bewirtschaftungs - und entnahmemanagement.

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bewirtschaftungs - und entnahmemanagement.

Beitragvon dr-d » 13.03.2017, 10:58

hallo miteinander,


heute bitte ich um anregungen und ratschläge bzgl.folgender situation , die mich selten ratlos gemacht hat:


in einem meiner vereine (süddeutsches Mittelgebirge) gab es einen antrag auf erhöhung (!) der tagesentnahme von bafos
von 3 auf 5 stück mit der begründung sinngemäss "da lohne sich dann die anfahrt damit man dann genug auf dem teller hätte".

dem antrag wurde stattgegeben mit der begründung sinngemäss "es handle sich um einen oberlauf ! der forellenregion und man
besetze ja seit jahren schon nicht mehr (ausser 150 kg refos zum saisonstart) weil man eine selbstverlaichung hätte.damit diese
noch besser laufe, solle man jetzt mit der neuen entnahmeregel die grossen bafos rausfangen, damit die kleineren noch besser gedeihen".

die ca.10 flusskilometer wären unproblematisch mit einer vierstelligen entnahme von bafos /pro jahr zu managen.

ich war sprachlos, da meine langjährigen Erkenntnisse zur bestandsentwicklung diametral waren und sind.

bei der abstimmung waren alle ausser mir jedoch dafür.


stimmt das ,was da der vorstand vortrug oder aber trügt mich mein bauchgefühl und auch wissen nicht, daß
hier etwas schiefläuft ? meine kontakte zu bewirtschaftern von verglbn. oberläufen in österreich ergaben bislang
auch eine langjährige bestätigung meines unmuts


vielen dank für eure antworten.


thomas


p.s. das gewässer möchte ich nicht nennen derzeit - weil es da im umfeld auch noch nette leute gab...
dr-d
 
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Re: bewirtschaftungs - und entnahmemanagement.

Beitragvon Beppo » 13.03.2017, 11:23

Hallo Thomas,
diese Vereine/Angler bezeichnen wir bei uns hier (Vogtland) als Kochtopfangler. Es ist schlimm wenn man so etwas liest.
Wer in den natürlichen Ertragswert eines Gewässers eingreift schadet den Fischbestand. Entweder man schüttet Fische rein und angelt sie gleich wieder raus, was mit einer nachhaltigen fischereilichen Bewirtschaftung nichts zu tun hat, oder man richtet sich an dem Ertragswert. Das Eine bedeutet Beiträge erhöhen und ständig besetzen, am besten gleich Kiloforellen, dass Andere Überprüfung der Angeltage, Mindestmaße, Fangquote etc. .
Einfach mal das bayr. Fischereigesetz überprüfen, ob Vereine nicht zur Hege und Pflege der Fischbestände und Gewässer verpflichtet sind. Manchmal kann man solche Genossen mit einfachen Mitteln das Handwerk legen. Das was du schilderst hat auf jedem Fall mit Hege und Pflege nichts zu tun. Dies wäre sogar ein Grund den fischereilichen Pachtvertrag anzuzweifeln.
In diesem Sinn
Gruß Beppo
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Re: bewirtschaftungs - und entnahmemanagement.

Beitragvon dr-d » 13.03.2017, 12:13

hallo beppo,

danke für deine ermunternde antwort !

ff ! das ganze wurde von einem vorstandsmitglied vorgetragen, das landauf - landab (wir sind im ländle) v.a. im "Biotop" rp , kwk , gemeinden, etc. als nebenberuflicher
fachberater auftritt....

m.e. angemessene eigenmassnahme wie z.b. c+r im einzelfall ist ausdrücklich unerwünscht und wird ggf.sanktioniert.

auch gilt kein Gleichheitsgrundsatz : der tageskartenerwerber darf nur 3 forellen pro tag entnehmen - das vereinsmitglied aber 5.

auf das aufkommen (geld) der gäste "will und kann man aber nicht verzichten"...


grüsse


thomas
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Re: bewirtschaftungs - und entnahmemanagement.

