Tödliche Unfälle

Das Forum der Lachs- und Meerforellenfischer, sowie aller Ostseeangler. Was geht, wann und wo? Auch hier gibt es sicher viel zu erzählen! Denn mal los!

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Tödliche Unfälle

Beitragvon Mr. Wet Fly » 07.09.2015, 16:42

Ich appelliere hier mal an die Vernunft, schaut euch bitte immer den aktuellen Seewetterbericht an wenn ihr auf die Ostsee wollt! Kein Fisch der Welt ist es Wert sich in Lebensgefahr zu begeben!!!
Die Ostsee hat kurze harte Wellen und ist selbst bei Windstärke 3-4 gefährlich.
Selbst ein Fischer, der dieses Gewässer sein Leben lang kannte ist heute Morgen bei seiner Ausfahrt ums Leben gekommen!

https://www.rostock-heute.de/motorboot- ... oter/82247

http://www.morgenpost.de/berlin/polizei ... misst.html

http://www.svz.de/lokales/rostock/erneu ... 48971.html

Gruß Bernd (Mr. Wet Fly)
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Re: Tödliche Unfälle

Beitragvon orkdaling » 07.09.2015, 18:55

Hallo Leute,
das ist sehr tragisch, ein Rostocker und zwei vermisste Berliner an nur einem Wochenende.
Was ich hier immer wieder sehe ist der Leichtsinn stehend im Boot zu fischen oder nach reichlich Bier ueber die Bordwand zu pinkeln.
Jedes Jahr haben wir hier Todesfælle meist von deutschen Anglern.
Auch bei scheinbar ruhigem Wetter kommt es zu solchen Unfællen. Der Tidenhub ist nicht gleichmæssig, Windböen, ein nicht zu sehender Dampfer hinter einer der vielen kleinen Inseln und manchmal alles gleichzeitig. Dumm gelaufen und die Schwimmwesten gut verstaut !
Seit diesem Jahr ist es Pflicht diese zu tragen, nicht nur an Bord zu haben !
Gruss vom Fjord
Hendrik
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Re: Tödliche Unfälle

Beitragvon CPE » 07.09.2015, 19:38

orkdaling hat geschrieben:Was ich hier immer wieder sehe ist der Leichtsinn stehend im Boot zu fischen oder nach reichlich Bier ueber die Bordwand zu pinkeln.


Häh, Leute, was erzählt der liebe Hendrik da für ein Seemannsgarn?! Ernsthaft: Er sagt die Wahrheit. Eiserne Regel meines Segellehrers und damit auch von mir als ehemaligem Segellehrer: Absolutes Relingspinkelverbot. http://segelreporter.com/panorama/mediz ... rd-fallen/.

Und gegen schlechtes Karma hilft immer, etwas in diese merkwürdigen Plastikschiffchen der zu 100% aus Spenden finanzierten Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) zu stecken. Nach der Spende (bitte große Scheine, keine Münzen!!!) dürft Ihr (i.d.R. in Ermangelung eines ordentlichen UKW-Funkgerätes) ihre tolle Rufnummer 124 124 von Eurem Mobiltelefon (ohne Vorwahl) anrufen, wenn Ihr es ausnahmsweise in Nord- oder Ostsee mal so richtig verkackt habt. http://www.mrcc.dgzrs.de/pages/sar-eins ... n-bord.php

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Re: Tödliche Unfälle

Beitragvon webwood » 07.09.2015, 19:53

oder nach reichlich Bier ueber die Bordwand zu pinkeln.

Das ist selbst auf einem bayerischen Binnensee eine richtig saudumme Idee!
Warum ich eigentlich schreibe: Ich bin in der Nordsee fast mal ersoffen. Meinen Fehler sollte niemand wiederholen.
Ich schüttle oft den Kopf, wenn ich in den Alpen unterwegs bin, mit welch geradezu krimineller Ausrüstung Touristen bei uns unterwegs sind.
Als ich selbst Tourist war und zwar genau in St. Peter Ording verhiehlt ich mich nicht weniger blöde. Zu der Zeit gab es übrigends noch keine Handys.
Mein Plan war, spät abends aufs Watt raus zu marschieren und dann mit steigender Tide mich allmählich zurück mit der steigenden Wasserkante zu bewegen und dabei fett Scholle zu fangen (Ich war nicht von Geburt an Fliegenfischer). Gesagt, getan. Blöderweise war da gar keine Grenze zwischen Wasser und Strand. Das Wasser kam einfach so von unten durch den Sand hoch. Mein lieber Schwan, ich musste in Watstiefeln echt sprinten und wäre da nicht ein Leuchtturm als Orientierung gewesen, hätte ich ein besseres Problem gehabt.

