Schutz der atlantischen Wildlachse

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Schutz der atlantischen Wildlachse

Beitragvon Magellan » 08.08.2019, 16:41

Hallo Leute

Ich weiss nicht wie es Euch geht, aber die mediale Präsenz des „ Schutz des atlantischen Wildlachs Thema ist für mich in den social media unübersehbar, und bekommt auch hier eine nicht irrelevante Plattform geboten.

Und wenn man den Experten glauben schenken darf, ist der Atlantische Wildlachs massiv gefährdet.

Und nun möchte ich was loswerden: Wie ernst ist es denn nun wirklich um diesen Fisch bestellt? Evtl. hat der ein und andere unter Euch auch Zugang zu den social media und wird konfrontiert mit der Flut an Bildern abgeschlagener Atlantischer Wildlachse, ob als Parr oder wertvollster Laichfisch in beeindruckender Größe.

Was läuft denn da verkehrt?

Es gibt natürlich Ausnahmen, den “Wildlachs Besatz“ stammend aus Zuchtanlagen betrifft dieses Thematik sicher nicht.

Gruss
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Re: Schutz der atlantischen Wildlachse

Beitragvon fliegenfeger » 08.08.2019, 21:15

Hallo Heiko,

der Faden mit der Petition gegen Lachsfarmen ist ja noch gegenwärtig. Der Anteil von entnommenen Lachsen durch Sportfischer scheint doch kein Tropfen, sondern eher ein Wasserschwall zu sein.
Meine Meinung zu der Flut an Fischbildern in den social media: bei jeder Gelegenheit wird ein Fotoshooting veranstaltet, ohne Rücksicht auf Verluste. Das führt das ganze C&R ad absurdum.

Wir sind für Alles, solange die Selbstbeschränkung ausgeschlossen ist. Gilt leider für fast alle Bereiche.

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Re: Schutz der atlantischen Wildlachse

Beitragvon Dominikk85 » 10.08.2019, 00:28

Das die Entnahme durch sportfischer kein Tropfen auf den heißen Stein ist stimmt schon. Der einzelne Angler entnimmt nicht viel, aber es gibt ja Millionen Angler und wenn jeder davon 10 mal im Jahr 1 Kilo Fisch entnimmt kann man ja mal ausrechnen was da rauskommt, habe sogar mal gelesen das die Dorsch angel kutter durchaus an die Menge der berufsfischer rankommen.

Das größte Problem ist aber vermutlich immer noch der Zustand und die verbauung der flüsse, befischung und zuchtlachse verschärfen das noch.

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Re: Schutz der atlantischen Wildlachse

Beitragvon MarkusZ » 10.08.2019, 09:56

Hallo,

mit Appellen an die Angler wird man m.E. eher wenig ausrichten.

Da wären die Behörden oder Gewässerbewirtschafter gefragt, ggf. eben Fangbeschränkungen oder Komplettsperrungen zu verhängen. Und eben nicht nur gegen die Angler.

Klappt ja in Nordamerika auch. Da wird dann eben C&R oder sogar "no fishing for salmon" angeordnet.

Freiwilliger Verzicht aufs Lachsfischen dürfte vielen Anglern ebenso schwer fallen wie Politikern der Grünen der freiwillige Verzicht auf Flugreisen.

habe sogar mal gelesen das die Dorsch angel kutter durchaus an die Menge der berufsfischer rankommen.


Trau keiner Statistik, deren Auslegung du nicht selber beeinflusst hast.

Es ging ja m.W. darum die Fänge der Freizeitfischer zu begrenzen, um den Berufsfischern mehr Quote gewähren zu können.

Bei den Dorschzahlen wurden die Anlandequoten der Berufsfischer und die geschätzten Fänge der gesamten Freizeitfischer verglichen. Der Discard der Berufsfischer blieb schonmal außen vor. Und dass die Fänge der Berufsfischer drastisch rückläufig waren sollte man ebenfalls nicht vergessen.

Früher wurde die Relation nur mit 1:3 geschätzt. Immer ohne Discard.

Es gibt natürlich Ausnahmen, den “Wildlachs Besatz“ stammend aus Zuchtanlagen betrifft dieses Thematik sicher nicht.


Kenne ich von Nordamerika, dass Wildlachse gestreift und in "hatcherys" auf parr size gezogen und dann in die Heimatflüsse besetzt werden. Dort dürfen dann auch nur die "hatchery fish" entnommen werden.

Wird in D glaube ich auch mit Meerforellen praktiziert.