Beitragvon Mr. Wet Fly » 13.03.2017, 17:59

Moin Jungs,

es ist doch überall das selbe, die "maßlose Gier ", so nach den Motto..... was ich als Beitrag
zahle muß als Fisch wieder herausspringen, sonst rechnet es sich nicht.

Ich Frage mich immer was die Leute, die so eine Vorstellung haben, in einen Angelverein zu
suchen haben.
Die wären in einen Forellenpuff besser aufgehoben.

Hier bei mir im Norden hat man jetzt die Tagesfangmenge von Forellen von 5 auf 3 Fische
pro Tag herabgesetzt (reicht immer noch), was ich ausnahmslos begrüße.

Wenn man ein Gewässer hat, das als Oberlauf einer Forellenregion ausgewiesen ist muß man es
auch nachhaltig bewirtschaften.

Es müßte eigentlich jeder vernüftige Gewässerwart wissen das ein (natürliches) Gewässer nur einen
bestimmten Ertrag pro Hektar erwirtschaftet, es sei denn man füttert Pellets zu.

Deswegen kann ich es nicht nachvollziehen wenn ein Vorstand so einen Beschluß fassen läßt.

Normal wäre es den Tagesfang oder die Anzahl der Fischer zu begrenzen wenn man eine
natürliche Bestandsentwicklung (was ja den eigentlichen Hegeziel entspricht) erreichen möchte.


Gruß Bernd
Mr. Wet Fly
 
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Re: bewirtschaftungs - und entnahmemanagement.

Beitragvon dr-d » 13.03.2017, 18:27

hallo bernd,


ebensfalls besten dank für deine stimmige zuschrift.


selbst meine Ehefrau - und die geht nicht zum fischen - meinte etwas von "fleischmachern",die ihren beitrag amortisieren wollen.


ich verstehe es auch nicht - weder en gros noch en detail - und werde zum stichtag meine konsequenz daraus ziehen.


danke und grüsse


thomas
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Re: bewirtschaftungs - und entnahmemanagement.

Beitragvon Mr. Wet Fly » 13.03.2017, 18:41

dr-d hat geschrieben:hallo bernd,
ich verstehe es auch nicht - weder en gros noch en detail - und werde zum stichtag meine konsequenz daraus ziehen.
thomas


Moin Thomas,

genau aus diesen Grund bin ich aus meinen zwei Vereinen ausgetreten.


Gruß Bernd
Mr. Wet Fly
 
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Re: bewirtschaftungs - und entnahmemanagement.

Beitragvon Maggov » 13.03.2017, 19:37

Hallo Thomas,

leider nichts Gegensätzliches:

Kenne das auch sehr gut und bin auch deswegen schon aus einem Verein ausgetreten. Ich persönlich habe den Eindruck dass je größer der Verein desto wahrscheinlicher wirst Du solche Argumentationen finden. Vorstände (und auch Gewässerwarte) sind gewählte Ämter, die Meinung des Vorstandes muss somit mehrheitsfähig sein und bleiben wenn er weiterhin Vorstand bleiben will. Je größer die Runde der Mitglieder desto eher scheint die Tendenz zu einer "Fleischrechnung" zu laufen.

Warum diese Mitglieder nicht in der Zucht angeln gehen liegt m.M. nach an gesetzlichen Vorraussetzungen aber v.a. auch am Geld. In der aktuellen Verbandszeitschrift erklärt der bayrische Fischereiverband wie die Pachtvergabe von Verbandsgewässern läuft. (Große) Allgemeinnützige Vereine erhalten den Vorzug damit der Zugang zum Gewässer für eine so breit wie mögliche Anzahl an Fischern zu verträglichen Preisen möglich ist. Da steht dann auch dass es Hegeziele geben muss und das auch berücksichtigt wird. Das heißt aber in der Praxis: Ich bekomme nur dann ein Verbandswasser neu dazu wenn ich belegen kann dass ich zu gleichen Tageskartenkonditionen ein nachhaltigeres Hegekonzept vorlege und parallel eine höhere Pacht als der bisherige Verein biete...

