Zugprobe Tippets für Großfisch

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Zugprobe Tippets für Großfisch

Beitragvon keiner123 » 27.11.2016, 09:59

Hallo zusammen,
kurz vor meinem Lachsausflug teste ich vorab immer meine Ausrüstung. Nun habe ich mal Zugprobe an Stroft und Gigafish mit Angabe 17kg gemacht.
Beide Vorfächer reißen bei ungefähr 12,2kg, ich fand das erschreckend.
Nicht am Knoten (mache Achterschlaufe) sondern mitten drin. Da fehlen mehr als 5kg.
Habt Ihr ähnliches schon festgestellt?

Gruß
Andreas
...der, der endlich einen Salmon fing...but the "SAGE" must do the work.....
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Re: Zugprobe Tippets für Großfisch

Beitragvon Trockenfliege » 27.11.2016, 23:49

Ich nehme an, du sprichst von Monofil in ca. 45?
Ich teste regelmäßig mein Vorfachmaterial, allerdings mehr in den kleinen Durchmessern, aber auch mal 35er.
Derartige Abweichungen von den angegeben Tragkräften habe ich noch nie erlebt, selbst wenn das Material schon sehr alt ist ( über 10J.), aber immer im Dunkeln gelagert.
Da gibt es dann schon mal Abweichungen so bis grob 15% bei den alten Schnüren.
Neue Schnüre erreichen eigentlich immer zumindest fast den Sollwert: zB. Angabe 3,0 kg, gemessen 2,8kg (ohne knoten).
Meistens stimmen die tragkraftangaben ziemlich gut, aber die Durchmesseer sind fast immer ca. 0,02mm höher als angegeben, also eine 18er ist eine 20er. ( gemessen mit einem Haarmessgerät, misst Mono genauer als eine Messschraube und kann auf 0,005mm abgelesen werden).

Womit hast du gemessen?
Für Messungen bis 5 kg habe ich ein Matchefsky Messgerät, dass es mal vor ca. 25-30 Jahren von Comoran zu kaufen gabe, das misst auf 0,1kg genau.
Gute Ergebnisse bekommt man auch mit den einfachen Sackwaagen im Messinggehäuse, bei denen die Angabe linear erfolgt, da benutze ich die 12,5kg und die 25kg Versionen.
Bei einfachen Waagen mit runder Anzeige habe ich schon deutliche Abweichungen vom tatsächlichen Gewicht gehabt.
Mal die Waage überprüft?

LGruß
Reinhard
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Re: Zugprobe Tippets für Großfisch

Beitragvon orkdaling » 28.11.2016, 08:53

Moin moin,
dieses Thema wurde ja schon oft behandelt (Tragkraft von Schnur, Knotenfestigkeit usw.)
Es gibt immer solche Feststellungen, was aber Einzelfælle sein kønnen bzw Alterung, Lagerung, Sonneneinstrahlung eine Rolle spielen kønnen.
Kommt auch auf das Ausgangsmaterial/Hersteller an.
Fuer Forelle nehm ich nur noch Stroft, die hæft was drauf steht und das zeigen auch Tests in verschiecdenen Lændern.
Auf Lachs kommen Salmon Leaders von Scientific Anglers dran, von 0,35 - 0,40mm, reicht vøllig, den Rest bringt die Rute und dein Kønnen :badgrin:
Schnur die Wærme und Licht(UV) ausgesetzt war hælt nicht mehr was mal angegeben war und auch die Knotenfestigkeit geht verloren.
Besonders Fluo Material altert deutlich schneller.
Bei gealteter Schnur werden deine festgestellten Werte noch uebertroffen. Bringt also nichts auf Vorrat zu kaufen, Hændler des Vertrauens ist besser bevor du einen Ladenhueter angedreht bekommst der 5 Jahre in der unteren Schublade lag und was noch schlimmer ist, an einer lichtumfluteten Wand hing.
Auch interessant http://www.stroft.de/test_gtm.pdf
Gruss Hendrik
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Re: Zugprobe Tippets für Großfisch

Beitragvon troutcontrol » 28.11.2016, 11:05

orkdaling hat geschrieben: Besonders Fluo Material altert deutlich schneller.


Moin,
FC (PVDF) altert schneller als PA?
Wär mir neu, kann natürlich trotzdem stimmen.... :mrgreen:

Grüsse
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Re: Zugprobe Tippets für Großfisch

Beitragvon orkdaling » 28.11.2016, 11:28

https://de.wikipedia.org/wiki/Fluorocar ... #Nachteile
https://de.wikipedia.org/wiki/Fluorcarb ... enschaften
und Martin wie du weisst gibt es eine Vielzahl von FC Schnueren / Herstellern die man nicht empfehlen kann.
Da sind wohl einige Billigschnuere auf dem Markt wo nach 2 Tagen die knoten nicht mehr halten.
Gruss Hendrik
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Re: Zugprobe Tippets für Großfisch

