Wathose oder Hüftstiefel?

Forum für Fragen und Erfahrungen zu Gerät - Zubehör - Bekleidung - Literatur & Film etc. Gibt es besonders empfehlenswertes Tackle? Was benötigt der Fliegenfischer wirklich ?

Moderatoren: Maggov, webwood, Forstie, Olaf Kurth, Matthias M., Michael., Kurt Zumbrunn

Wathose oder Hüftstiefel?

Beitragvon Robert.42 » 12.10.2017, 09:38

Hallo Fliegenfischer-Freunde.

Ich habe mal eine Frage an die Spezialisten hier bitte bezüglich einer Wathose. Ich bin noch recht neu was das Fliegenfischen angeht und möchte mir nun eine gute Wathose zulegen. Allerdings gestaltet sich die Suche als nicht so einfach und die Meinungen gehen auch sehr stark auseinander. Daher dachte ich mir, ich wende mich mal an die Experten hier im Forum.

Diese Woche habe ich auf diversen Webseiten online nach günstigen Wathosen gesucht. Dabei habe ich auf https://www.gebraucht-kaufen.at/wathose viele preiswerte Modelle gefunden. Das sind aber nur einfache, einteilige Wathosen aus Gummi mit angeschweißten Stiefeln. Diese sind m.E. auch nicht atmungsaktiv.

Dann gibt es noch höherwertigere mehrteilige Modelle. Da sind die Stiefel extra. Diese sind auch atmungsaktiv. Hier sind mir auch immer mal wieder Modelle von Vision und Orvis über den Weg gelaufen. Dann habe ich auch noch eine Hodgeman gefunden. Das ist wohl eine US-Marke, die erste seit diesem Jahr in Deutschland erhältlich ist.

Die Frage ist, könnt ihr mir bestimmt Modelle empfehlen? Mein Budget sind so um die 200 Euro. Ich möchte schon etwas Vernünftiges kaufen, aber ich habe auch gehört, dass teurerer Hose auch schnell Löcher bekommen und der Aufpreis nicht immer gerechtfertigt ist.

Eine Alternative, die mir auch noch in den Sinn kam sind einfach ein paar hochwertige Hüftstiefel. Dies sind günstiger als Wathosen, aber ich weiß nicht ob das was auf Dauer ist.

Sorry für die ganzen Fragen aber ich in halt noch neu was diese Thematik angeht. Daher freue ich mich über jede Rückmeldung.

Robert.
Zuletzt geändert von Robert.42 am 26.10.2017, 10:53, insgesamt 1-mal geändert.
Robert.42
 
Beiträge: 1
Registriert: 18.08.2017, 07:12
"Danke" gegeben: 0 mal
"Danke" bekommen: 0 mal

Re: Wathose oder Hüftstiefel?

Beitragvon fliegenleger » 12.10.2017, 11:06

Hallo Robert,

ich habe mir nun zum Ende des Jahres auch kürzlich ein neues Watset besorgt. Guideline Kaitum (Hose) und Laxa (Schuhe). Das Modell fällt derzeit noch etwa in deinen Preisrahmen. Da ich auch erst kürzlich gekauft habe: Aktuell gibt es diverse Sonderangebote auf allen möglichen Webseiten. Die Verarbeitung ist gut, allerdings steht ein Langzeittest noch bevor. Ich würde bei Hosen darauf achten, dass um den Knöchel herum ein "Steinschutz" eingearbeitet ist. Bei der Kaitum gibt es auf den Innenseiten der Beine keine Nähte, was dem Tragekomfort und der Belastbarkeit beim Bücken etc. zuträglich sein dürfte. Die Modelle sind auch hier im FF bereits getestet worden: http://www.fliegenfischer-forum.de/kaitum.html und http://www.fliegenfischer-forum.de/laxaws.html.

Zusätzlich gibt es auch "Heavy"-Wathosen, die besonders belastbar sein sollen. Letztendlich kommt es auf den Verwendungszweck, die Dauer des Einsatzes und das Gewässer an. Watschuhe mit Filzsohle dürfen übrigens nicht in jedes Land mit eingeführt werden, im Raum Europa gibt es diesbezüglich, soweit ich weiß, jedoch noch keine Beschränkungen. Die Laxa-Schuhe habe ich mit Gummisohle und Spikes eingekauft. Hier scheiden sich auch die Geister.

