Erneut grosses Fischsterben am Doubs!

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Erneut grosses Fischsterben am Doubs!

Beitragvon Flyfisherman Markus » 09.02.2011, 12:42

Liebe Fliegenfischer

Leider hat sich nach der ersten Welle vom letzten Mai/Juni 2010 erneut ein grosses Fischsterben am Doubs zugetragen!

Der jahrelange Schwall-/Sunkbetrieb, die Ueberdüngung der Felder entlang des Flusses und anscheinend auch ständige Abwassereinleitungen rächen sich, der Doubs stirbt langsam und nur wenige schauen hin!

Die zuständigen Behörden und Politiker zeichnen sich nicht durch grosse Aktivitäten aus, es werden zwar Untersuchungen gemacht, aber wirklich publik gemacht und Massnahmen beschlossen werden nicht..

Damit ihr euch ein Bild von der aktuellen Situation machen könnt, habe ich auf meiner Website mal ein paar Facts zusammengetragen. Der Dank geht an zahlreiche Fischerkollegen, allen voran an Michel Baumann, der die ganze Sache mit Rundmails und diversen Aktivitäten erst weiterverbreitet hat.

Hier der Link: http://www.flyfisherman.ch

Es ist traurig, dass man über solche Katastrophen berichten muss auch im Wissen, dass die Fischer in der Schweiz nur eine schwache Lobby haben.
Tight lines und Gruss
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Beitragvon Kläuschen » 10.02.2011, 10:50

Hallo Markus,

danke für deinen Bericht. Ich bin sicher,dass bei vielen hier, insbesondere bei solchen (wie ich), die gerne am Doubs fischen gehen, diese Nachricht grosse Traurigkeit aber auch Zorn auslöst. Dieser Fluss war mir immer heilig, dort zu Fischen bereitete mir ein jährlich wiederkehrendes Hochvergnügen. Wenn er nun stirbt ist der Verlust jedenfalls für mich nicht zu ersetzen. Er ist so einzigartig schön wie die traumhafte Landschaft, die er durchfliesst.

Gibt es irgend etwas konkretes, was wir hier von Deutschland aus tuen können?
Du erwähnst einen Parasit, der ursächlich neben anderen Faktoren mit verantwortlich sein soll. Weist du um welchen ?

Das was am Doubs passiert ist letztlich auch Tierquälerei. Die Verantwortlichen müssen ermittelt werden. Können nicht "direkt Betroffene", zB. euer Fischereiverband Strafanzeige erstatten? Dies würde wenigstens dazu führen, dass sich die Stromkonzerne "beobachtet " Fühlen und sich an die nicht austreichenden Vorschriften (Restwassermenge etc.) halten. Es würde ausserdem die Öffentlchkeit mobilisieren.
LG
Kläuschen
Zuletzt geändert von Kläuschen am 11.02.2011, 12:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Flyfisherman Markus » 10.02.2011, 20:29

Hallo Kläuschen

Du hast absolut recht, dieser Fluss ist so einzigartig in Europa, was hier zerstört wird, ist gigantisch!!

Was könnt ihr von Deutschland aus tun: macht Lärm, macht es publik in allen Foren, viele Deutsche fischen am Doubs und je mehr Leute darüber reden, je mehr nimmt der Druck auf die Politiker zu und auf die profitgeilen Kraftwerksbetreiber, die für diese Zerstörung mitverantworlich sind!!

Der Pilz nennt sich anscheinend Saprolegnia.

Im Moment habe ich leider keine Zeit, die Texte ins Deutsche zu übersetzen, sorry!
Gruss
Markus
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Beitragvon Siegfried. » 11.02.2011, 09:44

Hallo Markus,
Saprolegnia war anhezu klar bei den Bildern. Nur das der Pilz ubiquitär verbreitet ist und fast immer lediglich eine Skundärinfektion darstellt, insbesondere bei Verletzungen und Schwächungen der Schleimhaut, z.B. bei den sterbenden pazifischen Lachsen nach dem Laichen, denen die Bilder vom Doubs leider erschrechend ähnlich sehen.

