Die Mär vom reinen Lachs

Hier geht es um wichtige Belange wie Naturschutz, sinnvolle Gewässer-Bewirtschaftung, schonender Umgang mit Umwelt und Kreatur, Ärgernisse (Schlagthemen) wie Klein-Wasserkraft & Kormoran und Rechtliches.

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Die Mär vom reinen Lachs

Beitragvon Norweeger » 27.01.2015, 12:12

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...und ich spannte mein Cocktailschirmchen auf und schwebte davon...
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Re: Die Mär vom reinen Lachs

Beitragvon troutcontrol » 27.01.2015, 15:28

frustrierend, traurig und wahr.....
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Re: Die Mär vom reinen Lachs

Beitragvon greypanther » 27.01.2015, 16:25

Hi Florian,

dieses Problem ist schon lange ein Thema in Schottland und Irland. Die dortigen, den jeweiligen Fischereiministerien unterstellten Fischerei-Forschungseinrichtungen, schlagen schon seit mehr als zehn Jahren Alarm. Aber, durch die unselige Verquickung mancher handelnden Personen in Politik und Fischerei wurde bisher eine wirksame Abhilfe für das Problem verhindert.
Hier und hier findest Du eine schöne Zusammenfassung. Kann mich an eine ältere Publikation erinnern, leider kann ich sie nirgendwo mehr finden, in der die Ergebnisse schottischer Forscher zum Rückgang der Salmonidenpopulation in Flüssen an deren Mündungsbereichen Lachsfarming betrieben wurde. Die Ergebnisse waren niederschmetternd und zeigten, dass in Extremfällen 98 % der Mefos und 70 - 80 % der Wildlachsbestände vernichtet worden waren. Ursache: übermäßiger Meerlausbefall!
Gruß
Klaus


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Re: Die Mär vom reinen Lachs

Beitragvon Norweeger » 27.01.2015, 17:00

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Re: Die Mär vom reinen Lachs

Beitragvon MarkusZ » 27.01.2015, 20:26

Hallo,

in Europa ist es zwar schon mies, aber immerhin noch etwas reglementiert.

Wenn die Umweltauflagen zu streng werden, dann wird halt in Chile produziert. Im Pazifik !!!!!!
Dort sind dann manche Fjorde biologisch so gut wie tot.

Der chilenischen Lachs gibt´s dann nicht nur in Amerika sondern u.a. auch bei uns zu kaufen.

Und weils so ein tolles Geschäft ist will man das nun auch an der kandischen Westküste versuchen. Am besten in den Mündungsgebieten der Lachs- und Steelheadflüsse. Die schlechten Erfahrungen aus Europa werden einfach ignoriert.

Ist schon seltsam. Erst sperren die Kanadier die Touristen von ihren Steelheadflüssen aus, aber jetzt betteln sie plötzlich um Unterstützung gegen den Bau der Lachsfarmen.

Bitte denkt zwei mal nach bevor ihr Lachs aus Aquakultur kauft!


Ich denke dreimal nach, bevor ich überhaupt Fisch aus Aquakultur kaufe.

Mir fällt außer dem fränkischen Karpfen kein Zuchtfisch ein, den ich jemanden empfehlen könnte, der sein ökologisches Gewissen beruhigen will.

Gruß
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Re: Die Mär vom reinen Lachs

Beitragvon Frank. » 27.01.2015, 20:42

Danke für den Beitrag! — Ich weiß ganz genau, warum ich Fisch, Krabben, Muscheln aus Aquakultur schon seit Jahren strikt meide …

Dein Frank
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Re: Die Mär vom reinen Lachs

Beitragvon orkdaling » 27.01.2015, 22:04

Hallo liebe FF,
ich hab ja auch schon in den einen oder anderen Beitrag berichtet, leider ist das bei allen "Erzeugern" so.
Und die ganz grossen zahlen Steuern im Ausland.

Denkt wenigsten daran eure Ausruestung/Schuhe/Wader zu desinfizieren wenn ihr das Gewæsser wechselt.

Gruss
Hendrik
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Re: Die Mär vom reinen Lachs

Beitragvon troutcontrol » 27.01.2015, 22:53

Frank. hat geschrieben:..... Muscheln aus Aquakultur ....


Sind die auch ein Problem?

Gruß
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Re: Die Mär vom reinen Lachs

Beitragvon Frank. » 28.01.2015, 10:42

Bei Miesmuscheln gilt das sicher nicht – die sind, soweit ich weiß, wirklich unproblematisch. Anders sieht es bei Austern aus:http://www.bfn.de/0314_marikultur-meer.html, denen wir genug ökologisch unerwünschte Folgen zu verdanken haben.