Die Verarbeitung der Modelle generell unterscheiden sich insbesondere in der Verarbeitung, den Nähten etc. Auch die teuerste Hose wird Löcher bekommen, wenn du darin in einen dicken Dornenbusch fällst. Natürlich spielen Taschen auch eine große Rolle. Wenn du sowieso einen Gurt, oder eine Weste trägst, benötigst du keine Hose mit unendlich vielen Taschen - und kannst so Geld sparen.

Für das Grobe verwende ich zusätzlich Watgummistiefel, die ich bei Ebay für - 17,50 EUR - neu gekauft habe. Quasi geschenkt. Sie sind aus PVC und sehr dick. Nicht atmungsaktiv, aber belastbar. Primär nehme ich sie als Beinschutz, wenn ich durch hohes, nasses Gras zum Spot schreiten muss, um nicht nass zu werden. Waten kann man darin natürlich auch. Der Vorteil für mich ist, dass ich dieses günstige Equipment auch recht schroff benutze, was ich mich bei der Wathose nicht trauen würde.

Ich bin gespannt auf andere Meinungen. Achte bei den Watschuhen darauf, je nach Modell ruhig eine Nummer größer zu wählen, um mit den Neoprensocken und eventuell dicken, normalen Socken, sicher Fuß zu fassen. Die Watschuhe sollten auch knöchelhoch sein, damit du nicht so leicht umknicken kannst und sicher stehst.

Auf jeden Fall ist jetzt eine gute Zeit, diese Investition zu tätigen.

Liebe Grüße soweit
Simon
Benutzeravatar
fliegenleger
 
Beiträge: 6
Registriert: 05.10.2017, 22:10
Wohnort: Hamburg
"Danke" gegeben: 1 mal
"Danke" bekommen: 0 mal

Re: Wathose oder Hüftstiefel?

Beitragvon DerRhöner » 12.10.2017, 11:23

Hallo Robert

Hüftstiefel vs. Hosen: Wie tief sind die Gewässer, die Du fischen willst? Das beantwortet dann Deine Frage. Beachte dabei bitte, dass die Stiefelhöhe irreführend ist, Du wirst nie bis zur Oberkante der Stiefel ins Wasser gehen können, denn dann kannst Du Dich nicht mehr bewegen ohne dass Dir Wasser reinschwappt. Geh davon aus, dass ein gutes Knietief die effektive Grenze ist. Und da gebe ich die Wette ab, dass es in der Praxis nicht reicht. Wenn Du also kein Stammgewässer hast, das nirgends tiefer als knietief ist, dann vergiss Hüftstiefel. Ich rate zu Hosen und noch mehr zu Latzhosen. Weniger wegen der Wattiefe als wegen des guten Halts mit den Hosenträgern, den Wärmetaschen, Stauraum und in Kombination mit einer Regenjacke der zuverlässigen Rundum-Wasserabdichtung bei Regen.

Hosen und Löcher: Ja, auch in die 1000€-Super-Duper-Simms macht der Weidezaun Löcher und dann ist mehr Geld kaputt gemacht als bei einem günstigen Modell. Aber ich lege mich aus meiner Erfahrung fest, das eine Simms der Kategorie G3 und teurer ihr Geld wert und deutlich weniger empfindlich gegen Verschleiss ist als die allermeisten anderen Anbieter. Ich weiss, das ist eine Stange Geld, vielleicht hast Du Glück und bekommst sowas in gutem Zustand gebraucht von einem der auf eine Hose mit Reissverschluss o.ä. upgraded. Wenn das nicht geht würde ich mich in dieser Priorisierung für Patagonia und dann Orvis entscheiden. Wobei ich bei Orvis dreimal Probleme mit punktuell undichten Nähten hatte.

Egal welche Hose Du kaufst: Sofort Aquaseal o.ä. in den Mini-Tuben mitkaufen. Denn zu Beginn kommen erst die Mini-Lecks und die hat man damit gut im Griff. Wenn man sich darauf einlässt und etwas frost- und frusttrationstolerant ist, kann man damit ein Einsteigermodell eine Zeit dicht halten.

Gruss

Christian
"Die Rhön ist schön, nur ohne Rhöner wär' sie schöner!" - Letzte Worte eines Hessen in der Bayerischen Rhön
Benutzeravatar
DerRhöner
 
Beiträge: 68
Registriert: 28.01.2013, 23:59
"Danke" gegeben: 3 mal
"Danke" bekommen: 13 mal

Re: Wathose oder Hüftstiefel?

