Die Mär vom reinen Lachs

Hier geht es um wichtige Belange wie Naturschutz, sinnvolle Gewässer-Bewirtschaftung, schonender Umgang mit Umwelt und Kreatur, Ärgernisse (Schlagthemen) wie Klein-Wasserkraft & Kormoran und Rechtliches.

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Die Mär vom reinen Lachs

Beitragvon Norweeger » 27.01.2015, 11:12

Hallo liebe Fliegenfischer,
aus gegebenem Anlass wollte ich hier etwas über die Zustände in den Fjorden in meiner Wahlheimat West-Norwegen berichten.
Jeder von euch kennt sicher die ein oder andere Reklame, die norwegische Lachse und auch „Fjordforellen“ (=Regenbogenforellen) in den höchsten Tönen loben (ein kleines Beispiel https://www.youtube.com/watch?v=mriu1FGOmyI). Ich muss ehrlich sagen, dass ich solange ich in Deutschland gewohnt habe, immer gedacht habe, dass wenn ich Zuchtfisch esse ist das eine gute Sache. Wildfische werden daurch ja nicht dezimiert. Seitdem ich jedoch das Ganze mehr oder weniger „life“ mitbekomme, kann ich sagen das Gegenteil ist der Fall. Hier in Hardanger gibt es fast keine Meerforellen mehr. Falls man das Glück hat doch mal eine zu fangen, haben sie größtenteils Lachslaus-Schäden und/oder sind mit horenden Mengen Lachsläusen befallen (https://www.youtube.com/watch?v=o3B4hmli7h4). Meerforellen halten sich ganzjährig im Fjordsystem auf und leiden unter den Angriffen der Lachsläuse am meisten. Oft sieht man große Mengen an befallenen Fischen in den Mündungen von Flüssen um sich dort zu „entlausen“. Mehrere hundert Läuse sind keine Seltenheit und oft sind auch Fische darunter, die bereits am Sterben sind (https://www.youtube.com/watch?v=qfCM-CiHlJQ). 9-11 Läuse pro abwandernden Smolt sind bereits tödlich!! Zuchtanlagen versuchen stetig die Läusezahlen minimal zu halten und verbrauchen Unmengen an Medikamenten/Chemikalien, die direkt in den Fjord gelangen. Die Folge sind weitere Schäden des Ökosystems. Besonders die Auswirkung auf Krebstiere (Garnelen, Krebse, Hummer) ist gefährlich, da diese Nahrungsgrundlage für viele Fische und Seevögel darstellen. Lachsläuse werden wöchentlich in den Anlagen gezählt (von Mitarbeitern des Zuchtunternehmens) und gemeldet. Kommt es zur Überschreitung gewisser Grenzen werden Gegenmaßnahmen (medizinische Behandlungen) durchgeführt und gelegentlich auch Geldstrafen verhängt. Grieg-Seafood wurde nachgewiesen, dass sie bewusste Zahlen verfäscht haben um unter den Grenzen zu bleiben. Letzte Woche wurde die verantwortliche Person zu einer 60-tägigen Gefängnisstrafe verurteilt. Eine harte Strafe, ich hoffe jedoch mit Signalwirkung. Zu erwähnen bleibt jedoch, dass diese Person weiterhin ihre Stelle behalten darf und vollste Rückendeckung von ihrer Firma bekommt. Eine Firma, die mit Sätzen wie „We are open and honest“, „Today we shall do better than yesterday“ und “We care“ für sich wirbt (http://www.griegseafood.no/grieg-seafoo ... rinciples/).

