Hallo,
wir haben halt mittlerweile ne menge Äschengewässer, die ohne Fischbesatz nahezu völlig Forellen und Äschenfrei sind!
Eines von vielen anschaulichen Beispielen diese Art, ist die Schwarzen Laber. (Oder auch Schwarze La(a)ber genannt.)
Querverbauungen an der mittleren- unteren Schwarzen Laaber.

(Kajakfahrer haben solche Karten auch.)

Schwarze Laaber, 36 Stauhaltungen mit 35 Turbinen auf ca. 30 km Flusslänge der Schwarzen Laaber.

Weiter flussaufwärts wird es auch nicht wirklich besser, ist annähend das gleiche Bild …
Die unzähligen privaten Fischrechte,

reichen in der Regel von Stauhaltung zu Stauhaltung

„Völlig verseucht (!)

mit privaten Fischwasserbesitzern … “

Darf ich ja nicht mehr sagen!!!
Auf Wanderkarten ist ein Teil der Wassermühlen eingezeichnet. (Wasserrad) Im Fall der S. Laaber sind in einer Wanderkarte 16 von 35 Wassermühlen bis Beratzhausen eingezeichnet. (Nur ein kleiner Teil der Karte.)

Zur Schwarzen La(a)ber. (Äschenregion)
Ist ein kleiner Fluss der durch das Oberpfälzer Jura (Kerbsohlental/ Durchbruchstahl) fließt, er transportiert sehr viel im Wasser gelöstes fossiles Feinsediment und ist somit immer nebelartig- Kalkfarben angetrübt. (Jura)
Der Kleine Fluss ist 67,2 km Lang und auf seiner Gesamtlänge ein sommerkühles Salmonidengewässer!!!
Die höchsten Wassertemperaturen, (nur stundenweise) die ich bisher in Hitzeperioden gemessen habe, waren ca. 18 °C.
Der Höhenunterschied beträgt auf der Flusslänge von 67,2 km gerade einmal 190 m.
Zitat Wikipedia:
„Der Name Laber geht auf Labera zurück, was frisches sprudelndes Wasser bedeutet. Das Beiwort schwarz bekam die Laber durch ihr geringes Gefälle, weshalb sie oft sehr langsam fließt und ihr Wasser dunkel erscheint.“
„Die Schwarze Laaber friert nur in besonders strengen Wintern zu, da sie von unterirdischen Karstquellen gespeist wird. Das Wasser bleibt meist ziemlich konstant bei etwa 8 °C.“
Der nebelartig- Kalkfarbene Bachmühlbach einer von nur 9 kleinen Zubringerbächen der S. Laaber (Ist der einzige Bach in der Karte mit den Querverbauungen und auch eingezeichnet im unteren bzw. mittleren Laaberverlauf.)
Derartige Karstquellen sorgen auch dafür, dass das Wasser der S. La(a)ber sommerkühl und der Fluss auf seiner Gesamtlänge salmonidentauglich ist.
Fließendes Wasser im Fluss, so etwas schönes

muss man lange, lange suchen!


Fließendes Wasser hat also absoluten seltenheitswert.
Daher sind auch so gut wie keine Laichplätze mehr vorhanden.
Um so einen Kieslaichplatz überhaupt zu erreichen,

müssten Forelle, Äsche & Co. aus dem Mündungsbereich des kleinen Flusses so ca. 40 Wehranlagen überwinden!!!

(Abflussmenge, hier sicher so ca. MQ: 3,00 m³/s)
Der Flussgrund besteht überwiegend aus Feinsediment. Kalk.
Das eigentlich Gesicht des Flusses besteht aus Rückstaubereichen und viel, viel stehendem Wasser …

Man wird keinen Rückbau der Wasserkraftwerke erreichen, solange diese Strom liefern, aber es wurde und wird viel erreicht: Renaturierungen, Verbesserung der Wasserqualität, Aufstiegshilfen, Hürden für neue WK-Projekte, Ausgleichsmaßnahmen bei Bewilligung von solchen, Verfahrensgarantien für die Fischerei im WRG, Entschädigungen (vor 20 Jahren wurdest Du in Österreich von der Behörde/Gerichten noch ausgelacht, wenn Du als Fischereiberechtigter, für einen Eingriff in dein Recht Entschädigungen wolltest. Heute werden wirklich großzügige Ersatzflächen geschaffen etc.), Monitoring nach WRRL, Fische als wichtige Indikatoren für den ökologischen Zustand eines Gewässers und was es sonst noch alles gibt.
Hat man sich erst einmal eingestanden, dass auch dieser kleine Fluss sehr, sehr stark durch Wasserkraftnutzung belastet ist, tut es auch nicht mehr so weh
http://www.youtube.com/watch?v=-yWQncgNBb8 die Gewissheit zu haben, das eine ausreichende natürliche Reproduktion an solchen kleinen Flüssen reines Wunschdenken und nichts anderes ist!!!
Mit diesem Wissen könnte man anfangen das Wasser zu bewirtschaften und das Beste daraus zu machen.
Das Wasser hat durchaus Potential,

der Fluss ist Kalt und Futterreich, Fische wachsen hervorragend ab!
Bachforellen von über 50 cm. Eine Äsche mit 71 cm!
http://www.eichhofener-fischwasser.de/h ... isten.htmlLG
Christian
PS: Besatz abhängig, so ist das eben …

Aber, (!) so ein schöner und gepflegter Puff,

kann doch auch etwas schönes

sein!? Oder?
Zuletzt geändert von Gammarus roeseli am 10.10.2011, 00:34, insgesamt 1-mal geändert.