Hilft zwar den Beständen, ändert aber m.E. nur wenig an den Grundproblemen der Wanderfische.
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Re: Schutz der atlantischen Wildlachse

Beitragvon Magellan » 10.08.2019, 19:14

MarkusZ hat geschrieben:mit Appellen an die Angler wird man m.E. eher wenig ausrichten.
Da wären die Behörden oder Gewässerbewirtschafter gefragt, ggf. eben Fangbeschränkungen oder Komplettsperrungen zu verhängen. Und eben nicht nur gegen die Angler.


Hallo MarkusZ

Was wäre denn der bessere Ansatz als eine Selbstbeschränkung? Es geht doch um den König der Fische und das Sicherstellen der Reproduktion einer gefährdeten Art.
Die Labels der Fly fishing Szene/ Sportfischerei stehen doch massiv hinter Petitionen, es soll auch nicht um die Berufsfischerei gehen, das ist doch ein anderes Thema.


MarkusZ hat geschrieben:Freiwilliger Verzicht aufs Lachsfischen dürfte vielen Anglern ebenso schwer fallen...


Meinst du denn nicht auch, dass eine gefährdete Lachsart, die noch dazu mehrere Reproduktionszyklen durchläuft nicht abzuschlagen dem generellen Angelverbot vorzuziehen wäre?

MarkusZ hat geschrieben:
Es gibt natürlich Ausnahmen, den “Wildlachs Besatz“ stammend aus Zuchtanlagen betrifft dieses Thematik sicher nicht.


Kenne ich von Nordamerika, dass Wildlachse gestreift und in "hatcherys" auf parr size gezogen und dann in die Heimatflüsse besetzt werden. Dort dürfen dann auch nur die "hatchery fish" entnommen werden.


Es ist nicht die Rede vom Pazifiklachs! - den Zahn hast du mir doch schon gezogen :wink: - Ich meine ganz explizit den AWL – atlantischen Wildlachs - und den Besatz dieser in die Laichgewässer.

Gruss
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Re: Schutz der atlantischen Wildlachse

Beitragvon MarkusZ » 11.08.2019, 14:21

Hallo,

finde jetzt nicht schlechtes an deinen Appellen.

Auch ich fände es besser, wenn sich alle Angler freiwillig nachhaltig und vorausschauend verhalten würden.

Dann bräuchte man keine Schonmaße, Schonzeiten, Fanglimits, Geräteeinschränkungen etc,.

Allein mir fehlt der Glaube, dass Freiwilligkeit flächendeckend funktionieren würde.

Meinst du denn nicht auch, dass eine gefährdete Lachsart, die noch dazu mehrere Reproduktionszyklen durchläuft nicht abzuschlagen dem generellen Angelverbot vorzuziehen wäre?


Kommt drauf an wie Du das meinst und wie gefährdet die jeweiligen Stämme sind.

In Nordamerika ist C&R-Gebot ja die Vorstufe zum Angelverbot. Wenn "no fishing for salmon" angeordnet wird, muss es den Beständen wirklich sehr schlecht gehen, weil dann auch schon die relativ geringeren Verluste bei C&R scheinbar nicht mehr tragbar sind.

Ich meine ganz explizit den AWL – atlantischen Wildlachs - und den Besatz dieser in die Laichgewässer.


Das wird in Ostkanada/USA auch gemacht wie eben auch in GB und Skandinavien. In D natürlich schwierig, noch geeignete Elterntiere zu finden. Der Lachsbesatz für die Elbe stammt m.W. aus Schweden, da man wohl keine Elblachse mehr zur Aufzucht gefunden hat.

Trägt natürlich dazu bei, dass in einigen Flüssen weiterhin auch Lachs für die Angler übrig bleibt, ganz unkritisch werden die hatchery programs aber auch nicht betrachtet. Kommt immer drauf an wo, wie und in welchem Umfang das bei den betroffenen Flüssen/Stämmen betrieben wird.

Und auf der Ostsee wird da meines Wissens eh kein Unterschied gemacht, da ist Lachs eben Lachs und es wird entnommen was geht.

Versuche Angler und Fischer für das Thema zu sensibilisieren sind sicher nicht schlecht.

Ohne Reglementierungen und entsprechende Kontrollen sehe ich aber für die Zukunft der AWL eher schwarz.
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Re: Schutz der atlantischen Wildlachse

Beitragvon MarkusZ » 11.08.2019, 14:21

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Zuletzt geändert von MarkusZ am 11.08.2019, 14:23, insgesamt 1-mal geändert.
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