Die Zuchtindustrie umwirbt ihre Produkte oft als „rein“ und „umweltfreundlich produziert“. Fakt ist jedoch auch, dass die Ausscheidungen der Lachse und nicht verwertetes Futter direkt in das Meer gelangen. Bei zu geringer Wasserströmung lagern sich diese am Meeresboden ab und beeinflussen die Flora und Faune negativ (https://www.youtube.com/watch?v=SeJSZEmwD80).
Im Januar dieses Jahres wurden wir hier vom Orkan Nina getroffen. Der Sturm war der stärkeste seit 20 Jahren. Alle Zuchtanlagen sind zertifiziert und sollen 50-Jahres-Stürme aushalten. Bereits kurze Zeit nach dem Orkan kamen die ersten Meldungen über zerstörte/beschädigte Zuchtanlagen (http://www.nrk.no/hordaland/uenighet-om ... 1.12166448). Es ist bestätigt, dass 150.000 Fische entkommen sind. Die Zahl könnte jedoch bis zu 1.000.000 steigen (http://www.kyst.no/nyhet/?article_id=110347). Das sind etwa doppelt so viele Fische wie es wilde, zurückwandernde Lachse in ganz Norwegen gibt!!!! Es sind auch mehrere 10.000 laichbereite Regenbogenforellen entwichen, die nun den Weg ins Süßwasser suchen um sich dort zu vermehren. Regenbogenforellen stehen auf der schwarzen Liste und sind nicht endemisch in Norwegen/Europa. Zudem sind sie Frühjahrslaicher was die Gefahr darstellt, dass sie in den Flüssen/Bächen den Laich von Lachs und Meerforelle aufgraben und somit vernichten. Einer der Besitzer einer Regenbogen-Zuchstation äußerte sich in den Medien, dass er nicht verstehen können warum sich Sportangler über das Entkommen der Forellen aufregen. Es bestehe kein Gefahr, dass sich die Forellen in Norwegen vermehren können und auch, dass sie keinen Schaden am Laich von Lachs und Meerforelle anrichten werden. Ersteres ist dokumentiert (http://www.niva.no/en/nyheter/svartlist ... va-forsker) und wirft für mich die Frage auf, wie solch unwissende Menschen eine Zucht mit Regenbogenforellen betreiben dürfen.
Anhand meiner aufgeführten Beispiele wollte ich aufzeigen welche Probleme die Fischzucht in offenen Anlagen hier in Norwegen mit sich bringt. Ein Land das eigentlich für seine unberührte Natur und seine reinen Fjorde bekannt ist. Was für mich unverständlich ist, ist das der „Normal“-Norweger so gut wie keinerlei Interesse an den negativen Folgen der Fischzuchtindustrie zeigt. Zwar sind sie stolz auf ihre Natur, ihrNorwegen, lassen allerdings zu, wie ihr Land, ihre Natur darunter leidet. Ich persönlich bin nicht gegen die Fischzucht, allerdings muss sie so ablaufen, dass sie nachhaltig betrieben wird und somit wilde Bestände von Lachs und Meerforelle nicht gefährdet.

Bitte denkt zwei mal nach bevor ihr Lachs aus Aquakultur kauft!

Grüße aus West-Norwegen,

Florian Sprater
Zuletzt geändert von Norweeger am 24.12.2015, 00:06, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Die Mär vom reinen Lachs

Beitragvon troutcontrol » 27.01.2015, 14:28

frustrierend, traurig und wahr.....
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Re: Die Mär vom reinen Lachs

Beitragvon greypanther » 27.01.2015, 15:25

Hi Florian,

dieses Problem ist schon lange ein Thema in Schottland und Irland. Die dortigen, den jeweiligen Fischereiministerien unterstellten Fischerei-Forschungseinrichtungen, schlagen schon seit mehr als zehn Jahren Alarm. Aber, durch die unselige Verquickung mancher handelnden Personen in Politik und Fischerei wurde bisher eine wirksame Abhilfe für das Problem verhindert.
Hier und hier findest Du eine schöne Zusammenfassung. Kann mich an eine ältere Publikation erinnern, leider kann ich sie nirgendwo mehr finden, in der die Ergebnisse schottischer Forscher zum Rückgang der Salmonidenpopulation in Flüssen an deren Mündungsbereichen Lachsfarming betrieben wurde. Die Ergebnisse waren niederschmetternd und zeigten, dass in Extremfällen 98 % der Mefos und 70 - 80 % der Wildlachsbestände vernichtet worden waren. Ursache: übermäßiger Meerlausbefall!
Gruß
Klaus


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Re: Die Mär vom reinen Lachs

Beitragvon Norweeger » 27.01.2015, 16:00

Hallo Klaus,
die Probleme mit der "offenen" Fischzucht sind durchaus nicht neu. Aehnlich wie in Schottland sins auch Politiker und Industrie sehr eng miteinander verknüpft. Die letzte Fischereiministerin war Miteigentümer einer der größten Lachsbetriebe in Norwegen. Natürlich hat sie ihre Entscheidungen nie zu gunsten den Fischindustrie getroffen:). Ich wollte hier einfach auf das Problem aufmerksam machen, als Einzelperson kann man sonst nur recht wenig ausrichten...
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Re: Die Mär vom reinen Lachs

Beitragvon MarkusZ » 27.01.2015, 19:26

Hallo,

in Europa ist es zwar schon mies, aber immerhin noch etwas reglementiert.