Die primäre Ursache dürfte also woanders liegen. Da es allein für Laichstress viel zu dramatisch aussieht und ja wohl auch Äschen betroffen sind, die erst im Fühjahr laichen, muss es was anderes sein. Ich kenne den Fluss nicht persönlich, höre aber von WK-Nutzung. Könnte die primäre Ursache also die sog. Gasblasenkrankheit sein? Die tritt besonders gern bei Auslässen mit großer Druck(Fall)höhe und/oder mit sehr unterschiedlichen Gas-Sättigungskonzentrationen (Grundablässe tiefer, geschichteter Staue) und schnellen Wechseln im Ablassregime auf.

Dazwischen liegende weitere Infektionen, mechanische Schädigungen usw. sind natürlich nicht ausgeschlossen, so dass eine Beweisführung unmittelbar zur Ursache (WKA) dann oft nicht einfach ist und den wirklichen Verursachern viele Möglichkeiten zur Ausfluchtargumentation offen lässt.

Da hilft es leider nur immer wieder neu dagegen zu halten und wenn es geht Wasser abdrehen, fehlende KW-Stunden sind das einzige "Argument" das die Betreiber interessiert,weil blanke Fränkli für die shareholder dinter stecken. Wasserkraft bietet leider eine sehr große und sichere Gewinnspanne

Trotzdem Glück auf

Siegfried

P.S. Da die Doubs-BF als eigene Art gilt (Freyhoff et. al.) kann ma da nicht was in Verletzung der Vereinbarungen durch die CH machen?
Fische sind zu schöne Geschöpfe um nur einmal bewundert zu werden
Siegfried.
 
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Beitragvon Flyfisherman Markus » 13.02.2011, 14:10

Hallo Siegfried

Herzlichen Dank für Deine Tipps.

Vermutlich sind es sehr komplexe Zusammenhänge. Tatsache ist, dass die Kraftwerksbetreiber seit dem Besitzerwechsel vor ca. 3 Jahren extreme Wasserstandsschwankungen bis 80cm pro Tag zulassen. Im Weiteren tragen die Felder der Bauern praktisch bis an den Uferbereich des Flusses zur weiteren Ueberdüngung bei.

Im Doubs leben 2 absolut vom Aussterben bedrohte Fischarten neben anderen, nämlich der Rois du Doubs (siehe Bericht http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/schweiz/streit_um_eine_vom_aussterben_bedrohte_fischart_im_doubs_1.2447906.html und die Doubsforelle.

Wir sind im Moment daran, alle möglichen Aemter, Behörden, Politiker usw mit dem Fischsterben zu konfrontieren.

Aber wie so oft, die Lobby der Fischer ist relativ schwach.
Tight lines und Gruss
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Beitragvon Nymphenfischer » 08.03.2011, 09:32

Wir Deutsche können noch etwas tun !
Ich habe schon oft und gerne am Doubs gefischt umsomehr regt mich die Untätigkeit der Politiker auf !
Ich für meinen Teil habe beschlossen dort nicht hinzufahren weder zum fischen noch zum schauen , einfach aus dem Grund das ich keinen Cent in dieser Region ausgeben will !
Die behörden merken es wohl erst wen es keine Einnahmen mehr gibt !
Finde es auch sehr gut was Markus gemacht hat indem er sein Jahrespatent zurückgeschickt hat !
Die Region lebt unter anderem durch unser Geld hoffentlich werden die Beamten dan tätig wen das fehlt !

Beste Grüße
flo
Verwendet Schonhaken !!!
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Beitragvon Maggov » 08.03.2011, 11:24

Hallo zusammen,

ich denke bei Doubs kommt erschwerend hinzu dass sich bei dem Bereich der an der Grenze liegt zwei Lobbies verbünden müssen bzw. auf beiden Seiten Aktivität gefragt ist.