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Re: Tödliche Unfälle

Beitragvon orkdaling » 07.09.2015, 21:12

Danke Norbert,
fuer den Hinweis zur DGzRS. Die Schiffchen findet man in den nicht nur in Hafenkneipen, oft auch an Kiosken usw.
Ich persønlich finde es eine Schande das sich so eine wichtige Gesellschaft durch Spenden ernæhren muss.
Da fallen mir noch die Streichhølzer ein. Hier heissen sie Hjelpestikker (hjelpe =hilfe).
Scherzhaft sagt man auch wenn sich jemand seine Kippe in der Hafenkneipe an einer Kerze entzuendet - wieder ein Matrose ersoffen.
Gruss
Hendrik
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Re: Tödliche Unfälle

Beitragvon jpick » 07.09.2015, 21:44

orkdaling hat geschrieben:Was ich hier immer wieder sehe ist der Leichtsinn stehend im Boot zu fischen oder nach reichlich Bier ueber die Bordwand zu pinkeln.


... als ein viel auf dem Wasser berufstätiger Mensch fortgeschrittenen Alters (mit entsprechender Blase) habe ich immer eine Pinkelflasche mit. Es reicht das Behältnis eines dieser neumodischen Getränke aus dem Discounter, 0.5l Inhalt und vor allem breite Öffnung. Handlich, passt in die Tasche. Wird befüllt, über der Bordwand geleert, gleich ausgewaschen. Vermeidet das Posing im Boot, vor allem auch Probleme, falls minderjährige Badegäste in Sichtweite sind.

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Re: Tödliche Unfälle

Beitragvon matthias z. » 08.09.2015, 09:06

Hallo,

vielen Dank an Bernd.

Das Thema ist sehr wichtig und auch sehr unterschätzt. Ich habe viele Jahre auf der Ostsee mit dem Bellyboat gefischt. Zum Glück ist alles gut gegangen aber ich habe einige Situationen erlebt, die nicht witzig waren. Plötzlich aufkommende Starkböen z.B. Man kann sich kaum vorstellen, wie schnell sich eine ordentliche Welle aufbaut. Wir haben allen möglich Unsinn in unserem jugendlichen Wahn gemacht. Bis zu geschätzten 400m vom Ufer gefischt, bei starken ablandigen Winden (bis zu Stärke 6) im Bellyboat gefischt.......aber immer ne Rettungsweste getragen :wink: Mehrfach bei relativ starken seitlichen Winden gefischt und innerhalb von einer knappen Stunde ca. 1,5km die Küste entlang getrieben.

Zum Glück ist auch weder mir, noch meinen Freunden je die Luftkammer beim Belly geplatzt (viele Bellys haben nur eine tragende Luftkammer), als wir auf See waren. Beim aufpumpen ist uns aber mal eine Luftkammer geplatzt. Da hat man schon ein etwas mulmiges Gefühl.

Seitdem ich Kinder habe, gehe ich nicht mehr mit dem Bellyboat fischen........allerdings könnte mir sicherlich auch der Himmel auf den Kopf fallen und ehrlicherweise muss man sagen, dass man insgesamt nur von sehr wenigen Bellyboat Unfällen auf der Ostsee hört.

Viele Grüße

Matthia
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Re: Tödliche Unfälle

Beitragvon Hardy » 08.09.2015, 09:27

orkdaling hat geschrieben:Danke Norbert,
fuer den Hinweis zur DGzRS. Die Schiffchen findet man in den nicht nur in Hafenkneipen, oft auch an Kiosken usw.
Ich persønlich finde es eine Schande das sich so eine wichtige Gesellschaft durch Spenden ernæhren muss.
Da fallen mir noch die Streichhølzer ein. Hier heissen sie Hjelpestikker (hjelpe =hilfe).
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Gruss
Hendrik


moin moin,
das ist keine Schande, sondern liegt am Selbstverständnis der DGzRS. Sie ist als Verein gegründet worden und finanziert sich daher ausschließlich durch Spenden und freiwillige Zuwendungen. Das funktioniert wohl auch heute noch, wie man an der modernen Flotte der Seenotrettungskreuzer sehen kann. Das verringert u.a. auch staatliche Eingriffe und Bevormundungen von außen.