Wenn die Umweltauflagen zu streng werden, dann wird halt in Chile produziert. Im Pazifik !!!!!!
Dort sind dann manche Fjorde biologisch so gut wie tot.

Der chilenischen Lachs gibt´s dann nicht nur in Amerika sondern u.a. auch bei uns zu kaufen.

Und weils so ein tolles Geschäft ist will man das nun auch an der kandischen Westküste versuchen. Am besten in den Mündungsgebieten der Lachs- und Steelheadflüsse. Die schlechten Erfahrungen aus Europa werden einfach ignoriert.

Ist schon seltsam. Erst sperren die Kanadier die Touristen von ihren Steelheadflüssen aus, aber jetzt betteln sie plötzlich um Unterstützung gegen den Bau der Lachsfarmen.

Bitte denkt zwei mal nach bevor ihr Lachs aus Aquakultur kauft!


Ich denke dreimal nach, bevor ich überhaupt Fisch aus Aquakultur kaufe.

Mir fällt außer dem fränkischen Karpfen kein Zuchtfisch ein, den ich jemanden empfehlen könnte, der sein ökologisches Gewissen beruhigen will.

Gruß
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Re: Die Mär vom reinen Lachs

Beitragvon Frank. » 27.01.2015, 19:42

Danke für den Beitrag! — Ich weiß ganz genau, warum ich Fisch, Krabben, Muscheln aus Aquakultur schon seit Jahren strikt meide …

Dein Frank
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Re: Die Mär vom reinen Lachs

Beitragvon orkdaling » 27.01.2015, 21:04

Hallo liebe FF,
ich hab ja auch schon in den einen oder anderen Beitrag berichtet, leider ist das bei allen "Erzeugern" so.
Und die ganz grossen zahlen Steuern im Ausland.

Denkt wenigsten daran eure Ausruestung/Schuhe/Wader zu desinfizieren wenn ihr das Gewæsser wechselt.

Gruss
Hendrik
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Re: Die Mär vom reinen Lachs

Beitragvon troutcontrol » 27.01.2015, 21:53

Frank. hat geschrieben:..... Muscheln aus Aquakultur ....


Sind die auch ein Problem?

Gruß
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Re: Die Mär vom reinen Lachs

Beitragvon Frank. » 28.01.2015, 09:42

Bei Miesmuscheln gilt das sicher nicht – die sind, soweit ich weiß, wirklich unproblematisch. Anders sieht es bei Austern aus:http://www.bfn.de/0314_marikultur-meer.html, denen wir genug ökologisch unerwünschte Folgen zu verdanken haben.

Aber gesundheitlich sind die wohl auch unbedenklich.

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Re: Die Mär vom reinen Lachs

Beitragvon matthias z. » 28.01.2015, 09:52

.....was ich nicht verstehe ist, dass es ja durchaus die Möglichkeit gibt geschlossene Systeme (im Meer) oder Onshore Systeme zu bauen, mit denen man einige der Probleme sofort beseitigen könnte (Lachsläuse + Sch**sse auf dem Meeresgrund).........warscheinlich sind solche Systeme aber zu teuer und werden von der Industrie deswegen ignoriert?

Tight lines,

Matthias
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Re: Die Mär vom reinen Lachs

Beitragvon AlexX!! » 28.01.2015, 10:16

hi zusammen

es gibt tolle Ansätze, z.B.

http://www.dhbw-mosbach.de/service-page ... chsen.html

das wird leider mit Lachs und Forelle nie wirklich verträglich sein, da sie zu viel tierisches Protein
brauchen, besser sind da Fisch Arten die überwiegend pflanzlich gefüttert werden können.

bei Claresse sieht es so aus, als ob damit ein gesunder Kompromiss gefunden wurde
http://www.greenaction.de/beitrag/clare ... e-richtung

Grüße
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Re: Die Mär vom reinen Lachs