Sicherlich keine einfache Ausgangspostition.

LG

Markus
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Beitragvon Kläuschen » 21.03.2011, 09:48

Liebe Freunde des Doubs,

am 14. Mai findet zu diesem Thema eine Demo in Goumois statt. Vielleicht ist es dem ein oder anderen möglich daran teilzunehmen.

Die Verantwortlichen für den Niedergang des Doubs sind im wesentlichen die Betreiber des Kraftwerks sowie diejenigen, welche den Fluss als "Mülleimer" missbrauchen und durch "ihre Nebenprodukte" verunreinigen und zur Eutrophierung mit allen bekannten Auswirkungen beitragen. Den Rest besorgt der Klimawandel. (sinkende Wasserstände und Wassererwärmung).
Es ist auch ein Kampf David gegen Goliath. Die Verursacher verfügen entweder über jede erdenkliche Geldsumme zur Aufrechterhaltung des Systems oder über eine tausendfach stärkere Lobby (Landwirtschaft) als ein paar hundert Fischer.
Der Misstand indes ist schon seit vielen Jahren bekannt. Gut zureden und auf die Vernunft der Verantwortlichen oder der zuständigen Politiker zu hoffen ist naiv. Hier helfen aus meiner Erfahrung heraus nur eiskalt kalkulierte Rechtsklagen. Zwar kenne ich das schweizer Rechtssystem nicht aber ich frage mich doch, warum keiner der vielen schweizer Naturschutzverbände sich der Sache annimmt, zumal es eindeutig (auch) um Artenschutz geht.
Eines ist klar: Rettet man den Zingel, immerhin einer der am meisten vom Aussterben bedrohten Tierarten in Europa, der durch die Berner Konvention zum Artenschutz streng geschützt ist, so rettet man auch die Doubs-Forelle und die Äschen. Letztlich leiden sie alle an den Auswirkungen der gleichen Defizite. Anbei zur "Information" eine Publikation aus dem Jahre 1999, also mehr als 10 Jahre alt. Seither haben sich die Gegebenheiten nicht nur nicht gebessert, sondern weiter teilweise erheblich verschlechtert.





Pressemitteilungen: Archiv und Suche
Dezember 1999 français
italiano


König des Doubs in Gefahr
MEDIENMITTEILUNG

Vom Fisch Apron leben nur noch maximal 160 Exemplare

König des Doubs in Gefahr

Der Apron oder "Roi du Doubs" (Zingel asper) ist in der Schweiz vom
Aussterben bedroht. Nur noch maximal 160 Exemplare dieses Fisches leben
in dem vierzig Kilometer langen Abschnitt in der Region des "Clos du
Doubs" (JU). Dies sind die Resultate einer Bestandesaufnahme im Auftrag
des BUWAL.

Der "Roi du Doubs" lebt nur im Einzugsgebiet der Rhone. Diese Art ist in
der Schweiz vom Aussterben bedroht und kommt nur im "Clos du Doubs" (JU)
vor. Es ist auch die einzige indigene Fischart, die auf europäischer Ebene
im Rahmen der Berner Konvention streng geschützt wird. Die Schweiz trägt
deshalb eine internationale Verantwortung für die Erhaltung des "Roi du
Doubs".

Der "Roi du Doubs" ist ein naher Verwandter des Barsches (Egli). Der
unauffällige Fisch ist durch seine gelbe Färbung und den braunen
Querstreifen optimal an seine Umgebung angepasst, da er sich vorzugsweise
auf gelben Kiesbänken aufhält. Der eher nachtaktive Fisch erreicht eine
Länge von bis zu 20 Zentimetern. Über seine Biologie und sein Verhalten
ist bis heute wenig bekannt.

