Besatz Wiesenbach in Niederbayern

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Re: Besatz Wiesenbach in Niederbayern

Beitragvon Royal Coachman » 26.04.2017, 08:04

Hallo!
Gratulation, das sieht doch richtig gut aus.
Besonders die Forellen sind prächtig in Form und Farbe.

tight line s
Gebhard
Der immer auf Seiten der Fische steht!
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Re: Besatz Wiesenbach in Niederbayern

Beitragvon tobster8108 » 26.04.2017, 21:16

Hallo nochmal,
Hier noch ein paar Fotos von während der Renaturierung und danach. Bei der Renaturierung habe ich selber die ökologische Bauleitung übernommen kurz darauf ergab sich dann das mit der Pacht. In den entstandenen Rauschen kommt nach Jahrzehnten wieder Kies zum Vorschein den die Nasen zum laichen nutzten.
Beste Grüße Tobi
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Re: Besatz Wiesenbach in Niederbayern

Beitragvon HannesN » 27.04.2017, 16:48

Hallo und WOW!
Echt toll gemacht! Ich wünsche euch weiter viel Erfolg mit dem schönen Bach. Und natürlich weiter so schöne Fänge!

TL Hannes

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Re: Besatz Wiesenbach in Niederbayern

Beitragvon fly fish one » 28.04.2017, 17:42

Ich kann mich dem nur anschließen! Einfach astrein!

Dein Frank
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Re: Besatz Wiesenbach in Niederbayern

Beitragvon Da Beppe » 14.07.2017, 22:12

Sehr schöne Geschichte Tobi,

wünsch Dir viel Glück und dickes Petri Heil am Bach!

Gruß
Sepp
. . . so vui schee, unser boarisch Hoamadl . . .
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Re: Besatz Wiesenbach in Niederbayern

Beitragvon Gammarus roeseli » 16.07.2017, 22:42

Entschuldigt bitte meine Kritik!!

Hallo,

mal abgesehen von dem schlängelnden Verlauf des Baches, ähnelt und erinnert mich dieses naturuntypisch (!) geschaffene Bach- und Uferprofil in „Trapezform“ und in „zweistufiger Trapezform“, eher an eine wasserbauliche Maßnahme mit dem Schwerpunkt auf Hochwasserschutz = dem entgegenwirken von Überschwemmungen im bachangrenzenden Umland … :roll:
(In den Zeiten der Flurbereinigung begradigte und gestaltete man viele Bach- und Uferprofile in Trapezform oder auch in zweistufiger Trapezform. Häufig sogar Hart verbaut -> Steinpflasterung, Beton usw.)
Diese trapezförmige Geometrie des Gerinnes (nicht selten mit stark aufgeweitetem Bachbett) hält das ganze Wasser bei hohen Pegelständen (Starkregenereignisse) im künstlichen Bachbett. Die Folgen sind, extrem hohe und starke Strömungsgeschwindigkeiten im Bach, die wiederum zur Ausdünnung oder sogar dem Verschwinden des vorhandenen Fischbestandes führen kann. (Eigene Erfahrung!)

Echte Wildbäche und auch naturnahe Bachläufe (im Vergleich zu der trapezförmigen Geometrie des Gerinnes siehe Fotos) weisen bei entsprechend weichen Sedimenten in den Uferbereichen (es sind lehmartige Uferbereiche bei dem Bachlauf auf dem Foto erkennbar) vielseitige Strukturen auf. Steilufer, kleine Inseln können sich bilden durch Uferabbrüche usw. und sind geprägt von Erosion und Anlandung… :D Bei Hochwasserereignissen und reißender Wasserströmung kann man in den naturnahen Bachläufen beobachten, dass viele Fische das Bach- oder Flussbett (vorübergehend) verlassen und sich in den überschwemmten (strömungsärmeren) Uferbereichen aufhalten.

Ich sehe auf den Fotos mit den Fischen erhöhte Schaumbildung (= Ausfällung von Nährstoffen), die erhöhte Nährstoffbelastung im Wasser wird für uns sichtbar.
Ich sehe auf den Fotos, aufgrund der Größe der gefangenen Fische, dass es tieferes Wasser geben muss (große Fische brauchen tieferes Wasser zum Leben). Vermutlich der Rückstaubereich von einem Wehr. (In den echten Wildbächen gibt es viele natürliche Staue durch Windbruch= quer im Wasser liegende Baumstämme usw.)
Ich sehe auf Fotos ein Maisfeld und weiß, dass ein Maisfeld ein sehr, sehr hohes Potenzial der Gewässergefährdung darstellt (Bodenerosion usw.)
Ich erkenne das Potenzial einer starken Wassererwärmung (kaum Schatten über dem Bach)…
Ich sehe erhebliche Ablagerungen von feinen Sedimenten auf den Steinen im Bach. -> Ich kann somit das Vorkommen und Vorhandensein der Makrobenthosarten Anzahl/m2 und Individuen/m2 in diesem Bachabschnitt abschätzen…. Usw.
Ich sehe die Wassertrübung im Bach ….
Ich kann anhand der Fotos sagen, dass davon auszugehen ist, dass eine natürliche Reproduktion von Salmoniden in den gezeigten (!) Bachabschnitten (aktuell) sehr, sehr unwahrscheinlich ist….. (Gut für die Cypriniden...)

