf die Wegstrecken an, die am Fluss, oder Bach , zurückzulegen sind. Watschuhe mit Filzsohlen, wie bei den meisten Wathosen verwendet, sind für lange Wegstrecken einfach ungeeignet.
Allerdings funktionieren sie bei größeren Gewässern mit glitschigen Steinen etc. wiederum hervorragend. Ich muss wahrscheinlich demnächst ein Paar Aigle Neopren-Watstiefel verabschieden, die mehr als 25 Jahre gehalten haben.
Meine vorigen Simms Guide Wathosen haben auch 10 Jahre durchgestanden, waren dann aber doch irgendwann durch. Bei viel Gestrüpp etc. und kurzen Wegen ziehe ich sie allerdings immer noch an. Meine Simms Headwaters werde ich ein wenig schonen.
Watstiefel sind oft ausreichend. Man sollte allerdings welche aus Naturkautschuk o.ä. kaufen, da sie sich deutlich angenehmer tragen.

Tight Lines !

Robert
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