Eine Studie des BUWAL bestätigt die kritische Situation des "Roi du Doubs"
in der Schweiz. Die Population des 40 km langen Untersuchungsgebietes wird
auf nur achzig bis hundertsechzig adulte Individuen geschätzt, das sind
zwei bis vier Fische pro Kilometer. Die räumliche Verteilung des Tieres
hat sich in den letzten Jahrzehnten nicht wesentlich verändert, aber die
Populationsdichte hat sich in dieser Zeit stark verringert. Diese
Resultate sind besorgniserregend, denn die schweizerische Apronpopulation
ist durch Wasserkraftwerke völlig von den anderen Beständen dieser Art
isoliert.

Der Grund für den Rückgang des Bestandes liegt vor allem bei den
künstlichen Schwellen und Stauwehren, welche Migrationsbarrieren
darstellen und somit die Aufwärtswanderung des Aprons verhindern. Dazu
kommt, dass die Krafwerke mal viel und mal wenig Wasser den Fluss
hinunterfliessen lassen. Ferner tragen die Wucherungen grüner Algen und
die stellenweise Verdichtung des Flussbettes und das Fehlen von weichem
Kies, indem er laichen kann, zur Gefährdung der Art bei. In einem
geringerem Masse spielen auch der Druck durch Fischerei und Erholung eine
Rolle.

Das BUWAL schlägt nun konkrete, dringliche Schutzmassnahmen vor. Dazu
gehört der Einbau von Aufstiegshilfen, die auch für Kleinfische passierbar
sind. Mit den Kraftwerken werden Verhandlungen aufgenommen, damit die
Wasserstandsschwankungen nicht Knall auf Fall erfolgen, sondern sanfter
abtempiert werden. Damit der gelbe Fisch in seiner Umgebung getarnt leben
kann, ist alles zu unternehmen, um das Wachstum von grünen Algen zu
verhindern. Dazu gehört eine Begrenzung der Nährstoffe.

Bern, 29. Dezember 1999

BUNDESAMT FÜR UMWELT, WALD UND LANDSCHAFT
Informationsdienst

Auskunft

Claudia Friedl, Sektion Fischerei, Abteilung Gewässerschutz und Fischerei,
Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL), Tel. 031 322 93 32

Beilage

Fotografie des Apron (Word 7 Dokument)

DokumentationSchutzkonzept des Aprons (Zingel asper): Bestandesaufnahme im
Doubs. Mitteilungen zur Fischerei Nr. 64. Vollzug Umwelt, BUWAL 1999. Die
Broschüre ist in Deutsch erhältlich, mit französischer und italienischen
Zusammenfassung. Bestellung: BUWAL, Dokumentation, 3003 Bern, Fax 031 324
02 16, e-Mail: lukas.heinzmann@buwal.admin.ch
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Beitragvon salmosalar » 18.05.2011, 07:27

Rettet den Kormoran, praktitziert C&R....
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Re: Erneut grosses Fischsterben am Doubs!

Beitragvon Kläuschen » 31.03.2012, 11:01

schaut euch mal DIESE SAUEREI AN
http://www.youtube.com/watch?v=rKvH7WLzH7E

Da bleibt einem nicht nur als Fischer, sondern auch als Mensch die Spucke weg. Was für eine unglaubliche staatlich konzessionierte Tierquälerei sich am Doubs täglich abspielt. Da kann man nur noch auskotzen.

Wer helfen möchte, bleibt dem Fluss, was die Schweiz betrifft lieber fern und tritt der Facebook-Gruppe "Rettet den Doubs" bei. Die tun was.
http://www.facebook.com/#!/groups/doubs/
LG Kläuschen
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Re: Erneut grosses Fischsterben am Doubs!

Beitragvon Flyfisherman Markus » 31.03.2012, 11:48

Danke Kläuschen für Deinen Aufruf zur Facebook Gruppe, wir sind mittlerweile schon 2 Jahre am Kämpfen, aber die Spiesse sind matt und die politischen Mühlen mahlen sehr langsam, Profit ist wichtiger als Natur...

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