Ich bin ja leider nicht oft an der See, aber was ich während meiner Aufenthalte dort oben schon an sträflichem Leichtsinn erlebt habe, geht auf keine Kuhhaut. Ich kann daher auch nur dazu aufrufen, die DGzRS zu unterstützen. Vor über dreißig Jahren habe ich während eines Urlaubs an der Nordsee mal einen Rettungskreuzer besichtigt und viel über die Arbeit der Jungs erfahren. Das hat mich tief beeindruckt und seitdem bin ich Fördermitglied.

Groetjes
Hardy
Die schönen Tage von Aranjuez sind nun vorbei!
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Re: Tödliche Unfälle

Beitragvon orkdaling » 08.09.2015, 16:23

Hallo Hardy,
nicht falsch verstehen, es ist schon richtig das die DGzRS ein Verein und steuerbeguenstigt ist.
180 Festangestellte, 800 Freiwillige und 38,6 mio Finanzbedarf erfordern eine Menge Spenden. (Angaben der DGzRS fuer 2014)
In den skandinavischen Lændern sind die Seeretter auch eigenstændig aber werden vom Innenminister finanziert, das ist schon ein grosser Vorteil.
Hab keine Ahnung in wie weit sich der Bund ausser Steuerbefreiung beteiligt.
Kann man nur hoffen das immer genuegend Spenden rein kommen und das nicht alle Freiwillige zusammen Urlaub machen.

Aber ich finde es gut das der Hinweis zur DGzRS kam, wer nicht an der Kueste wohnt bzw damit zu tun hat, der hat sich sicher noch keine Gedanken darueber gemacht.
Also Augen auf beim Bummel an Nord -und Ostsee dann findet ihr die Schiffchen!
Gruss
Hendrik
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Re: Tödliche Unfälle

Beitragvon CPE » 08.09.2015, 16:50

orkdaling hat geschrieben:Hab keine Ahnung in wie weit sich der Bund ausser Steuerbefreiung beteiligt.


Hallo Hendrik,

Das geht z.B. so: "Person X" hinterzieht über ein paar Jahre ein paar Millionen €. Wenn sein Anwalt gut ist, wird er immer einen Deal hinbekommen, was heißt: Nachzahlung der Steuerschuld + 6% Zinsen p.a. + Zahlung eines angemessenen Betrages zugunsten einer gemeinnützigen Organisation. Wenn der Richter Segler ist und alles in kooperativer Stimmung verläuft wird er der Empfehlung des Anwaltes, das Geld könne man ja z.B. der DGzRS zukommen lassen folgen. Ist im Volke nicht so beliebt, weil man gerne jemanden hängen sehen will. Für den Staat sieht das aber recht gut aus, weil er sein Geld plus üppiger Zinsen bekommt und der Delinquent obendrauf zugunsten von etwas Gutem mit dem bestraft wird, was ihm am meisten weh tut: dem beherzten Griff in seine Kasse.

Cheers, Norbert
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Re: Tödliche Unfälle

Beitragvon orkdaling » 08.09.2015, 19:24

Na das hørt sich doch gut an.
Da hoffe ich auf viele Steuerhinterzieher und segelnde Richter.
gruss
Hendrik
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Re: Tödliche Unfälle

Beitragvon Harald aus LEV » 09.09.2015, 17:47

Ich fische gelegentlich (leider viel zu selten mangels geeigneter Gewässer) vom Canadier aus. Da stellt man sich schon von alleine nicht hin.
Zum Ausschöpfen von Wasser gibt es diese Ösfass. Die sind auch fürs kleine Geschäft sehr gut geeignet.

Zur DGzRS:
Die sollte man unbedingt unterstützen. Wenns mal richtig Dicke kommt oder wir es ordentlich verkackt haben - die Jungs holen uns raus.
Mir sagte mal einer, dass es ihnen wichtig ist, die Leute rauszuholen, egal wie, auch wenn sie nicht mehr lebend geborgen werden können.
Wichtig ist, dass sie nicht im Meer bleiben.
Das hat mich tief beeindruckt.

Gruß
Harald
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