Beitragvon Maggov » 12.10.2017, 14:59

Hallo Robert,

ich habe beides und fische zu 90% mit Hüftstiefeln. Das passt an meinen Strecken gut und die Stiefel sind schneller an- und ausgezogen.

Als Einstieg würde ich Dir allerdings zu einer Hose raten denn die ist deutlich breiter einsetzbar und das Wasser dass Du jetzt fischst ist nicht immer die Strecke an der man dann tatsächlich ein Leben lang fischt.

Bei 200 EUR bist Du für Hose und Schuhe schon recht eingeschränkt bei der Auswahl. Bei Taimen gibt es Watset um die Preisklasse und bei einem Fliegenfischermagazin könntest Du eine Hose als Aboprämie mit beziehen. Die Rückmeldungen hier im Forum zu der Abo-Wathose sind tendenziel nicht soo gut und bei den Taimenhosen habe ich weder einen Bekannten noch beim Querlesen hier im Forum nennenswertes Feedback gesehen... sorry.

Wenn Du nicht oft ans Wasser kommst und nicht gerade ein Montagsmodell erwischst dann könntest Du mit den günstigen Varianten durchaus gut fahren. Wenn Du aber in rauhem Gelände (felsig, stachelig, rutschig, Salzwasser,...) unterwegs bist dann kann es sich durchaus lohnen ein robusteres Modell zu suchen.

Wenn Du Dir Watsachen für 200 EUR kaufst und diese nach zwei Jahren austauschen musst wird sich das nicht lohnen. Bei einem Budget von 300-400 EUR kriegst Du von den meisten Herstellern bereits recht ordentliche Angebote. Diese halten (gröbere Unfälle beim Fischen mal ausgechlossen) sicher für ein paar Jahre.

Ich möchte Dir weiterhin empfehlen die erste Hose unbedingt bei einem Händler zu probieren - der kann Dich gut beraten worauf Du bei der Hose achten musst - denn Wathosen sind unten geschlossen und dehnen sich nicht, da muss man beim Sitz schon auf diverse Besonderheiten achten... Die erste Wathose im Netz zu bestellen und dann alleine zu Hause an zu probieren führt meist zu einem Folgekauf.

LG
Markus
Reflection is a broad deep and quiet pool into which the stream of an angler's thought opens out from time to time.
A. A. Lucas in Fishing and Thinking, 1959
Maggov
Moderator
 
Beiträge: 5101
Registriert: 28.09.2006, 14:21
Wohnort: München
"Danke" gegeben: 204 mal
"Danke" bekommen: 261 mal

Re: Wathose oder Hüftstiefel?

Beitragvon Achim Stahl » 12.10.2017, 15:44

Hallo Robert



DerRhöner hat geschrieben:Hüftstiefel vs. Hosen: Wie tief sind die Gewässer, die Du fischen willst? Das beantwortet dann Deine Frage. Beachte dabei bitte, dass die Stiefelhöhe irreführend ist, Du wirst nie bis zur Oberkante der Stiefel ins Wasser gehen können, denn dann kannst Du Dich nicht mehr bewegen ohne dass Dir Wasser reinschwappt. Geh davon aus, dass ein gutes Knietief die effektive Grenze ist. Und da gebe ich die Wette ab, dass es in der Praxis nicht reicht. Wenn Du also kein Stammgewässer hast, das nirgends tiefer als knietief ist, dann vergiss Hüftstiefel. Ich rate zu Hosen und noch mehr zu Latzhosen. Weniger wegen der Wattiefe als wegen des guten Halts mit den Hosenträgern, den Wärmetaschen, Stauraum und in Kombination mit einer Regenjacke der zuverlässigen Rundum-Wasserabdichtung bei Regen.

Hosen und Löcher: Ja, auch in die 1000€-Super-Duper-Simms macht der Weidezaun Löcher und dann ist mehr Geld kaputt gemacht als bei einem günstigen Modell. Aber ich lege mich aus meiner Erfahrung fest, das eine Simms der Kategorie G3 und teurer ihr Geld wert und deutlich weniger empfindlich gegen Verschleiss ist als die allermeisten anderen Anbieter. Ich weiss, das ist eine Stange Geld, vielleicht hast Du Glück und bekommst sowas in gutem Zustand gebraucht von einem der auf eine Hose mit Reissverschluss o.ä. upgraded. Wenn das nicht geht würde ich mich in dieser Priorisierung für Patagonia und dann Orvis entscheiden. Wobei ich bei Orvis dreimal Probleme mit punktuell undichten Nähten hatte.