Beitragvon orkdaling » 28.11.2016, 11:48

Oh sehe eben das ich Eigenschaften statt Beispiele geklickt habe, egal beides interessant.
Fuer uns als Kæufer ist natuerlich nicht zu erkennen um was fuer Material es sich handelt denn da steht ja meist nur FC-Schnur drauf.
Uebrigens warum verwende ich Vorfæcher von SA und nicht von GL. Die Ruten von GL und die Køpfe sind ok, die Vorfæcher fassen sich nach 2-3 Tagen deutlich rau an und die Knoten halten weniger. Und das gibt ein bekennender Guideline-Fischer zu.
Gruss Hendrik
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Re: Zugprobe Tippets für Großfisch

Beitragvon Dietmar0671 » 28.11.2016, 12:16

Hallo,

ich benutze diese hier:

"Eft Gangrou

Abriebsfest, unglaublich hohe Tragkräfte, und eine enorme Geschmeidigkeit machen
diese Schnur so beliebt! Die ideale Schnur für nahezu jedes Einsatzgebiet in
Süß- und Salzwasser. Stärker als andere Monofilschnüre derselben
Stärke"

https://www.angelgeraete-bode.de/eft-gangrou

0,30 hat eine Tragkraft von 15 kg, ganz normale Angelschnur. 300 Meter kosten 9,99 €!

Am Moy wird diese Schnur sehr oft als Tippet benutzt, auch von den bekannten Ghillies, ich benutze es nur und bin mehr als zufrieden damit.

Viele Grüße

Dietmar
Ich bin in 5 Minuten wieder zurück, gehe fischen, unbedingt alle 5 Minuten neu lesen
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Re: Zugprobe Tippets für Großfisch

Beitragvon troutcontrol » 28.11.2016, 12:35

Licht, UV-Licht und Schadstoffe haben, neben der Alterung durch Abrieb, einen weiteren Einfluss auf die Lebensdauer von Angelschnüren. Nach 10 Stunden UV-Bestrahlung kann die Zugfestigkeit von Polyamid Schnüren erheblich sinken. (...) Hier haben Fluorocarbon und UHMWPE deutliche Vorteile, da bei diesen Materialien so gut wie keine Alterung festzustellen ist. Demzufolge findet aber auch nach Jahrzehnten, anders als beim Polyamid, so gut wie keine Zersetzung statt. Unter Umweltgesichtspunkten müsste diese Eigenschaft dann eher negativ beurteilt werden.

Quelle: Waku GmbH
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Re: Zugprobe Tippets für Großfisch

Beitragvon orkdaling » 28.11.2016, 13:26

Lieber Martin,
dies bestreite ich nicht , verweise auf mehrere verschiedene Esther bzw Mischungen die im Gebrauch alle als FC bezeichnet werden aber unterschiedliche Eigenschaften haben.

Ein hitzebestændiges FC fuer Dichtungen muss keine UV Strahlen vertragen muessen und eine Angelschnur muss nicht mehrere 100Grad vertragen.
Und genau da liegt das Problem weil wir nich sehen kønnen was da drin steckt, ganz zu schweigen von Stoffen die nach kuerzester Zeit verfluechtigt sind, neutrale und schædliche aber auf jedem Fall die die erwuenschten Eigenschaften bringen sollten.
So ist das mit Schnueren genau wie mit aushærtenden und zerbrøselnden Dichtungen, Werkzeug, Autozubehør...
Dies wird natuerlich niemand schreiben der ein Produkt hier verkauft, nur FC und Preisschild drauf und fertig.

Das ist zB ein Grund warum ich Stroft kaufe und keinen Sch.. aus China, selbst eine Schnur aus Japan von Daiwa durfte ich dieses Jahr entsorgen.
Theorie und Praxis sind halt immer wieder 2 verschiedene Dinge.
Gruss Hendrik
Ps, wuerde mich auch wundern wenn WAKU etwas anderes schreiben wuerde, wenn ich Beispiele aus dem Fahrzeugbau bringe dann hab ich sicher eine Klage wegen Geschæftsschædigung am Hals, kann aber jeder go... dazu bemuehen, bei BAM nachlesen (die kontrollieren nicht nur Silvesterknaller)
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Re: Zugprobe Tippets für Großfisch

Beitragvon orkdaling » 28.11.2016, 18:25

Hier mal was zu den Vor und Nachteilen
(bezieht sich natuerlich auf diese "Markenware" und nicht auf auf Billigzeug mit Beimischungen was es leider oft gibt)
http://www.stroft.de/vorteile_nachteile0512.html#top
Viel Spass beim lesen
Hendrik
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Re: Zugprobe Tippets für Großfisch

Beitragvon toddy185 » 28.11.2016, 19:35

Stroft gibt ja schon bei Neuware eine zulässige Tragkraftabweichung von +/- 10% an plus Durchmesserschwankungen und Mess- und Nennmassabweichungen. Siehe Technische Daten Katalog Seite 29.