Aber gesundheitlich sind die wohl auch unbedenklich.

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Re: Die Mär vom reinen Lachs

Beitragvon matthias z. » 28.01.2015, 10:52

.....was ich nicht verstehe ist, dass es ja durchaus die Möglichkeit gibt geschlossene Systeme (im Meer) oder Onshore Systeme zu bauen, mit denen man einige der Probleme sofort beseitigen könnte (Lachsläuse + Sch**sse auf dem Meeresgrund).........warscheinlich sind solche Systeme aber zu teuer und werden von der Industrie deswegen ignoriert?

Tight lines,

Matthias
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Re: Die Mär vom reinen Lachs

Beitragvon AlexX!! » 28.01.2015, 11:16

hi zusammen

es gibt tolle Ansätze, z.B.

http://www.dhbw-mosbach.de/service-page ... chsen.html

das wird leider mit Lachs und Forelle nie wirklich verträglich sein, da sie zu viel tierisches Protein
brauchen, besser sind da Fisch Arten die überwiegend pflanzlich gefüttert werden können.

bei Claresse sieht es so aus, als ob damit ein gesunder Kompromiss gefunden wurde
http://www.greenaction.de/beitrag/clare ... e-richtung

Grüße
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Re: Die Mär vom reinen Lachs

Beitragvon Norweeger » 28.01.2015, 12:45

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Re: Die Mär vom reinen Lachs

Beitragvon Kami » 03.02.2015, 11:39

Vielen Dank für die Beiträge! Wirklich ein hochinteressantest Thema, das noch viel Spielraum für nachhaltige Konzepte bietet..

Hat denn jemand eine Ahnung, was bei offiziellem "Bio"-Farm-Lachs, den es in Bioläden zu kaufen gibt, besser sein soll als bei normaler Aquakultur? Ich habe mich darüber noch nicht so informiert, vielleicht weiß ja jemand Bescheid. Bislang vermeide ich jeglichen Aquakultur-Fisch (außer heimische Süßwasser-Fische, wie Saibling, Zander, Forelle, etc.). Nur leider kriegt man wahrscheinlich auch öfters mal welchen untergejubelt, z.B. im Restaurant, Hotel, in der Mensa/Kantine, bei Verwandten, denen das egal ist, etc.
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Re: Die Mär vom reinen Lachs

Beitragvon Frank. » 03.02.2015, 12:10

Lieber Kami,

der Zucht-Lachs (auch mit Bio-Zertifikaten) hat mir persönlich einfach eine zu starke Lobby, als dass ich den Produkten trauen würde – da wird mir zu viel Geld verdient.
Seit ich die berühmt-berüchtigte, großartige Dokumentation "Lachsfieber"
https://m.youtube.com/watch?v=kD6uTn_mIeg
gesehen habe, ist das Thema, was meine Ernährung anlangt, durch.

Dein Frank
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Re: Die Mär vom reinen Lachs

Beitragvon CPE » 03.02.2015, 13:07

Hallo Frank,

Finde ich richtig. Ein Angler mit Gewissen sollte auch um Bio-Zuchtlachs einen großen Bogen machen.

http://www.gottfried-friedrichs.de/file ... _Lachs.pdf

Interessant wird es vor allem, wenn man beachtet, was nicht drinsteht: Es wird vor allem nicht explizit erwähnt, dass auf Medikamentierung (Antibiotika, Lachslausbekämpfung, Virenschutz, das komplette Programm) verzichtet wird. Es steht auch nicht drin, dass das Fischmehl aus dem die Pellets stammen MSC-zertifiziert ist. Das sollen aber nach http://de.wikipedia.org/wiki/Lachsfarm mittlerweile wenigstens einige "Bio"-Hersteller schaffen.

Wenn man die erwähnte Selbstbeschränkung auf 10 kg Fisch pro Kubikmeter etwas hinterfragt, gelangt man über die englische Wikipedia (http://en.wikipedia.org/wiki/Aquaculture_of_salmonids) auf erheblich mehr Information und z.B. darauf, dass die konventionelle Lachszucht zwischen 8 und 18 kg Fisch auf einen Kubikmeter packt. Ist jetzt nicht so unfassbar tugendhafter, sich auf 10 kg zu reduzieren.

Außerdem stammen auch die konventionellen Pellets ebenfalls zu einem sehr großen Teil aus nicht für den menschlichen Verzehr geeignetem Wildfisch. s. http://en.wikipedia.org/wiki/Commercial_fish_feed

Zusammengefasst halte ich Bio-Zuchtlachs für eine ziemlich dreiste Lüge der Lebensmittelindustrie.

Gruß, Norbert
CPE
 

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