Egal welche Hose Du kaufst: Sofort Aquaseal o.ä. in den Mini-Tuben mitkaufen. Denn zu Beginn kommen erst die Mini-Lecks und die hat man damit gut im Griff. Wenn man sich darauf einlässt und etwas frost- und frusttrationstolerant ist, kann man damit ein Einsteigermodell eine Zeit dicht halten.

Gruss

Christian


Christian hat das super auf den Punkt gebracht. Nur noch eine kleine Anmerkung von mir: Ein Loch in einer Wathose, weil man in einen Dornbusch gelaufen oder am Weidezaun festgehakt ist, bedeutet in den allerwenigsten Fällen das Ende des Hosenlebens. Solche Löcher lassen sich meistens schnell und einfach flicken. Undichte Nähte und durchlässige Membranen sind meistens der Wathosentod.


Viele Grüße!


Achim
Früher war mehr Lametta!
Benutzeravatar
Achim Stahl
 
Beiträge: 1427
Registriert: 07.04.2007, 12:48
Wohnort: Kiel, direkt an der Kyste
"Danke" gegeben: 73 mal
"Danke" bekommen: 336 mal

Re: Wathose oder Hüftstiefel?

Beitragvon fly fish one » 12.10.2017, 18:50

DerRhöner hat geschrieben:Hallo Robert

...

Hosen und Löcher: Ja, auch in die 1000€-Super-Duper-Simms macht der Weidezaun Löcher und dann ist mehr Geld kaputt gemacht als bei einem günstigen Modell.
...

Egal welche Hose Du kaufst: Sofort Aquaseal o.ä. in den Mini-Tuben mitkaufen. Denn zu Beginn kommen erst die Mini-Lecks und die hat man damit gut im Griff. Wenn man sich darauf einlässt und etwas frost- und frusttrationstolerant ist, kann man damit ein Einsteigermodell eine Zeit dicht halten.

Gruss

Christian


*hüstel* ...weder Zäune, Dornen noch Felsen...sondern das Messer des Fischers mit der Spitze beim Ausklappen zum Öffnen der Bierflasche! :evil: "Unser" (die Simms G4 Z) schwärzester Tag. Punktiert, winzig und inzwischen mit Aqua Sure wieder versiegelt. Aber so geärgert habe ich mich schon lange nicht mehr. Ansonsten muss ich Christian ebenfalls beipflichten. Wenn man etwas Geld in die Hand nimmt, sind die mehrlagigen Hosen von Simms (und Patagonia) extrem robust. Ich bin schon zwischen Felsen gerutscht, über sie gefallen, durch Gestrüp und Unterholz geschlichen, ausgerutscht und auf den Hintern gesetzt. Alles tiptop und noch nie bereut. Meine erste günstige Vision hat bei genau solchen Touren die Grätsche gemacht. Wurde gepfickt, ging eine Saison gut und dann verabschiedeten sich die Nähte im grossen Stil mit einem feuchten Gruss zum Schritt!

Zu Anfang kann man schon was günstiges aussuchen, wenn man noch nicht weiß wo man am Ende landet (wieviele Fischtage im Jahr zusammen kommen) und je nach Revier natürlich. Ich hatte ein halbes Jahr sogar hüfthohe günstige Gummistiefel (man kann da ja auch richtig Geld lassen - mit Chameau z.B.). Funktioniert ganz passabel. Lieber mehr Geld in die andere Ausrüstung stecken. Nach einer Saison kristalliert sich das dann heraus, welcher Schweregrad an Verrücktheit und Leidenschaft schließlich so über einen kommt.

Frank
Zuletzt geändert von fly fish one am 13.10.2017, 07:57, insgesamt 1-mal geändert.
Wathosenfetischist und Angeltheoretiker
fly fish one
 
Beiträge: 779
Registriert: 11.09.2016, 11:08
"Danke" gegeben: 134 mal
"Danke" bekommen: 111 mal

Re: Wathose oder Hüftstiefel?

