bewirtschaftungs - und entnahmemanagement.

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Re: bewirtschaftungs - und entnahmemanagement.

Beitragvon fly fish one » 14.03.2017, 14:37

Ich bin ebenfalls erstaunt, liegt wohl daran, dass ich noch nicht so lang dabei bin, bzw. die Vereine denen ich das Glück habe anzugehören, da anders unterwegs sind. In allen 3 Vereinen gibt es sinnvolle Regelungen/Limitte auf Tage/Wochen und das Jahr bezogen. Ich halte das für zeitgemäß. Da ich recht häufig unterwegs bin, allein schon um die Fische im Verzehr auch angemessen würdigen zu können, habe ich meine persönliche Entnahme auf 1 pro Tag beschränkt. Und ich bin sicher kein Heiliger und Reingutmensch, aber man lernt doch dazu, entwickelt sich weiter - sollte man jedenfalls von allen Kollegen annehmen.

Ich sehe es so ein wenig wie meine Vorredner, die Jungen die nachkommen, die Ticken meist ganz anders. Da sind für die Zukunft sicher Hoffnungen nicht unrealistisch.

Euer Frank - "Wat soll ich mit 5 Fichen auf eimal essen?" Sind das alles Großfamilien, in der heutigen Zeit der Kleinfamilien?

Tante Edit: Ich bin natürlich nicht sicher, weil den Bestand per Augenschein zu beurteilen statistisch nicht haltbar ist, aber mein Gefühl in der Beobachtung bestimmter Gewässer bei mir, in einer Saison "guter" Nutzung, läßt einen deutlich erkennen, das bestimmte Standplätze plötzlich leer bleiben. Und das selbst mit sehr beschränkten Entnahmen. Nun kenne ich natürlich Euer Gewässer nicht, über das hier diskutiert wird, aber wenn die Reproduktion nicht sehr gut, die Anzahl der Jahreskarten/Tageskarten groß, dann dürfte man das richtig beobachten können, wie stark die Population schwankt. Ich versuche das wirklich vorsichtig zu formulieren, da alle Vereine hier heute keinen ganz leichten Job haben, es den Fischen und den Fischern recht zu machen. Ich brauche die Vereine aber, da ich mir kein Privatgewässer leisten kann/möchte. Für alle meine 3 Vereine stehe ich, wie gesagt, aber absolut hinter der Besatz- und Entnahmepolitik.
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Re: bewirtschaftungs - und entnahmemanagement.

Beitragvon Hickey » 14.03.2017, 17:35

Absolut unmögliche Regelung und noch schlimmere Begründung, die der Threadstarter hier miterleben musste! :evil:

Ich bin großer Gegner von pauschalem C&R, aber noch größerer Verfechter strenger Entnahmeregelungen. Statt einem Unsinn wie "5 am Tag" sollte man eher viel öfter in Richtung "1 oder 2 am Tag, 3 oder 4 in der Woche, um die 20 im ganzen Jahr" gehen. Dann kann man immer noch mit dem Ansinnen, einen Fisch zum Verzehr zu fangen, ans Wasser gehen, man kann auch, wenn es doch mal das sonntägliche Familienessen sein soll, ein paar mehr fangen, aber eben nicht seinen kompletten Nahrungsbedarf (und den der Nachbarn und Freunde... :evil: ) über's Fischwasser decken. Dass auch die Zahl der Angler entsprechend beschränkt werden muss, steht dabei freilich außer Frage.

Ich selber bin in zwei Vereinen aktiv:
Einer erlaubt zahlreichen Anglern je 15 Fischtage im Jahr, 3 Fische pro Tag. Auf nur wenigen Bachkilometern werden im Jahr mehrere Hundert Regenbogner entnommen. Und immer wieder sieht man über's Jahr "Schulen" von Regenbognern in flachen Gewässerabschnitten stehen und blöd schauen...

Der andere hat auf 10 Bachkilometern ca. 35 Angler, die 2 Fische pro Tag und 20 Fische im Jahr mitnehmen dürfen. Im Jahr werden etwa 100 BaFos entnommen. Besatz erfolgt über im Fluss gezogene Brut, plus 100 2-sömmrige zur Kompensation der Entnahme.

Ich denke, ich brauche nicht groß erwähnen, wo die Angelei anspruchsvoller ist, wo die Fische sich natürlicher verhalten und gesünder (Farbgebung, Flossengesundheit) aussehen...
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Re: bewirtschaftungs - und entnahmemanagement.