In Bayern sind zudem viele Fischrechte in privater Hand. Das ist ein privates Eigentumsrecht und im Gegensatz zu Verbandsstrecken kann da der Pachtvertrag auch ohne detailliertes Hegekonzept und nach rein wirtschaftlichen Interessen geschloßen warden. Dort hilft es leider nichts die Hegeansichten des Vereins an zu zweifeln.

Ich sehe gerade bei den jüngeren Fischergenerationen ein Umdenken und meine Hoffnung ist wirklich dass ich es noch erlebe dass diese Gesinnung aus den Vereinen "herausaltert". Soll nicht heißen dass es nicht auch sehr vernünftige oder rigide ältere Fischer gäbe - aber in den Vereinen von denen ich rede und ähnliches höre scheint das eben eine Minderheit zu sein. Hoffen wir auf ein "noch"...

Wenn Du in dem Verein wirklich was ändern willst bleibt Dir neben den bereits genannten Vorschlägen noch der "Weg durch die Instanzen". Versuche Verbündete im Verein zu finden, mit Kompromisvorschlägen Teilerfolge zu erreichen und über ein starkes Engagement im Verein die Meinung langsam aber stetig zu beeinflussen. Sicher kein Garant für den Erfolg und auch nicht mehrheitsfähig - im Gegenteil ich fürchte die meisten warden irgendwann verzweifelt resignieren - aber eine Option.

Ich für mich habe nach längerer Suche meine Strecken für mich gefunden in dem ich nach kleinen Vereinen und Pachtbeteiligungen gesucht habe. Dort wird man zuvor sicherlich etwas stärker beobachtet oder "geprüft" aber dafür sind dann eben Gleichgesinnte beieinander und man kann wirklich was bewirken. Dass das dann nicht immer die größten Flüße in meiner Gegend sind (und auch der Anteil der großen Fische übers Jahr deutlich geringer ausfällt) nehme ich dabei gerne in Kauf.

LG

Markus
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Re: bewirtschaftungs - und entnahmemanagement.

Beitragvon dr-d » 13.03.2017, 20:34

hallo markus,

trotzdem und gerade deshalb vielen dank für deine nette Zuschrift mit nachdrücklichen beispielen.


bin vor jahren deshalb schon aus dem verein - den mein verstorbener vater gegründet hatte - streitfrei (liegt mir einfach nicht) ausgestiegen.

mittlerweile hat sich dort viel verändert und ich kann im tageskartenstatus nach gusto eine gute zeit haben - zusätzlich
werde ich immer mehr um meinen fachlichen und manchmal auch menschlichen rat von den jüngeren gefragt - einfach schön.vielleicht
tret ich auch mal wieder ein - schau mer mal...

zusätzlich haben sich - wie bei dir - einige türen von privaten pachtgemeinschaften aufgetan . man wird beobachtet - dann heisst es irgendwann - das passt -ok.

im besprochenen verein versuchte ich seit jahren vergeblich, etwas anzustossen.erfolg mobbing und offene aggression auch am fischwasser oder vereinstreff.

ich will euch das zitat unseres vorstandes anlässlich unserer diesjährigen vollversammlung abschliessend nicht vorenthalten:

sinngemäss " seit ich vor 30 jahren eingetreten bin , har sich nichts verändert"...nun befinden wir uns aber in
einer stock - evangelischen gegend und nicht im Vatikan...nichts für ungut , aber anders halt ich das schon lange
nicht mehr aus und wahrscheinlich ist auch das ein teil des problems...


vielen dank für deine netten worte.


grüsse und schönen abend


thomas
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Re: bewirtschaftungs - und entnahmemanagement.

