Aufstieg verhindert

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Aufstieg verhindert

Beitragvon orkdaling » 18.12.2016, 11:46

http://www.sportsfiskeren.dk/sites/defa ... 20komp.jpg
Mehr Biber bedeutet auch mehr Dæmme, wenigen Fliessgeschwindigkeit und folgende Verschlammung,wie auf dem Bild aus Sportfiskeren zu sehen ist.
Ich weiss ,andere lænder andere Sitten (hier ist er jagbares Wild). Aber kann es sein das ein Jungbiber, der sich ein neues Revier suchen muss, einen Bach staut und nicht eine Forelle mehr hoch kommt?
Was geschieht in solch einem Fall?
Gruss Hendrik
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Re: Aufstieg verhindert

Beitragvon CPE » 18.12.2016, 12:15

Hallo Henrik,

http://www.biostation-dueren.de/files/biber_wrrl.pdf. Darin die Aussage, dass das nicht stört.

Siehe: MITCHELL, S.C. & R.A. CUNJAK (2007): Stream flow, salmon and beaver dams: roles in the structuring of stream fish communities within an anadromous salmon dominated stream. Journal of Animal Ecolo- gy 76: 1062–1074.

https://www.researchgate.net/publicatio ... ted_stream

Wenn man sich Fig. 2 ansieht, stellt man allerdings fest, dass oberhalb der großen Masse an Dämmen keine Laichgründe mehr zu finden sind - warum auch immer.

TL, Norbert
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Re: Aufstieg verhindert

Beitragvon orkdaling » 18.12.2016, 13:27

Hallo Norbert,
wir haben schlechte Erfahrungen gemacht weil Dæmme teilweise 2 m breit und 1 m hoch waren.
Oberhalb vom Naturreservat Songli mit grossem Bergsee entspringt die Songa. Genau am Einfluss zum See (die Kinderstube unserer Forellen) musste der Damm entfernt werden. Oberhalb bei wenig Wasser fast stehend, kein Sand/gerøll mehr zu sehen, also versandet/verschlammt.
Danach reichte ein ordentlicher Regen und Kiesbænke kamen wieder hervor. Wir oder besser die Biber sind in der gluecklichen lage das es noch genuegend Bæche gibt, die Songa ist der Hauptaufstieg und da musste gehandelt werden.
Kann mir vorstellen das es in D schwieriger ist weil der Biber total unter Schutz steht.
Die Songa durchfliesst den See im Reservat, weiter zum Gangåsvatn (einem grossem Bergsse mit Forellen und Saibling) der den Skjenaldelva speist (der kleine Lachsfluss neben der Orkla). Da muss man schon abwægen, 1 Biberburg oder Aufstiegs - und laichmøglichkeit.
Gruss Hendrik
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Re: Aufstieg verhindert

Beitragvon CPE » 18.12.2016, 13:44

Hallo Hendrik,

Das, was Du Verschlammung nennst, nennt die Biostation Düren "Reduzieren der Sedimentfracht" und "positiven Effekt". Letzteres würde ich auch tun - wenn das Verhindern von Laichbänken auf meiner Agenda stünde...

Cheers, Norbert
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Re: Aufstieg verhindert

Beitragvon Gammarus roeseli » 18.12.2016, 23:11

Servus Hendrik,

ich erinnere mich daran, dass es heißt (Ein Gerücht! Kann stimmen, muss es aber nicht!!), dass man den Kanadischen Biber (Castor canadensis K.) eine „größere Baufreudigkeit“ nachsagt als dem europäischen Biber ……

Ich bin ein Freund von unserm Europäischen Biber (Castor fiber)!! :daumen Ist aus meiner Erfahrung heraus auch der mit gigantischen Abstand allerbeste Renaturierer in den Forellenbächen den ich kenne! (Habitat kleiner Biberstau =Habitat für Forellen- Laichfischbestand, Habitat für Forellenbrut, man beachte die Produktion und Zusammensetzung der Fischnährtiere, wirkt als Sedimentfänger, ist nicht von Dauer daher eher durchgängig usw.) Bei Konflikten (Stauweiher usw.) nehmen wir bei uns (in der Oberpfalz) die Biberberater in Anspruch. Die Biberberater schauen sich den Konflikt an und treffen eine bzw. die richtige (nicht immer für den Biber!!) Entscheidung.

LG Christian

PS: Den Kanadischen/ Amerikanischen Biber gibt es nicht nur in Amerika und Finnland … https://upload.wikimedia.org/wikipedia/ ... a_2003.jpg
und die Biber aus Finnland hat man verbreitet in ….. heißt es usw.