Beitragvon dr-d » 14.03.2017, 19:38

hallo frank und hickey,

vielen dank für eure Unterstützung.


ganz zu meinem schluss noch etwas schönes und vielleicht bedenkenswertes.


ich kenne in niederösterreich eine pachtgemeinschaft von 5 gewässerökologen und 5 ökologischen fischern (alles fliege).
die bewirtschaften seit jahren einen oberlauf (anfänglich unter begleitung der uni wien glaube ich) , der anfänglich
am boden war - auch durch otter , etc.

man hat das ganze geschützt mal in ruhe gelassen einige weile.

mittlerweile darf jeder 10 x pro jahr ans gewässer und wenns unbedingt sein muss (muss es aber natürlich nicht) könnte
er max.20 fische entnehmen (v.a. bafos ,refo - reste -,äschen,etc. geschützt).pro jahr darf jeder max 3 karten abgeben,
damit ein anderer glücklicher in diesem paradies in seinem beisein 1 tag geniessen darf.

mittlerweile haben sie nochmal einen tollen oberlauf erfolgreich unter ihre fittiche genommen.

das geht aber nur, weil die sich einig sind in ihrem ökologischen bestreben , freude an der natur haben und
sie auch sein lassen - auch wenn mal der otter, gänsesäger,pkd aus der lieben nachbarschaft o.a. sie ärgert.
sie gehen massvoll und geduldig damit um und der erfolg gibt ihnen m.e. im lauf der zeit recht.

ich glaube mittlerweile , daß viele sich überhaupt nicht mehr daran freuen können , wie schön das
doch alles ist , was mit unserem hobby in verbindung steht.umso mehr habe ich mich über eure
ermunternden Zuschriften gefreut - zeigten sie mir doch , daß es noch einige gibt , die ihr
herz auf der zunge tragen.

danke und gute woche miteinander.

thomas
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Re: bewirtschaftungs - und entnahmemanagement.

Beitragvon Harald aus LEV » 14.03.2017, 22:12

Hallo Gebhardt,

Royal Coachman hat geschrieben:Dann bist Du nämlich Vorstand bzw. Gewässerwart gewesen und ein anderer macht genau das, was diese Altidioten wollen.

=D> Genau so ist es!

Royal Coachman hat geschrieben:Selbst erlebt:
Monatsversammlung an einem Donnerstag im Juni, August und Oktober: in der/im .......... ist nix mehr drin, da muss besetzt werden!

Reaktion: am Montag danach kam der Laster und brachte fangfähige Forellen bis zu einem Gewicht von 2,5 kg, große Zufriedenheit!


Das habe ich auch schon erlebt.

Gruß
Harald
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Re: bewirtschaftungs - und entnahmemanagement.

Beitragvon Headi » 15.03.2017, 12:27

Hallo zusammen,

die Situation wird sich erst mit einem Besatzverbot ändern, ausgenommen Wiederbesatz nach strengen Richtlinien. Das ist der Dreh- und Angelpunkt. Die Natur sollte das Maß vorgeben, in dem entnommen/befischt werden kann. Was da ist ist da. Wer zu "blöd" ist, das Wenige zu hegen, wird auf Dauer aufgeben müssen.

Ich habe mich auch schon - vergeblich - um staatliche Fischereirechte bemüht: da wird z.B. für einen kleinen Bach eine Anzahl von 5 Jahresscheinen (der entsprechende Anzahl Tageskarten - 50? 100?) angegeben :shock:. Viel zu viel... Bis in den Mai hat es Schnee und ausgemergelte Forellen, im Sommer Niedrigwasser. Im Herbst gibt es dann Möglichkeiten. Der Bach wird im Ergebnis besetzt mit fangfähigen Fischen (dabei ist er im Urzustand und hat eine feine Bafo-Population). Sonst könnten die 5 Karteninhaber ja nichts entnehmen.
Ein zurückhaltendes Konzept ohne Besatz wurde nicht in Betracht gezogen.

Und am Ende entscheidet, wie schon gesagt, Geld oderein großer Stamm Mitglieder - Natur als Ware. Hege und Gewinnmaximierung passt nicht zusammen.


Gruß
Florian
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Re: bewirtschaftungs - und entnahmemanagement.

Beitragvon Hickey » 23.04.2017, 20:33

Vielleicht ist es nur in einem meiner Vereine so - aber da können aus einer Jahreskarte 25 Tageskarten gemacht werden...
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Re: bewirtschaftungs - und entnahmemanagement.

Beitragvon Headi » 23.04.2017, 21:51

Hallo Hickey,

dann wären ja 125 Karten möglich :shock:
An einem Bach der, wenn es gut läuft, vielleicht halb so viele Tage überhaupt befischbar ist. Absurd ist das :evil:

Gruß
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