Beitragvon Harald aus LEV » 13.03.2017, 21:12

Hallo Thomas,

ich bin sicher kein Experte für süddeutsche Gebirgsbäche, aber ich glaube nicht, dass sie sich in Bezug auf Abwachsen und Erhaltung einer guten Fischpopulation von sonstigen Mitttelgebirgs- und Niederungsflüssen unterscheiden. Im Gegenteil, durch die kürzere Vegetationsperiode und die härteren klimatischen Bedingungen in höheren Lagen, sind sie nach meiner Auffassung noch empfindlicher. Was da beschlossen wurde, ist in meinen Augen blamabel. Schon alleine die Begründung, "damit sich die Anfahrt lohnt und man mehr auf dem Teller hat", ist das Letzte! Und dass dann noch ein Vorstand dem nachgibt, ist für mich unfassbar.
Gerade eine große Forelle produziert mehr Laich, als eine kleine. Es sei denn, es handelt sich um einen sehr alten Fisch, bei dem die Laichproduktion zurückgeht.

Ich versuche gerade den umgekehrten Weg zu gehen, die Entnahme einzuschränken und ein Brittelmaß einzuführen, um die mittelgroßen Fische zu entnehmen, die Kleinen und die Großen jedoch zu schonen.

Gruß
Harald
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Re: bewirtschaftungs - und entnahmemanagement.

Beitragvon Salmo.trutta » 13.03.2017, 21:44

Lieber Thomas,

ist ja vollkommen irre! So ein Wahnsinn! Selbstbetrug! Krank. Das glauben die doch selber nicht, oder?
Das Einzige was mir dazu einfällt ist, dass manche Kollegen wenn sie an einem guten Tag mehrere Maßige zurücksetzten meinen man könnte die Entnahmeregeln lockern. Wird von der neuen Regelung dann flächendeckend Gebrauch gemacht sind die vielen maßigen Fische innerhalb einer Saison Geschichte und (sofern wirklich ein gutes Naturaufkommen da war) in der darauffolgenden Saison auch der gute Nachwuchs.

Einfach nur traurig.

Tobias
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Re: bewirtschaftungs - und entnahmemanagement.

Beitragvon dr-d » 13.03.2017, 22:00

hallo harald und tobias,


vielen dank für eure unterstützung.


musste schon seit jahren feststellen, daß auf der besagten strecke der bestand kriselte.

manchmal schienen die anlieger (landwirte die überlaufenden Kläranlagen meldeten) ein
grösseres Interesse zu zeigen als ....ihr wisst schon.


nun ist es so wie es ist und ich muss es akzeptieren - traurig , aber halt nur für diese situation.


trotzdem vielen dank und schönen abend.


thomas
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Re: bewirtschaftungs - und entnahmemanagement.

Beitragvon Royal Coachman » 14.03.2017, 00:14

Hallo Freunde!

Leider gibt es in vielen Vereinen in Bayern diesen Trend.

Nur wenige Vorstände und besonders Gewässerwarte steuern hier dagegen, denn es ist schon schwierig in einem Verein, wenn diese Leute in der Überzahl sind.
Dann bist Du nämlich Vorstand bzw. Gewässerwart gewesen und ein anderer macht genau das, was diese Altidioten wollen.

Selbst erlebt:
Monatsversammlung an einem Donnerstag im Juni, August und Oktober: in der/im .......... ist nix mehr drin, da muss besetzt werden!

Reaktion: am Montag danach kam der Laster und brachte fangfähige Forellen bis zu einem Gewicht von 2,5 kg, große Zufriedenheit!

Ich verschweige bewusst hier den Fluss!

Ein Ansatz wäre, dass über bestimmte Gewässer nur die Mitglieder abstimmen dürfen, die auch eine Karte für dieses Gewässer gelöst haben.
Bei einigen Vereinen stimmen 200 Wurmbader und Spinnfischer über eine Fliegenstrecke mit 35 Fliegenfischern mit ab, die sie nie befischen dürfen, denn es gibt eigene Karten für diesen Teil.
Eine ketzerische Forderung aber nachdenken kann ja nie schaden.
Auch schon erlebt, dass die Fliegenstrecke bei der Jahreshauptversammlung auf Antrag gecancelt wurde!

tight lines
RC
Der immer auf Seiten der Fische steht!
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Re: bewirtschaftungs - und entnahmemanagement.