Beitragvon Trockenfliege » 12.10.2017, 19:05

Und auch ein hoher Preis schütz vor Undichtigkeiten nicht.
Ich war gerade in Dänemark 1 Woche fischen. Die ersten Tage hielt meine superduper Reisverschluß-Simms nocht dicht.
( Die Hose ist 4 Jahre alt und ca. 5 Wochen gefischt, häufig benutze ich Watstiefel)

Und dann auf ein mal auf beiden Seiten undicht: links im Bereich oberer Abschluß Füssling und rechts auf Höhe des Oberschenkels außen.
Ich könnte ko...en!!
Ich bin nicht drin abgesoffen, aber es wurde feucht.
Zuhause dann wie üblich die Hose umgedreht und dann mit Wasser gefüllt (in der Wanne liegend ), aber ich konnte kein Loch finden - alles blieb trocken.
Hat jemand einen Vorschlag als nächsten Schritt? (Mit Alkohl die Innenseite abwischen kenne ich, wird allerdings die Undichtigkeit im Fußbereich nicht lokalisieren)

Die gleichen Erfahrung habe ich mit einer Patagonia nach 6 Jahren und paar Watstrümpfen gemacht habe ( beide nicht viel genutzt) - einige Tage benutzt und dann auf einmal einige Stellen am Übergang Füßling-Hose undicht. Hier war es aber immer deutlich zu erkennen der Nahtbereich. Trotz viel Aquaseal habe ich die nicht mehr dicht bekommen.

Inzwischen überlege ich mir, einfach alle 2 Jahre ne günstige Wathose zu kaufen und dann zu entsorgen, auch wenn sie noch dicht ist.
Den wenn ich im Urlaub bin, möchte ich mich auf mein Material verlassen können.

Ich habe die ersten 10 Jahre meiner Fliegenfischerlaufbahn nur mit Watstiefeln gefischt, auch im Urlaub -u.a. Frankreich, Amerika ( u.a. North Umpqua, Deschutes) und bin mit den Stiefeln zwar nicht überall hingekommen, habe aber trotzdem gefangen.
Daher finde ich für den Anfang ein paar gute Kautschuk - Watstiefel auch nicht die schlechteste Lösung.
Wenn man zB. LeChameau nimmt, halten die auch mal 18 Jahre ohne Pflege, bis sie undicht werden.

LG
Reinhard
Trockenfliege
 
Beiträge: 408
Registriert: 25.01.2015, 18:03
"Danke" gegeben: 56 mal
"Danke" bekommen: 82 mal

Re: Wathose oder Hüftstiefel?

Beitragvon fjorden » 12.10.2017, 19:32

Hallo,
entscheide nach Gewässergröße. am bewachsenen Wiesenbach reichen Watstiefel oder sogar Gummistiefel. Denn waten ist m.E. nicht überall sinnvoll. Meistens vergrämt es die Fische. Am Bach fische ich lieber vom Ufer aus. Auch am Fluß oder Polder auf Hecht und Zander reichen Gummistiefel.
Gruß
Fjorden
fjorden
 
Beiträge: 479
Registriert: 05.02.2007, 13:11
"Danke" gegeben: 7 mal
"Danke" bekommen: 49 mal

Re: Wathose oder Hüftstiefel?

Beitragvon fly fish one » 12.10.2017, 20:34

Lieber Reinhard,

ganz sicher das es Löcher sind und Du nicht einfach geschwitzt hast? Insgesamt tut mir das wirklich leid. Die Hosen sind eigentlich sowas von solide und zuverlässig. Und Du weißt, warst Du das nicht der mir den Link zur Herstellung geschickt hat, dass nur die Wader bei Simms in USA gebaut werden. Der Rest kommt aus "Timbuktu". Ich komme mit der G4 nach der Restsaison 2016 und bis heute auf ca. 25 Tage. Wenn die Neoprensocken am Übergang feucht werden, dass lasse ich mir ja noch gefallen, aber mitten auf dem Bein? Bei der Simms sind die Nähte auf Beinmitte. Nach Deiner Beschreibung ist mitten im soliden Material ein Loch?? Dann biste irgendwo reingerammelt und hast es nicht gemerkt. Die dicken Lagen der Simms lassen ein Loch nicht wirklich gut erkennen. Bei der Vision habe ich mit der Taschenlampe die Löcher gefunden!