Grüße Christian
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Re: Besatz Wiesenbach in Niederbayern

Beitragvon Rattensack » 17.07.2017, 12:39

Hallo Christian,

ich empfinde deine "kritik" (falls es so gemeint ist) sehr unpassend.
Die Struktur und das Entwicklungspotential des Baches ist durch die Maßnahme sehr deutlich verbessert worden.
Weder du noch ich kennst/e die Rahmenbedingungen, sprich ob mehr Laufentwicklung, Erdbewegung, Einbau von Totholz, Flachwasserzonen etc. möglich gewesen wäre.
Also ich kenne bei weiterem "schlechtere" Maßnahmen. Gerne bauen fischerilich motivierte Menschen Buhnen, Schwellen etc. zum Erbrechen ein und befestigen das Gewässer in einer erst wieder naturfernen Art. Hier sehe ich wie gesagt ein sehr hohes Entwicklungspotential, das durch die Maßnahme eröffnet wurde. Die steilen, ungesicherten Böschungen (denke das kritisierst du) werden sich durch Erosion von selbst abflachen.
Für den Maisanbau, Schaum, Feinsedimente etc. kann der Ersteller nix.
Daß hier keine Salmonidenreproduktion möglich wäre halte ich für spekulativ. Mal sehen wie das Gewässer nach dem ersten Hochwasser aussieht.

Extrem löblich und positiv, eigeninitiativ bei der Gewässerstruktur anzusetzen. Noch dazu bei so gelungener Umsetzung (denke ich kann das im Überblick beurteilen, mach das hauptberuflich).

C.
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Re: Besatz Wiesenbach in Niederbayern

Beitragvon Da Beppe » 17.07.2017, 12:53

Naja - wie ja jeder weiß oder wissen sollte, ist der Unterhalt Gewässer 3. Ordnung Sache der Gemeinde. Die holen sich, wenns gut läuft Rat beim Wasserwirtschaftsamt ein. Zu unserem großen Glück hat sich bei den WWÄs da schon sehr viel getan. Möchte in dem Zusammenhang auch das Wasserwirtschaftsamt Deggendorf hervorheben, die in meiner Gegend schon einige Ranaturierungsmaßnahmen an Gewässern 1. + 2. Ordnung durchgeführt haben. In meinem Fall an der Ilz und Vils

https://www.lfu.bayern.de/wasser/gewaes ... c/gew1.pdf
https://www.lfu.bayern.de/wasser/gewaes ... c/gew2.pdf

Freilich können die nicht überall sein und ganz klar - bei so manchen uferbaulichen Maßnahmen muss man einfach Glück haben den richtigen Baggerfahrer vor Ort zu haben.

Nichts schlimmes also ist hier passiert.

Vielleicht wurde nicht 100 Prozent Verbesserungspotential abgerufen - aber im Gegensatz zu dem was man sonst leider noch landauf landab an Entwässerungsgräben sieht das doch schon sehr ordentlich aus.

. . . und so lange CSU und Bauernstand noch an einem Strang ziehen, werden wir auch gegen die Bewirtschaftung bis ans Ufer nichts machen können.
. . . leider

Gruß
Sepp
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Re: Besatz Wiesenbach in Niederbayern

Beitragvon Rattensack » 17.07.2017, 12:59

Ein Beispiel wie man einen ehemals mäandrierenden, sehr kleinen Bach bei sehr günstigen Rahmenbedingungen und sehr ambitionierter Herangehensweise herrichten kann:
http://ratschan.at/downloads/OeF_1112_2 ... slbach.pdf
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Re: Besatz Wiesenbach in Niederbayern

Beitragvon tobster8108 » 18.07.2017, 19:02

Hallo zusammen,
da die Renaturierung im Zuge des Gewässerunterhalts stattgefunden hat, wurde da das Mögliche rausgeholt. Mehr Grund stand nicht zur Verfügung. Genau wie Rattensack schreibt, lassen wir den Bach selbst arbeiten, d.h. wir lassen etwas "Fleisch" stehen. Gehst du sofort bis zur Mittelwasserlinie, ist deine Renaturierung nachm ersten Hochwasser nicht mehr als solche erkennbar. Struktur wurde in Form von Gumpen und Rieselstrecken soweit möglich geschaffen. Bepflanzung ist nur möglich wenn die Anrainer mitspielen (Mindestabstand 4m), außerdem hat der Biber einiges gekillt. Es wurde eine autochthone Saatgut Mischung angesät. Wie gesagt, Nasen laichen bereits wieder ab, so schlecht kann's also nicht sein. Ich mach die Sache übrigens ebenfalls hauptberuflich, allerdings nicht nur an Gewässern, auch Moore, Trockenrasen U.ä. stehen bei mir aufm Programm.
Gruß Tobi
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Re: Besatz Wiesenbach in Niederbayern

Beitragvon Da Beppe » 20.07.2017, 21:11

Rattensack hat geschrieben:Ein Beispiel wie man einen ehemals mäandrierenden, sehr kleinen Bach bei sehr günstigen Rahmenbedingungen und sehr ambitionierter Herangehensweise herrichten kann:
http://ratschan.at/downloads/OeF_1112_2 ... slbach.pdf
C.


danke für den Artikel - den muß ich mir ausdrucken und dort mal spazieren gehn.

Gruß
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