Beitragvon Mucki » 14.03.2017, 00:44

Hallo Thomas,

Aus Neugier hab ich mir vor kurzem Unterlagen zur Vorbereitung auf die Fischerprüfung ausgeliehen, ist schon ein paar Tage her meine Prüfung und da dacht ich mir frische ich mal meine Kenntnisse auf.
Lange Rede kurzer Sinn, Bayerisches Fischereigesetz Art. 1, "....zu hegen, zu fangen und sich anzueignen"
Von Plündern ist da nicht die Rede, im Gegenteil, in (2) " Ziel der Hege ist die Erhaltung und Förderung eines der Grösse Beschaffenheit und Ertragsfähigkeit des Gewässers angepassten artenreichen und gesunden Fischbestandes sowie der Pflege und Sicherung standortgerechter Lebensgemeinschaften".
Wieder nix von lukrativer Fischerei.
"(3) Jede Fischereiausübung hat, unbeschadet der Abs. 1 und 2, dem Leitbild der Nachhaltigkeit zu entsprechen. ...."

Der Nachhaltigkeit und nicht den Wirtschaftlichen Interessen eines Vereins oder dessen Mitglieder!!
Ein selbst reproduzierenden Wildfisch Bestand dermaßen auszubeuten dürfte auch nach dem Baden-württembergischen Fischereigesetz nicht zulässig sein, so dieses Gewässer dort ist.

Das Recht und Wirklichkeit oft weit auseinander klaffen ist mir auch bewusst, doch wo kein Kläger da kein Richter.
Solltest du den Beschluss gefasst haben sowieso auszutreten wäre es evtl. noch eine Möglichkeit die Vorstandschaft über die rechtliche Situation aufzuklären, kannst ja dann nichts mehr verlieren, vielleicht rudern Sie dann etwas zurück, schließlich haften Sie ja für diese Entscheidung.

Ziel sollte immer eine Nachhaltige Hege sein, kein Angelzirkus auf Trophäenfische oder ausgesetzte Teichforellen, schwierig umzusetzen, das ist mir auch klar, aber alles andere wird uns ansonsten in Zukunft unser Hobby kosten.

Grüsse
Mucki
 
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Re: bewirtschaftungs - und entnahmemanagement.

Beitragvon dr-d » 14.03.2017, 08:36

hallo rc und mucki,


danke für eure engagierten Zuschriften.


das mit der rechtlichen info wird sinngemäss gewiss noch kommen - effekt mehr als ungewiss , aber ich muss mir dann nicht vorwerfen.

das mit " da ist nichts drin " wird vom gewässerbeauftragten vor manchen vereinsveranstaltungen mit dem refo - nachschub gelöst.

dann erscheint z.b. ein vorstandsmitglied und beangelt dann im kampf um den sieg einen fisch mit knapp über 200gr...

ich bin`s so leid!


gute Woche miteinander


thomas
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Re: bewirtschaftungs - und entnahmemanagement.

Beitragvon Maggov » 14.03.2017, 10:32

Royal Coachman hat geschrieben:Ein Ansatz wäre, dass über bestimmte Gewässer nur die Mitglieder abstimmen dürfen, die auch eine Karte für dieses Gewässer gelöst haben.
Bei einigen Vereinen stimmen 200 Wurmbader und Spinnfischer über eine Fliegenstrecke mit 35 Fliegenfischern mit ab, die sie nie befischen dürfen, denn es gibt eigene Karten für diesen Teil.
Eine ketzerische Forderung aber nachdenken kann ja nie schaden.
Auch schon erlebt, dass die Fliegenstrecke bei der Jahreshauptversammlung auf Antrag gecancelt wurde!


Hallo Gebhad,

eine interessante Idee - bin mir aber nicht sicher ob das in einem gemeinnützigen Verein erlaubt wäre.

LG

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