Beitragvon Norweeger » 28.01.2015, 11:45

Mittlerweile gibt es die Technik um Lachs auch in geschlossenen Systemen auf dem Land zu produzieren. http://www.fischmagazin.de/newsartikel- ... kultur.htm
Norwegen setzt leider nicht auf dieses Pferd, da sie ja dadurch keinen Vorteil mehr haben (Fjorde) gegenüber anderen Ländern. Die kosten sind wohl etwas höher als mit konventionellen Zuchtanlagen. Ich hoffe, dass sich diese landbasierten Anlagen in Europa etablieren werden und somit den Norwegern Markanteile abnehmen. Der Vorteil landbasierten Anlagen liegt auf der Hand: Besser kontrollierbar bei Krankheitsausbruch, keine negativen Einfluesse auf Wildlachs (Lachslaus und andere Krankheiten) und man kann in der Nähe des Verbrauchers produzieren (geringere Transportkosten)


Noch ein kleiner Nachtrag zu meinem Bericht. Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass die entwichene Regenbogenforellen schwer krank sind. Innere Blutungen und es wurde auch ein Virus nachgewiesen der die "Pancreas disease" auslöst. Höchst ansteckend sowohl für Wildfisch als auch für andere Farmfische.
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Re: Die Mär vom reinen Lachs

Beitragvon Kami » 03.02.2015, 10:39

Vielen Dank für die Beiträge! Wirklich ein hochinteressantest Thema, das noch viel Spielraum für nachhaltige Konzepte bietet..

Hat denn jemand eine Ahnung, was bei offiziellem "Bio"-Farm-Lachs, den es in Bioläden zu kaufen gibt, besser sein soll als bei normaler Aquakultur? Ich habe mich darüber noch nicht so informiert, vielleicht weiß ja jemand Bescheid. Bislang vermeide ich jeglichen Aquakultur-Fisch (außer heimische Süßwasser-Fische, wie Saibling, Zander, Forelle, etc.). Nur leider kriegt man wahrscheinlich auch öfters mal welchen untergejubelt, z.B. im Restaurant, Hotel, in der Mensa/Kantine, bei Verwandten, denen das egal ist, etc.
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Re: Die Mär vom reinen Lachs

Beitragvon Frank. » 03.02.2015, 11:10

Lieber Kami,

der Zucht-Lachs (auch mit Bio-Zertifikaten) hat mir persönlich einfach eine zu starke Lobby, als dass ich den Produkten trauen würde – da wird mir zu viel Geld verdient.
Seit ich die berühmt-berüchtigte, großartige Dokumentation "Lachsfieber"
https://m.youtube.com/watch?v=kD6uTn_mIeg
gesehen habe, ist das Thema, was meine Ernährung anlangt, durch.

Dein Frank
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Re: Die Mär vom reinen Lachs

Beitragvon CPE » 03.02.2015, 12:07

Hallo Frank,

Finde ich richtig. Ein Angler mit Gewissen sollte auch um Bio-Zuchtlachs einen großen Bogen machen.

http://www.gottfried-friedrichs.de/file ... _Lachs.pdf

Interessant wird es vor allem, wenn man beachtet, was nicht drinsteht: Es wird vor allem nicht explizit erwähnt, dass auf Medikamentierung (Antibiotika, Lachslausbekämpfung, Virenschutz, das komplette Programm) verzichtet wird. Es steht auch nicht drin, dass das Fischmehl aus dem die Pellets stammen MSC-zertifiziert ist. Das sollen aber nach http://de.wikipedia.org/wiki/Lachsfarm mittlerweile wenigstens einige "Bio"-Hersteller schaffen.

Wenn man die erwähnte Selbstbeschränkung auf 10 kg Fisch pro Kubikmeter etwas hinterfragt, gelangt man über die englische Wikipedia (http://en.wikipedia.org/wiki/Aquaculture_of_salmonids) auf erheblich mehr Information und z.B. darauf, dass die konventionelle Lachszucht zwischen 8 und 18 kg Fisch auf einen Kubikmeter packt. Ist jetzt nicht so unfassbar tugendhafter, sich auf 10 kg zu reduzieren.

Außerdem stammen auch die konventionellen Pellets ebenfalls zu einem sehr großen Teil aus nicht für den menschlichen Verzehr geeignetem Wildfisch. s. http://en.wikipedia.org/wiki/Commercial_fish_feed

Zusammengefasst halte ich Bio-Zuchtlachs für eine ziemlich dreiste Lüge der Lebensmittelindustrie.

Gruß, Norbert
La pêche on sèche est la pêche en nymphe, ce qu'est l'amour courtois est à la copulation.
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