Aber die kompletten 5kg Unterschied erklärt das nicht

Ciao,
Lars
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Re: Zugprobe Tippets für Großfisch

Beitragvon Philzlaus » 14.12.2016, 07:58

Is das nicht wurscht??? Bei Schnüren ab 0,40 gehts ohnehin mehr um Abriebfestigkeit als um Tragkraft. Schonmal versucht 10kg nur mit der Rute abzubrechen? Defakto nicht möglich. Auch haben Fliegenschnüre (ausser Salzwasser) nur eine Tragkraft von 30lbs was in etwas 13,5kg entspricht. Was bring einem dann eine 15kg starkes Tippet. Hinzu kommen dann noch die falschen Knoten und das Teure Tippet ist nutzlos.
gruss
Philipp
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Re: Zugprobe Tippets für Großfisch

Beitragvon troutteaser » 27.12.2016, 22:56

Philzlaus hat geschrieben:Is das nicht wurscht??? Bei Schnüren ab 0,40 gehts ohnehin mehr um Abriebfestigkeit als um Tragkraft. Schonmal versucht 10kg nur mit der Rute abzubrechen? Defakto nicht möglich. Auch haben Fliegenschnüre (ausser Salzwasser) nur eine Tragkraft von 30lbs was in etwas 13,5kg entspricht. Was bring einem dann eine 15kg starkes Tippet. Hinzu kommen dann noch die falschen Knoten und das Teure Tippet ist nutzlos.



Ein 45-er Tippet nimmt man beim Lachsfischen wohl nur an der Sinkschnur zu Saisonbeginn beim Fischen auf sehr große Fische. Nicht wegen der absoluten Tragkraft, aber wegen der größeren Abriebfestigkeit - wie Du richtig schreibst. Beim Werfen mit großen Fliegen und beim Fischen in Grundnähe - noch dazu in starker Strömung und bei ggf. hindernissreichen Lachsfluss - macht ein 45-er manchmal Sinn. Auch Dein Einwand mit der 30lbs-Tragkraft der Fliegenschnurseele ist korrekt, aber wie dargestellt, gibt es gute Gründe für die Wahl eines 45-er. Mit zwei Knoten - hält es auch nur noch etwa 12 bis 13 kg, statt der 17 kg, wie angegeben, was mehr als ausreichend ist.

Was das Versagen des Materials angeht - Bruch mitten in der Schnur - kann es sich vermutlich wohl nur um überlagerte oder mangelhaft gelagerte Ware handeln. Ich habe mit Stroft und auch mit Maxima - in vielen Jahren nur beste Erfahrungen gesammelt. Aber jedes Qualitätstippet sollte beim Zugtest nicht mitten im Material brechen - sondern am schwächsten Punkt, am Knoten.
Fliegenfischen soll in erster Linie Spaß bringen!
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Re: Zugprobe Tippets für Großfisch

Beitragvon Maggov » 28.12.2016, 09:25

Hallo Emil,

ist das was Phillip schreibt nicht auch beim Lachsfischen relevant? Als mir ein kleiner Grouper beim Tarponfischen meine Schnur unter die Steine zog habe ich mit der 12-er Schnur geschwitzt. Ich hatte kein Shock-Tippet eingebaut und das Tippet hatte eine höhere Tragkraft als die Flugschnur. Wäre mir damals die Flugschnur gerissen ware der Tag beendet gewesen. In der Karibik kannst Du oft mit einer Taucherbrille und einer Badeeinlage die Schnur retten - aber was machst Du am Lachsfluß wenn Du einen Hänger hast? Ist das mit der Sinkschnur nicht sogar wahrscheinlicher?

Das mit dem Abrieb verstehe ich gut - aber ware da nicht häufiger Tauschen eine bessere Alternative? Geht es ausschließlich um den Abrieb im Drill?

LG

Markus
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Re: Zugprobe Tippets für Großfisch

Beitragvon troutteaser » 28.12.2016, 21:01

Hi Markus,

Ja, sicher, die Tragkraft des Tippet sollte grundsätzlich nicht höher sein als die Tragkraft der Seele der Fliegenschur. Aber wenn ich zwei Knoten mache ins Vorfach (Schlaufe am Beginn des Tippets und einen weiteren zur Befestigung der Fliege, bleiben "nur" noch etwa 12 bis 13 kg Tragkraft bei der 45-er Stroft. Was auch für schwerste Lachse reicht.

Natürlich geht's im Drill nicht allein um die Abriebfestigkeit des Tippets - das ist sicher besonderes wichtig - sondern auch um die Knotentragkraft und weitere Eigenschaften des Materials wie Dehnung usw. Wenn man zu oft Grundhänger hat, nimmt man eben eine andere Schnur oder eine etwas leichtere oder einen Tick kleinere Fliege. Im Drill schadet es ganz sicher nicht, wenn man gerade auf große Fische etwas stärker fischt. Ich tausche mein Vorfach häufig, gerade wenn es stark belastet wurde. Zu Beginn der Lachssaison bei hohem Wasserstand nehme ich auch gerne stärkeres Material, später dann, bei normalem Wasserstand nehme ich gerne ein 0,35-er, bei sehr kleinen Fliegen ggf. auch mal ein 0,30-er. Hängt vom Einzelfall ab. "Kleine Fliegen" sind beim Lachsfischen in Norwegen etwa Hakengröße 8 bis 10 Doppelhaken und kleiner.
Wir können auf der EWF bei einem Bier darüber gerne weiter fachsimpeln.

Beste Grüße,
Emil
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