Bitte bedenkt, die Aktivitäten vom Biber (Castor fiber) = Natur pur!!
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Re: Aufstieg verhindert

Beitragvon orkdaling » 19.12.2016, 00:13

Hallo,
da ist wohl was wahres dran. Wie du im Link siehst war er frueher nur in Suednorwegen sowie Schweden beheimatet.
An der Kueste und in den Bergen gab es keine. Nachdem er fast ausgerottet war wurden Biber angesiedelt und diese haben sich bis in die Berge verbreitet. Ich staune immer wieder bis in welche Høhe, teilweise 6 Monate Schnee und Eis. Die wenigen landwirtschaftlich nutzbaren Flæchen, teilweise nur zur Beweidung geeignet versinken zunehmend, Sauergræser und Moorflæchen herrschen vor. Sogar kleinste Bæche die das Schmelzwasser ableiten werden aufgestaut, Wege und Bruecken unterspuelt. Die Biber haben sich so vermehrt das sie ganzjæhrig bejagt werden wenn sie zu viele Schæden anrichten.
2014 und 2015 hatte ich das Vergnuegen einen beim Lachsfischen zu haken, 2016 hab ich mehrfach Revierkæmpfe beobachtet, mitten im Ort.
Letzten Winter musste die Feuerwehr eine Verbauung entfernen weil das Schmelzwasser bei einigen Leuten schon im Garten stand.
Genau in Ort muendet ein Laichbach (Mefo)in die Orkla, dieser schlængelt sich erst durch Wiesen die zur Grasgewinnung genutzt werden.
Jedes Jahr muessen die Bruecken von Treibholz befreit werden sonst saufen die Wiesen ab. Der Bach steht dann fast und die Kiesbænke versinken unter Torfablagerungen so das mindestens alle 2 Jahre Strecken mit Bagger entschlammt werden und neuer Kies ausgebracht werden muss.
Ja, die niedlichen Tierchen halten uns ganz schøn im Schuss.
Gruss Hendrik
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Re: Aufstieg verhindert

Beitragvon Beppo » 19.12.2016, 10:53

Hallo Hendrik, hallo in die Runde, da müssen wir uns in Deutschland, aber auch in Norwegen, nicht so viel Gedanken machen was den Biber und seine Dämme betrifft. Hier, sowie auch dort, hat der Mensch durch die Errichtung von Querverbauungen für Wasserkraftanlagen so viel Schaden an den Fließgewässern angerichtet, dass ein Biberdamm hier oder dort zusätzlich kaum ins Gewicht fällt. Die Beseitigung eines Biberdamms ist schnell für den Fischereiausübungsberechtigten bewerkstelligt, die Beseitigung einer Querverbauung aus Beton jedoch nicht. Bei der Diskussion sollte man das Augenmaß nicht verlieren und nicht etwas herbeireden, dass man nur im Promillebereich, zumindest in Deutschland, bemessen kann. Meistens sind es keine gigantischen Bauwerke, meist überwindbar und wenn nicht kann man schnell Abhilfe schaffen.
Gruß Beppo
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Re: Aufstieg verhindert

Beitragvon fly fish one » 19.12.2016, 13:06

Ich kann auch noch ein paar "Gechichten", wie unser Altkanzler Birne zu sagen pflegte, zum Besten geben.

1) Der Biber ist in der Millionenmetropole und der Weltstadt schlechthin :badgrin:, in München angekommen. Die Isarfischer wurden bei einem Abfischen in einem Nebenbach der Isar in München von ihm in die Flucht geschlagen. So in etwa jedenfalls. Der Kollege Biber war jedenfalls nicht ängstlich, räumte nicht das Feld und nötigte die Isarfischer zum Hilferuf bei Biberfachpersonal. Solange war das Abfischen der Isarfischer unterbrochen.

2) Mir persönlich ist er 2mal im tiefen Wasser watend begegnet, direkt unter Wasser auf mich zuschwimmend und einen halben Meter an meinen Beinen vorbei. Alter Schwede, aus dem ersten Moment purer Begeisterung was für eine Monsterforelle ich jetzt gleich fange, wurde ein großes "P" in meinen Augen, weiche Knie und der verzweifelte Blick nach einer Fluchtmöglichkeit für mich. Die sind wirklich nicht besonders ängstlich - ich schon, bei dem Gebiß!! :shock:

Und allgemein:
Ich bin an einigen Bächen im Voralpenland unterwegs und überall sehe ich Spuren von ihm. Der Biber ist wirklich zurück in Deutschland, aber Probleme wie bei Euch, Hendrik, die sind hier sicher noch kein echtes Thema.

Euer Frank
Wathosenfetischist und Angeltheoretiker
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