Ich würde sie einschicken. Und verzeihe mir wenn ich das schreibe, ich weiß nicht wie umsichtig Du in diese Hosen ein- und austeigst. Ich stehe immer auf einer sauberen Gummimatte, eine saubere Kofferraumkante zum sitzen, versuche ganz sanft beim Einsteigen und Aussteigen die Hose zu bewegen und ziehe nie wirklich ernsthaft an den Füßlingen beim Ausziehen. Die Hose ist praktisch schon unten, beim Ausziehen, wenn ich ganz sanft an den Füßlingen haltend das gute Stück gänzlich abstreife.

Dein Frank - habe Nachsicht, alter Hase mit viel Wissen, aber manchmal ist man, wie sagt man, betriebsblind. Gerade wegen des vielen Wissens!

Und ich habe noch einen: Nie wieder ohne Atmungsaktivität! Hüfthohe Gummistiefel, wenn man nicht nur 30 Minuten fischt und auf der Stelle steht, sind einfach shyce!! Ob da jetzt Chameau dran steht oder nicht. Was genial ist sind die Beinlinge die einige Hersteller haben. Dazu vielleicht ebenfalls vernünftige Watschuhe! Ich habe welche von Vision. Die Dinger sind viel robuster, weil nicht so viele Nähte!
Zuletzt geändert von fly fish one am 12.10.2017, 20:47, insgesamt 1-mal geändert.
Wathosenfetischist und Angeltheoretiker
fly fish one
 
Beiträge: 779
Registriert: 11.09.2016, 11:08
"Danke" gegeben: 134 mal
"Danke" bekommen: 111 mal

Re: Wathose oder Hüftstiefel?

Beitragvon dreampike » 12.10.2017, 20:42

Weil hier das Stichwort Taimen auftauchte, meine Söhne haben beide Taimenwathosen seit einigen Jahren und sind zufrieden. Die Dinger sind robust und zum Teil recht günstig. Mein Topmodel von Simms fängt nach einigen Jahren intensiveren Gebrauches langsam an Wasser durchzulassen. Wie Achim schrieb, nicht wegen irgendwelcher Löcher, sondern wegen der Membran. Ich habe das Gefühl, dass atmungsaktiver Stoff unabhängig von der Marke und vom Preis nur eine bestimme Anzahl an Dehnungen, Knicken und Bewegungen aushält und dann einfach undicht wird. Ist bei meiner Patagonia Watjacke genauso.
Wolfgang aus Ismaning
Benutzeravatar
dreampike
 
Beiträge: 607
Registriert: 30.09.2006, 21:50
Wohnort: Ismaning bei München
"Danke" gegeben: 12 mal
"Danke" bekommen: 70 mal

Re: Wathose oder Hüftstiefel?

Beitragvon Magellan » 12.10.2017, 20:43

Trockenfliege hat geschrieben:Hat jemand einen Vorschlag als nächsten Schritt? (Mit Alkohl die Innenseite abwischen kenne ich, wird allerdings die Undichtigkeit im Fußbereich nicht lokalisieren)



Reinhard,
befeuchte den vermutlich perforierten bereich mit „ Spüliwasser“ und rolle/falte die Hose zusammen. Die so komprimierte Luft wird dann sichtbar Blasenbildend entweichen. Das hilft auch in Nahtbereichen der Membrane die von innen mit Band abgeklebt/verschweißt sind, wenn der Alkohol nicht mehr weiterhilft...

Gruss
Heiko
Benutzeravatar
Magellan
 
Beiträge: 294
Registriert: 21.07.2014, 21:17
Wohnort: Concordia / Argentinien
"Danke" gegeben: 41 mal
"Danke" bekommen: 86 mal

Re: Wathose oder Hüftstiefel?

Beitragvon Noellgen, H » 12.10.2017, 21:59

Hallo Leute,

ich möchte es mal so formulieren. Eine Wathose ist so etwas ähnliches wie ein U-Boot.
Wenn es dort von der Decke tropft, dann ist nicht der Stahl durchgerostet, dann
ist das Kondenswasser.
So atmungsaktiv eine Wathose auch sein mag, unter Wasser atmet da gar nix.
Den Film zur Herstellung der Simms Hosen in USA kenne ich auch, was ich da
gesehen habe möchte ich an dieser Stelle nicht kommentieren.
Also, Feuchtigkeit innerhalb der Wathose ist nach einem Fischtag völlig normal.
Natürlich abhängig von der individuellen Transpiration des Kollegen.
Meine ist nach einem Tag "sickenass" , nein, ich habe ja eine mit Zipper.
Echten Wassereinbruch bemerkt man schnell, es wird kühl untenrum.
Schwachpunkte jeder Wathose sind nun einmal die Nähte und die Klebungen.
Die Nähte reissen mit der Zeit aus, der Kleber gast aus und klebt nicht mehr.
Wahrscheinlich sind die Top- Produkte etwas haltbarer als die billigen,
aber Wathosen sind nun mal Verschleissartikel.

