Hi Martin,
Hat jemand von euch Erfahrungen im Befischen des Tidenbereichs?
Ich habe die Mündungsbereiche etlicher irischer Flüsse, große und kleine, einige mit Lachsaufstieg, intensiv auf Mefos und vereinzelt auch auf Lachs befischt.
Aus dieser Erfahrung heraus kann ich dir sagen, dass es in unterschiedlichen Flüssen unterschiedliche Fangergebnisse bzw. -aussichten gibt.
In den großen Flüssen, in welche das Salzwasser weit aufläuft und dann beim Ablaufen nie ganz mit Süßwasser gefüllt werden, gestaltet sich der Lachsfang äußerst schwierig. In den Mündungsbereichen der großen Flüsse wie Erne oder Moy, deren Estuaries 5 - 10 km lang und beidseitig von Dünen bzw. Sandstrand gesäumt sind, werden praktisch auschließlich Mefos gefangen, obwohl man beim Fischen (zur passenden Jahreszeit) massig Lachse aufsteigen sieht. In mehr als 30 Jahren Fischerei habe ich in solchen Flussmündungen, obwohl intensiv mit der Fliege befischt, niemals auch nur einen Lachs gehakt.
Bei kleinen Spate Rivers kann das ganz anders aussehen. Solche Flussmündungen sind oft steinig und bilden kleine Pools bis ins Salzwasser. Diese Pools werden bei Flut mit Salzwasser überschwemmt. Bei ablaufendem Wasser dagegen füllen sich die Pools vollständig mit Süßwasser. Das ist dann der beste Zeitpunkt, dort erfolgreich auf Lachs zu fischen. Dies deckt sich also mit Achims Aussage zur besten Zeit im Tidenbereich von Flüssen.
Nach meiner Erfahrung ist es in solchen Tidenbereichen am besten, wenn man ca. zu Fluthöhepunkt anfängt zu fischen und bis zu dem Zeitpunkt fischt, da die Flut zurück kommt und sich der Fluss wieder mit Salzwasser füllt. Die Fischerei kann während dieser Zeit sehr hektisch werden, und mehrere Lachse in kurzer Zeit sind möglich.