hitzeschäden

Das Forum der Lachs- und Meerforellenfischer, sowie aller Ostseeangler. Was geht, wann und wo? Auch hier gibt es sicher viel zu erzählen! Denn mal los!

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hitzeschäden

Beitragvon dr-d » 01.08.2018, 17:01

hallo,


ein bekannter von mir - seit Jahrzehnten lachs-afficionado - schrieb mir heute, daß die gaula gesperrt ist.

weiterhin würden an diversen flüssen fässer aufgestellt werden, um die irreversibel infizierten

lachse zu entsorgen.das ganze spielt sich im gesamten skandinavischen und britischen raum m.w.

nach ab!

bitte bei reiseplanungen demnächst beachten!


schöne Woche.


thomas
dr-d
 

Re: hitzeschäden

Beitragvon Äsche62 » 02.08.2018, 07:47

Moin aus dem Norden ,
Das habe ich auch schön gehört ,Wassertemperaturen von fast 30 Grad an der Gudenau gemessen .
Da ist es kein Wunder das alle Salmoniden kaputt gehen durch den Sauerstoffmangel.
Ich bin auch schon lange nicht mehr los gewesen.
Tl.
Stefan
Äsche62
 
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Re: hitzeschäden

Beitragvon alexdustymiller » 13.08.2018, 16:52

Hallo allerseits.

Vom 15.7 bis 5.8 waren wir auch dieses Jahr am Stjördal.
Bereits am Tag der Anreise war die Lufttemperatur bis zu 33 Grad. Es hatte schon länger nicht geregnet und auch in den 3 Wochen waren keine nennenswerten Niederschläge zu verzeichnen.
Die Wassertemperatur der Forra lag zu Beginn bei 22 grad, stieg dann auf bis zu 24,5 Grad und sank in der letzten Woche aufgrund der vermehrten Bewölkung und starker nächtlicher Abkühlung auf ca 20 grad.
Die Abflussmenge (statistischer Median ca 14 Kubik) sank kontinuierlich langsam von ca 3 auf ca 1,8 kubik (die bis dahin niedrigste Menge, die ich in vielen Jahren dort erlebt habe lag bei ca 4 kubik, und das auch nur für einige wenige Tage).
Schon am ersten Abend erlebten wir ein seltsames Spektakel, nachdem sich um 22.30 die letzten Badenden entfernt hatten. In dem Pool unterhalb der Hütte sprangen die Lachse wie von Sinnen.
Ich würde nach meinen Erfahrungen mal behaupten, das in dieser Art und Weise sich zeigende Fische sich nicht wohl fühlen und unruhig sind. Die hier noch mit einer eher geringen Zuversicht angebotene Fliege wurde ignoriert, statt dessen hüpften ein paar über die Schnur, hab ich übrigens schon sehr oft erlebt. Ich schätzte die Zahl der Fische in dem Pool auf ca 20, was hier sehr viel ist, denn normalerweise bleiben da nur einzelne Fische länger drin, da heuer aber das Wasser offenbar sehr schnell fiel bei der letzten Flut waren doch erstaunlich viele Tiere in den Pools „gefangen“.
Nach einer Woche war das Wasser so klein, das man die Fische vom erhöhten Standpunkt auch beobachten konnte. Es gab kein „schwarzes Wasser“ mehr. Da standen sie noch in der geringen Strömung am Grund beisammen, hin und wieder drehte einer mal ne Runde, aber insgesamt waren sie doch recht ruhig.
Dann aber änderte sich etwas über Nacht. Plötzlich waren die Formationen aufgelöst, und die Tiere begannen in ca 1,5 m tiefe herumzuschwimmen, immer im Kreis oder hoch und runter.
Ich glaube das hatte was mit dem atmen zu tun, mit dem andernorts erwähnten O2-Gehalt, mit der Menge des Wassers, welches durch die Kiemen strömt.
Jedenfalls war es zeitweise wie vor einem Aquarium, die Lachse schwammen herum wie die Döbel in der Dill, fische über 10kg hab ich aber keine gesehen…
Ohne Strömung macht mir angeln keinen Spass, darum hab ich kaum einmal die Fliege ausgeworfen, hatte aber immerhin einen scheinangriff und zwei „Nachläufer“ auf die gestrippte Fliege.
Am 1. august wurde die Fischerei im Stjördal, der Sona und der Forra verboten, gesperrt, aber weniger wegen irgendwelcher Infekte oder Krankheiten, sondern wegen dem Gebot, ab selbigen Datum alle Fische über 65 cm zurückzusetzen. Es verhält sich nämlich so, das die Tiere ab ca 20 grad wassertemperatur das c+r gar nicht mehr so gut vertragen, und gehen deutlich mehr zurückgesetzte Fische zugrunde, was ja nun wirklich niemand wünschen kann.
Prompt habe ich auch einen verendeten Lachs am Stjördal (svarthöhlen) gefunden, der eindeutig an der Fliege war, im Winkel gehakt, sonst unversehrt, aber eben tot, ca 8kilo….
(Das die Fischerei oberhalb der Forramündung erlaubt blieb, mag an der erwärmung des Stromes durch die noch wärmeren 1,8 kubik forrawasser liegen oder es hat was damit zu tun, das die ganzen privaten Nobelstrecken (zb austkil, Kringen, Rena) oberhalb liegen, und den gut zahlenden Herrschaften wollte man wohl nicht in die Suppe spucken)

Am Tag unserer Abreise begann es dann prompt heftig zu regnen, die Sperre wurde aufgehoben, und der Lachsfang ist wieder „Business as usual“…
Entlang der Gaula schauten wir konsterniert auf die braunen Wassermassen…

Festzuhalten ist:
1.Lachsangeln in Teslanien (so heisst nurregen neuerdings bei mir, wegen der vielen teslas..) und Klimawandel passen nicht besonders gut zusammen.
2.Klappt nicht immer alles wie gewünscht.

PS einen von knapp 6 hab ich übrigens trotz allem gefangen, bei so einer public-relation angler -bonus Flut, die man gnädigerweise in Meraker durch öffnen des Kraftwerkes für 24 std erzeugt hatte...(Abfluss dann 35 statt 12 kubik...)
alexdustymiller
 
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