Gruß,

Heiner
Noellgen, H
 
Beiträge: 76
Registriert: 17.09.2016, 15:46
"Danke" gegeben: 4 mal
"Danke" bekommen: 20 mal

Re: Wathose oder Hüftstiefel?

Beitragvon Achim Stahl » 12.10.2017, 22:21

Moin,

Trockenfliege hat geschrieben:Und dann auf ein mal auf beiden Seiten undicht: links im Bereich oberer Abschluß Füssling und rechts auf Höhe des Oberschenkels außen.
Ich könnte ko...en!!
Ich bin nicht drin abgesoffen, aber es wurde feucht.
Zuhause dann wie üblich die Hose umgedreht und dann mit Wasser gefüllt (in der Wanne liegend ), aber ich konnte kein Loch finden - alles blieb trocken.
Hat jemand einen Vorschlag als nächsten Schritt? (Mit Alkohl die Innenseite abwischen kenne ich, wird allerdings die Undichtigkeit im Fußbereich nicht lokalisieren)


Doch, trotzdem den Alkoholtest machen. In den allermeisten Fällen tritt das Wasser nicht dort ein, wo es in der Wathose feucht wird, sondern sammelt sich dort. Das ist besonders bei feuchten Nähten und in den Füßlingen der Fall, weil das Wasser dort auf eine Barriere trifft.

Kondenswasser kann man per Ferndiagnose natürlich nicht ausschließen, aber du wirst schon wissen, ob du nasser geworden bist als bisher.

Ansonsten kannst du die Hose über deinen Händler zur Überprüfung und Reparatur nach Norwegen zum Simms Repair Center schicken lassen.

Ach ja:

Eine Wathose atmet in der Tat auch unter Wasser. Klingt komisch, ist aber so. :wink:


Viele Grüße!


Achim
Früher war mehr Lametta!
Benutzeravatar
Achim Stahl
 
Beiträge: 1427
Registriert: 07.04.2007, 12:48
Wohnort: Kiel, direkt an der Kyste
"Danke" gegeben: 73 mal
"Danke" bekommen: 336 mal

Re: Wathose oder Hüftstiefel?

Beitragvon Hans. » 12.10.2017, 22:30

Noellgen, H hat geschrieben:
....., unter Wasser atmet da gar nix...



Hallo Heiner,

das stimmt nicht. Wenn es so wäre, hätten sich die atmungsaktiven Wathose nie durchgesetzt. Das einzige, was in der Hose Feuchtigkeit aufweist ist der Bereich der Füsslinge. Die sind materialbedingt nicht atmungsaktiv. Aber ansonsten war es in meinen beiden SiMMS die ich bisher hatte und in der aktuellen Traun River Stream niemals feucht, ich betone: niemals! Wobei die preisgünstige Traun River Stream von Rudi Heger genauso atmungsaktiv ist wie die SIMMS Goretex. Und ich rede auch von den Bereichen, die im Wasser sind.

Gruß,
Hans
Gefühlsmäßig ist der Unterschied zwischem einem Fisch und keinem Fisch eine der weitesten Entfernungen im Universum. David Profumo
Benutzeravatar
Hans.
 
Beiträge: 1390
Registriert: 28.09.2006, 21:24
Wohnort: Norddeutschland
"Danke" gegeben: 12 mal
"Danke" bekommen: 128 mal

Re: Wathose oder Hüftstiefel?

Beitragvon Magellan » 13.10.2017, 02:09

Noellgen, H hat geschrieben: unter Wasser atmet da gar nix.



Leute, hatten wir doch schon dutzendemale dieses Thema...

Wassermolekül/Dampfmolekül – Gore Tex Membrane:
Einfach nochmal schlau machen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Gore-Tex

Gruss
Heiko
Benutzeravatar
Magellan
 
Beiträge: 294
Registriert: 21.07.2014, 21:17
Wohnort: Concordia / Argentinien
"Danke" gegeben: 41 mal
"Danke" bekommen: 86 mal

Nächste

Zurück zu Gerät, Zubehör und Bekleidung (außer Ruten und Rollen)

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 5 Gäste